| Hallo ,
wir begrüßen alle unsere LeserInnen zu unserer kombinierten Herbst- und Winterausgabe. Diesmal haben wir uns vom Mais inspirieren lassen. Außerdem gibt es noch zwei Portraits von interessanten Künstlerinnen: Niki de Saint Phalle und Ondine Valmore, sowie Gedichte, Rezepte, Basteltipps und einen Besuch auf dem Lichtermarkt als Schmankerl.
Da das Redaktionsteam leider nach wie vor unterbesetzt ist und sich die Arbeit somit auf wenige Köpfe verteilt, erscheint hier noch einmal unser Hilferuf:
Wer Zeit und Engagement für den Schlangengesang opfern will, ist herzlich eingeladen unser Team zu verstärken!
Passend dazu soll es 2010 wieder einige interessante Themenausgaben geben. Damit ihr hoffentlich Lust bekommt, uns eure Beiträge zu schicken, wollen wir hier einen Überblick liefern: Wir befassen uns im nächsten Jahr mit den Lebensphasen der Frau. Dabei stehen nicht nur die persönlichen Lebensphasen im Vordergrund, sondern auch der Bezug zur großen Göttin bzw. zu den Göttinnen, die diesen Aspekt vertreten. Wir planen eine Ausgabe zum Thema Schwangerschaft und Geburt zu Beginn des Jahres, dann wird eine Themenausgabe der Kindheit und Pubertät gewidmet sein, eine weitere dem weiten Feld Liebe, Partnerschaft, Familie und die Vierte thematisch passend, den Wechseljahren und dem Übergang zum Aspekt der "weisen Alten". Wenn ihr also zu einer dieser Themenausgaben oder sogar zu allen etwas beitragen wollt, dann nur zu! Frisch ans Werk!
Euer Schlangengesang-Team
Annika, artemisathene, Esmerelda, Lilia, Marion, MedeaLaLuna
Inhaltsverzeichnis
Göttin:
- Die Maisgöttin
Pflanze:
- Mais
Praktisches:
- Winterrezepte
- Basteltipp: Popcorngirlande
Aufgelesen:
- Buchrezension: Das etwas andere Runenbuch
- Gedicht: Kürzere Tage
Starke Frauen:
- Niki de Saint Phalle
- Ondine Valmore
Aktuelles:
- 10. Lichtermarkt
Kalender:
- Der Schlangengesang – Göttinnenkalender
- Feiertage im Dezember
- Feiertage im Januar
Veranstaltungen:
- Veranstaltungen
Impressum / Schlangengesanginfos / Kontakt / Abmelden
Die Maisgöttin
Mais spielt in allen Kulturen des Amerikanischen Kontinents, besonders aber in Südamerika, von Alters her eine besondere Rolle (siehe Pflanzenportrait). Insofern ist es nicht verwunderlich, dass der Mais auch vergöttlicht wurde. Alle alten Kulturen der Region kennen eine Maisgöttin, manchmal gibt es auch einen Maisgott. Es gibt diverse unterschiedliche Göttinnen mit verschiedenen Namen, immer jedoch haben sie eines gemein, sie alle sind Fruchtbarkeitsgöttinen, deren „Opfertod“ die Menschen nährt.
Chicomecoatl (Sieben Schlangen) war bei den Azteken die Göttin der Erde und des Mais. Xilonen ist der Jungfrauenaspekt der Maisgöttin. Sie erscheint als junger Mais und Göttin des Überflusses. Als Erwachsene verwandelt sie sich in Chicomecoatl.
Als Greisin wird sie Ilamatecuhtli genannt.
Centéotl heißt die Maisgöttin in Mexiko, wo ihr noch heute ein farbenfrohes Fest, die Guelaquetza, gewidmet ist. Es ist umstritten, ob es sich bei Centéotl um eine Göttin oder einen Gott handelt. Möglich ist auch, dass dieser Gottheit kein Geschlecht eindeutig zugeordnet wurde. Heute wird zumindest während des Guelaquetza-Festes in Oaxacas (Mexico) aus den weiblichen Teilnehmern eine Maisgöttin gewählt.
