| Hallo,
Herzlich Willkommen zur Ausgabe 41 des Schlangengesangs.
Hier kommt unsere zweite Ausgabe zu den Lebenszyklen der Frau, zum Thema Kindheit und Jugend mit Beiträgen über Kore, die Mädchengöttin, selbstbestimmte Kindheit und vieles andere mehr.
Die nächste Ausgabe wird eine Sammelausgabe ohne festes Thema, bunt und vielfältig. Und wie immer freuen wir uns über euere Beiträge.
Euer Schlangengesang-Team
Annika, artemisathene, Jana, Esmerelda, Gisa, Lilia, Marion, MedeaLaLuna
Inhaltsverzeichnis
Göttinnen:
- Kore - Die Mädchengöttin
Thema:
- Kore - Das Mißbrauchsopfer
- Brauchen Heiden-Kinder Riten?
- Kindheit im Patriarchat
- Verletzte Kinder
- Selbstbestimmte Kindheit
Pflanze:
- Gänseblümchen
Stein:
- Bernstein
Praktisches:
- Runen für Kinder und Jugendliche
- Kindheit und Pubertät
- Menstruationsamulett
Reisebericht:
- Walpurgis am Brocken
Geschichte:
- Tief in der Savanne
Aufgelesen:
- Buchrezension: Wildkatzen-Auf dem Pfad der jungen Göttin
- Buchrezension: Let´s kill Barbie
Kalender:
- Der Schlangengesang-Göttinnenkalender
- Feiertage im Mai
- Feiertage im Juni
- Feiertage im Juli
Kontaktanzeigen:
- Kontaktanzeige
Veranstaltungen:
- Veranstaltungen
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Kore - Die Mädchengöttin
Kore ist der jugendliche Aspekt der zweigestaltigen Göttin Kore-Persephone. Die Römer nannten sie Proserpina. Im Folgenden werde ich versuchen, mich auf den Aspekt der Kore zu fokussieren, was nicht einfach ist, da wesentlich mehr über den Aspekt der Unterweltsgöttin Persephone zu erfahren ist, als über die „Mädchengöttin“.
Kore ist das griechische Wort für „Mädchen“, vgl. im Englischen core = Kern, Herz. Ihr Kult und der Mythos sind eng mit dem Demeter-Kult und den eleusinischen Mysterien verbunden. (siehe Schlangengesang 1/2003 und 32/2008)
Kore ist die Tochter des Herrschergottes Zeus mit seiner Schwester Demeter. Da Zeus schließlich Hera, und nicht Demeter, zu seiner Frau machte und seiner Schwester auch keinen anderen Mann gönnte, entwickelte sich die Mutter-Tochter-Beziehung zu Kore besonders intensiv.
In der Dreier-Konstellation Kore-Demeter-Hekate, ist Kore die junge Göttin, Demeter die Mutter und Hekate die weise Alte (Tödin). Der Mädchenaspekt der Fruchtbarkeits- und Getreidegöttin wird durch das grüne, noch unreife Korn symbolisiert.
Die jungfräuliche, kindliche Kore wird vom eigenen Vater, Zeus in Gestalt einer Schlange, geschwängert. Sie schenkt einem Sohn, Zagreus, das Leben. Dieser wird ihr gleich von ihrem Vater weggenommen und in einer Höhle vor Heras Eifersucht versteckt. Es hilft alles nichts, Hera ruft einige Titanen zu Hilfe und lässt Zagreus töten. (Die ganze Legende könnt ihr weiter unten lesen)
Nach dieser Episode wird Kore/Persephone von Hades, dem Herrscher der Unterwelt, entführt und mit Gewalt zu seiner Gemahlin gemacht. (siehe Mythos weiter unten). Kore/Persephone wird als Unterweltsgöttin zur Führerin der Toten. Der Name Persephone bedeutet: „die, beim Dreschen die Garben schlägt“. Sie bleibt ihrem Gatten treu, bekommt aber keine Kinder mit ihm. Noch einmal verliebt sich Persephone in einen Mann, den Sterblichen Adonis, doch auch dieser Liebe ist kein Glück beschieden (s.u.).
Kores/Persephones liebste Freundin ist die Wegegöttin Hekate, die als Einzige (neben dem Sonnengott Helios), Demeter von der Entführung Kores berichtet und die Mutter der Mädchengöttin auf ihrer Suche begleitet. Vor ihrer Entführung verbrachte Kore ihre Zeit mit Nymphen (z.B. Leuke, Minthe und Cyane, die nach Ovid versucht Hades aufzuhalten) und den Göttinnen Artemis und Athene (den jungfräulichen Göttinnen).
In der Kunst wird Kore als junges Mädchen dargestellt. So werden auch antike Statuen, die ein junges Mädchen darstellen, wie zum Beispiel die Säulenfiguren des Erechteion auf der Akropolis in Athen, als Koren bezeichnet.
Sie trägt häufig einen Blumenkranz. Meist sind es Narzissen, Iris oder blauen Lilien. Manchmal wird sie, ähnlich wie Demeter mit Getreide oder Mohnköpfen dargestellt. Die Literatur beschreibt sie als „Mädchen mit blumigem Antlitz und hohen Knöcheln“ (Demeterhymnos nach Homer).
Die Lieblingsblumen der Göttin sind Narzissen, Iris, Lilien, Hyazinthen, Thymian und wilder Mohn, Steinklee, Rosen, Krokus und weiße Lilien. Die Frucht der Persephone ist der Granatapfel, die Speise der Toten. Der Baum der Göttin ist die schwarze Pappel, ihr heiliger Hain ist von schwarzen Pappeln gesäumt.
Geopfert wurden der Göttin neben dem Schwein, eine Kuh, die nicht kalbte und diverse Nahrungsmittel wie Getreide, Obst und Honig, sowie spezielle Opferkuchen aus Weizen und Gerste.
Der Kult der Göttin
Der Kult von Demeter und Kore/Persephone kommt wahrscheinlich aus dem vorderasiatischen Kulturkreis des 2. Jahrtausends v.u.Z., aber auch Kreta ist ein diskutierter Ursprungsort. In Eleusis soll es bereits in der frühen athenischen Königszeit (1500-1300 v.u.Z.) Mysterienfeiern gegeben haben. Tempelbauten sind ab dem 7.Jh. v.u.Z. nachgewiesen.
Der Kult hat zum Zentralthema den stetigen Wandel der Natur, das Mysterium um Tod und verjüngte Wiedergeburt. Vera Zingsem fasst es so zusammen: „Das Paar Demeter-Kore (…) war ein Symbol für beständige Verjüngung des weiblichen, lebenspendenden Prinzips der Welt, für die polare Einheit von Leben und Tod.“ (Vera Zingsem, „Göttinnen großer Kulturen“, S.146). Dieses Prizip drückten die Griechen auch sprachlich mit einem Begriff aus, der beide Göttinnen mit einer Ansprache verband: tá theá. Im Vollzug der Mysterien werden die „Mysten“ (=Einweihungswillige) eins mit der dualen Weltordnung und überwinden die Angst vorm Tod. Kore/Persephone selbst vereint den dualen Charakter in einer Person. Sie ist das Kind, das Mädchen, das unschuldig spielt und Blumen pflückt – aber auch nach ihrer Inthronisation in der Unterwelt die mächtige Herrscherin der Toten, die Seelenführerin.
Zu den eleusinischen Mysterien gehörten zwei Feste: das Fest der „kleinen Mysterien“ im griechischen Monat Anthesterion und die „großen Mysterienfeiern“ im Herbst. Die Festlichkeiten der „kleinen Mysterien“ dauerten 7 Tage und fanden in Agrai am Südrand Athens statt. Es waren Exerzitien für die Mysten, die Einweihungssuchenden. Dabei wurden sie von Priestern in den Legenden der Göttinnen Kore/Persephone und Demeter unterwiesen. Es gab Reinigungsriten, Opfer, Gebete, Hymnen und Tänze, außerdem fasteten die Mysten. Im Herbst (September/Oktober), dem griechischen Boedromion, fanden dann die 9 Tage dauernden „großen Mysterien“ statt. Teilnehmen durften Männer wie Frauen, sogar Sklaven und Sklavinnen. Einzige Voraussetzungen waren das Beherrschen der griechischen Sprache, dass der Myste frei von jeder „Blutschuld“ war und dass sich ein bereits Eingeweihter fand, der den Mysten begleitete und für ihn bürgte (Mystagoge). Die Teilnehmer mussten schwören, über die Inhalte der Feierlichkeiten zu schweigen.
Während der Zeit der großen Mysterien herrschte Götterfriede, es durften keine Kämpfe ausgetragen werden. Außerdem verpflichteten sich Männer und Frauen sexuell enthaltsam zu sein. Die Feiern bestanden, soweit man heute weiß, aus einer langen Fastenzeit, Prozessionen mit den Götterbildern, Opfern (Schwein, Opferkuchen, Honig, Früchte, Getreide), Kontemplation und Gebet, dem Fastenbrechen mit dem Trank „Kykeion“, Reinigungsriten und schließlich dem großen Einweihungsritus. Geschmückt mit Myrtenkränzen (Symbol sowohl für Fruchtbarkeit aber auch für die Totenwelt) und „gefesselt“ mit einem roten Wollfaden um die rechte Hand und den linken Fuß (als Zeichen des „gebunden-seins“ an das Schicksal der Göttinnen), betraten die Mysten den heiligen Bezirk. Sie trugen Fackeln als Zeichen der Erleuchtung und der Reinigung. Mit verhülltem Haupt wurde die Fackel auf jeden einzelnen Mysten gerichtet. Es folgte der Griff in die „cista mystica“, die magische Kiste. Was genau in der Kiste war, ist nicht überliefert. Bekannt ist nur, dass es Symbole für das Mysterium der zwei Göttinnen waren. Mit dem Anfassen der symbolträchtigen Gegenstände, wurden die Mysten eins mit den Gottheiten. Schließlich marschierten sie in die „Grotte des Hades“, vollzogen also den Weg der Kore nach und überschritten so die „Schwelle zum Totenreich“. Diese Höhle sollte für die Mysten die Schrecken der Unterwelt erfahrbar und das Mysterium der Wiederkehr aus dem Reich der Toten erlebbar machen. Mit ihren Fackeln zogen die Einweihungswilligen schließlich zum Hauptheiligtum, der Weihehalle „Telesterion“. In dessen Zentrum befand sich das Anáktoron (der „Ort der Herrin“ oder „Götterwohnung“) eine kleine Cella von 3x2m. In diesem Allerheiligsten wurden die Kultgegenstände aufbewahrt; es durfte nur vom Oberpriester betreten werden. Im Inneren befand sich ein Rundherd auf dem nun das heilige Feuer entzündet wurde. Die Mysten sprachen gemeinsam den Eid der Geheimhaltung der Riten der Mysterienfeiern und eine Bekenntnisformel. Dann bekamen sie die heiligen Gegenstände gezeigt.
Höhepunkt des Ereignisses war die Epiphanie (Wiederkehr) der Kore aus der Unterwelt. Mit Feuer, Rauch, einem Widderopfer, einem Gongschlag und der lauten Verkündigung: „einen heiligen Knaben gebar die Herrin Brimo (anderer Name der Demeter; griechisch: „die Zornige“, „die Starke“), den Brimos!“ erschien die Demerterpriesterin in Gestalt beider Göttinnen, als Einheit Mutter-Tochter.
Die Bedeutung der Geburt des Brimos ist ungeklärt. Ob der Knabe den Plutos/Iakchos oder Zagreus/Dionysos darstellen soll, oder schlicht ein Symbol für den Erneuerungsprozess von Tod und Wiedergeburt ist, konnte nicht hinreichend geklärt werden. Das Schauspiel muss jedoch sehr beeindruckend gewesen sein und tatsächlich haben die vielen Tausend eingeweihten das Geheimnis bewahrt. Es sind nur wenige Einzelheiten bekannt geworden, so dass die Kirchenmänner, die später von den Mysterienfeiern schrieben, nur vage und verzerrte Abläufe berichten konnten. Von „Orgien“ und „heiliger Hochzeit“ war dann die Rede - alles Unsinn - wie man heute anhand von Ausgrabungen und Quellenstudien weiß.
Am Tag nach der Weihenacht legten die eben Eingeweihten gänzlich neue Kleider an, die sie sich mitgebracht hatten. Sie verspeisten gemeinsam ein rituelles Gastmahl. Der letzte Tag galt dem Totengedenken.
Die eleusinischen Mysterien waren für die Teilnehmer nicht selten ein so einschneidendes Erlebnis, dass sie oft auch später noch ganz verklärt darüber berichteten. Viele besuchten die Feierlichkeiten immer wieder, um den Zauber des Rituals zu erneuern.
So schreibt Sophokles über die Mysterien: “Dreimal selig, sind die unter den Sterblichen, die dies geschaut haben, bevor sie zum Hades gehen…“ Auch Pindar äußert sich ähnlich: „Glücklich, wer dies gesehen hat, bevor er unter die Erde geht; denn er weiß um das Ende des Lebens und weiß um den gottgegebenen Anfang.“ Cicero berichtet, die Mysten haben „…in Wahrheit die Grundlagen des Lebens kennen gelernt, durch die wir nicht nur mit Freude zu leben, sondern auch mit besserer Hoffnung zu sterben gelernt haben.“ Und eine Inschrift in Eleusis verlautet: „Wundervoll ist fürwahr das Mysterium, das uns von den seligen Göttern gegeben wurde; der Tod ist für die Sterblichen nicht länger ein Übel, sondern ein Segen“
In Alexandria in Ägypten gab es ein eigenes Opferfest für Kore, manchmal Koreia genannt. Dabei feierte man die Wiederkehr Persephones aus der Unterwelt. Zelebriert wurde ihre Epiphanie in der Nacht vom 5. auf den 6. Januar im Koreion, dem Tempel der Göttin in Alexandria. Die Festlichkeiten wurden ähnlich den eleusinischen Mysterien in einer dramatischen Aufführung für die Zuschauer dargestellt, die sowohl über als auch unter der Erde stattfand. In ein unterirdisches Zimmer, sekos hypogeios, wurde eine Fackelprozession geführt. Später brachte man eine hölzerne Statue aus der „Unterwelt“ an die Oberfläche. Diese war nackt, bis auf den goldenen kreuzförmigen Schmuck auf der Stirn, den Armen und Beinen der Statue. Sie wurde in einem Schrein siebenmal um das Allerheiligste getragen. Die Figur soll Aion dargestellt haben, den Sohn der Göttin, der für ein Jahr der neue Gott genannt wurde. Die Kreuzsymbole waren orientalische Symbole.
Auch der Kult in Samothrake, die dortigen Mysterien, die ähnlich den eleusinischen Mysterien geheim gehalten wurden, wird mit Kore/Persephone und Demeter, Hades und Hermes assoziiert. Die dort verehrten Götter wurden Kabiren (Kabeiroi) genannt und waren zweigeschlechtliche, chtonische Gottheiten. Eine „große Göttin“, Axieros, scheint die zentrale Figur gewesen zu sein. Axiersos und Axiersa hießen die Unterweltsgötter, den Vegetationsgott und Partner der großen Göttin, nannte man Kadmilos. Bei den Mysterien handelte es sich, wie in Eleusis, um Riten rund um Tod und Wiedergeburt.
Mythen und Legenden um Kore/Persephone
Kore wird von ihrem eigenen Vater Zeus, der sie in Form einer Schlange in einer Höhle aufsucht, geschwängert und gebiert Zagreus. Der gemeinsame Sohn, der in Abbildungen gerne mit Stierkopf abgebildet wird, lebt nicht lange. Hera, die eifersüchtige Gattin des Zeus, stachelt die Titanen an, den Jungen, den Zeus bei den Kureten (lärmende Dämonen, die bereits Zeus als Baby schützten) in einer Höhle verstecken ließ, zu töten. Zagreus wehrt sich nach Kräften, verwandelt sich mehrmals, in einen Löwen und schließlich in einen Stier, in dessen Gestalt er jedoch von den Titanen zerrissen und getötet wird. Zeus rächt seinen Sohn, verbrennt die Leichenteile gemeinsam mit den Titanen zu Asche und formt daraus einen göttlichen Schlamm. Aus diesem wird, je nach Version: von Prometheus der Mensch geformt, der erste Weinstock, oder aber aus dem Herz des Zagreus: Dionysos, der Gott des Weines.
Kore jedoch hat ihren Sohn bereits direkt nach der Geburt verloren.
Zeus hält es nicht für notwenig, sich weiter um Kore zu kümmern. Stattdessen bittet sein Bruder Hades, der Unterweltsgott, Zeus um die Hand seiner Tochter. Der Göttervater fürchtet die negative Reaktion seiner Schwester Demeter und äußert sich sehr ausweichend. Er gibt Kore nicht frei, widersagt Hades aber auch nicht die Verbindung mit ihr. So kommt es, wie es kommen muss: Während Kore mit ihren Freundinnen, einigen Nymphen und (nach Ovid) Athene und Artemis, Frühlingsblumen pflückt, entführt der Herrscher des Hades mit seinem Pferdewagen das Mädchen in die Unterwelt. Da hilft alles Hilfe-Schreien und nach der Mutter rufen nichts. Kore sträubt sich, sie kreischt, aber Hades läßt sie nicht wieder los.
Der Rest der Sage ist sicherlich bekannt: Als Demeter das Verschwinden ihrer Tochter bemerkt, rast sie wie eine Furie um den Erdball und sucht nach ihrer Tochter. Nur Helios und Hekate haben die Entführung bemerkt. Hekate, die Göttin der Wegekreuzungen und der Magie erzählt Demeter vom Raub ihrer Tochter. Sie hat Kore nur nach ihrer Mutter schreien hören, aber nicht gesehen wohin sie entführt wurde und auch nicht von wem. Helios hingegen berichtet Demeter von der Entführung durch ihren Bruder Hades. Demeter verfällt daraufhin in eine tiefe Depression. Sie erwartet, dass sie ihre geliebte Tochter nie wieder sehen würde. Die Erdgöttin „vernachlässigt ihre Aufgaben“- was bedeutet, dass die Felder verdorren, Menschen und Tiere keine Nachkommen mehr haben, die Fruchtbarkeit der Erde lahm liegt. Für einige Zeit findet Demeter Befriedigung in der Tätigkeit als Amme für den Sohn des Keleos, eines Mannes aus der Gegend um Eleusis. Doch als ihre göttlichen Versuche, den Jungen unsterblich zu machen, auffliegen, verlässt Demeter das Haus des Keleos. Dabei beauftragt sie diesen mit der Begründung des Mysterien-Kultes in Eleusis.
Wiederum verkommt die Natur, bis Zeus das bemerkt und Demeter zu sich rufen lässt. Dieser versucht die Getreidegöttin von der „guten Verbindung“ zwischen dem gemeinsamen Bruder und der Tochter Demeters zu überzeugen, doch die Göttin ist nicht zu besänftigen. Sie verspricht, sich erst wieder um die Fruchtbarkeit auf Erden zu kümmern, wenn Kore zu ihr in die Oberwelt zurückkehren kann. Zeus stimmt schließlich zu, unter der Bedingung, dass Kore/Persephone in der Unterwelt nichts gegessen habe.
Die Mädchengöttin freut sich und jubelt, als sie von Hermes erfährt, dass sie zu ihrer Mutter zurückkehren darf. Sie springt Demeter entgegen, umschlingt sie unter Tränen und herzt sie. Demeter hingegen fragt sie sofort ängstlich, ob sie in der Unterwelt irgendetwas gegessen habe. Kore muss zugeben, dass sie, je nach Legende, ein bis sechs Granatapfelkerne, die Speise der Totenwelt, zu sich genommen hat. Damit ist die Entscheidung gefallen - Kore muss fortan als Persephone, die Frau des Hades und Herrscherin über die Unterwelt, ein halbes Jahr (oder ein Drittel des Jahres) im Hades verbringen und darf danach das andere halbe Jahr bei ihrer Mutter in der Oberwelt bleiben.
Tragisch ist die Legende von Adonis und Persephone. Aphrodite rettet das Kind der schönen Myrrha, vor der Wut des eigenen Vaters, Kinyras. Sie verwandelt dazu Myrrha in einen Myrrhenstrauch. Das Baby Adonis verbirgt die Liebesgöttin in einer Truhe, die sie Persephone zur Aufbewahrung gibt. Persephone ist neugierig, sie öffnet die Truhe und findet Adonis. Liebevoll zieht sie ihn in ihrem Palast auf. Aphrodite erfährt davon und fordert Adonis zurück. Persephone hat sich bereits in den, inzwischen zum Jüngling gereiften Adonis, verliebt und möchte ihn nicht mehr hergeben. Zeus wird um Vermittlung gebeten, will den Streit aber nicht schlichten. Er gibt die Entscheidung an Kalliope, die älteste und weiseste der Musen, weiter. Diese entscheidet, dass beide Göttinnen ein gleiches Recht an Adonis hätten und verteilt seine Zeit zu Dritteln. Bei Aphrodite soll er ein Drittel seiner Zeit verbringen, bei Persephone ein weiteres Drittel und das letzte Drittel soll er Ruhe haben vor beiden Frauen. Aphrodite ist unzufrieden mit dem Schiedsspruch und hintergeht Persephone. Sie verführt Adonis mit Hilfe ihres magischen Gürtels, so dass er auf seinen Urlaub verzichtet und auch Persephone vergisst. Die Unterweltsgöttin rächt sich, in dem sie dem Gott Ares, Aphrodites Liebhaber, von Adonis erzählt. Dieser stürzt sich, in Gestalt eines wilden Ebers auf Adonis und zerreißt den Sterblichen. Aus dem Blut des Adonis entspringen Anemonen, seine Seele jedoch kommt in den Tartaros. Auf Bitten Aphrodites lässt Zeus zu, dass Adonis die Sommermonate mit der Liebesgöttin verbringen darf, die andere Hälfte des Jahres bleibt er fortan bei Persephone.
Anrufung der Proserpina aus Apuleius „der goldene Esel“
„…Oder Du seiest endlich die dreigestaltige Proserpina, die nachts mit grausigem Geheul angerufen wird, den tobenden Gespenstern gebietet und unter der Erde sie einkerkert, während sie entlegene Haine durchirrt, wo ein mannigfacher Dienst ihr geweiht ist: Göttin! die Du mit jungfräulichem Scheine alle Regionen erleuchtest, mit Deinem feuchten Strahle der fröhlichen Saat Nahrung und Gedeihen gibst und nach der Sonne Umlauf Dein wechselndes Licht einteilst; unter welchem Namen, unter welchen Gebräuchen, unter welcher Gestalt Dir die Anrufung immer am wohlgefälligsten sein mag! Hilf mir in meinem äußersten Elende! stehe mir bei, dass ich nicht gänzlich zugrunde gehe; nach so vielen, so schwer überstandenen Trübsalen verleihe mir endlich einmal Ruhe und Frieden! Ich habe genug des Jammers, genug der Gefahren! Nimm von mir hinweg die schändliche Tiergestalt! Laß mich wieder werden, was ich war; laß mich Lucius werden und gib mich den Meinigen wieder! Oder habe ich ja irgendeine unversöhnliche Gottheit ohne mein Wissen beleidigt: Ach, so sei lieber mir erlaubt, zu sterben denn also zu leben, o Göttin!“
Literatur, Quellen und Links:
Robert von Ranke-Graves, „Griechische Mythologie“, rororo 2003
Vera Zingsem, „Göttinnen großer Kulturen“, dtv 1999
Carl Kerényi, Karl Kerényi: Eleusis: archetypal image of mother and daughter
Digitale Bibliothek Band 30: Dichtung der Antike von Homer bis Nonnos
Speziell: Anonyma: Homerische Hymnen, Ovid: Verwandlungen (Metamorphoses), Apuleius: Der goldene Esel
http://de.wikipedia.org/wiki/Persephone_%28Mythologie%29
http://members.a1.net/clara22/Samoth_d.pdf
http://www.uni-protokolle.de/Lexikon/Samothrake.html
artemisathene
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Kore - Das Mißbrauchsopfer
Der psychologische Aspekt hinter dem Mythos der Mädchengöttin
Die Medien sind momentan voll von Berichten über Missbrauchsopfer, über Kinder, die körperliche und psychische Gewalt aushalten mussten. Die Varianten des Missbrauchs sind breit gefächert: sie reichen von Beschimpfung und Demütigung, über einmalige oder fortgesetzte körperliche Gewalt bis hin zu geplantem, sexuellem Missbrauch.
Die Göttin unseres Göttinnenportraits in dieser Ausgabe des Schlangengesangs ist ein Beispiel für ein solches Missbrauchsopfer. Wir wollen uns anhand des Mythos der Kore einmal die vielfältigen Varianten des Missbrauchs ansehen und dabei auch ab und an einen Blick in die „Jetzt-Zeit“ werfen.
Der Kore/Persephone-Mythos ist beispielhaft für die Ausbeutung von Kindern, besonders aber von Mädchen, seit dem Beginn der patriarchalen Gesellschaftsstrukturen.
Kore ist die Tochter der Erdgöttin Demeter und des Wettergottes Zeus. Als „Verjüngung“ der Erdmutter, als ihre rechtmäßige Nachfolgerin, wäre es Kores Recht, sich ihren Partner selbst zu wählen. Stattdessen wird das Mädchen heimlich vom eigenen Vater sexuell missbraucht und sogar geschwängert. Auch ihr späterer Mann Hades ist ein Blutsverwandter; er ist ein Bruder ihrer Mutter Demeter und ihres Vaters Zeus, also der Onkel des Mädchens.
Wagen wir einen Blick in die „Jetzt-Zeit“: Statistisch betrachtet finden 80 % der sexuellen Übergriffe auf Kinder in der Familie oder dem näheren Bekanntenkreis statt. Wie bei Kore, sind es häufig die Väter, Stiefväter, Onkel oder Freunde der Familie, also gerade die Vertrauenspersonen aus dem Umfeld des Kindes, die das Kind traumatisieren und ihm damit schwere seelische Schäden zufügen.
Aus der Überlieferung des Mythos ist nicht bekannt, ob Demeter von der sexuellen Beziehung ihres Bruders Zeus zu der gemeinsamen Tochter wusste. Es ist jedoch schwer vorstellbar, dass ihr die Schwangerschaft des Mädchens nicht aufgefallen ist, besonders da das innige Mutter-Tochter-Verhältnis so oft hervorgehoben wird. Wahrscheinlicher ist, dass Demeter wegsah - und das obwohl auch sie Opfer einer Vergewaltigung, durch ihren Bruder Poseidon, wurde.
Auch hier kann man wieder Parallelen zu heute ziehen: oft sehen die Mütter der weiblichen Missbrauchsopfer weg – sie ignorieren alle Anzeichen, ja bezichtigen die Mädchen nicht selten sogar der Lüge, wenn diese endlich den Mut aufbringen sich zu erklären und Hilfe zu suchen. Wie verraten und gedemütigt muss sich so ein Kind fühlen? Von beiden Vertrauenspersonen in höchster Not keine Hilfe zu erhalten – das muss schrecklich sein. Wird so ein Mensch jemals wieder in der Lage sein, einem anderen Menschen zu vertrauen? Was löst dieser Verrat in der Gefühlswelt eines heranwachsenden Menschen aus?
Um die Niederkunft des Mädchens Kore zu verheimlichen, vor seiner Gattin Hera, aber auch vor Demeter und dem Rest des griechischen Pantheons, versteckt Zeus Kore und dann auch den Neugeborenen Jungen Zagreus, in einer Höhle auf der Insel Kreta. Zu allem Überfluss nimmt Zeus der jungen Mutter auch noch das Baby weg und lässt es von den Kureten, Dämonen, die einen lauten Waffentanz aufführen, bewachen. Dieser Trick hatte Zeus einst das Leben gerettet, als Rhea ihn zur Welt brachte und ihren Mann Kronos mit Hilfe der Kureten erfolgreich ablenkte. Doch Hera lässt sich nicht so einfach überlisten – schließlich kennt sie den Mythos von Zeus Geburt. Sie schickt Titanen, um Zagreus töten zu lassen. Auch wenn sich der junge Zagreus nach Kräften wehrte, sich als äußerst wandlungsfähig und kämpferisch erwies, er unterlag doch den angeheuerten Mördern. Zeus erweckte ihn zwar erneut zum Leben und sicherte ihm auch die Unsterblichkeit, doch für Kore war das Kind verloren.
Selbst dieser Teil des Mythos lässt sich in die heutige Zeit transferieren: gerade jugendliche Mütter, Teenager-Mütter, werden oft dazu genötigt, ihre Kinder abzugeben. Ob die Babys zur Adoption freigegeben werden, in Heimen oder bei Pflegeeltern aufwachsen oder von der Großmutter aufgezogen werden – nur selten haben die jungen Frauen die Gelegenheit ihre Mutterrolle vollends auszufüllen, ganz für ihr Kind da zu sein. Sicherlich ist so eine Entscheidung verständlich und nachvollziehbar, wenn sie von der Teenager-Mutter selbst gefällt wird. Gerade in der Unsicherheit der Jugend, in einer Phase, in der das Kind selbst erst zur Frau heranreift, ist es sehr schwer, die Verantwortung für ein eigenes Kind zu übernehmen, doch oft werden die jungen Mütter auch dazu gedrängt, ihr Kind abzugeben und fremdbetreuen zu lassen. So ergeht es auch Kore. Mit keinem Wort wird erwähnt, dass es ihre Entscheidung gewesen sei, ihr Kind abzugeben oder dass sie gefragt worden wäre, wie sie sich die Zukunft ihres Sohnes vorstellt.
Vom eigenen Vater geschwängert und um die wohlverdiente Mutterschaft gebracht, umgibt sich Kore nun bevorzugt mit Frauen. Nymphen, sowie die unverheirateten, jungfräulichen Göttinnen Artemis, Athene und Hekate, werden ihre Begleiterinnen. In ihrer Nähe fühlt sich das Mädchen sicher – doch weit gefehlt: Hades bittet seinen Bruder Zeus um die Hand Kores/Persephones. Zeus hat zu diesem Zeitpunkt bereits kein sexuelles Interesse mehr an Kore, schließlich hatte er ja bereits das Vergnügen ihrer Entjungferung. Stattdessen meldet sich nun sein väterlicher Instinkt: das Mädchen ist schließlich keine Jungfrau mehr, also nicht mehr so gut vermittelbar und Hades ist nun wirklich eine „gute Partie“ für seine göttliche Tochter. Er zögert dennoch mit der Freigabe Kores. Aus geheuchelter Rücksicht auf seine Schwester Demeter, wie er behauptet, überlässt Zeus Hades die Entscheidung - er stiehlt sich aus seiner Verantwortung der eigenen Tochter und Mutter seines Sohnes gegenüber. Hades fühlt sich bestätigt und raubt das schreiende, sich wehrende Mädchen. Der Raub steht natürlich symbolisch für eine weitere Vergewaltigung. Hades macht Kore zu seiner Frau, er schläft also mit ihr. Als Dank, oder nennen wir es Gegenleistung, wird sie nun Persephone, Führerin der Totenseelen, Göttin der Unterwelt und des Totenreiches.
Auf Kores Wünsche und Gefühle nimmt Hades keine Rücksicht. Ihren offen geäußerten Wunsch, zu ihrer Mutter zurückkehren zu dürfen, ignoriert er und greift dann sogar zur List mit den Granatapfelkernen, als er fürchten muss, sein neues Spielzeug wieder hergeben zu müssen.
Jahrhunderte, wenn nicht gar Jahrtausende lang, war die Verheiratung der Töchter eine übliche Praxis. Wie ein wertvolles Gut wurden sie an den meistbietenden verschachert. Liebesheiraten galten im antiken Griechenland und auch in Rom als überflüssiger Luxus. Noch heute ist Zwangsheirat in vielen Kulturen üblich. Besonders eine ledige Mutter, wie Kore, die keine Jungfrau mehr war, galt als schwer vermittelbar und bereitete Probleme beim „Verkauf“. Wir brauchen heute bloß die Zeitung aufschlagen, da können wir fast täglich die Berichte von Zwangsheiraten junger Musliminnen lesen. Selbst hier vor unserer Tür geschehen diese „Vergewaltigungen“ der Seelen und Körper junger Frauen und der meist ebenso ungefragten Männer dazu.
Wie reagiert Kores Mutter Demeter auf die Entführung ihrer Tochter? Sie wird zur wilden Furie, rast um die Erde, mit zwei Fackeln in der Hand auf der Suche nach ihrer Tochter. Wie jede liebende Mutter sucht sie verzweifelt nach dem Kind. Als ihr jedoch vom Kindsvater Zeus erklärt wird, dass sie doch froh sein soll, einen so trefflichen Schwiegersohn, wie Hades es ist, zu bekommen, wird Demeter wütend. Sie will die Entscheidung nicht hinnehmen und tritt in Streik. Sie lässt ihre Aufgaben, Fruchtbarkeit für Land und Lebewesen zu garantieren, ruhen. Doch als sie damit nicht gleich die erhoffte Wirkung erzielt, verfällt Demeter in Depression.
Aber trauert sie wirklich nur um ihre Tochter? Oder ergeht sich die Fruchtbarkeitsgöttin eher in Selbstmitleid, weil sie ihren Partner-Ersatz verloren hat. Demeters Beziehung zu Kore ist nämlich nicht die unschuldige Mutter-Tochter-Beziehung, wie man sie sich vorstellt. Kore ist für Demeter der Partner-Ersatz.
Zeus hat sich als Ehefrau seine und Demeters Schwester Hera ausgesucht. Demeter bleibt unverheiratet, schlimmer noch: als sie sich in Iason, einen Sohn des Zeus mit der Plejade Elektra, verliebt und auch eine sexuelle Beziehung mit ihm eingeht, tötet Zeus Iason mit einem Blitz. Er gönnt seiner Schwester kein Liebesglück. Demeters Ersatzbefriedigung wird die Aufzucht ihrer Kinder. Aus der Vergewaltigung durch Poseidon entstehen zwei Kinder: die Nymphe Despoina und das Wunderpferd Arion, die sie aber beide nicht aufzieht. Aus der Verbindung mit Iason geht Plutos hervor (nicht Pluto!), der Gott des Reichtums und der Getreidevorräte. Er wird meist als pausbäckiges Kleinkind dargestellt und ist gleichzusetzen mit dem „Brimos“ der „eleusinischen Mysterien“. Ob Plutos noch einen Zwillingsbruder Philomelos (bei Hyginus), Korybas oder Eubouleus (bei Diodor) hatte, ist nicht ganz sicher.
Zumindest entwickelt Demeter besonders zu Kore ein inniges Abhängigkeitsverhältnis. Aus diesem Grund hat sie auch kein wirkliches Interesse daran, dass das Mädchen erwachsen wird und sich einen Partner sucht. Demeter findet sich dann aber doch mit dem Kompromiss ab, dass Kore ein halbes Jahr bei ihr und ein halbes Jahr, als Persephone, Herrin der Unterwelt ist und bei Hades weilt.
Demeter ist hier symbolisch für die überbehütende Mutter, die ihr Mädchen nicht zur Frau werden lässt, die sie bemuttert und sich an sie klammert, um selbst nicht alleine da zu stehen. Auch für dieses Verhalten können wir in unserer modernen Welt noch Beispiele finden. Die Tochter als Partnerersatz spielt in vielen Familien eine Rolle und hat einen großen Einfluss auf die psychische Entwicklung eines Mädchens.
Zum Glück gelingt es Kore sich als Persephone zu emanzipieren. Als Persephone gewinnt sie an Kraft und Selbstvertrauen. Sie füllt ihre Funktion als Unterweltsgöttin aus und sie lernt sich auch gegen ihren Mann Hades durchzusetzen. Es gibt zahlreiche Mythen, in denen Persephone Mitleid mit Verstorbenen hat und mehr als einmal ist sie es, die eine Rückkehr in die Oberwelt erlaubt. In der Theseussage begnadigt sie den Helden und Dionysos besticht Persephone mit Myrte, um seine Mutter Semele freizubekommen. Zweimal gelingt es Persephone andere Frauen vor einer Vergewaltigung durch Hades zu retten: die Nymphe Minthe wird von ihr in das Pfefferminzkraut und die Nymphe Leuke in eine weiße Pappel verwandelt. Durch die Wandlung zu Persephone verkörpert sie, mit ihrer Mutter Demeter zusammen, die drei Aspekte der großen Göttin: Kore – die junge Frau, Demeter – die Mutter und Persephone – die Göttin der Totenwelt. Sie hat alle Wandlungen durchgemacht und bringt mit dem Neugeborenen Brimos den Zyklus des ewigen Werdens und Vergehens in den eleusinischen Mysterien zum Ausdruck.
Jean Shinoda Bolen hat sich in ihrem Buch „Göttinnen in jeder Frau“ der psychischen Entwicklung des Archetyps der Demeter und der Persephone ausführlich gewidmet. Sie beschreibt die Auswirkungen der Archetypen (nach Jung) auf die Psyche der Frau und eröffnet Möglichkeiten zur seelischen Entwicklung, wenn diese Archetypen im Vordergrund stehen. Für mich persönlich war dieses Buch ein Meilenstein in meiner Entwicklung und ich kann es zur weiteren Beschäftigung mit den psychologischen Aspekten der Kore/Persephone, der Demeter, aber auch der anderen Hauptgöttinnen des griechischen Pantheons nur empfehlen. Ebenso wegweisend ist das weiterführende Buch „Feuerfrau und Löwenmutter“, das die Archetypen für die reifere Frau ab den Wechseljahren ins Blickfeld rückt.
Literaturempfehlungen und Links:
Jean Shinoda Bolen, Göttinnen in jeder Frau – Psychologie einer neuen Weiblichkeit
Jean Shinoda Bolen, Feuerfrau und Löwenmutter – ein spiritueller Leitfaden
http://www.jeanshinodabolen.com/
artemisathene
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Brauchen Heiden-Kinder Riten?
Wenn man wie ich, als Heidin (1), in Bayern aufwächst, lernt man recht schnell, das es unter dem weiß-blauen Himmel der Bayern nur zwei Kategorien von Menschen gibt: katholische Christen und Andersgläubige. Die Andersgläubigen werden weiter unterteilt in evangelische oder andere Christen, die zwar auch an den christlichen Gott glauben, jedoch, nach vorherrschender Meinung, leider bei der falschen Organisation sind: Muslime, Hindus, Buddhisten und ganz am Ende der Skala: Heiden. Das Wort hat hier in Bayern und wohl auch im Rest Deutschlands einen abwertenden Beiklang. Bestenfalls schwingt Mitleid im Unterton mit, es kann aber auch Abscheu sein. Ist Heide nicht irgendwie gleichbedeutend mit Irrglauben, Aberglauben und Abkehr vom „rechten Weg“?
Spätestens mit der Einschulung wird einem Heiden-Kind bewusst, dass es anders ist. Heute gibt es, zum Glück, selbst in Bayern immer mehr von dieser Sorte. Sie erhalten Ethikunterricht ab der ersten Klasse, eine wirklich gute und sinnvolle Invention. Ich musste als Heiden-Kind in den 70er und 80er Jahren noch als „Gast“ den Religionsunterricht besuchen; wenn ich auch nicht benotet wurde. Erst die letzten zwei Jahre vor dem Abitur kam ich in den Genuss des Ethikunterrichts. Und es war wirklich ein Genuss!
Doch kommen wir zu unserer Eingangsfrage zurück: Brauchen Heiden-Kinder Riten?
Die Frage muss jede/r für sich beantworten. Außer Frage bleibt, dass Kinder auch im Bereich der Naturreligionen an Riten und Feste teilnehmen können sollten, wenn sie es möchten.
Wenn wir uns die Feste der Christen ansehen, immerhin der Glaubensgemeinschaft, die unsere westliche Welt in den letzten 1500 Jahren am nachhaltigsten geprägt hat, dann können wir sehen, dass es zwei Kategorien von Festen gibt: die Feste im Jahreskreis (Ostern, Pfingsten, Allerheiligen, Weihnachten) und die Feste, die die Lebensphasen einleiten und begleiten (Taufe, Kommunion, Konfirmation, Firmung, Hochzeit, …). Diese Einteilung für Feste gilt auch in den meisten anderen Religionen.
Wie halten wir Heiden, Naturreligiöse und GöttinnenanhängerInnen es mit Riten für unsere Kinder? Wie binden wir unser Kinder in unseren Glauben ein, wo es nur selten eine funktionierende Gemeinde gibt?