Patricia Monaghan erzählt in The New Book of Goddesses and Heroines, dass in Nordamerika die Maisgöttin bei den Pawnee und ihrem Nachbarstamm den Arikara Uti Hiata (Corn Maiden = Maisfrau) genannt wird. Aber auch die Stämme der Cheyenne, Mandan, Hidasta, Abnaki, Cherokee und Huron, sehen in der Maispflanze eine Göttin.
Von dem Volk der Maya wird hingegen berichtetet, dass es einen Maisgott gehabt habe. Sein Name soll Hun-Ye-Nah („ein Mais“) gewesen sein.
Wollen wir uns den einzelnen Mythen näher zuwenden:
Chicomecoatl (Sieben Schlangen) ist eine von vielen aztekischen Fruchtbarkeitsgöttinnen. Als ihr Gatte wird Tezcatilopoca (rauchender Spiegel) bezeichnet, der Gott der Nacht, der Kälte und des Nordens, der sowohl Krieg und Zerstörung bringen konnte, wie auch Ruhm und Wohlstand. Er war an der Erschaffung der Welt beteiligt und wurde von den Azteken gefürchtet.
Im Tonalamatl, dem Wahrsage-Kalender der Maya, Azteken und vermutlich auch der Inka wird Chicomecoatl der vierte und der elfte der 13 Monate (a 20 Tagen) unterstellt. Ihre Priester wurden bei allen wichtigen Ereignissen in diesen Monaten um Rat gefragt und aus den Opfern an die Göttin wurde die Antwort auf gestellte Fragen interpretiert.
Dargestellt wird Chicomecoatl in der Bilderschrift der Azteken mit einem spezifischen Kopfschmuck, der einen Tempel darstellen soll. In ihren Händen hält sie häufig Maiskolben. Ihre Haut ist rot gefärbt und im Gesicht ist meistens eine rituelle Linienbemalung zu sehen. Es gibt für Chicomecoatl drei verschiedene Darstellungen im Schriftbild: als Mädchen, das Blumen trägt, als Frau, deren Umarmung den Tod bringt oder als Mutter mit der Sonnenscheibe als Schild.
Wie in der aztekischen Kultpraxis üblich, wurden auch der Maisgöttin Menschenopfer gebracht. Im April wurde der Maisjungfrau Xilonen (sprich „shelo-nen), wörtlich übersetzt „die Haarige“ (wegen des haarigen Maisbartes der unreifen Maiskolben), ein jungen Mädchen geopfert. Das junge Mädchen wurde ertränkt. Das dazugehörige Fest hieß Hueitozoztli. Der Name Xilonen wurde im vorspanischen Mexiko Synonym für ein weibliches Menschenopfer. Als Xilonen trägt die Maisgöttin einen rechteckigen Kopfschmuck und Maiskolben in den Händen. In manchen Quellen wird sogar von mehreren Mädchenopfern im Jahr für Xilolen berichtet. So wird ein weiteres Opfer im Juni und noch eines im September erwähnt. Das Septemberopfer soll sehr grausam und blutig gewesen sein. Köpfen, ausbluten lassen und Häuten standen auf dem Ritualprogrammzettel.
Im September weihte man den Tempel der Chicomecoatl, als Göttin des reifen Maiskorns, mit Schmuckgirlanden aus Maiskolben und segnete die geernteten Maiskörner.
Über die Darstellung von Ilamatecuhtli, dem Aspekt der weisen Alten Maisgöttin, ist nichts Näheres herauszufinden gewesen.
Centéotl wird die Maisgöttin bei den Zapoteken und wohl auch den Mixteken genannt. Diese Urbevölkerung Mexikos lebte um zwischen ca. 800 und 1500 n.u.Z. als Vorläufer- bzw. Nachbarkultur der viel bekannteren Azteken und Maya. In der Region Oaxaca, einer Bergregion in Mexiko wird das Fest der Maisgöttin Centéotl noch heute farbenprächig gefeiert. Das Fest findet an den beiden letzten Montagen im Juli statt. Es heißt „Guelaguetza"-Fest, was so viel heißt wie „Geben und Nehmen“ oder aber „Geschenkfest“. Die indigenen Göttinnen und Götter, wie auch Centéotl, werden mit Opfergaben bedacht und auch die Festbesucher werden von den Einheimischen beschenkt. Es gibt Vorführungen und Tänze aus sieben Regionen des Bundesstaates Oaxaca. Außerdem gibt es Straßentheater, Puppentheater und Feuerwerk. Früher galt dieses Fest einzig der Maisgöttin Centéotl, der wichtigsten Göttin des Pantheons. Heute erinnert noch die Wahl eines Mädchens zur „Maisgöttin“ an die alte Vegetationsgöttin. Gewählt wird ein Mädchen aufgrund ihrer Schönheit und der authentischen prachtvollen Tracht.