Den Anfang können die Jahreskreisfeste bilden. Diese jahreszeitlich bedingten Feste, die schon vor dem Christentum einen festen Platz im Jahreskreis der Menschen hatten, sind durch die Christen in „hohe Feiertage“ verwandelt worden. Wir können beginnen, sie für uns zurückzuerobern. Das muss keinen rituellen Charakter haben – kann es aber. Je nach Wunsch, kann man sich damit begnügen, einen Tisch in der Wohnung passend zur Jahreszeit zu schmücken oder aber ein großes Fest zu feiern.
Zum Schmücken eines Jahreszeitentisches eignet sich ein einstimmender Spaziergang in der Natur. Dabei kann man mit den Kindern Naturmaterialien sammeln die für die jeweilige Jahreszeit typisch sind: Blumen, Blätter, Zapfen, Steine, Äste, Wurzeln, Früchte usw. Diese können dann mit einer farblich passenden Tischdecke den Jahreszeitenaltar oder die Festtafel schmücken. Das macht den Kindern erfahrungsgemäß viel Spaß. Ein jahreszeitlich passendes Festessen kann in der Familie oder aber mit ein paar Freunden sehr stimmungsvoll sein ohne einen übermäßig rituellen Charakter zu bekommen. Ich habe schon oft Freunde zu einem Jahreskreisfestessen eingeladen ohne ihnen zu erklären, dass wir an diesem Tag Beltane, Erntefest oder Ahnenfest feiern. Alleine die Vorbereitungen, wie das Aussuchen der Speisen, das Kochen und Dekorieren der Tafel kann in Kindern (und Erwachsenen) die Freude auf dieses Jahreskreisfest wachrufen.
Hat man Freunde, die den Glauben teilen oder einem Ritual offen gegenüberstehen, kann man über diese allgemeinen Feiervorbereitungen hinausgehend auch weitere, rituelle Elemente einflechten lassen: ein jahreszeitlicher Spaziergang, ein sommerliches oder winterliches Sonnwendfeuer, ein Sprung über das Feuer, das Verbrennen von Wunschzetteln, selbst gemachte Musik, Gesang und Tanz, können sehr schöne und unverfängliche Elemente einer Jahreskreisfeier sein. Für Kinder sind Mal- und Bastelarbeiten, passend zur Jahreszeit, eine schöne Beschäftigung, die das Fest abwechslungsreich gestalten. Gedichte und Geschichten können Junge wie Alte erzählen und damit allen eine Freude bereiten.
Neben den Jahreskreisfesten sind Übergangsrituale eine schöne Gelegenheit, das Hineinwachsen in eine Rolle zu erleichtern.
Dafür eignet sich beispielsweise der Übergang von der Grundschule in die höhere Schule. Dieser Übergang betrifft Jungen wie Mädchen und findet in einem Alter statt, in dem die Bereitschaft mit den Eltern einen neuen Lebensabschnitt zu feiern, noch vorhanden ist.
Vorbereitend sollte man sich Zeit nehmen, um mit dem Kind zu besprechen, was sich von nun an ändern wird in seinem Leben. Wie es sich das weitere Schulleben vorstellt, welche Erwartungen es hat, welche Erwartungen wohl in das Kind gesetzt werden, von Seiten der Eltern oder der Schule, wo es Vorzüge sieht, welche Ängste es damit verbindet.
Ein gemeinsamer Klamottenkauf ist prima. Wichtig dabei: das Kind soll gänzlich frei entscheiden (im gesetzten Preisrahmen), welches Kleidungsstück es kaufen möchte. Wir sollten keinen Einfluss auf seine Entscheidung nehmen. Schließlich soll sich das Kind das Kleidungsstück und die Farbe, die es mit diesem neuen Lebensabschnitt verbindet, selbst aussuchen können. Das neue Kleidungsstück wird dann aber noch verwahrt und schön verpackt bis zum Festtag.
Das Fest kann ein Familienfest sein, oder als Alternative auch ein Fest mit Schulfreunden.
Der Ablauf des Festes sollte gemeinsam besprochen werden und die Wünsche und Anregungen des Kindes sollte man so weit wie möglich berücksichtigen.
Schöne rituelle Elemente können zum Beispiel sein:
1. Abschluss des “alten Lebensabschnitts”: durch Verbrennen alter Schulheft oder Entsorgen der alten Schultasche.
2. Neuanfang: Geschenke der Eltern und Freunde, das neue Gewand auspacken und anziehen, eine neue Tasche oder anderes Zubehör .
3. Gespräche über die Schulzeit der Gäste, Geschichten, Anekdoten, Witze.
4. Festessen.
5. freie Gestaltung des restlichen Tages nach Wünschen der Kinder/Jugendlichen.
Für Mädchen kann der Beginn der Menstruationsblutung, die sog. Menarche, mit einem Ritual gefeiert werden. Je nach Alter des Mädchens, zu diesem Zeitpunkt, bleibt aber zu bedenken, dass es durchaus möglich ist, dass das Kind diesen Vorgang als peinlich empfindet und gar nicht vor anderen darüber reden will, geschweige denn bereit ist, das Ereignis zu feiern. Es erfordert viel Einfühlungsvermögen und Vorarbeit, ein Fest für die Menarche durchzuführen, so dass es für die gefeierte junge Frau eine schönes Erlebnis werden kann.
Wenn man es aber feiern will, muss auch hier wieder klar sein, dass die Vorstellungen der Hauptperson im Vordergrund stehen. Man kann sich beim Ablauf an dem oben genannten Festvorschlag orientieren. Zusätzlich ist für dieses spezielle Fest auch möglich:
1. für mutige Mädchen. Ein Blutbild mit dem Menstruationsblut zu malen.
2. eine Mutprobe zu bestehen: z.B. Ohrringe stechen lassen.
3. Mit einer Patin, die bereits „zur Frau gereift ist“, ein Wochenende ohne die Eltern zu verbringen.
4. Alleine oder mit der Patin eine Shoppingtour zu machen.
Solche kleinen Rituale können helfen zu lernen, Verantwortung für sich selbst zu übernehmen.
Sicher fallen Euch selbst noch viele andere Fest-und Ritualelemente ein. Ich finde es schon schön und wichtig, dass ein „Heiden-Kind“ nicht komplett ohne Rituale aufwächst. Ein Fehlen von festlichen Anlässen kann schließlich auch dazu führen, dass das Kind keinen Bezug zu dem Glauben der Eltern bekommt. Das wäre schade, meine ich.
1.Definition nach Mayers Lexikon: urspr. für alle nicht christlich getauften Menschen, heute für Bekenner nichtmonotheistischer Religionen. Nach Wikipedia: Heidentum oder Paganismus (von lat.: paganus heidnisch; lat.: pagus Ort) beschreibt als religionswissenschaftliche Kategorie unterschiedliche Formen des Glaubens an mehrere Götter und der Naturreligionen.
artemisathene
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Kindheit im Patriarchat
Eigentlich habe ich mich auf die Suche gemacht nach Ritualen der Kindheit, habe aber nicht viel gefunden. Aber ein paar Informationen zur Kindheit in der Vergangenheit habe ich zusammengetragen. Dabei kristallisiert sich heraus, dass Kindheit oft das ist, was sich die Erwachsenen darunter vorstellen, egal, ob Kinder ein notwendiges Übel waren oder die Kindheit nostalgisch verklärt wurde.
Durch die Jahrhunderte hinweg waren die Erwachsenen das Ideal, Kinder galten nicht als eigenständige Persönlichkeiten, sondern als unfertige Erwachsene, die sich möglichst schnell und unauffällig zu fertigen Erwachsenen entwickeln sollten.
Die Kindersterblichkeit in der patriarchal-antiken Zeit war hoch, zusätzlich traf die Kinder oft eine gnadenlose Auslese. Bei den Spartanern wurde nach kriegerischen Qualitäten selektiert, wer zu schwach war, wurde umgebracht oder ausgesetzt, „überflüssige“ Mädchen, die nicht zur Erhaltung des Volkes gebraucht wurden, ebenfalls.
Die Griechen zogen oft nur ein oder zwei Kinder auf, nur selten mehr als ein Mädchen. Der Historiker Polybios kritisierte, dass sich Griechenland entvölkerte, weil die Menschen „nicht mehr heiraten oder, wenn sie es tun, ihre Kinder nicht aufziehen wollen, sondern meist nur ein oder zwei, damit sie in Luxus aufwachsen und ungeteilt den Reichtum ihrer Eltern erbten.“
Bei den Römern wurde das Kind nach der Geburt auf den Boden gelegt. Wenn es der Vater aufhob, wurde es großgezogen. Wenn nicht, dann wurde es ertränkt, erdrosselt oder ausgesetzt. Mehr als ein Mädchen zogen auch die vornehmen Römer selten groß. Kaiser Augustus erließ aus bevölkerungspolitischen Gründen mehrere Gesetze, u. a. eine Ehepflicht für römische Bürger und das Dreikindrecht (ius trium liberorum), das besondere Privilegien beinhaltete für die, die drei oder mehr Kinder hatten.
Tacitus lobte die „edlen“ Germanen, die ihre Kinder frei aufwachsen ließen. Er wollte mit seiner „Germania“ allerdings Kritik am seiner Meinung nach verweichlichten und dekadenten römischen Bürgertum üben, deshalb ist es nicht sicher, wie sehr er bei der Wahrheit geblieben ist.
Nach der Geburt wurden die Kinder mit Wickelbändern verschnürt wie ein Paket, weil man glaubte, sie würden sonst krumm wachsen, sich die Augen auskratzen oder an sich herumspielen. Die Wickeltechnik mit Bändern wurde bei den Römern die ersten sieben Monate lang ausgeübt, später wickelte man die Kinder bis zum Alter von eineinhalb Jahren. Die Methode, ein Kind zu einem Paket zu verschnüren, wurde bis ca. im 19. Jh. beibehalten.
Wer es sich leisten konnte, zog seine Kinder nicht selbst groß, sondern gab sie zu einer Amme. Das galt für die griechisch-römische Antike genauso wie für Ägypten, und wurde beibehalten bis weit in die Neuzeit.
Die Kindheit endete im Allgemeinen mit 7 Jahren, die Jugend etwa mit 14.
Kinder der Reichen, manchmal auch der ärmeren Bevölkerungsschichten bekamen eine Schulausbildung, die allerdings mit moderner Pädagogik nichts zu tun hatte. Den Kindern wurde das Wissen oft mit der Rute eingebläut. Ansonsten lernten die Kinder durch Mithilfe bei den Erwachsenen und durch Nachahmung.
Überliefert ist natürlich hauptsächlich die Kindheit der reicheren Bevölkerung, wie die Armen und Sklaven ihre Kinder behandelten, kann man oft nur aus Nebensätzen heraushören. Die Kinder der Armen waren wohl weniger streng behütet, mussten dafür aber oft schwer arbeiten, sobald sie laufen konnten.
Die Kindheit hindurch trugen die Kinder Unisex-Kittel, die erste Hose des Jungen (wurde vom Paten geschenkt und gefeiert. Die Kleidung war natürlich nicht so bunt wie heute, selbst bei den Reichen war die bunte Kleidung, die wir von Gemälden kennen, nur Sonntagsstaat. Erst mit besseren Farben und besseren Waschtechniken wurden die Farben bunt. Die Gewohnheit, Mädchen Rosa und Buben blau zu kleiden, kam erst gegen 1920 auf, vorher war es genau umgekehrt, rosa galt als die kindliche Variante des männlichen Rot, und blau war die Madonnenfarbe.
Kindheit als etwas Eigenständiges und damit eine Kinderkultur entwickelte sich erst mit dem Großbürgertum und der Industrialisierung, gleichzeitig mit den Fabriken und der Ausbeutung der Kinder als billige Arbeitskräfte. Während die Kinder der Armen in Fabriken und Zechen ohne Schutz und Rechte bis zum Umfallen schufteten, lebten die Kinder der Reichen in einer nostalgisch-verlogenen Idylle.
Wenn man nach Ritualen im Zusammenhang mit der Kindheit sucht, findet man zuerst Kinderopfer. Die Überlieferung der Bibel und die Römischen Geschichtsschreiber berichten von Massenverbrennungen der Erstgeborenen in Karthago als Opfer an den Moloch. Die Historiker streiten sich darüber, ob die Opferungen tatsächlich stattfanden oder dahinter nur Polemik von Karthagos Feinden steckt. Der bekannteste Bericht über ein Kinderopfer in der christlichen Bibel ist die Geschichte von Abraham, der seinen Sohn Isaak opfern sollte. Als er sich daran machte, sagte ihm sein Gott, er wollte ihn nur prüfen.
Die Historiker berichten auch von Kindern, die als Schutz in Brückenpfeiler oder Häuser eingemauert wurden.
Historische Berichte über Kinderopfer sind aber immer mit Vorsicht zu betrachten, da es ein beliebtes Argument war, seinen Gegnern als besondere Gräueltat Kinderopfer anzuhängen. Das geschah z. B. auch bei den Hexenverfolgungen.
Rituale für Kinder gab es und gibt es immer noch, auch wenn sie oft gar nicht als Rituale verstanden werden. Kinder feierten natürlich die Feste ihrer Kultur mit und Weihnachten ist sicher bei uns hauptsächlich ein Fest für Kinder. Nicht nur Geburtstage, sondern auch Wendepunkte im Leben der Kinder wurden und werden gefeiert, so z. B. der erste Schultag und Feste wie Kommunion oder Jugendweihe.
Neben den Ritualen der Gesellschaft gibt es natürlich auch immer Rituale, die die Kinder selbst für sich erfinden. Darunter fallen auch Zugehörigkeitsrituale zu ihrem Freundeskreis. In meiner Kindheit gehörte dazu z. B. das Äpfel klauen beim Nachbarn, heute ist es wohl vom Kaugummi klauen im Supermarkt abgelöst worden. Man sollte „kriminelle“ Handlungen von Kindern sicher auch unter diesem Aspekt betrachten.
Eine Form von Ritualen sind sicher auch so brutale Methoden wie das Füße binden bei den Chinesen oder die Beschneidung der weiblichen Genitalien. Das Brechen und Schnüren der Füße zu „Lotusfüßen“ wurde in China 1911 verboten und nach 1930 dann auch nicht mehr praktiziert, die Beschneidung wird heute noch in vielen Ländern durchgeführt. Laut Schätzung der Weltgesundheitsorganisation sind weltweit zwischen 100 und 140 Millionen Frauen und Mädchen an den Genitalien beschnitten (Stand 2008). Wenn man solche Zahlen liest, sollte man auch daran denken, dass es vor allem Frauen sind, die Frauen solche Dinge antun: Frauen haben ihren Kindern die Füße mit einem Stein gebrochen und Frauen führen die Beschneidungen durch…
Menstruationsrituale gibt es natürlich auch. In unserem Kulturkreis trifft man allerdings eher auf Tabus, Verbote und Aberglauben statt auf Menstruationsfeiern. Die Verbote betreffen nicht nur die Menarche, sondern menstruierende Frauen generell, deshalb habe ich mir das Thema für unsere Themenausgabe „erwachsene Frau“ aufgehoben.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kindest%C3%B6tung
http://de.wikipedia.org/wiki/Lex_Iulia_et_Papia
http://de.wikipedia.org/wiki/Dreikindrecht
http://www.farbimpulse.de/artikel/liste.html?artikelid=23&artikelrubrik=farbwirkung
http://de.wikipedia.org/wiki/Lotosfu%C3%9F
http://de.wikipedia.org/wiki/Beschneidung_weiblicher_Genitalien
Marie-Louise Plessen/Peter von Zahn: Zwei Jahrtausende Kindheit; vgs 1979
Marion
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Verletzte Kinder
Was braucht ein Kind?
Es ist einfach: Liebe, Geborgenheit und ein sicheres Umfeld. Das braucht das
Kind, um zu wachsen und zu gedeihen, um die Welt zu erforschen und groß zu
werden. Interessanterweise stellt das niemand in Frage, auch wenn die Liste der
wichtigen Dinge mitunter länger ist.. Die Liste impliziert, dass nahe stehende
Menschen für ein Kind da sind, denn Liebe ist kein abstrakter Begriff, sondern
ein erlebbares zwischenmenschliches Gefühl.
„Du machst mich wahnsinnig“
„Du Tollpatsch, du Trottel“
„Kannst du denn nie etwas richtig machen?“
„Wie kannst du nur so dumm sein?“
„Hör sofort auf zu Heulen“
Klingt das nach einem sinnvollen Umgangston für jemanden, den wir lieben? Würden
wir uns so behandeln lassen wollen? Vielleicht schon – ich habe jahrzehntelang
so mit mir selbst geredet – ganz dem ersten Vorbild folgend. Ein gesundes Kind
spürt, dass so ein Umgangston falsch ist, aber trotzdem ist es der Ansicht, dass
die Eltern Recht haben müssen. Und so wird es wohl nicht wenige Erwachsene
geben, die gelernt haben, so mit sich selber reden, mit ihren PartnerInnen und
ihren Kindern.
Jeder Mensch möchte glücklich sein. Kinder sind toller weise glücklich – einfach
so - , wenn wir sie lassen. Elementar dafür ist, dass wir die Kinder sich selbst
sein lassen – ohne sie allein zu lassen.
Nur wenn wir einen Menschen so annehmen, wie er ist, kann er echte Liebe und
Wertschätzung erfahren. Das gilt für Erwachsene aber es gilt unbedingt ganz
besonders für Kinder. Das Kind lernt durch die es umgebenden Menschen alles über
sich selbst und die Welt.. Wenn die Erwachsenen das Kind gar nicht so
wahrnehmen, wie es ist und es formen und verbiegen, um ihr Idealkind zu
bekommen, ist die Botschaft klar: Du bist nicht richtig, so wie du bist.. Das
Kind bekommt als Baby und Kleinkind so oft gesellschaftlich normal die
Grundbedürfnisse nicht erfüllt und lernt so kein Urvertrauen, kein
Selbstvertrauen und kein positives Selbstbild. Es lernt, dass andere die Macht
haben. Es lernt, dass es selber nicht wichtig ist. Es lernt, dass es für die
Gefühle der anderen zuständig ist und es lernt, dass andere für seine Gefühle
zuständig sind. Und so viele andere ungesunde Dinge mehr.
Ich sehe überall nur Menschen, die es gut mit den Kindern meinen. Aber überall
auf der Straße, im Supermarkt, findet auch das tägliche Drama statt:
übertriebene Strafandrohungen bei normalem kindlichem Verhalten, Ignorieren der
elementaren Bedürfnisse von Säuglingen, Gefühlsverbote, Verneinung kindlicher
Wahrnehmung und darauf folgende Beschimpfung, Liebesentzugsdrohungen, Drohungen
aller Arten, Kinder ohne Halt bei extremen Emotionen stehen lassen, Bestrafung
durch Ignorieren, die Liste ist lang.
Aus Sicht eines Erwachsenen kann vieles davon so schön rational diskutiert und
begründet werden. Irgendwas findet sich sicherlich, was man zitieren kann, um
dies zu rechtfertigen –und manchmal sind es sogar Bestseller. Meistverkauft nach
wie vor das Buch, in dem die Autorin behauptet - entgegen allen
Menschenverstandes und entgegen jeglicher moderner Forschung – es würde dem
Säugling nicht schaden, wenn er sich alleingelassen regelmäßig in den Schlaf
weint.. Ach nein, nicht regelmäßig, denn das Baby hört nach ein paar Tagen ja
auf zu weinen – alleine, zutiefst verunsichert und geschädigt..
All das ist noch immer gesellschaftliche Norm und wird gesellschaftlich nicht
geahndet. Der Graubereich der körperlichen Gewalt und Misshandlung kommt noch
hinzu. Mag sein, dass es heute besser ist als vor 50, 100 und 150 Jahren. Die
Normalität der extremen Gewalt hat abgenommen. Aber schlimmerweise wird von so
vielen nicht die Gewalt und der Schaden im Liebesentzug und Erniedrigung
gesehen. Ich weiß, es gibt heute auch andere Familien und sie werden immer mehr.
Es ist so dringend nötig.
Die kürzlich verstorbene Alice Miller bringt es auf den Punkt: Die Wurzel der
Gewalt ist nicht unbekannt.. Sie wird immer noch in den Ursprungsfamilien
tradiert, durch Gewalt, emotionale Erpressung, Erniedrigung, Beschimpfung und
viele andere Methoden, die die jungen Menschen ernsthaft schädigen.
Den Kreislauf durchbrechen können wir Erwachsene.
jana
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Selbstbestimmte Kindheit
Seit Beginn des 20. Jh. gab es mehrere Versuche, die Erziehung in Richtung Selbstbestimmung zu reformieren. Ein Höhepunkt waren die zwanziger Jahre des letzten Jahrhunderts, ein weiterer die 60er bis 80er Jahre. Viele dieser Projekte sind inzwischen leider vergessen.
Ich habe unter der doch sehr großen Zahl der Informationen zum Thema vier verschiedene herausgesucht: die Kinderrepublik Seekamp, die aus der Arbeiterbewegung in Deutschland nach dem ersten Weltkrieg entstand, Benposta, eine Kinderstadt, die ein christlicher Priester im faschistischen Spanien gegründet hat, Summerhill, die Schule von A.S.Neill, dazu kein Projekt, sondern das Volk der Muria in Indien, deren Kinder in Ghotuls genannten Kinderhäusern aufwachsen.
Auch wenn manches davon schon lange Geschichte ist, haben wir doch immer noch die Möglichkeit, aus diesen und anderen Erfahrungen etwas zu lernen. Denn auch wenn für viele die antiautoritäre Erziehung als gescheitert gilt: Die Pädagogik heute macht auch keinen besonders erfolgreichen Eindruck…
Aber zurück zu den einzelnen Projekten:
Seekamp
In den zwanziger Jahren gründeten Kurt Löwenstein und Andreas Gayk, der spätere SPD-Oberbürgermeister und Chefredakteur der Kieler Volkszeitung, die sozialdemokratische „Reichsarbeitsgemeinschaft der Kinderfreunde“. Gemeinsam veranstalteten sie auf dem von der Stadt Kiel gekauften Gut Seekamp 1927 die erste Kinderrepublik. Das Leben der Arbeiter in den zwanziger Jahren war hart, Mangelernährung, Armut und schlechte Wohnsituation trafen besonders die Kinder. Die Kinderrepublik war ein vier Wochen dauerndes Zeltlager, das zum einen den Kindern die Möglichkeit zur Erholung geben sollte, zum andern ging es darum, Demokratie und Selbstverwaltung zu lernen.
Zu dem Zeltlager waren ca. 2300 Arbeiterkinder aus Deutschland, Dänemark, der CSR und Österreich eingeladen. Nach einem feierlichen Einzug mit Eröffnungsrede - für unser Empfinden wirken Filme darüber etwas theatralisch, aber es entsprach dem damaligen Zeitgeist - wurde das Lager gemeinsam aufgebaut. Die Kinder wählten ein Lagerparlament, dem die Erwachsenen nur unterstützend beistanden. Im Zeltlager gab es ein reichhaltiges Angebot an Kunst, Spiel und Sport, ein Lesezelt, Ausflüge in die Umgebung und vieles mehr. Die täglichen Arbeiten wurden gemeinsam ausgeführt, Entscheidungen wurden demokratisch abgestimmt.
Das Zeltlager fand bei der Bevölkerung großen Rückhalt. Als das Essen ausging, spendeten die Anwohner zentnerweise Lebensmittel.
In den Jahren darauf folgten weitere Zeltlager, bis 1933 die Nazis alles beendeten. Kurt Löwenstein konnte emigrieren, Andreas Gayk wurde kurze Zeit inhaftiert und musste untertauchen, seine beiden Söhne starben als Soldaten im Krieg.
Benposta
Im Spanien nach dem Bürgerkrieg gab es viel Elend bei den Kindern, viele waren heimatlos, hatten ihre Eltern verloren und Gewalt erfahren müssen. Deshalb gründete der 23jährige Pater Jesús Silva bei Ourense in Galizien 1956 das erste Benposta (von galizisch Gute Lage). In Spanien hieß es Ciudad de los Muchachos, Stadt der Jugend. Außer Jesús Silva lebten tatsächlich nur Kinder und Jugendliche in Benposta, sie verwalteten und regierten es selbst.
Jesús Silva wünschte sich eine neue Welt auf der Grundlage christlicher Prinzipien, lehrte Gerechtigkeit, Frieden und Liebe und religiöse Toleranz. Die einzige Moschee in Ourense stand in Benposta, und Kinder jeder Religion waren willkommen.
1963 gründeten die Bewohner von Benposta eine Schule für Akrobatik und Zirkuskunst, und reisten mit ihrem Circo de Los Muchachos durch die Welt, um die Botschaft Benpostas zu verkünden.
Nach und nach wurden – oft von ehemaligen Bewohnern Benpostas – weitere Ciudades de los Muchachos gegründet, in Kolumbien, Venezuela und Bolivien, wo das Elend der Kinder extrem hoch ist. Die Städte variieren in ihren Strukturen, haben aber als Grundlagen alle die Selbstverwaltung und Gleichheit der Bewohner, wenn Erwachsene in den Städten wohnen, haben sie nicht mehr Rechte als die Kinder.
„Die drei grundlegenden Säulen der Erziehung in den Benpostas:
•Schulbildung: Benposta verfügt über eine eigene Schule, deren Abschlüsse staatlich anerkannt sind. In dem fächerübergreifenden Unterricht wird besonders auf Gruppenarbeit und die Entwicklung kritischen Denkens Wert gelegt.
•Arbeitseinheiten: Zwei Stunden pro Tag sollen die Kinder und Jugendlichen - nach dem Motto "Mit den Händen denken" – den Wert der eigenen praktischen Arbeit schätzen lernen. Sie können ihre Tätigkeit frei wählen und verschiedene Kenntnisse erwerben und vertiefen.
•Soziale Teilnahme: Alle Mitglieder tragen die Verantwortung für das Funktionieren von Benposta gemeinsam. Dabei ist die direkte und aktive Teilnahme der Kinder und Jugendlichen gefordert. Die Versammlungen, Bürgermeister-Wahlen und Regierungs- und Abgeordnetenräte gliedern jeden Einzelnen in ein authentisches "pädagogisches Spiel” ein, bei dem Dialog und Toleranz das grundlegende Element bilden. Die Rolle der Erwachsenen ist ausgelegt auf die Repräsentation von Benposta nach außen, sowie die Begleitung des Erziehungsprozesses und das Darstellen eines positiven Beispiels."
(von der Homepage des Freundeskreises Benposta: http://www.benposta.eu/)
In den Benpostas gibt es ein einjähriges Projekt für Freiwillige, das „Große Abenteuer“. Zuerst nur für Jungen, dann auch für beide Geschlechter gibt es die Möglichkeit, ein Jahr lang in verschiedenen Projekten Erfahrungen zu sammeln. Die ersten Projekte begannen mit einem 3monatigen Aufenthalt in dem nahe gelegenen San Pedro de Rocas, das mehr eine Ruine als ein Kloster war, mit Schweigen, Lesen und Nachdenken, es folgte Arbeit in einer sozialen Einrichtung, einer Bar, beim Hochseefischen oder auf einer Baustelle. Einen Monat lang wanderten die Freiwilligen ohne Geld als Bettler durch Spanien, und einen Monat sollten sie als Gefangene in einem Gefängnis verbringen. Dieses Projekt wurde oft als christliche Indoktrinierung kritisiert, wurde aber von vielen Teilnehmern als Abenteuer und Selbsterfahrung erlebt.
Das Ur-Benposta in Spanien existiert inzwischen nicht mehr, es litt unter Geldmangel und verfiel nach und nach immer mehr. Man kann sicher auch über einiges am Konzept Benposta streiten. Aber es war doch eine beachtliche Leistung von Jesús Silva, die er noch dazu unter dem spanischen Faschismus schaffte.
Das Ghotul der Muria
Die Muria sind ein Volk von etwa 200.000 Menschen, die zur Gruppe der Gond gehören. Sie leben in Indien in Madhya Pradesh in der Region Bashdar, in Dörfern am Indravati-Fluß. Sie betreiben Ackerbau, Viehzucht und Jagd und sind in Indien für ihre Tänze bekannt. Bei uns weiß man kaum etwas über sie. Gelegentlich geistert allerdings etwas durch die Presse über ihr Kinderhaus, das Ghotul, in dem Kinder „dauernd miteinander Sex haben“.
Verrier Elwin besuchte 1927 als christlicher Missionar Indien. Im Lauf seines Lebens gab er das Missionieren auf, konvertierte zum Hinduismus und arbeitete als Anthropologe. Er lebte längere Zeit bei den Muria und veröffentlichte eine anthropologische Studie „The Muria and their ghotul“.
1965 besuchten Marie-Claude Defarge und Gordian Troeller die Muria und schrieben über das Ghotul. Nach ihren Schilderungen ist es eine Kindergemeinschaft, die die Kinder selbst verwalten. Sie besprechen die Arbeiten, die sie tagsüber leisten, betreiben gegenseitige Körperpflege und sie verbringen die Nächte zusammen, immer ein Junge und ein Mädchen in einem Bett. Was sie dort machen, ist ihre Sache, nachts haben die Erwachsenen keinen Zutritt im Ghotul.
Leider ist nur wenig mehr über das Leben der Muria zu erfahren. Aber laut Troeller/Defarge haben „sie bewusst die harmonischste Gesellschaft geschaffen, die wir je gesehen haben.“ Bei den Murias gibt es keine Kriminalität und keine Prostitution. Und im Gegensatz zu den neueren Experimenten in unserem Kulturkreis ist ihre Form der „Erziehung“ schon Jahrhunderte alt.
Summerhill
Summerhill wurde von Alexander Sutherland Neill 1921 gegründet und gilt als älteste demokratische Schule der Welt.
Neill stammte aus einer schottischen Lehrerfamilie und wurde nach einer Ausbildung als Buchhalter selbst Lehrer, erst Hilfslehrer in der Schule seines Vaters, dann an schottischen Dorfschulen. Er lehnte die harten Erziehungsmethoden ab und begann ein Studium, dann arbeitete er als Redakteur. Dabei lernte er die Reformpädagogik kennen und besuchte 1921 die Jaques-Dalcroze-Schule in Hellerau bei Dresden. Er schloss der Hellerau – Schule eine internationale Schule an. Als die Schule 1923 geschlossen wurde, ging er nach Sonntagberg in Österreich und, da die neue Schule weder bei der Bevölkerung noch von den Behörden akzeptiert wurde, verlegte er die Schule noch im selben Jahr nach Lyme Regis in der Grafschaft Dorset in ein Haus auf dem „Summerhill“.
Summerhill ist ein privates Internat mit ca. 90 internationalen Schülern im Alter zwischen 5 und 17 Jahren. Es befindet sich im Privatbesitz der Familie Neill, seit 1985 hat die Schulleitung Neills Tochter Zoe Neill Readhead. Die Schule befindet sich inzwischen in Leiston/Suffolk.
Neill ging davon aus, dass die Kinder von Natur aus gut sind und gerne lernen, solange ihnen die Erwachsenen nicht im Weg stehen. Für Sommerhill legte er drei Hauptmerkmale fest:
•Schüler-Selbstregierung (Self-Government)
•Freiwilliger Unterrichtsbesuch
•Werkstätten für Schüler
Der Schulalltag wird von einer Art Gewaltenteilung auf demokratischer Grundlage geregelt. Im General Meeting jeden Samstag entscheiden alle über die Schulregeln. Jeder Teilnehmer, egal ob Schüler oder Lehrer, hat dabei eine Stimme. Im Tribunal, das sich wöchentlich trifft, werden Probleme zwischen Lehrern und Schülern verhandelt. Ombudspersonen, die alle 14 Tage neu gewählt werden, schlichten Konflikte zwischen Schülern, und die Schüler-Aufsichten aus älteren Schülern beaufsichtigen die Einhaltung der Regeln.
1999 sollte Summerhill geschlossen werden, u. a. wegen des freiwilligen Unterrichts, der Prozess endete aber 2000 zugunsten der Schule. Das Gericht stellte fest, dass sich Lernen nicht notwendigerweise in einer Unterrichtsstunde ereignen müsste.
Summerhill ist zwar eine der bekanntesten, aber nicht die einzige demokratische Schule. Mittlerweile gibt es über 100 verschiedene dieser Schulen weltweit.
Quellen: http://de.wikipedia.org/wiki/Kinderrepublik
http://paed.com/kinder/phkind/i-kind.htm
http://www.schilksee-kiel.de/Seekamp/80_Jahre_Kinderrepublik.html
http://www.vimu.info/general_04.jsp?id=mod_9_7&lang=de&u=teacher
http://tuprints.ulb.tu-darmstadt.de/1042/
http://www.alleweltonair.de/benposta.htm
http://en.wikipedia.org/wiki/Benposta
http://www.multikulti.de/aktuelles/reisetagebuecher/kolumbien/Kinderrepublik.html
http://www.benposta.eu/
http://de.wikipedia.org/wiki/Reformp%C3%A4dagogik
http://de.wikipedia.org/wiki/Summerhill
http://www.summerhillschool.co.uk/
http://www.gordian-troeller.de/index.php?qid=5&&reportagenid=14&PHPSESSID=56380fa4af5238da7719a00b2c633ace
http://www.india9.com/i9show/Muria-Tribe-48996.htm
http://en.wikipedia.org/wiki/Verrier_Elwin
Horst Stowasser: Leben ohne Chef und Staat; Karin Kramer Vlg.
Marion
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Gänseblümchen
Das Gänseblümchen haben wir zwar schon im Schlangengesang Ausgabe 10 besprochen, aber es ist eine Blume, die so gut zur Kindheit passt, dass ich gerne noch ein paar Worte dazu sagen möchte. Sicher erinnern sich noch viele genauso wie ich an die Kinderspiele, bei denen Gänseblümchen beteiligt waren, an Kränze und Kronen als Schmuck und an das Gänseblümchen-Orakel, das nicht nur über die Liebe Bescheid wusste sondern manchmal auch Auskunft geben musste über so profane Dinge wie „soll ich das Taschengeld für Gummibärchen oder für Schoggi ausgeben?“.
Botanisch gehört das Gänseblümchen zu den Korbblütlern, sein lateinischer Name Bellis (schön, hübsch) perennis (ausdauernd, mehrjährig) lässt sich mit immerwährende Schöne übersetzen. Volkstümliche Namen sind u. A. Tausendschönchen, Maßliebchen, Augenblume, Himmelsblume, Maiblume, Marienblume, Sonnenblümchen und Regenblume.
Einige seiner Namen deuten darauf hin, dass das Gänseblümchen das Wetter anzeigt. Wenn es regnet, lässt es seine Blütenblätter geschlossen, und auch nachts klappt es die Blätter zu und öffnet sie mit den ersten Sonnenstrahlen. Wegen dieser „Sonnenverliebtheit“ war es bei den Germanen ein Symbol für den Sonnengott Baldur. Sie nannten es deshalb auch Baldurs Auge.
Der Name Gänseblümchen soll darauf hinweisen, dass es oft auf Gänseweiden wächst und gern von Gänsen gefressen wird, vielleicht hängt der Name aber auch damit zusammen, dass die Gänse als Zugvögel genauso wie das Gänseblümchen mit ihrer Rückkehr den Frühling ankündigen.
In der nordischen Mythologie jedenfalls ist es der Frühlingsgöttin geweiht. Die christliche Mythologie glaubte, es sei aus den Tränen der Jungfrau Maria auf der Flucht nach Ägypten entstanden, laut einer slawischen Sage wuchs es aus den Tränen der Magdalena am Grab Christi. Die rötliche Farbe, die manche Gänseblümchen haben, sollte entweder vom Blut des Jesuskinds stammen, das sich an einem Dorn verletzt hatte, oder von einem Kuss, den es auf die Blume drückte.
Die Volksheilkunde empfahl, die ersten drei Gänseblümchen des Jahres mit dem Mund, ohne Mithilfe der Hände, abzupflücken und zu verschlucken, das sollte vor Fieber, bösen Augen und Zahnschmerzen schützen und Magenbeschwerden vertreiben.
Gegen Gicht bei kleinen Kindern machte man „Gichterkränzli“ möglichst aus verschiedenfarbigen Gänseblümchen und legte sie den Kindern unters Kopfkissen. Vorher wurden sie in der Kirche geweiht, nämlich heimlich an Fronleichnam unters Altartuch geschmuggelt und acht Tage später wieder herausgeholt. (Acht Tage deshalb, weil früher die Kirche Feste acht Oktavtage lang feierte, das Fest selbst war der erste Oktavtag, der Kranz blieb also das ganze Fest hindurch liegen). Aus einer ungeraden Zahl Gänseblümchen (25 für Erwachsene, 15 oder 17 für Kinder), machte man „Büscherl“, die gegen wässrige Augen helfen sollten. Die Büscherl mussten vor Sonnenaufgang „unbeschrieen“, was wahrscheinlich ohne zu Sprechen bedeutete, auf den Rücken um den Hals gehängt werden. Die am Johannistag gegen Mittag um zwölf ausgegrabenen Gänseblümchen sollten gegen Pest schützen, auch trug man sie in Papier gewickelt mit sich, wenn man wichtige Geschäfte zu erledigen hatte.
Als Orakelpflanze wurden dem Gänseblümchen nicht nur die Blätter ausgezupft, man schloss auch aus dem Wachstum auf Zukünftiges. So glaubte man, wenn sie lange Stiele hätten, wüchse auch der Flachs hoch. Wenn die Gänseblümchen im Frühling reichlich blühen, würden im Herbst viele Kinder sterben oder es gäbe im Sommer wenig Heu. Wenn man Gänseblümchen vor dem Ostersonntag pflückte, bekam man keine jungen Gänse, auch glaubte man, dass die Gänse sterben, wenn man Gänseblümchen in ihren Stall bringt. Wer ein Gänseblümchen zerpflückt und die Teile ins Wasser wirft, findet etwas.
Auch behauptet die Sage, dass das Gänseblümchen das Wachstum hindert und dafür sorgt, dass etwas immer klein bleibt, so soll es auf den britischen Inseln angeblich immer noch an junge Hundewelpen verfüttert werden, damit diese klein und niedlich bleiben.
Als Heilkraut hilft das Gänseblümchen bei Erkältungskrankheiten, besonders mit festsitzendem Husten, ist schleimlösend, entzündungshemmend und blutreinigend. Gänseblümchenblätter als Einlagen in die Schuhe gelegt vertreiben die Gicht. Als Tee oder Salbe äußerlich angewandt hilft es bei Hautkrankheiten wie Ekzemen und Milchschorf und bei schlecht heilenden Wunden. Bei Insektenstichen, kleinen Verletzungen oder Prellungen kann man die zerquetschte Pflanze als „Wiesenpflaster“ auflegen oder den Saft aufstreichen.
Als Frauenheilpflanze ist es entkrampfend und menstruationsfördernd und wirkt Gebärmutter stärkend. Im Mittelalter wurde es beinahe ausgerottet, weil man ihm abtreibende Wirkung nachsagte.
Kräuterpfarrer Künzle empfiehlt, jedem Kindertee eine Prise Gänseblümchen beizugeben, das soll schwachen Kindern auf die Beine helfen.
Bei einer Allergie gegen Korbblütler sollte man das Gänseblümchen nicht verwenden.
Ich denke, das Gänseblümchen ist auch ein freundlicher Helfer an Tagen, wo man sich so richtig alt fühlt. Es bringt Verhärtetes und Festsitzendes in Fluss und hilft gegen Kraftlosigkeit und Verzagtheit. Ein Salat mit Gänseblümchenblättern und –blüten, oder ein Butterbrot mit Gänseblümchen und dazu vielleicht noch einen Kranz aus Blüten im Haar und man fühlt sich bestimmt gleich verjüngt.
http://www.traudl-walden.de/Traudi/artikel/publikation_kuenzle.htm
http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%A4nsebl%C3%BCmchen
Hanns Bechtold-Stäubli: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens; Digitale Bibliothek Nr. 145
Heide Fischer: Frauenheilpflanzen; Nymphenburger Vlg.
Marion
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Bernstein
Der Bernstein hat in seinem Inneren Erinnerungen gespeichert aus früheren Zeiten, als Welt und Menschen noch jünger waren. Die ältesten Bernsteine sind aus der Zeit des Devon und damit ca. 400 Millionen Jahre alt, und tragen oft Informationen aus ihrer Zeit mit sich, die die heutigen Wissenschaftler mit moderner Technik lesen können. Aber schon in der Steinzeit waren die Menschen vom Bernstein fasziniert und fertigten daraus Schmuckstücke und kleine Gegenstände.