Corn Maiden oder Maisfrau wird die Maisgöttin bei den nordamerikanischen Indianern genannt.
Die Cherokee sehen in ihr die erste Frau. Nachdem „der Schöpfer“ den Mann und die Tiere geschaffen hatte, stellte er fest, dass der Menschenmann alleine war und eine Partnerin brauchte. Aus dem Herzen den träumenden Mannes wuchs eine Maispflanze, die sich in eine wunderschöne Frau verwandelte. Sie lehrte den Mann aus Mais Brot und andere wichtige Nahrungsmittel herzustellen.
Bei den Pawnee wird die Maisgötton Uti Hiata genannt. Nach einer Flut pflanzete der Himmelsvater Nesaru Maispflanzen. Aus ihnen entwickelten sich die ersten Menschen. Er schickte Uti Hiata auf die Erde, um als Hebamme bei der Geburt der vielen Menschen zu helfen. Weil Uti Hiata zunächst niemanden fand, wanderte sie lange Zeit über die Erde. Schließlich wurde sich von einem Donner gefangen genommen und unter der Erde versteckt. Dort tat sich Uti Hiata mit den Erdbewohnern zusammen, mit Hilfe von Maus, Maulwurf und Dachs grub sie sich an die Oberfläche durch. Die Maisgöttin lehrte von nun an die Menschen die Geheimnisse des Lebens, der Magie, des Ackerbaus und der spirituellen Rituale. Als sie sicher war, dass die Menschen nun in Wohlstand und ohne Hunger leben konnten, verließ Uti Hiata die Erde und ließ die Zeder, als ihr Symbol zurück.
Die Irokesen erzählen folgende Legende von der Maisgöttin: Als die Menschen hungerten und nur von gesammelten Beeren und gejagtem Wild lebten, geschah es, dass eine alte Indianerfrau an einem Fluss einen eigenartigen Gesang hörte. „Schön und fein, fein und schön, sind die Felder, wo ich wachse und blühe!“ Dann wurde die Alte aufgefordert auf das Wasser hinaus zu rudern. In der Mitte des Flusses sah sie einen riesigen Biber, der ein wunderschönes Mädchen trug. Dieses Mädchen sprang zu der alten Frau ins Kanu und beide ruderten an Land. Kaum an Land schickte die junge Frau die Alte ins Dorf zurück und trug ihr auf am kommenden Morgen erneut zum Ufer zu gehen. Die alte Frau tat wie ihr geheißen und kam am kommenden Morgen an den Fluss. Dort fand sie an der Stelle, an der am vorherigen Tag das junge Mädchen von Bord des Kanu gesprungen war, einen Maiskolben. Die Alte nahm den Maiskolben und trug ihn zu ihrem Wigwam. Dort hängte sie ihn über ihr Feuer. Im Traum erschien ihr die junge Frau und bat sie: „Es ist mir zu heiß über deinem Feuer! Aber nimm mich und pflanze meine Samen in die Erde!“ Die alte Frau pflanzte den Mais. Nachts erschien ihr erneut das Mädchen und sprach: „Ich bin Mais. Ich bin gekommen um euch alle zu ernähren. Kümmert euch gut um mich! Wenn ich reif bin, sammelt mich ein und mahlt Mehl aus mir. Backt Brot aus meinem Mehl und esst mich! Teilt mich großzügig mit den anderen Menschen. Ich werde euch stark machen!“ Die alte Frau machte es genau wie die Junge gesagt hatte. Im Herbst erntete sie den Mais und gab den Familien von den Maiskörnern für die eigene Aussaat. Die Familien waren glücklich, sie aßen das Brot gemeinsam und tanzten und sangen zu Ehren der Maisgöttin, die ihre Weisheit mit ihnen geteilt hatte. Da hörten sie noch einmal die Stimme der Maisgöttin über das Wasser schallen, sie klang traurig: „Passt auf, passt auf, auf die „gute Erde“ die mich ernährt! Ich bin die Frucht der Erde! Ich leide! Verschwendet mich nicht, vergiftet mich nicht!“ Die alte Frau begann zu weinen, denn sie konnte in die Zukunft sehen. Sie sagte:
„Mais ist heilig, alles was wächst ist heilig! Aber ich warne euch, es wird eine Zeit kommen, in der die Söhne unserer Söhne das vergessen. Dann werden Hunger und Leid auf die Erde zurückkehren. Es wird nicht enden, bis – nicht eher als – deren Enkelkinder diese Lektion erneut lernen werden – die Lektion, die wert ist, dass man sich an sie erinnert: wie man die Erde lieben und respektieren soll!“
(Aus "The Tree in the Moon and Other Legends of Plants and Trees - Cambridge Books for Children bzw. http://www.planet-diversity.org/storiesandvideos/the-corn-maiden.html)
Es gibt noch zahlreiche indianische Legenden über die Maisgöttin. Interessant ist eine Variante, in der die Maisjungfrau von dem Herren des Winters entführt und eingesperrt wird. Ähnlich der Persephone/Demeter-Legende, lässt sie der Wintergott wieder frei nach einem Kampf mit dem Sommergott. Beide Männer setzten sich schließlich zusammen und beschließen, dass sie den Sommer auf der Erde beim Sommergott verbringt, den Winter aber versteckt beim Wintergott.
Sicherlich gibt es noch viel mehr zu sagen über die interessante Maisgöttin und ihre Legenden und Sagen, aber vielleicht macht ihr euch ja selbst auf die Suche nach ihr? Wie wäre es mit einem Tortilla-Essen heute abend? Oder einem Maiskolben in Butter? Sicher werdet ihr SIE auch bei euch finden können!
Quellen, Literatur und Links:
Die Göttin, Shahurukh Husain
http://de.wikipedia.org/wiki/Chicomecoatl
http://www.brasilienmagazin.com/nachrichten/15302/Mexiko-Explosion-der-Farben-La-Guelaguetza-in-Oaxaca.html
http://treff3.net/?p=3690&lang=de
http://www.altogether.com/patricia/works.html
http://www.ilhawaii.net/~stony/996myths.html
http://www.planet-diversity.org/storiesandvideos/the-corn-maiden.html
artemisathene
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
 
Der Mais
Als Kind habe ich bei meinen Großeltern, die erste Bekanntschaft mit dem Mais gemacht. Er stand da, beutelweise, und war als Futter (neben Weizen, Kartoffeln, Haferflocken und Brotresten) für die Hühner gedacht. Doch ich liebte es, diese Körner zu knabbern. In meiner Familie, ja in meinem Umfeld überhaupt wurde kein Mais als Gemüse gegessen, das habe ich erst viele Jahre später kennen gelernt, und seit dem mag ich ihn sehr.
In vielen indigenen Völkern gilt Mais als Göttergabe, z.B. die oberste Gottheit der Maya hieß Hun Nal Yeh (Hun=Eins, Nal=Maiskolben, Yeh=anbieten, zeigen). In Peru und Mexiko sind Maiskolben noch heute eine beliebte Opfergabe, hängt man sie über das Bett von Kranken, besonders kranken Kindern, vertreibt der gute Geist des Maises die schlechten Energien. Die mexikanischen Schamanen, Curanderos, nutzen den Mais u.a. als Orakel. Durch die verschiedenenfarbigen Körner, können sie z.B. Krankheiten erkennen..
Im Tal von Tehucán (Bundestaat Puebla, Mexiko) gab es Ausgrabungen, durch die sich die Geschichte des Maisanbaus dort rekonstruieren lässt. Funde, die ca. 7000 Jahre alt sind beweisen, dass schon die damaligen Bewohner des Tales, halbsesshafte Jäger und Sammler, Teocinte (ein Wildmais) aßen. Weiterhin fanden sich bei Ausgrabungen verkohlte Reste von 4,5 cm langen, abgenagten Maiskolben, diese sind ca. 5.500 Jahre alt. Man geht davon aus, dass die Bewohner dieser Gegend schon damals mit dem Anbau von Nutzpflanzen, wie Mais, begonnen haben. In der gleichen Höhle, nur an einer anderen Stelle, fanden sich Maiskolbenreste, die aus einer ca. ein Jahrtausend späteren Ernte stammen, und schon eine Länge von 11 cm hatten. Noch ein Jahrtausend später, etwa 1500 vor unserer Zeitrechnung hatte der Mais dann die heutige Größe und das heutige Gewicht erreicht.