Bernstein kommt fast überall auf der Welt vor, am bekanntesten sind die Vorkommen an der Ostseeküste. Vor 40-54 Mio. Jahren im Eozän wuchs dort der so genannte „Bernsteinwald“ in einem breiten Gürtel von Skandinavien bis zum Ural. Die harzigen Reste dieses Waldes werden noch heute an die Küsten von Nord- und Ostsee gespült, sie werden auch seit Jahrhunderten abgebaut und wurden auf großen Handelsstrassen, den Bernsteinstrassen, schon in der Bronzezeit nach Süden gebracht.
Ein bedeutendes, etwas jüngeres Vorkommen befindet sich in der Dominikanischen Republik. Dort wird der Bernstein in Gruben und Stollen abgebaut und trägt in sich die Erinnerung an 20 Mio. Jahre alte tropische Wälder, deren Nachfahren gerade jetzt der Menschheit zum Opfer fallen. Die Bernstein-Gruben in der Dominikanischen Republik enthalten auch den sehr seltenen blauen Bernstein.
In der Mythologie wurde der Bernstein zum ersten Mal von Eurypides in seinem „Hyppolyt“ erwähnt, um 480-407 v.u.Z. , dort erzählt er die Geschichte von Phaeton, dem Sohn des Sonnengottes Helios, der sich wünschte, den Sonnenwagen einmal über den Himmel zu steuern. Die Pferde gerieten ihm außer Kontrolle und die Sonne verwüstete die Erde, so dass Zeus, den Gaia um Hilfe rief, Phaeton mit einem Blitz tötete. Er stürzte in den Fluss Eridanus, den heutigen Po. Seine Schwestern, die Heliaden, betrauerten ihn und wurden am Ufer in Pappeln verwandelt, von deren Tränen das Harz als Bernstein herabtropfte. Cycnus, der Geliebte Phaedrons, untröstlich in seiner Trauer, wurde aus Mitleid von Apollon in einen Schwan verwandelt.
Bernstein entsteht, weil sich Harz in der Baumborke festsetzt oder Verletzungen am Baum ausfüllt. Das Harz verhärtet sich zuerst zu Kopal, einer weicheren Harzform, dann zu Bernstein. Kleine Tiere, die in das noch flüssige Harz gelangen, werden darin eingeschlossen und „für die Ewigkeit“ konserviert. Meist sind es Insekten, aber gelegentlich finden sich auch größere Tiere wie z. B. Eidechsen.
Nicht allen war bekannt, dass der Bernstein ein Harz ist, u. A. glaubte man auch, er wäre der erstarrte Urin des Luchses, deshalb nannte man ihn auch Lyncurius, d. h. Luchsstein.
Die Germanen bezeichneten ihn als glaere, glaes oder gles, was glänzend bedeutet, Tacitus sprach von Glaesum (Glas) und auch das althochdeutsche glit und das mittelhochdeutsche glizen beschreiben das Glitzern des Harzes nach dem Polieren.
Wenn man Bernstein z. B. an Wolle reibt, lädt er sich statisch auf, was auch schon die Griechen erkannten, sie nannten den Stein wegen dieser Anziehungskraft „elektron“.
Tacitus beschrieb den Bernstein in seiner „Germania“, er schloss aus den im Bernstein eingebetteten Tieren, dass es sich um ein Baumharz handeln musste, die Römer nannten ihn deshalb Succin, von succus = Saft. Sie waren von Bernstein fasziniert, verarbeiteten ihn zu Schmuck und Trinkgefässen, benutzten ihn als Räucherwerk und wegen seiner statischen Aufladung als „Kleiderbürsten“. Ein Stück Bernstein war so teuer wie ein Sklave.
Die Völker der Ostsee glaubten, Bernstein sei aus versteinerten Sonnenstrahlen entstanden, die im Meer versunken sind. Im Mittelalter nannte man ihn auch gelbe Ambra oder gelber Amber, weil er wie die graue Ambra, die Ausscheidungen von Pottwalen, am Ufer angeschwemmt wurde. Der Name „Bernstein“ kommt von Börnesteen, der brennende Stein, weil Bernstein wie alle Harze brennbar ist, ein anderer Name ist „Agtstein“ was Achat bedeuten könnte.
Im Mittelalter wurden aus Bernstein Rosenkranzperlen und Brillengläser gefertigt. In dem Gesetz „Bernsteinregal“ wurden die Bewohner der Ostsee verpflichtet, Bernstein zu sammeln und abzuliefern, wer heimlich auf eigene Faust sammelte, wurde mit dem Tode bestraft. Seit dem 13. Jh. stand der Bernsteinhandel komplett unter der Herrschaft des Deutschordens, der dadurch sehr reich wurde.
In der Neuzeit wurde Bernstein für Schmuck- und Repräsentationszwecke verwendet. Am bekanntesten ist sicher das Bernsteinzimmer, das Friedrich I. für sein Charlottenburger Schloss bauen ließ. Sein Sohn schenkte es 1716 Peter dem Großen, es wurde in den Katharinenpalast im Petersburg eingebaut, wo es im zweiten Weltkrieg von den Deutschen geraubt wurde. 1945 verliert sich seine Spur in Königsberg, eine Rekonstruktion kann man inzwischen wieder im Katharinenpalast bewundern.
Auch die Chinesen kannten den Bernstein schon lange, sein Chinesischer Name hu-po bedeutet Tigerseele, da sie glaubten, die Seele des Tigers sinke nach seinem Tod in die Erde und verwandle sich in Bernstein.
Die besonderen Eigenschaften von Bernstein führten schon früh zu dem Glauben, er schütze gegen Dämonen und böse Einflüsse. Ketten aus Bernsteinperlen galten im Mittelalter als Schutzmittel und wurden von der Kirche deshalb mit Verboten belegt. Bereits im Altertum legte man Kindern als Abwehrmittel Bernsteinketten um den Hals. Heute ist von diesem Glauben noch die Bernsteinkette übrig geblieben, die man kleinen Kindern umlegt, um das Zahnen zu erleichtern. Wirksam soll Bernstein auch bei Gicht und Gliederreißen, Augenentzündung, Kopfweh, Hals- und Zahnschmerzen sein. Bernsteinöl wurde als Abortivum verwendet, Bernsteinrauch zur Erleichterung der Geburt. Im Kanton Bern trug man Bernsteinhalsbänder gegen den Kropf.
Als Heilstein wird Bernstein bei Magen-, Milz-, Nieren- und Leberbeschwerden und bei stoffwechselbedingten Hautkrankheiten benutzt, er hilft gegen Gelenkbeschwerden und verhilft kleinen Kindern zu leichterem Zahnen. Bernstein, der sonnige, fördert ein sonniges Wesen, Leichtigkeit und Heiterkeit, er macht sorglos, friedliebend und gibt Selbstvertrauen. Er baut Widerstände ab und fördert die Kreativität und hilft dabei, dass einem der Erfolg leicht zufliegt.
Auf Mineralienbörsen kann man günstig Bernstein erstehen, der zu trüb ist, um als Schmuckstein verarbeitet zu werden, aber gut als Räucherwerk verwendet werden kann. Allein oder in Mischungen riecht er sehr angenehm.
In Bad Füssing gibt es ein Bernsteinmuseum, in dem man sich über die Geschichte und die Geschichten des Bernsteins genauer informieren kann.
So wie der Bernstein die Erinnerung an die Vergangenheit der Erde wachruft, kann er vielleicht auch die Erinnerungen jedes Menschen wachrufen, und vielleicht wollen uns die in ihm eingeschlossenen Tiere auch sagen, dass ewige Jugend nur um den Preis der Versteinerung zu haben ist.
Quellen:
http://de.wikipedia.org/wiki/Bernstein
http://www.gemline.ch/index.php?option=com_content&view=article&id=75&Itemid=78
http://de.wikipedia.org/wiki/Phaethon_%28Mythologie%29
http://www.bernsteinmuseum.com/bernsteinmuseum-bad-fuessing.html
Hans Biedermann: Knaurs Lexikon der Symbole; Digitale Bibliothek Nr.16
Hanns Bechtold-Stäubli: Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens; Digitale Bibliothek Nr. 145
Michael Gienger: Die Steinheilkunde; Verlag Neue Erde
Bernstein - Das Geheimnis verschwundener Welten; Frankfurter Allgemeine, Serie Faszinierende Natur Nr. 18; DVD
Marion
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Runen für Kinder und Jugendliche
(Lilias Hausapotheke der Runen Teil 3)
Bei vielen kleineren Gesundheitsproblemen und als erste Hilfe können Runen hilfreich sein, darum sind sie in meiner Hausapotheke zahlreich vorhanden. Dabei gilt zu beachten, dass ich hier meine Erfahrungen wiedergebe – die Runen können bei anderen Menschen auch anders wirken. Wer die eigene Hausapotheke damit bestücken möchte, sollte Schwingungen und Wirkungen testen, wenn Körper und Geist sich gut fühlen und bevor ein Notfall eintritt.
Bei ernsteren oder länger anhaltenden Problemen ersetzen sie, wie alle Hausmittel, niemals den Besuch beim Heilpraktiker oder Arzt.
Die Runen werden angewandt, indem sie auf die entsprechenden Körperteile aufgemalt oder visualisiert werden. Wenn die Wirkung nur kurz anhalten soll, benutze ich einen Kajalstift, wenn die Wirkung länger anhalten soll, einen wasserfesten Edding. Eine andere Möglichkeit sind Runenamulette, die einzelne Runen oder Binderunen enthalten.
Im Schlangengesang 39 habe ich Runen vorgestellt, die allgemein bei kleinen gesundheitlichen Probleme hilfreich sein können; im Schlangengesang 40 Runen, die in Schwangerschaft und bei der Geburt unterstützen können.
Hier stelle ich nun Runen vor, mit denen Kinder und Jugendliche geschützt und unterstützt werden können.
Berkana steht für weibliche Energie und symbolisiert die Erdmutter und damit Mutterschaft, Fürsorge und Mitleid. Die Form von Berkana symbolisiert auch die Mutterbrust, die ihre Kinder nährt. Sie ist als Schutzrune für kleine Kinder sehr gut geeignet. Ein Schutzamulett hat auf der einen Seite drei Berkana-Runen (sie symbolisieren die Dreiheit der Göttin) und auf der anderen Seite den Namen des Kindes oder den Anfangsbuchstaben oder ein Symbol, welches das Kind darstellt.
Algiz gilt als die beste Schutz- und Verteidigungsrune. Sie schenkt uns geistige Entspannung, Kraft und Ruhe und fördert die Selbstheilungskräfte. Sie ist für größere Kinder und Jugendliche (und natürlich auch Erwachsene) geeignet.
Wunjo hilft dem Kind, wenn es Zeit ist für Kindergarten oder Schule. Wunjo fördert Harmonie und Zusammenarbeit von Gruppen (Teamwork) und hilft Konflikte zu vermeiden.
Tiwaz, die Mut-Rune hilft, dass das Kind sich nicht in der Gemeinschaft verliert und seine Eigenständigkeit bewahrt und wächst. Tiwaz steht für unerschütterliche Zielgerichtetheit, Gerechtigkeit und stärkt den Glauben an uns selbst.
Um das Lernen und die Konzentration zu unterstützen, gibt es drei Runen, die hilfreich sein können. Gemeinsam mit Isa (siehe SG 39) können sie bei Prüfungsangst helfen.
Kenaz hilft Klarheit ins Denken zu bringen und fördert die schöpferischen Fähigkeiten.
Mannaz fördert Geisteskraft, Intelligenz und stärkt das Gedächtnis.
Ansuz schenkt Inspiration, fördert die Kommunikationsfähigkeit und löst Chaos auf.
Lilia
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Kindheit und Pubertät
Im Falle paradiesischer Zustände bekommen wir unsere Kinder von der Natur geschenkt und können sie beim Aufwachsen begleiten, ohne dass irgendein Problem in dieser und anderen Zeiten auftaucht. Uns ginge es dann ähnlich allen Tieren auf diesem Planeten: wenn keine Naturkatastrophen auftauchen und kein Räuber uns frisst, wachsen uns die Nahrungsmittel in den Mund und wir verbringen ein ungebrochenes ideales und stinklangweiliges Leben. Aber es würde uns nicht auffallen.
Da wir jedoch im Gegensatz zu den Tieren mit einem denkenden Gehirn ausgestattet sind, wollen wir uns entwickeln und etwas aus der Zeit, die uns in diesem Leben zur Verfügung steht, machen. Also er-ziehen wir unsere Kinder, während wir ebenfalls bemüht sind, in unserem Leben weiterzukommen. Das führt zu Komplikationen, Auseinandersetzungen und Dissonanzen. Da wir oft nicht wissen, wie wir entstandene Fragen lösen könnten, geraten wir in Blockaden oder Aggressionen. Das wiederum führt zur Krankheit.
Das Wachstumsinteresse unserer Kinder ist oft nicht in Übereinstimmung mit den Erfordernissen des Tages und der Lebensumstände. Wir schicken die Kinder in den Kindergarten, wo sie auf Menschen mit anderen Interessen stoßen. Später kommen sie in die Schule, wo sie etwas lernen sollen, was oft mit der Absicht zu spielen kollidiert. Es entstehen Zwänge, die aus kindlicher Sicht nicht zu lösen sind. Aus Sicht der Eltern oft auch nicht. Alles, was nicht lösbar erscheint, wird auf die körperliche Ebene verschoben und tritt als Krankheit in Erscheinung. Je weniger Muster bereits zu einer denkbaren Lösung entwickelt worden sind, desto aggressiver / akuter stellt sich das Erkrankungsbild dar.
Heilung würde theoretisch die Bearbeitung der vorhandenen Fragestellung bringen können. So aber wird auf körperlicher Ebene abgearbeitet, wo es an emotionalen und / oder intellektuellen Möglichkeiten fehlt, wieder in Einklang mit dem aktuellen Lebensbereich zu gelangen. Alles, was diesen Zustand (holistisch) spiegelt, kann dabei hilfreich sein, seien es Pflanzen, seien es homöopathische Mittel, seien es Bach Blüten oder naturheilkundliche Verfahren. Wir wollen hier einige betrachten, um im Bedarfsfall eine Auswahl bereitzustellen.
Dabei sollten wir berücksichtigen, dass alle Zeichen von der Natur immer auch zur Heilung beitragen können. Fieber ist ein heilsamer Weg, den Körper wieder abwehrfähig zu machen; solange es nicht über 38 – 39,5 ° steigt, ist es als „Verbrennungsofen“ für Schadstoffe bzw. Krankheitserreger tätig. Schwitzen ist ein Ausscheidungsvorgang, um solche Schadstoffe zu beseitigen. Die Röte der Haut zeigt das Feuer, das tätig ist. Pickel und andere Hauteruptionen sind ebenfalls Erscheinungen im Bereich der Ausscheidung, da hier der Körper einen direkten Weg gefunden hat, ohne erst über Leber, Darm (Durchfall) oder Niere (häufiges Wasserlassen) Schadstoffe zu beseitigen. Ebenso funktioniert das, was wir über den Atmungstrakt (Husten) an die frische Luft befördern. Grundsätzlich aber sollten wir auch wissen, was all diese Erscheinungen über unsere verzweifelte Seele aussagen:
Symptom = seelischer Hintergrund
Fieber = aggressive Auseinandersetzung
Schwitzen = Angst, etwas nicht beherrschen zu können
Hauterscheinungen = es ist mir unter die Haut gegangen
Husten = ich protestiere, kann es aber nicht in Worte fassen
Schnupfen = ich bin über meine Familie verschnupft
Durchfall = ich habe Angst, nun überhaupt keine Macht mehr zu haben; andere sind scheinbar viel erfolgreicher (Machtinhaber, Chef, Lehrer…)
Jucken = ich bereue irgendetwas
Was wir als Eltern tun können:
Darauf achten, niemals von „Schuld“ zu sprechen, denn das prägt das restliche Leben und zieht uns runter. Vertrauen unseren Kindern entgegenbringen, um ihnen die innere Sicherheit zu geben, gut zu sein. Immer daran denken, dass unsere Kinder bemüht sind, erfolgreich zu sein; deshalb ALLE Erfolge bestätigen (laut und vernehmlich!). Dauererfolge nicht zur Selbstverständlichkeit erklären sondern stolz auf unsere Nachfolger sein. Grenzen zeigen - ohne Unmut und in aller Freundlichkeit. Strukturen geben, damit vorhandene Grenzen auch mit Zufriedenheit gelebt werden können.
Mittel, die bei akuten Erscheinungen stützen:
Kamille ist gut für alles, was nach Scheimhautreizung aussieht. Als Tee oder als Umschlag, je nach Anwendungsbereich.
Thymian, Efeu und Honig ergeben einen brauchbaren Hustensaft. Die Apotheke kann das anmischen, den Honig haben wir zu Hause. Als konzentrierten Tee aufsetzen und mit dem Honig anmischen. Soll er besonders schleimlösend sein, können wir noch Brennnessel hinzugeben (die frischen Spitzen).
Teemischung hier: http://www.heilkraeuter.de/krank/husten.htm
Schnupfen, der in den Nebenhöhlen festsitzt, können wir mit Majoransalbe (mischt die Apotheke; 10 g halten ein ganzes Kinderleben lang) erleichtern, die wir auf die betroffenen Regionen wie Nase, Stirn und Wangenknochen einreiben.
Sitzt die Entzündung in den tieferen Atemwegen, dann können wir Japanisches Heilpflanzenöl (1 Tr. auf heißes Wasser) inhalieren, indem wir das Wasser in eine Schale gießen und den Kopf darüber halten und tief ein- und ausatmen.
Bei Fieber habe ich nie gedrosselt, wohl aber die Fieber-Zäpfchen von Cosmochema eingesetzt. Es ist eine homöopathische Zusammensetzung und hielt die fiebrigen Reaktionen immer im Rahmen.
Erbrechen und Durchfall sind „Purgationen“ = Reinigungsreaktionen, die es dem Körper ermöglichen, sich direkt wieder von Giftstoffen zu befreien. Eine selbst gemachte Kraftbrühe (Rind oder Geflügel) mit viel Suppengemüse unterstützt die Heilung und verhindert die Austrocknung. Vitamin C zusammen mit frischem Obst gibt ebenfalls Kraft.
Mittel, die bei Unfällen stützen:
Je nach Ereignis klären, ob ein Bruch bzw. etwas vorliegt, was klinisch behandelt werden muss. Meist ist es harmloser, aber das Wissen darüber ist nützlich.
Schwellung: Quarkverband machen = neutralen Quark (Discounter etc.) messerrückendick auftragen, Frischhaltefolie drumrum, Gliedmaßen auf ein Handtuch legen. Das tropft u.U. und sollte deshalb auf eine Plastikfolie (Mülltüte etc.) landen. 2 Std. drauf lassen, u.U. wiederholen. Wenn wegen der Nässe der Quark nicht geht, ein Weißkohlblatt plattwalzen und stattdessen auf der Stelle festmachen (geht evtl. mit Sicherheitsnadel oder Clip).
Homöopathie: Symphytum bei Brüchen, Ruta bei Weichteilquetschung. LM 1 ist eine gute Einstiegspotenz. 1 Tropfen auf ein Glas Wasser und schluckweise austrinken.
Irgendwann kommen unsere Kinder in die Pubertät und werden erwachsen. Bei Jungs verläuft das körperlich meist gleitend und ohne Probleme ab. Bei Mädchen hingegen tritt die Regelblutung auf und der Körper muss sich rigoros umstellen; eine oft recht anstrengende Zeit, sowohl für die Mutter als auch für die Tochter.
Für beide Geschlechter sollten wir eigentlich Rituale bereithalten, um auch das Bewusstsein für diese Veränderung zu unterstützen. Unsere Kinder sind nun keine Kinder mehr sondern steigen mit Neugierde in die ersten Fußstapfen der eigenen Kompetenz. Wenn wir als die Älteren dies anerkennen und deutlich machen, indem wir mit einem Fest / Ereignis den jungen Menschen bewusst in den Mittelpunkt stellen, kann sich dieser auch leichter darauf einstellen und mit den neuen Gegebenheiten besser umgehen. Er / sie kann die eigene Verantwortlichkeit für alles, was passiert, deutlicher wahrnehmen und eigene Muster für die Bewältigung der nun auftretenden Fragen entwickeln. Wir sollten uns hier etwas einfallen lassen.