Mit dem Mais haben die Ureinwohner eine Wunderpflanze gezüchtet. Er wächst in feucht-heißen Küstengegenden am Golf und am Pazifik genauso gut wie im trockenen Hochland. Im Laufe der Zeit entwickelten sich ca. 40 verschiedene Maissorten, welche sich in Form, Größe und Farbe total unterscheiden. Ja, selbst die Wachstumsbedingungen sind unterschiedlich.
Es gibt weiße, gelbe, rote, orangene, blaue, schwarze und gesprenkelte Sorten.
Der Mais und der Mensch förderten sich gegenseitig in ihrer Entwicklung, denn je höher die Maiserträge waren, desto größer wurde der Maisanteil in der Ernährung, und da reichte es dann nicht mehr aus, nur sporadisch den Mais anzubauen. Die Menschen mussten dazu sesshaft werden, so rodeten sie Flächen, legten Felder an, entwickelten Werkzeuge und Methoden um ihre Felder be- bzw. je nach Lage, zu entwässern. Sie bauten Höhlen oder Hütten um den Mais zu lagern und wohnten, meist bis heute, mit dem Mais zusammen.
Bis 1521, als die Spanier kamen, war der Maisanbau eine harte Arbeit, denn die Bauern kannten keine Werkzeuge aus Metall, keinen Pflug, keine Egge und keinen Karren. Mit einem Holzstab drückten die Bauern Löcher in die Erde und legten die Saat einzeln hinein. Bei der Ernte dann, wurden die reifen Maiskolben abgebrochen und in Kiepen (Rückenkörben) nach Hause getragen. Bevor wieder neu gesät werden konnte, wurden die inzwischen vertrockneten Pflanzen abgebrannt und die Asche vergraben. Die Anbaumethoden haben sich bis heute, in armen Bergregionen, kaum verändert, nur dass die Bauern statt eines Holzstabes jetzt einen Eisenhaken benutzen und das manche einen Esel haben, der ihnen die Körbe trägt.
Das heilige Buch der Quiché-Maya, as Popul Vuh, erzählt die Geschichte wie die Götter aus Maisbrei die Menschen formten:
Die Götter wollten jemanden haben, der sie anbetet und verehrt. Nachdem sich herausstellte, dass die Tiere das nicht tun, begannen sie mit der Schöpfung des Menschen. Beim ersten Versuch nahmen sie Schlamm, doch das erwies sich nicht als haltbar genug, denn sowie es feucht oder gar nass wurde, wurden sie wieder zu Schlamm.
Jetzt nahmen sie Holz, doch diese Wesen hatten keinen Verstand und keine Gefühle. Ihren Fehler erkennend schickten die Götter eine große Flut, die die meisten dieser Geschöpfe vernichtete. Die Überlebenden gelten als Vorfahren der Affen.
Doch die Götter gaben nicht auf. Sie nahmen Maisbrei und vermischten ihr Blut damit, und erschufen so den Menschen. Die verschiedenen Farben des Mais gelten als die verschiedenen Hautfarben des Menschen.
Chicomecóatl ist die Göttin der Nahrung und der Fruchtbarkeit, Maisgöttin - die Frau von Tezcatlipoca, sie ist die aztekische Maisgöttin. Vor Erntebeginn wurde von den Azteken ein Fest zu Ehren von Xilonen (eine Namensvariante von Chicomecoatl) gefeiert, welches mehrere Tage dauerte. Als Höhepunkt wurde der Göttin ein Mädchen geopfert.
Auch in der Kunst hat der Mais seinen Platz. Riesige Marienbilder werden zu Volksfesten aus buntem Mais gelegt und auch Diego Rivera hat in fast jedem seiner Wandgemälden Maiskolben verewigt.
Inzwischen ist der Mais aber auch zum Politikum geworden. Große Konzerne wie z.B. Monsanto lassen sich den Mais, der von den Ureinwohnern Mexikos gezüchtet wurde, patentieren und entwickeln Sorten die sich nicht mehr zur Wiederaussaat eignen. Das bedroht die Artenvielfalt des Mais sehr.