Mittel, die die Menarche (Pubertätsbeginn) stützen:
Angelika = blutreinigend, beruhigend
Beifuss = reinigt die Gebärmutter (Hl. Hildegard), galt als das „erste Kraut“
Fenchel = krampflösend, entspannend
Gänseblümchen = wenn wir uns geknickt und klein fühlen, weil wir uns innerlich verkrampft haben und alles ins Stocken gekommen ist
Hirtentäschel = bei heftigen Blutungen, die zu Krämpfen führen
Römische Kamille (Mutterkraut) = krampflösend, als Kamille die Gebärmutterschleimhaut betreffend entspannt sie
Ringelblume = abschwellend
Schafgarbe = blutreinigend, krampflösend und die Blutung stoppend
Silbertraubenkerze = ein Mittel, das sowohl bei Beginn (Menarche) als auch beim Ende (Menopause) der Regelzeit hilfreich ist. Die Silbertraubenkerze hilft, alles Hormonelle zu regulieren
Thymian = krampflösend
Weinraute = krampflösend, reizmildernd
Eine umfangreiche und sehr kompetente Zusammenstellung aller Frauenkräuter finden wir hier:
http://www.heilkraeuter.de/krank/frauen.htm
Bach Blüten, die hilfreich sind:
Clematis, wenn wir uns mit nur wenig Interesse verträumt durchs Leben bewegen
Holly, wenn wir ständig ärgerlich sind
Cherry Plum bei unkontrollierten Wutausbrüchen
Aspen, wenn wir uns ängstlich zurückziehen
Chestnud Bud, wenn wir stereotyp unsere Irrtümer wiederholen
Cerato, wenn wir uns selbst nicht trauen
Impatiens, wenn wir vor Ungeduld fast platzen und ständig gereizt durch die Gegend laufen
Mimulus, wenn wir maßlos schüchtern in der Ecke hocken
Und wie üblich der Disclaimer:
Bei Fragen wenden Sie sich an Ihren Heilpraktiker, Arzt und Apotheker. Bedenken Sie dabei: der Apotheker kennt die Zusammensetzung, hat aber keine Therapieerfahrung, weil er keine Zulassung zur Ausübung der Heilkunde hat. Der Arzt hat selten Routine, denn er rezeptiert per GKV die Mittel, die stark wirksam und somit körperlich belastend sind. Der Heilpraktiker beschäftigt sich als zugelassener Therapeut mit alternativen Heilverfahren und hat deshalb vermutlich die meisten Erfahrungen anzubieten. Die hier beschriebenen Möglichkeiten bilden einen kleinen Ausschnitt aus den vorhandenen Alternativen und stellen keinen Ersatz für eine therapeutische Beratung dar.
Gisa, www.gesundes-bewusstsein.de
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Menstruationsamulett
Ein paar Tropfen Menstruationsblut in einem Amulett zu verarbeiten ist eine Möglichkeit, die erste Menstruation zu feiern. Dazu eignet sich besonders gut Salzteig.
Den Teig formen aus 1 Tasse Salz, 2 Tassen, Mehl, ca. eine halbe Tasse Wasser und ein bisschen Öl, damit sich der Teig leicht formen lässt. Unter den Teig ein paar Tropfen Blut mischen. Wer möchte, kann den Teig auch noch mit Kräutern vermischen, z. B. Eisenkraut für Schutz, Vanille für Harmonie und gegen Angst, Zimt für Wohlstand, usw. Die Kräuter am besten mit etwas Mehl vermischen und in der Kaffeemühle ganz fein mahlen.
Den Teig nach Wunsch formen und verzieren, z. B. mit Symbolen oder Runen. Besonders viel Spaß macht es, dabei noch ein wenig zu chanten und gute Wünsche in den Teig zu singen.
Die Figuren bei ca. 150 Grad im Backofen ca. 30-40 Min. backen. Wer mag, kann sie noch anmalen. Um sie gegen Feuchtigkeit zu schützen, hilft ein Überzug aus Klarlack.
Marion
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Walpurgis am Brocken
Der Brocken im Harz ist der Inbegriff für einen Hexentanzplatz in Deutschland. Im Volksglauben hat sich fest verankert, dass in der Nacht zum 1.Mai die Hexen von überall her zum „Blocksberg“ ziehen, um dort den Hexensabbat zu feiern.
Wahrscheinlich jedoch hat der Brocken nie als Kultstätte gedient. Auf dem nahen Wurmberg wurden prähistorische Spuren gefunden, die eine vorchristliche Besiedelung vermuten lassen. Der Brocken selbst ist aufgrund der häufig ungünstigen Wetterverhältnisse eher ungeeignet für Freiluftfeste. Gerade aber sein unwirtliches Erscheinungsbild mit Nebel, Wind und Kälte haben ihm wahrscheinlich seinen Ruf eingetragen. Dazu kommt, dass die Harzregion einst ein Zentrum der Hexenverfolgung war.
Ab der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts begann sich in der Literatur die Legende vom geheimen Hexentreffpunkt zu bilden. Johannes Praetorius schrieb 1668 „Blockes Berges Verrichtung“, ein Buch, das als Grundlage für Johann Wolfgang von Goethes „Faust“ diente. Seine Szene zur Walpurgisnacht sorgte dafür, dass sich die Vorstellung vom Hexentanzplatz im kollektiven deutschen Gedächtnis verankert hat. Selbst die Kinder wissen heute von der Legende: durch Otfried Preußlers „die kleine Hexe“ und die Mädchenhexe „Bibi Blocksberg“.
Schon seit meiner Jugend wollte ich unbedingt einmal Walpurgis auf dem Brocken feiern. Doch damals gehörte der Brocken noch zur DDR und war militärisches Sperrgebiet. Auch nach der Wende ergab sich lange Zeit keine Gelegenheit für mich, mein Vorhaben umzusetzen. Dieses Jahr – endlich - wollte ich mit meiner Tochter zum Brocken aufbrechen.
Bei der Anreise bereits konnte ich im Radio hören, dass in der ganzen Harzregion Walpurgisfeiern mit Feuern und Hexenumzügen gefeiert werden. Hunderttausende feiern dort fröhlich in den Mai. Doch wo sollten wir feiern? Die Auswahl war groß.
Auf den Brocken kommt man zur Walpurgisfeier nicht einfach so. An diesem Abend gibt es einen Sonderzug der Brockenbahn, oben dann ein Menü und Rockmusical. Die Karten dafür waren schon lange ausverkauft. Die Schmalspurbahn fährt regulär nur bis zum Abend. Der Aufstieg von Schierke (am Fuße des Brocken), geht steil über 500 Höhenmeter. Und wo dann bleiben? Der Gipfel des Brocken ist Naturschutzgebiet, ein Nationalpark. Bis auf wenige Wege kann man sich dort nicht frei bewegen. Temperatur und Wind sorgen dafür, dass man selbst bei gutem Wetter bald friert wie ein Schneider. Der Brockenwirt ist auch keine wirkliche Alternative. Er hat den Charme einer Bahnhofskneipe und ist bei der zu erwartenden Menschenmenge kein heimeliges Plätzchen. Die Wirtschaft bietet weder ein magisches Ambiente, noch einen guten Platz für ein Kind. Und wie sollten wir nachts dann im Dunkeln zurückkommen? Ergebnis: das Aus für mein Walpurgis auf dem Brocken.
Ein weiteres Großereignis an Walpurgis findet am Fuße des Brocken, in Schierke, statt. Auch hier feiert eine große Menschenmenge mit Multimedia-Show (rund um die Figur des „Faust“), Mittelalter-Rockkonzert, Gauklern, Händlern, Wahrsagern und Feuerwerk. Ein Bus-Shuttle-Service fährt bis nach Mitternacht von und nach Wernigerode.
Berühmt für sein Walpurgisfest ist der „Hexentanzplatz“ in Thale im Bodetal. 8000 Menschen feierten dort dieses Jahr mit DJ und Laser-Show bis zum nächsten Morgen. Sicher laut und fröhlich, aber magisch? Wohl eher nicht.
Als eine schöne Alternative erwies sich die „2.Schloss-Walpurgis“ in Wernigerode. Rund um das wundervoll romantische Schloss Wernigerode hatte sich ein Mittelaltermarkt mit Händlern, Gauklern, Kinderspielmöglichkeiten, kulinarischen Leckerbissen und zwei Bühnen breit gemacht. Auf den Bühnen fanden neben mittelalterlicher Live-Musik mit Dudelsäcken, Schalmaien und Trommeln, Spiele für Jung und Alt statt. Hexen, Teufel und Dämonen zogen um das Schloss und gestalteten das Fest lustig und bunt. Wir entschieden uns dort die Walpurgisnacht zu feiern. Es wurde ein schöner, bunter und lustiger Abend, die einheimischen Feiernden haben uns freundschaftlich aufgenommen und als es dunkel wurde, kam sogar eine leicht magische Stimmung auf.
Den Gipfel des Brocken haben wir dann am kommenden Morgen besucht, zusammen mit vielen anderen Neugierigen. Der Blocksberg empfing uns bei gutem Wetter mit einem grandiosen Weitblick ins Land und seinem berühmt-berüchtigten eisigen Wind. Nur Hexe ist uns keine einzige begegnet. Die waren alle schon längst wieder heimgeflogen!
Ich kann die Feiern zur Walpurgisnacht im Harz sehr gut weiterempfehlen. Die ganze Region feiert dieses Ereignis wirklich gebührend. Wer feiern möchte, findet für sich sicher genau die Art von Fest, das er sich wünscht.
Wir sind übrigens, passend zur Walpurgisfeier, in einem wunderschönen, kleinen Fachwerkhotel mit dem klangvollen Namen „Vorhof zur Hölle“ in Quedlinburg abgestiegen. Ein echter Geheimtipp! Wie auch die wunderschöne, mittelalterliche Stadt Quedlinburg selbst. Der Harz ist wirklich eine Reise wert!
Links:
http://www.walpurgis.de/veranstaltungen.php
http://www.walpurgisnacht.harz-urlaub.de/
http://de.wikipedia.org/wiki/Brockenhexe
http://www.harzlife.de/extra/hexen_info.html
artemisathene
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Tief in der Savanne
Vor vielen Jahrtausenden waren die großen Wüsten auf unserem Erdball noch nicht vorhanden. Stattdessen erstreckten sich Savannen und grüne Flusstäler über den afrikanischen und asiatischen Kontinent.
Die Menschen lebten in kleinen und größeren Gruppen zusammen. Einige errichteten Städte mit gut funktionierenden Infrastrukturen. Die meisten Ausgrabungen aus dieser Zeit belegen dies durch die Art der Funde, die ArchäologInnen zutage fördern: Haushaltsgeräte, Essbestecke, Krüge, Gefäße für die Bevorratung und Hausanlagen, die offensichtlich nicht mit eindringenden Feinden rechneten.
Das in allen großen Religionen geschilderte Paradies könnte genau dieser Zeit entspringen, in der Frauen und Männer ein zufriedenes Leben miteinander führen konnten. Solange gut für jeden gesorgt ist, alle genügend zu essen und zu trinken haben, ein Dach über dem Kopf, einen Bach oder See vor der Tür sowie Achtung und Respekt vor der göttlichen Natur – solange sichern innere Zufriedenheit, tägliche Freude und tiefes Urvertrauen die eigene Existenz. Wenn alles in wirklich ausreichender Menge vorhanden ist, erübrigen sich Gier und Neid. Hass und Eifersucht, Mord und Totschlag.
Ignia streckte sich, nachdem sie aufgestanden war. Die Luft war frisch, Vögel riefen, der Bach neben dem Langhaus plätscherte vor sich hin. Sie hatte tief und fest geschlafen, nachdem sie gestern von der Virgo-Feier zurückgekommen war.
Es war ein schönes Fest gewesen, an dem ihre kleine Schwester unter dem Namen Eonia in den Kreis der Jungfrauen aufgenommen worden war. Ignia hatte sie vom Mondhaus in den Kreis gebracht, wo all die schon warteten, die ebenfalls in der Zeit der letzten 9 Ernten den Status der Jungfrau erworben hatten. Nun war sie frei von den Aufgaben der Kindergruppe, in der sie für die Kleinen zu sorgen gehabt hatte. Sie konnte ihre ersten Schritte als Erwachsene machen, wurde im Rat der Frauen gehört und übernahm neue Aufgaben, die sie auf ihre Weise erledigen durfte. Ignia würde als ihre Jungmutter mit Rat und Tat zur Seite stehen.
Ignia legte ihren Werkzeuggürtel um, legte das Fell über ihre Schultern und stieg die Leiter hinunter. Unten brannte bereits ein Feuer, auf dem jemand einen Tee aufgesetzt hatte. Sie angelte nach ihrem Becher und goss sich etwas davon ein. Der Tee tat ihr richtig gut, denn die Nächte waren wie immer recht kühl. So konnte sich der Körper wieder aufwärmen.
Während sie mit beiden Händen um das Gefäß griff, entdeckte sie Eonia, die im Bach stand und sich wusch. Ihre dunkle Haut glänzte wie polierter Obsidian und ihn ihren unzähligen kleinen Löckchen funkelten die Wassertropfen. Eonia hatte eine wirklich gute und athletische Figur, überlegte Ignia; sie würde ganz sicher eine erfolgreiche Jägerin werden können, denn hin und wieder brauchten sie für ihre Gruppe bei Festen wie dem gestrigen auch mal eine Antilope oder eine Bergziege, so die Göttin zugetan war.
Eonia schüttelte sich und stieg aus dem Wasser. Sie hob ihren Perlengurt auf, und schlang ihn um ihre Hüften. Dann ging sie lachend auf ihre Schwester zu.
„Nun hat Du mich am Hals und musst mir alles beibringen, was ich wissen muss. Wann können wir endlich losgehen, damit ich auch einen Werkzeuggurt machen kann? Ich will diese Kinderperlen endlich los werden! Außerdem kann ich nicht alleine in den Busch gehen, wenn ich nicht auch alles dabei habe, was wir brauchen! Och Ignia, nun komm doch endlich!“
Ignia lächelte. Sie überlegte, ob sie auch so ungeduldig gewesen war, als sie vor ihren ersten Schritten in die Weite der Savanne gestanden hatte. Vermutlich, denn nichts war so aufregend wie der Übergang von kleinen Mädchen zur jungen Frau. Alles, was bis dahin verboten war, konnte nun erfahren werden.
„Sag mal, kleine Schwester, hast Du für das Wasser schon gedankt, dass es Dir Kraft und Stärke gibt?“ – „Oh, nein, muss ich das denn jetzt auch als Jungfrau?“ – „Natürlich, meine Kleine, denn um eine Große zu werden, willst Du doch auch noch wachsen. Und wenn Du dann groß bist, willst Du leben, Dich freuen und immer noch auf die Stärke der Göttin vertrauen – oder nicht?“
Eonia legte den Kopf auf die Seite und überlegte. Ja, natürlich, das war eigentlich klar. Auch sie wollte so groß und stark wie Ignia werden. Auch sie wollte sauberes Wasser und ein Dach über dem Kopf. Auch sie wollte essen und trinken, geben und nehmen. Natürlich mit der Unterstützung der Großen Göttin. So wendete sie sich wieder um und ging zurück zum Bach. Sie formte ihre Hand zu einer Schale, senkte diese in das Wasser des Baches, hob sie hoch in Richtung der Sonne und mit einer schnellen Bewegung verteilte sie die Tropfen über das angrenzende Grün: „Ich danke Dir, Große Mutter Mamaja, für Deine immerwährende Liebe.“ Dann legte sie die eine Hand auf ihren unteren Bauch, die andere hielt sie über den Kopf. „Lass Deine Liebe durch mich hindurchfließen, damit ich allen von allem geben und nehmen kann.“ Sie legte die eine Hand auf den Hinterkopf, die andere auf die Stirn: „Lass mich wachsen, damit ich eine Große werde, die mit Dir verbunden ist.“ Dann legte sie die rechte Hand auf ihre linke Brust, während sie die andere nach vorne streckte mit der Innenfläche nach oben: „Große Mutter Mamaja, wir sind eins, ich danke Dir!“
Strahlend kam sie zu Ignia zurück. Diese war inzwischen aufgestanden. „Nun wollen wir Dir mal einen Werkzeuggurt machen. Immerhin hatten wir gestern eine Antilope, also habe wir genügend Fell, um damit etwas anzufangen.“
Die nächsten Stunden und Tage verbrachte Ignia damit, Eonia zu zeigen, wie eine Frau erfolgreich ihre Utensilien herstellen kann, damit sie in allen Lebenslagen gerüstet war. Eonia lernte schnell und Ignia war glücklich, mit ihr diese Zeit verbringen zu können.
„Du kannst jeden Tag, jeden Augenblick damit verbringen, alles mit dem Segen und der Hilfe der Göttin zu tun. Dann geht es Dir schnell und erfolgreich von der Hand. Sprich mit der Großen Mutter Mamaja, wenn Du vor Fragen stehst, die Du nicht sofort lösen kannst. Verbinde Dich mit ihr, dann zeigt sie Deinem Herzen die richtigen Bilder und Hilfen. Vertraue auf sie, denn sie ist immer da, in jeder Pflanze, jedem Tier, in jedem Stein, jedem Wassertropfen und jedem Lufthauch. Werde wie wir alle Mamaja im Leben.“
Eonia spürte, dass ihre Jungmutter Recht hatte. Jeden Moment, in dem etwas nicht so richtig klappte, legte sie ihre eine Hand auf den Hinterkopf, die andere auf die Stirn, so dass Ruhe in ihr einkehrte. Kurz darauf kam ihr die richtige Idee, die wie ein Leuchtfeuer vor ihrem inneren Auge erstrahlte. Sie fühlte sich in jedem Moment gut geführt – bei äußerer Sicht von Ignia, beim Blick nach innen von ihrer aller Großen Mutter Mamaja.
Leise summte sie vor sich hin:
Ich bin immer froh und glücklich,
gut gelaunt gelingt es richtig.
Immer hab ich die Idee,
weil ich fest und richtig steh.
Mamaja hilft in allen Fällen.
Sie leitet mich zu unsren Quellen.
Sie wirkt in mir und lässt mich streben.
Mamaja bin ich hier im Leben.
Gisa, www.gesundes-bewusstsein.de
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Patricia Monaghan: Wildkatzen-Auf dem Pfad der jungen Göttin
Patricia Monaghan legt ein frisches, modernes Göttinnenbuch vor. Es ist ein praktisches spirituelles Arbeitsbuch, das sich mit dem Mädchenaspekt der (dreifaltigen) Göttin beschäftigt und Hinweise für Mädchen bietet, wie sie Kontakt zu der Göttin erhalten können und diese Aspekte und Themen auch in ihrem Leben umsetzen können. Es beinhaltet zwar Mythologie und Feminismus wie andere Göttinnenbücher auch, ist aber ein spirituelles – nicht analytisches –Buch – ein Praxisbuch.
Das Buch ist direkt für Mädchen geschrieben: Menschen anderen Alters (oder Geschlecht) werden nur im Vorwort direkt angesprochen. Es ist immer klar ersichtlich, dass für Mädchenbedürfnisse getextet wurde - uninteressant wird das Buch dadurch für Ältere aber nicht.!
Patricia Monaghan beschäftigt sich mit Girlpower und den Aspekten der jungen Göttin. Dazu verwendet sie Mythen aus aller Welt. Nacherzählt werden die Mythen von Luonnotar (Finnland), Kuan Yin (China), Glipsa (Nordamerika), Gestinanna (Sumer), Finola (Irland), Wakanee (Pazifik), Austrina (Baltikum), Sedna (Arktis), Pali Kongju (Korea), Sabulana (Afrika) und Artemis (Griechenland). Die Überlieferungen werden relativ wörtlich verstanden und auf den Mädchenaspekt der Göttin hin fokussiert: Es geht nicht um ein tiefes umfassendes historisch-spirituelles Verständnis der Mythen sondern um den Wert, die Kraft, ihrer wörtlichen Inhalte. Die Geschichten sind sehr energiegeladen, mitreißend und berührend. Der jeweiligen Göttinnengeschichte folgt eine kurze Erklärung zu der jeweiligen Kultur und die Herausarbeitung eines Kernthemas der Geschichte, das für die eigene spirituelle Arbeit von Interesse ist und in praktischen Tipps und Anregungen endet. Auf diese Weise werden Kraftorte und der Altar besprochen, Meditieren, Ritual und Magie, Traumdeutung, Heilungszauber, Kraftwesen, Orakeln, Schutz und Heilung, Übergangsriten, Tanz und einiges mehr. In der Gesamtheit ergibt es ein sehr anregendes, wildes Arbeitsbuch.
„Wildkatzen“ ist vom Arunverlag nur übersetzt worden, es ist kein original deutschsprachiges Werk. Zwar ist der amerikansiche Ursprung beim Lesen sichtbar, aber gerade von typischen us-amerikanischen Büchern hebt es sich erfreulich deutlich ab, indem es eine differenziertere Sicht beinhaltet und weniger vorgegebene Regeln als andere Werke. So weist zum Beispiel Patricia Monaghan deutlich darauf hin, dass die dreigestaltige Göttin nur eine von mehrere möglichen Sichtweisen ist und nicht zwingend eine historische Wahrheit. Patricia Monaghan gibt viele Hinweise, was eine „Wildkatze“, wie sie junge Frauen auf dem Pfad der jungen Göttin nennt, tun könnte., diese Hinweise sind allerdings mit „was eine Wildkatze tun _sollte_“ übertitelt. Dies ist jedoch trotz des missverständlichen „sollte“ eher als Vorschlag zu verstehen als als Vorschrift. Die Ritualhinweise sind überzeugend und mit einer starken Betonung der eigenen Individualität und Kreativität. Nur das Kapitel über die Sexualität fand ich an einigen Stellen kritikwürdig, wird dort ausschließlich und unreflektiert von Heterosexualität ausgegangen und auch Kinder bekommen als fast schon zwingende Lebensphase einer Frau verstanden. Aber von dieser einen Stelle abgesehen, fallen die Hinweise und Anregungen positiv auf, und beinhalten viele Ansätze zum Weiterdenken und für die praktische Arbeit, sowie direkte Ermutigungen für selbständige und selbstbewusste junge Frauen.
Fazit: Ein grandioses Geschenk für Mädchen! Aber auch auf Ältere dürfte die göttliche Girlpower überspringen. Es ist eine schöne Grundlage für den Kontakt mit dem Aspekt der jungen Göttin, sehr energiegeladen und inspirierend!
Patricia Monaghan: Wildkatzen-auf dem Pfad der jungen Göttin; Arun-Verlag 2003; ISBN 978-3935581349; Antiquarisch erhältlich
jana
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Cheryl Benard/Edith Schlaffer: Let´s kill Barbie - Wie aus Mädchen tolle Frauen werden
Zu der Zeit, als es noch eine Frauenbewegung gab, waren die Bücher von Cheryl Benard und Edith Schlaffer gern gelesen und viel diskutiert. Mittlerweile sind sie fast vergessen. Leider sind die Themen, über die sie geschrieben haben, immer noch erschreckend aktuell.
Ein Buch, das gerade heute etwas mehr Aufmerksamkeit verdient hätte, ist „Let´s Kill Barbie“.
Die Autorinnen haben sich in ihrem Buch auf die Suche begeben nach der Realität von Mädchen und nach ihren Vorbildern. Sie analysierten Zeitschriften wie „Mädchen“ und „Bravo“, besuchten Spielwarenabteilungen und Schulen, befragten Eltern und Lehrerinnen und natürlich auch die Mädchen selbst. Ihre Themen sind nicht nur die Barbiepuppe, sondern auch Gewalt in der Schule, Diätwahn und Einsamkeit der Mädchen.
Durch das Buch wird deutlich, dass sich z. B. viele Lehrerinnen Mühe geben, die Entwicklung der Mädchen zu fördern, aber oft nicht den richtigen Ansatz finden. Probleme werden zwar erkannt, aber unbewusste Rollenmuster sind stark und hinderlich.
Aber nicht nur Kritik und Analyse enthält das Buch, sondern auch Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden. Die Autorinnen haben sich an die Hersteller von Spielzeugen und die Verleger von Mädchenzeitschriften gewandt mit Fragen und Protesten, und damit wir es ihnen leichter nachmachen können, auch gleich ein paar Adressen veröffentlicht. Weiterhin zeigen sie Möglichkeiten für Veränderungen und berichten über Frauen, die Vorbilder sein können für eine andere Lebensweise.
Spielzeug ist immer ein Spiegelbild der Realität. Wer heute durch die Spielwarenabteilung eines Kaufhauses geht, wird von Regalen mit Rosa in allen Formen geradezu erschlagen. Es gibt auch Regale in Düster-Grau mit Ritter, Tod und Teufel… völlig klar, wen die ansprechen sollen. Jungenspielzeug macht aggressiv und trainiert den Konkurrenzkampf, Spielzeug für Mädchen harmonisiert und trainiert die Sozialkompetenz, leider immer noch.
Eine geschlechtsspezifische Prägung raubt jedem Kind, egal ob Junge oder Mädchen, eine Hälfte des Menschseins, und reduziert auf Stereotypen. Niemand kann wirklich ein erfülltes Leben führen, ohne sowohl „männliche“ als auch „weibliche“ Qualitäten in sich zu entwickeln.
Hier liefert das Buch Let´s kill Barbie immer noch interessante Denkanstöße. Es hätte eine Neuauflage wirklich verdient.
Cheryl Benard/Edith Schlaffer: Let´s Kill Barbie! Wie aus Mädchen tolle Frauen werden; Heyne Verlag ISBN 978-3453129368; Antiquarisch erhältlich
Marion
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Der Schlangengesang – Göttinnenkalender
Es existieren schon tausende Kalender für Festtage der Göttin in ihren vielen Aspekten. In unserem Kalender bemühen wir uns nur Daten aufzunehmen, die historisch belegt sind. Das ist nicht so einfach. Es gibt wie gesagt viele Websites und Bücher die Termine verbreiten, aber deren Quellen sind oft zweifelhaft oder überhaupt nicht genannt. Das Auffinden und Auswerten historischer Quellen allerdings ist fast eine Lebensaufgabe.
Deshalb haben wir in unseren Kalender neben den Daten und Bezeichnungen eines Festes auch die Quelle der Daten eingetragen. Sollte jemand einen Fehler entdecken oder noch ein Fest mit einer gesicherten Quelle hinzufügen wollen, so ist sie/er herzlich dazu eingeladen.
artemisathene
Feiertage im Mai
14. Mai: Stier, Schwarzmond
Argeis: uraltes römisches Opferfest. Eine vestalische Priesterin wirft 2 menschlich geformte Binsenpuppen, die wie Greise aussehen, in den Tiber. Es gibt 2 Varianten der Erklärung: Variante 1: Als Erinnerung an vorrömische Menschenopfer für Saturn. Variante 2: um die Seelen der verstorbenen griechischen Einwanderer übers Meer nach Hause zu schicken.
Quellen: (1) und (3)
15. Mai: Zwillinge, zunehmender Mond:
Fest der griechischen Göttin Maia in Rom. Maia ist Fruchtbarkeitsgöttin, Erdgöttin und Herrin der Schätze. (Text: schlangengesang 2/04)
Quellen: (4)
17./18. Mai: 4. Tag des griechischen Mondmonats Thargelion: Opfer an Leto, die Mutter der Göttin Artemis und ihres Zwillingsbruders Apollon in Erchia.
Quelle: http://www.winterscapes.com/kharis/calendar.htm
18./19. Mai: 5. Tag des Mondmonats Thargelion, Löwe, zunehmender Mond:
Opfer für Demeter Chloe in Athen, ihr wurde an diesem Tag auf der Akropolis ein Widder als Opfertier dargebracht. Chloe bedeutet „das junge Mädchen“, „die junge Saat“ und war ein Beiname der Demeter.
Quelle: http://www.winterscapes.com/kharis/calendar.htm
19./29. Mai = 6. Tag des griechischen Mondmonates Thargelion: Beginn des zweitägigen Geburtsfestes (Thargelia) von Artemis und Apollon. Reinigungsriten. (siehe Schlangengesang 10/05)
Quelle: (5), http://www.geocities.com/medusa_iseum/library/griechkreis.html
20./21. Mai = 7. Tag des griechischen Mondmonates Thargelion, zweiter Tag des Festes Thargelia: Tag der Opfer für Artemis, Apollon aber auch die Horen (Göttinnen der Jahreszeiten) und die Göttin Selene.
Quellen: (6)
23. Mai: Jungfrau, zunehmender Mond:
Rosalia: römisches Fest zu Ehren der Venus, deren heilige Blume die Rose war. (siehe schlangengesang (3/04)
Quellen: (4), http://www.cronenburg.net/roses.htm
25. Mai: Waage, zunehmender Mond:
Tempelgründungstag der Göttin Fortuna Publica in Rom.
Quelle: (1)
28./29. Mai = 25.Tag des Mondmonats Thargelion,
Plynteria: Fest in Athen zu Ehren der Athena Polias, der Schutzgöttin der Stadt. (schlangengesang 3/04)
Quellen: (5)
31.Mai: Steinbock, abnehmender Mond: Holdatag. Der 50. Tag nach Ostara (Ostern) war der Tag der germanischen Göttin Holda. Heutzutage feiern die Christen das Pfingstfest zu diesem Termin. Auf Grund der Verbindung von Holle/Holda mit dem Brunnen als Symbol für den weiblichen Schoß der Gebärenden, wurden an diesem Tag Quellen und Brunnen besucht und geschmückt.
Quelle: Gardenstone: Germanischer Götterglaube
Ende Mai: Ambarvalia: Fest zu Ehren der römischen Göttin Ceres, mit Feldumgängen und Opfern, um die Äcker fruchtbar zu machen und Schaden von ihnen fernzuhalten.
Quellen: http://www.geocities.com/margali99maincom/TempleofCeres.html
Ende Mai: Fest der ägyptischen Göttin Nut in Nilpferdgestalt im Chonstempel in Theben. Sie wurde als Mutter aller Götter verehrt.
Quelle: http://www.land-der-pharaonen.de/Wissenschaften/body_wissenschaften.html
Festdaten ohne gesicherte Quelle:
Bei meinen Recherchen für die Feste in diesem Monat stieß ich wieder auf eine Liste an Daten, die sich von mir aber nicht durch sichere Quellen belegen ließen. Wenn jemand eine solche Quelle kennt und zitieren kann wäre ich sehr dankbar: 1. Mai, Rauni (Finnland), 4.5.oder 13.5. Sheila Na Gig (Irland), 21.5. Tefnut (Ägypten), 30.5. Frigg
Quellenangaben: (1) Ovid Fasti, (2) der römische Festkalender, Reclam,
(3) www.novaroma.org, (4) www.imperiumromanum.com,
(5) http://www.geocities.com/athens/parthenon/6670/doc/fest.html,
(6) http://www.winterscapes.com/kharis/calendar.htm
artemisathene
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Feiertage im Juni
Im antiken Griechenland waren unserem Juni im Jahr 2010 die Mondmonate Thargelion und Skirophorion zugeordnet. Skirophorion erhielt seinen Namen von dem der Göttin Demeter gewidmeten Fest am 12. Tag des Monats. Thargelia, das Geburtstagsfest der Artemis und des Apollon, gab dem Monat Thargelion seinen Namen.
Im römischen Reich war dieser Monat der Göttin Juno heilig. Aber auch die Göttin Hebe-Juventus, die personifizierte Jugend, beansprucht den Monat für sich.
Im germanischen Gebiet gab es wohl mehrere Bezeichnungen für diesen Monat; eine davon ist: „Brachet“, benannt nach der Zeit des Umbrechens der „Brache“ (= der unbestellte Acker). In alter Zeit wurde, nach der ersten Ernte, das Feld für die Wintersaat beackert. Eine weitere Bezeichnung ist Rosenmond, weil nun die Rosen blühen. Es gibt aber auch den Namen „Grasmond“, wahrscheinlich weil nun das Gras sehr schnell wächst.
1.Juni: Steinbock, abnehmender Mond:
Carnaria: Fest der römischen Göttin Carna, Beschützerin der wichtigsten inneren Organe und ihrer Funktionen. Von Ovid gleichgesetzt mit der Göttin Carda oder Cardea, der Göttin der Türangeln.
Quellen. (1), (4), schlangengesang 39/10
Fest zu Ehren der römischen Wettergötter, der Tempestates.
Quelle: (1),(3)
Festtag der Juno Moneta: Aspekt der Juno als Göttin der Ermahnungen und Ratschläge, aber auch des Geldwesens.
Quellen: (1), (4), (8)
3. Juni: Fische, abnehmender Mond:
Fest der Göttin Bellona im Rom. Als ursprünglich römische Kriegsgöttin verschmolz Bellona später mit der kleinasiatischen Göttin Ma zu Ma-Bellona. (Siehe schlangengesang 11/05)
Quellen: (1), (3), Hans Kloft: Mysterienkult der Antike
E.O. James: der Kult der großen Göttin
4./5. Juni = 4. Tag des Mondmonates Skirophorio, Fische, abnehmender Mond
Arrephoria: Fest zu Ehren der Göttin Athene in Athen, Wahl der neuen Priesterinnen
Quellen: (5), (6), (7)
7. -15. Juni: Vestalia: Fest der römischen Göttin Vesta. Göttin des Herdfeuers und der Bäckergilde, aber auch des „Heils“ der Menschen und des Staates.
Quellen: (1), (2), (4)
8. Juni: Stier, abnehmender Mond:
Fest der Göttin Mens: römische Göttin der Vernunft, des Verstandes und der Geisteskraft.
Quellen: (1), (3), (4)
11. Juni: Stier, abnehmender Mond:
Matralia: Fest der Mater Matuta: römische Göttin der Fruchtbarkeit, der Geburt, der Kindererziehung, aber auch des Sonnenaufgangs und des frühen Tageslichts.
Quellen: (1), (2), (4)
Fest der römischen Göttin Fortuna Redux: die Göttin der glücklichen Heimkehr. Damit ist sowohl die Heimkehr nach einer Reise wie auch besonders nach einem Krieg gemeint. Deshalb wird sie auch oft wie eine Amazone dargestellt: mit Helm und entblößter Brust.
Quellen: (3), (4)
Festtag der Fortuna Virgo: ihre hölzerne Statue im Tempel war vollständig verhüllt.
Quelle: (1)
Tempelgründungstag der römischen Göttin Concordia: Göttin der Eintracht.
Quelle: (1)
13. Juni: Krebs, zunehmender Mond:
Quinquatrus Minusculae: Fest der Tibicines (der Flötenspieler) zu Ehren der römischen Göttin Minerva. Sie durften an diesem Tag auf dem Capitol speisen. Außerdem war es ein Feiertag der Lehrer und ab dem 4.Jhd n.u.Z. dann auch ein Tag für Schulfeste.
Quellen: (1), (2)
Festtag der Göttin Epona/Rhiannon/Macha: keltische Göttin der Pferde, Reiter und Stallbesitzer. Artikel zu Epona im Schlangengasang 3/04
Quellen: Z.E.Budapest: das magische Jahr
13./14. Juni = 12. Tag des griechischen Mondmonates Skirophorion, Krebs, zunehmender Mond
Skira: Fest der griechischen Frauen zu Ehren der Göttinnen Athene, Demeter, Persephone und der Götter Poseidon, Zeus und Helios. Den Göttern wurden Opfer gebracht, um die Felder der Bauern vor der sengenden Sommerhitze zu bewahren.
Quelle: (5), (6), (7), http://winterscapes.com/kharis/calendar.htm
19. Juni: Waage, zunehmender Mond: Gründungstag des Minervatempels auf dem Aventin in Rom.
Quelle: (1)
21. Juni: Skorpion, zunehmender Mond:
Fest der keltischen Göttin Aine: Diese Göttin des Feuers, der Quellen und Seen und des Viehs wird zur Sommersonnenwende mit einer Lichterprozession gefeiert.
Quellen: die keltische Zauberin, Edain Mccoy
http://www.werbeka.com/bibliote/500tal/510bcd.htm
Fest der germanischen Sonnengöttin Sunna. Feier mit dem Sonnwendfeuer und dem Brauch das Vieh durch den Rauch des Feuers zu treiben, um damit die Gesunderhaltung der Tiere zu fördern.
Quelle: Gardenstone, Germanischer Götterglaube
Neuheidnisches Fest Litha: Herkunft unbekannt. Wahrscheinliche Theorie: aus dem englischen Sprachraum, denn die angelsächsischen Monatsnamen zeigen eine gewisse Übereinstimmung, da heißt der Juni Ærra Liða = Earlier Litha und der Juli Æfterra Liða = Later Litha. Ein Göttinnenbezug besteht scheinbar nicht.
Quelle: http://www.gadarg.org.uk/essays/e007.htm
24. Juni: Schütze, zunehmender Mond:
Fest der Fors Fortuna bzw. Fata. Die römische Schicksalsgöttin war sowohl für Glück als auch Unglück zuständig, hatte aber auch einen starken Muttergöttin-Aspekt.
Quelle: (1), (4)
Festdaten ohne gesicherte Quelle:
Bei meinen Recherchen für die Feste in diesem Monat stieß ich wieder auf eine Liste an Daten, die sich von mir nicht durch sichere Quellen belegen ließen. Wenn jemand eine solche Quelle kennt und zitieren kann, wäre ich sehr dankbar: 4.6. Sheila Na Gig, 14.6. Geburtstag der Musen, 20.6. Ix Chel, Cerridwen
Quellenangaben: (1) Ovid Fasti, (2) der römische Festkalender, Reclam,
(3) www.novaroma.org, (4) www.imperiumromanum.com,
(5) http://www.geocities.com/athens/parthenon/6670/doc/fest.html,
(6) http://www.geocities.com/medusa_iseum/library/griechkreis.html
(7) http://www.numachi.com/%7Eccount/hmepa/calendars/696.html
(8) http://home.scarlet.be/mauk.haemers/collegium_religionis/calendar.htm
artemisathene
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Feiertage im Juli
Nach dem griechischen Mondkalender wäre dieser Juli zwischen den Mondmonaten Skirophorion und Hekatombaion aufgeteilt. Hekatombaion erhielt seinen Namen von einem großen, öffentlichen Opfer bei dem wohl ursprünglich 100 Rinder (eine Hekatombe) geopfert worden waren. Skirophorion erhielt seinen Namen von dem der Göttin Demeter gewidmeten Fest am 12. Tag des Monats.
In Rom wurde dieser Monat nach Julius Caesar benannt, ursprünglich aber hieß er Quinctilius, der 5.Monat ab März.
Im germanischen Kulturkreis hieß der Juli Heuert, nach der Heuernte in diesem Monat. Die in diesem Monat gefeierten Feste waren laut Gardenstone´s germanischer Götterglaube: das Fischfest zur Erneuerung der Verbindung zwischen den göttlichen Wesen des Wassers und den Menschen, das Hausfest, bei dem es um die Wiederherstellung der Häuser vor dem kommenden Herbst und Winter ging und das Heufest am letzten Juli-Wochenende.
1.Juli: Fische, abnehmender Mond:
Fest der Göttin Felicitas: römische Personifikation des Glücks. Sie wird auch mit Juno gleichgesetzt. Der 1. Juli war der Einweihungstag des Tempels der Felicitas in Rom.
Quellen: (4), (7)
2./3. Juli = 1.Hekatombaion, Fische, abnehmender Mond: Eiseteria: Fest für die griechische Göttin Athena Boulaia, bzw. Zeus Boulaios, Athena in ihrer Funktion als Ratgeberin.
Quelle: (5)
5. Juli – 7.Juli: Nonae Caprotinae: Fest der Göttin Juno Caprotina. Auch bekannt als das „Feigen-Fest“, es weist auf Junos Rolle als Fruchtbarkeitsgöttin hin. (Siehe schlangengesang 3/04)
Quellen: (2), (7)
5./6. Juli = 4.Hekatombaion, Löwe/Jungfrau, zunehmender Mond: Aphrodisia: Fest der griechischen Göttin Aphrodite Pandemos und Aphrodite Peitho. (siehe Text schlangengesang 4/04)
Quellen: (5), (6)
8.Juli: Zwillinge, abnehmender Mond:
Vitulatio: Festtag einer römischen Göttin mit Namen Vitula. (mehr dazu siehe schlangengesang 03/04)
Quellen: (3), (7)
12./13. Juli = 12.Hekatombaion: Löwe, zunehmender Mond
Kronia: Fest zu Ehren der griechischen Göttin Rhea und des Gottes Kronos. (mehr dazu schlangengesang 4/04)
Quellen: (5), www.winterscapes.com
13./14. Juli = 21. Hekatombaion: Löwe, zunehmender Mond
Artemisia: Fest für die griechische Göttin Artemis.
Quelle: (5), (6)
14. – 19. Juli: ägyptisches Fest der Nilschwämme (Epagomenen= 5 eingeschaltete Tage um das Mondjahr an das Sonnenjahr anzupassen). Sie wurden repräsentiert durch die Geburtstage der Götter: Osiris, Horus, Seth, Isis und Nephtys, den fünf Kindern der Göttin Nut.
Quelle: http://www.harfners.de/fest1.htm
15. Juli: Jungfrau, zunehmender Mond: Fest der Voodoo-Göttin Erzuli in Port Au Prince, Hawai. Sie ist eine Göttin der Liebe, der Leidenschaft und des Wohlstandes.
Quelle: http://people.tribe.net/michaelmanion/blog/7316ba66-7f0f-4b86-8c94-f226c46cf4a1
16./17. Juli und 17./18. Juli = 15./16. Hekatombaion: Jungfrau/Waage, zunehmender Mond
Synoikia: Fest zu Ehren der Athena Polioikos. Gründungsfest der Stadt Athen. Ebenso wurden Opfer gebracht für Zeus und Eirene, die Friedensgöttin
Quelle: (5), (6)
17. Juli: Waage, zunehmender Mond:
Geburtstag der ägyptischen Göttin Isis, Mutter-Göttin und All-Mutter
Quellen: Göttinnen großer Kulturen, Vera Zingsem
18. Juli: Waage, zunehmender Mond:
Geburtstag der ägyptischen Göttin Nephthys, Toten-, Grab- und Geburts-Göttin, Tochter der Nut und Schwester der Isis (siehe schlangengesang 4/04)
Quellen; s.17.Juli
19. Juli: Zwillinge, abnehmender Mond
ägyptischer Neujahrstag: Hochzeitstag der Isis und des Osiris
Quellen: s.17.Juli
23./24 = 22. Hekatombaion: Stier/Zwillinge, abnehmender Mond
Ponnykhis: Nachtwache mit Fackelrennen, Tanz der Jungfrauen und Spiele für die Jugend als Auftakt für die am nächsten Tag stattfindenden Panathenaia. Opferhandlungen für den Gott Eros und die Göttin Athene.
Quelle: http://www.geocities.com/athens/parthenon/6670/doc/fest.html
24./25. Juli – 30./31. Juli Große Panathenaia:
Alle vier Jahre als mehrtätgiges Fest zu Ehren der griechischen Göttin Athene stattfindend. (siehe Text schlangengesang 4/04) Geehrt wurden Athene sowie Hygieia, Göttin der Gesundheit und Medizin, Nike, Göttin des Sieges und Pandrosos, der Legende nach die erste Priesterin der Göttin Athene.
Quellen: http://www.geocities.com/athens/parthenon/6670/doc/fest.html
22. Juli: Schütze, zunehmender Mond
Einweihungsfest des Tempels der Concordia: römische Göttin der Eintracht.
Quellen: (7)
25. Juli: Steinbock, zunehmender Mond:
Furrinalia: Fest zu Ehren der römischen Erd-Mutter-Göttin Furrina. (mehr dazu siehe schlangengesang 4/04)
Quellen: (2), (7)
25./26. Juli (letztes Juli-Wochenende): Steinbock/Wassermann, zunehmender Mond/Vollmond
Heufest: germanisches Erntefest zur Heuernte.
Quelle: Gardenstone: germanischer Götterglaube
Festdaten ohne gesicherte Quelle:
Bei meinen Recherchen für die Feste in diesem Monat stieß ich wieder auf eine Liste an Daten, die sich von mir nicht durch sichere Quellen belegen ließen. Wenn jemand eine solche Quelle kennt und zitieren kann, wäre ich sehr dankbar: 6.7. Nymphe/Göttin Io (Griechenland), 10.7. Göttin Hel (germanisch), 17.7. Amaterasu (Japan), 23.7. Brigid (Irland), 27. Juli Geburtstag der ägyptischen Königin-Göttin Hatschepsut
Quellenangaben: (1) Ovid Fasti, (2) der römische Festkalender, Reclam,
(3) www.novaroma.org, (4) www.imperiumromanum.com,
(5) http://www.geocities.com/athens/parthenon/6670/doc/fest.html,
(6) http://www.numachi.com/%7Eccount/hmepa/calendars/696.4.Hekatombaion.html
(7) http://home.scarlet.be/mauk.haemers/collegium_religionis/calendar.htm
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Kontaktanzeige
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matriarchalen Jahreskreisfeste feiern können.
Außerdem möchte ich mich mit jemandem/Frauen über Bücher, Filme und anderes zum
Thema Matriarchat austauschen können.
Telefonisch bin ich unter der Nummer 069912122403 erreichbar oder per Mail:
Sylvia71@gmx.at
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Veranstaltungen
Giftpflanzen-Exkursion
Viele wundervolle Heilerfolge haben wir der
Homöopathie zu verdanken.
Einige Pflanzen sind durch ihre „Giftigkeit“ nur
bedingt in der Phytotherapie anwendbar, werden
aber durch die homöopathische Aufbereitung zu
nützlichen Helfern in der Heilkunde.
Erleben Sie die Intensität einiger Pflanzen in
einer Exkursion duch den Münchner Giftgarten.
Ich erzähle ihnen Allgemeines und Spezielles zu
einigen der dort Blühenden.
Bitte vorab Kontakt aufnehmen, um die Größe der
Gruppe einzuschätzen.
Anmeldungen bitte unter:
phyto@animali-cooking.de oder 0176-51232203
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Unkostenbeitrag: 10 Euro pro Teilnehmer
Dozentin: Ina-Lena Wähner
Phytotherapeutin & Tierheilpraktikerin
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Workshops mit Jean Kahui
Im Mai und Juni dieses Jahres wird die Keramik-Künstlerin Jean Kahui aus Neuseeland nach Deutschland kommen und ihre beeindruckenden Frauenfiguren mit Bezug zur Mythologie der Maoris zeigen. Es sind Frauen, Schöpferinnen - verbunden mit der Kraft des Feuers - fest auf dem Boden der Erde, der Mutter Erde, stehend.
Auf Einladung der Veranstalterinnen des Internationalen Goddess-Kongreß am Hambacher Schloss Ende Mai wird sie dort ihre Arbeiten zeigen und einen Kurz-Workshop anleiten.
Außerdem werden Jean Kahui und Marieluise Theile gemeinsam verschiedene Workshops geben, in denen interessierte Frauen mit Ton selbst Göttinnen- und Frauenfiguren modellieren können.
• 28. - 30. Mai - beim Internat. Kongress "Göttin - Ahnin - Große Mutter"
www.alma-mater-akademie.de
• 11. Juni bei der SommerUni von Yoni, Interkulturelle FrauenNetzwerkUniversitas
www.frauenuni-dresden.de
• 13. - 18. Juni - im Frauenbildungshaus Zülpich, FrauenKörperLandschaften - GöttinnenDialoge in Ton formen, www.frauenbildungshaus-zuelpich.de
Die Arbeiten von Jean Kahui sind käuflich - eine Auswahl wird in Deutschland zu sehen sein. siehe auch www.jeankahui.net - der Kauf einer ihrer Arbeiten trägt dazu bei, Jean Kahui's Aufenthalt hier auf ein stabileres finanzielles Fundament zu stellen.
Bei Interesse an meinen Göttinnenfiguren und weiteren keramischen Arbeiten:
www.tonwerkstatt-erdreich.de/ton-goettinnen
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28.- 30. Mai.2010 Internationaler Goddess-Kongress
Internationaler Goddess-Kongress 2010
Internationaler Kongress 2010 Spiritualität und Politik
„Ihr nennt mich mit tausend Namen
und sprecht doch nur euch selber aus“
Große Mutter - Göttin - Ahnin - Großmutter
The living Goddess - Die politische Dimension weiblicher Spiritualität
Hambacher Schloss vom 28. – 30. Mai 2010
http://www.internationalergoddesskongress2010.de/index.html
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04.- 06. Juni. 2010 Sinnlichkeit - Göttin und Feen
Ein Wochenende für Frauen
mit Cassandra und Joanne Foucher
An diesem Wochenende wollen wir unsere Sinnlichkeit feiern – in unserem Leben, in unserem Körper. Oft hat man uns Frauen beigebracht, unsere Sinnlichkeit zu unterdrücken, unsere Körperlichkeit nicht zu thematisieren und unsere Sexualität nicht auszuleben. Sinnlichkeit wird aber im Körper wahrgenommen. Nur wenn wir aufhören, unsere Ratio über alles zu stellen und beginnen, Körper, Seele und Geist gleichviel Gewicht zuzugestehen, können wir frei sein und Sinnlichkeit leben.
Wir werden uns mit den archetypischen Göttinnen der Sinnlichkeit verbinden – mit Rhiannon, Loreley, Aschera und Isis, und ihre Weisheit, ihre Lehren und ihren Segen in unser Leben bringen. Wir werden im Roten Zelt die Kraft und die Sinnlichkeit unseres Mondblutes feiern. Wir werden mit Tanz und Zeremonie unsere Sinnlichkeit als Kraft- und Lebensquelle wieder entdecken und freisetzen.
Das Wochenende zielt auf Erfahren und Erleben ab – ein offenes Herz und die Bereitschaft zur aktiven Teilnahme sind deshalb wichtig. Bitte bequeme, rote Kleidung mitbringen.
Kosten für das Wochenende - inkl. Unterkunft in 25557 Oldenbüttel und gemeinsamer Verpflegung - 230 Euro
Buchung unter http://sternschnuppe-oldenbuettel.info/8rin5ics/sinnlichkeit_goettin_und_feen.ht
ml
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10.- 13. Juni 2010 Dresdner Frauen-Sommer-
Universität
Lebendigkeit braucht Wurzeln
Gutes leben – gutes Leben für Alle
- eine interkulturelle Begegnung
Lebendigkeit - was ist das für jede von uns?
Was brauchen wir, um ein sinn-volles Leben zu führen?
Was ist notwendig, um allen Menschen ein würdevolles
Leben zu ermöglichen?
Wir leben in Deutschland in privilegierten Lebensumständen
und Absicherungen. Gleichzeitig spüren viele
den Verlust von Verbundenheit und die Sehnsucht nach
Sinn im Leben und tiefer menschlicher Nähe. Wir suchen
nach Gemeinschaft, die von gemeinsamen Werten
und Ritualen getragen wird, nach spiritueller Verwurzelung.
Diese Wurzeln können uns nähren, Halt geben, unser
Wachstum fördern und uns Kraft vermitteln, auch
um uns gegen den Ausverkauf unserer Lebensgrundlagen
zu wehren. Wasser, Erde, Wärme und Atemluft können
keine Besitztümer sein. Leben und Lebendigkeit gehören
in unsere Verantwortlichkeit.
Ver-antwortung und Bezogen-sein sind Antwort auf
den Ruf des Lebens, die uns in jedem Lebewesen entgegentritt.
Gutes leben – was bedeutet das für mich?
gutes Leben – für alle: diese Forderung entsteht in immer
mehr Gruppierungen weltweit. Wir wollen in der Begegnung
mit leitenden Vertreterinnen anderer Kulturen
und spiritueller Wurzeln diese Fragen bearbeiten und unsere
Lebendigkeit feiern.
Programm
Die Vorträge/Workshops sind Engl. mit Übers.
Donnerstag, 10. 06. 10
Ab 13.00 Uhr Anreise
Begrüßung/ Zimmerverteilung /Kaffee/Tee
15.00 Feierliche
Begrüßungszeremonie für die Referentinnen
aus Samoa und Aotearoa (Neuseeland)
Begrüßung der Teilnehmerinnen
Vorstellung der Interkulturellen Frauen-Netzwerk-
Universitas e.V. und der Vorbereitungsgruppe
Einführung ins Thema: Vivir bien – GUTES LEBEN
Erstes kennen lernen
16.00 Einführung in die Arbeit mit kleinen Arbeitsgruppen:
Eigenen Erzähl-Raum gestalten
16.30 Beginn der Reflektierenden Teams
18.30 Abendessen
19.30 Fortsetzung der Reflektierenden Teams
- 21.30
22.00 Uhr gemeinsamer Tagesausklang
Freitag, 11. 06. 10
8.00 Uhr Zeit der Besinnung, Stille / Meditation
8.30 Uhr Frühstück
9.15 Uhr Tanz
9.30 Uhr Einführung in den Workshop von
Jean Kahui
Workshop mit Ton
13.30 Uhr Mittagspause
15.00 Uhr Weiterarbeit im Workshop
18.00 Uhr Abendessen
19.30 Uhr Zusammenführung des Tages im Plenum
21.00 Uhr Freies Tanzen und Musizieren oder Film
Samstag, 12. 06. 2010
Heute kommt die Frauenbuchhandlung „ Pusteblume „
mit Büchertisch
8.00 Uhr Zeit der Besinnung, Stille und Meditation
8.30 Uhr Frühstück
9.15 Uhr Tanz
9.30 Uhr Vortrag zum Tagungsthema
Taimalie Kiwi Tamasese, Samoa
anschl. Gespräch und Austausch
11.30 Uhr Schöpfungszeit mit der Referentin
12.30 Uhr Mittagessen
15.00 Uhr Vortrag und
Workshop und Gruppenarbeit
mit Taimalie Kiwi Tamasese
18.30 Uhr Abendessen
20.00 Uhr Kreativer Markt der Möglichkeiten
22.00 Uhr gemeinsamer Tagesausklang
Sonntag,13. 06. 2010
8.00 Uhr Zeit der Besinnung, Stille und Meditation
8.30 Uhr Frühstück
9.15 Uhr Tanz
Yoni-Zeit:
Wurzeln der Lebendigkeit in Yoni
Mitfrauenversammlung
Auswertung der Konferenz
Planung der weiteren Arbeit
11.15 Pause
11.30 Uhr Abschlußritual
13. 30 Uhr Mittagessen
14.00 Uhr Aufräumen / Abschied
Teilnahmebedingungen:
Teilnahmegebühr:
je nach Schlafplatz: 180,00 für Doppelzimmer gesamt
165,00 für Gemeinsch.raum oder Zelt
225,00 für Einzelzimmer
Im Preis enthalten sind folgende Leistungen:
Gemeinschaftsschlafräume oder Zelt:
25,00 € p. P. pro Nacht (begrenzte Plätze)
Doppelzimmer: 30, 00 € p. P. pro Nacht
Einzelzimmer: 45,00 € p. P. pro Nacht
Frühstück und vorzügliches ayurvedhisches Abendessen
Seminargebühren (Referentinnen) 80,00 €
Materialkosten : 10,00 €
www.frauenuni-dresden.de
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Heidelberg: Sommersonnwende am 26.06.2010
Wir feiern die Kraft der Sonne, ihre belebende Wärme und die Lebensfreude des Sommers.
Im Anschluss erden wir uns beim gemeinsamen Essen und lassen das Fest gemeinsam ausklingen.
Bitte einen Beitrag zum Essen mitbringen.
Wann: Samstag, 26.06.2010, 18:00 Uhr
Wo: bei Heidelberg
Kontakt: Nana Beginaset, nana.schlangentanz@rufdergoettin.de
Kosten: keine
Mitbringen:
- wetterfeste Kleidung (auch an Litha kann es mal regnen… J )
- einen Beitrag zum gemeinsamen Mahl
Die Feier findet unter anderem in privaten Räumlichkeiten statt und hat privaten Charakter.
Deshalb ist die Teilnehmerzahl begrenzt und Anmeldung per email mit Nennung des Namens erforderlich.
Weitere Information bekommt ihr gerne über die genannte email-Adresse.
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4.-7.07.2010 Tänzerin im Aschekreis
Angesichts der rasanten Vernichtung lebendiger Zusammenhänge und grundlegender Kommunikation;
Angesichts der Tatsache daß viele Lesben/Frauen sich noch immer vor den sogenannten „zerstörerischen“ Aspekten in ihnen selbst fürchten, und so in Ohnmacht verharren;
Angesichts der Dringlichkeit, mit der die Alten Fluchlegerinnen – Afrekte, Kali, Palden Lhamo, Percht, Skadi und Co. – nach Verkörperungen, also nach einer Kontinuität der Traditon der ALTEN rufen,
lade ich ein, euch mit der Tänzerin im Aschekreis bekannt zu machen:
im eigenen Stoffwechsel
in der sogenannten Vergangenheit
in der sogenannten Zukunft
um fähig zu werden, den kommenden Zeitenwandel sinnlich mit zu gestalten.
Bei den ALTEN Graniten, in der Nähe der Gipfel Mutta und Tödi, wollen wir uns dem Tanz aus der Asche überkommener innerer & äußerer Strukturen widmen.
Eine Unterweisung durch Ute Schiran
Vom 4.-7-Juli 2010 im Sternahaus in Graubünden
Anmeldung und detailierte information bei:
Melissa Immel, Nordstrasse 233, CH: 8037 Zürich
e-mail: melissa.immel@web.de
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03.-09.12.2010 Topografie eines weiblichen Pfades
Die sieben Richtungen des Pfades-nach-innen-ins-AllEinSein
Eine schamanische Unterweisung mit
Ute Schiran
Trink aus den vier Quellen der Winde
Speise erhältst du von Feuer & Licht
Erde bist du und kehrst zur Erde zurück
In drei Sequenzen von jeweils 7 Tagen stelle ich Lesben/Frauen als Anregung auf dem eigenen Pfad einige Ortungspunkte, Wesenheiten, Räume & Ebenen vor, die sich mir in meiner bald 36-jährigen Praxis des Pfades-nach-innen-ins-AllEinSein als richtungsweisend, mächtig und fördernd erwiesen haben.
Dieser Pfad beinhaltet:
Das Niederlegen dessen, was wir uns als Ich-Identität zusammengebaut haben;
Das Erlernen, Körper als Ortungs-& KOREspondenzKlangRaum für lebendige Berührungen zu erkennen;
Die Stärkung der elementaren, jenseits von Polaritäten angesiedelten Felder des „Weiblichen Traums“.
Die erste Sequenz der Unterweisungen kann als eigenständige Veranstaltung besucht werden.
Für die beiden nächsten Termine ist die Teilnahme an den vorangegangenen Seminaren Voraussetzung.
Die hier angegebenen Termine und Orte sind voraussichtliche Daten. Die endgültigen Termine und Veranstaltungsorte sind bis spätestens Anfang April 2010 bekannt. Die Reihe beginnt im Winter 2010/2011.
Termin I: Trink aus den vier Quellen der Winde
3.-9.12.2010 Honorar 420.-Euro dazu kommt Unterkunft + Vollwertverpflegung
Termin II Speise erhältst du von Feuer & Licht
2.-8.Juni 2011 Honorar 380 Euro, dazu kommt Unterkunft + Vollwertverpflegung
Termin III Erde bist du und kehrst zur Erde zurück
2.-8.12.2011 Honorar 380 Euro, dazu kommt Unterkunft + Vollwertverpflegung
Bei Interesse an der Veranstaltungsreihe, bitte an die unten angegebene Adresse/mail-adresse schreiben.
Anmeldung bei:
info@ute-schiran.de oder meiner Postadresse: Ute Schiran, poste restante,
7630-536 Saõ Martinho das Amoreiras, Portugal
Nach der Anmeldung erhältst du eine genaue Information wie’s dann verbindlich weitergeht.
Anmeldeschluss für die Sequenz I: Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche 2010
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Impressum
Schlangengesang – der Rundbrief für Göttinnenspiritualität wird von keiner Organisation herausgegeben, sondern von Privatpersonen, die sich zu diesem Zweck zusammen fanden.
V.i.S.d.P.: Nora Bugdoll, Holzkircher Str. 12, 13086 Berlin
Bilder:
Schlangengesanglogo von Distelfliege
Zierelemente von Aruna, Caitlin, Jana, Lilia, Marion
Fotos: artemisathene, Marion
Foto 41_Isis-Persephone.jpg von Wolfgang Sauber
Foto 41_persephone.jpg von Ealdgyth
Foto 41_Koren_GR-Athen_Akropolis_.jpg von btr
Foto 41_Amme_mit_gewickeltem_Kind.jpg von Ralph Frenken
Foto 41_Baby-kokon11.jpg von Produnis
Foto 41_Magdalenenberg_collier.jpg von Flominator
Foto 41_Amber_Bernstein_many_stones.jpg von Lanzi
Foto 41_Dragon_dominican_blue_amber.jpg von The Singularity
Fot 41_giftgarten.jpg von Ina Lena Wähner
Foto 39_schiran.jpg von Ute Schiran
Foto 40_ausstellung.jpg von Jean Kahui
Foto 40_feuerfrauen.jpg von Jean Kahui
Runengrafiken: Lilia
Gemälde Feuerfrau: Gisa
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