Aber Mais wird nicht nur als Nahrungsmittel. genutzt, er ist Lieferant für Stärke und Öl, er ist Basis für Alkohol, Biosprit und Antibiotika. Die Blätter, Stängel und Wurzeln können als Tierfutter oder auch als Bodendünger dienen.
In Europa und in den USA machen Treibstoffhersteller aus Mais Biosprit. Durch die so leergekauften Märkte steigen die Preise.
Mit den Pflanzenblättern und denen des Kolbens werden Zigarren umwickelt und sie dienen zur Herstellung von Papier, ebenso kann man damit Nahrungsmittel einpacken. Einen harntreibenden Tee kann man aus den Maishaaren kochen. Olotes (entkernte Maiskolben) können als Brennmaterial dienen, man kann mit ihnen aber auch den Maisteig für die Tortillas verlängern. Aus den Olotes kann man auch Werkzeuge herstellen, z.B. Maiskentkörner, Glättgeräte für Töpfereien. Aus ihnen kann auch Toilettenpapier hergestellt werden.
Die Christusfiguren aus Michoacan werden aus Maisstängel hergestellt. Kinder basteln aus den unterschiedlichsten Teilen des Mais Flugzeuge, Vögel, Drachen, Autos und Puppen.
In vielen Gemüsegerichten ist Mais, ebenso in Suppen, Nachspeisen, Keksen und in Brot. Im Museo Nacional Cultura Populares gibt es ein Buch in dem mehr als 600 Maisrezepte stehen. Wahrscheinlich ist die Anzahl der Maisgerichte unendlich. Am bekanntesten sind die Maisfladen, die Tortillas. Es heißt die Tortilla ist das mexikanische Brot. Man kann sie in Öl backen und mit verschiedenen Zutaten belegen, dann heißen sie Tostadas, rollt man sie dann sind es Tacos und gefüllt nennt man sie Quesadillas. Werden sie in Öl gebacken und in eine Salsa getunkt sind es Enchiladas und bisschen dicker Gordas.
Aus Mais lassen sich auch Getränke herstellen, z.B. Atole, das besteht aus Wasser und wird mit Maisstärke angedickt. Durch Zusätze wie Kräuter, Fruchtpüree bekommt Atole einen süßen oder scharfen Geschmack.
Das ist nur ein Miniauszug aus den Möglichkeiten die Mais in der Küche bietet.
Quellen:
http://www.natuerlich-leben.ch/fileadmin/Natuerlich/Archiv/2003/05-03/52-57_Ernaehrung_Mais.pdf
http://mexicoya.wordpress.com/2009/04/08/menschen-aus-mais/
http://www.mexiko-lexikon.de
http://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_weiblichen_Gottheiten
Esmerelda
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Winterrezepte
Würzige Kürbiscreme(suppe)
Zutaten:
1 großer Hokkaido-Kürbis
2 bis 4 rote Zwiebeln (je nach Größe oder Geschmack)
evtl. 1 Knoblauchzehe
Butterschmalz zum Dünsten der Zwiebeln
½ bis 1 l Wasser
Salz, Pfeffer, Lorbeerblätter, Nelken, Piment, Wacholderbeeren, rosa Beeren (aus Madagaskar, übers Internet zu kaufen), Kreuzkümmel, Koriander, Macisblüte, Zwiebelsamen, Curryleaves, Sternanis, Kardamom, Senfkörner, Tandorimasala- und Currypulver.
½ Dose Kokosnusscreme
150 g saure Sahne oder Schmand
Zitronensaft
Zubereitung:
Die Zwiebeln grob hacken und im Butterschmalz glasig dünsten. Den Hokkaidokürbis abwaschen, die Kerne entfernen und in Würfel schneiden. Der Hokkaido braucht nicht geschält zu werden! Zusammen mit dem Wasser zu den Zwiebeln geben. Es wird soviel Wasser genommen, dass die Kürbiswürfel gerade bedeckt sind.
Die Gewürze in einen Teebeutel oder ein Gewürzei geben und gut verschließen. Wenn man Teebeutel nimmt, beim Umrühren aufpassen, dass er nicht kaputt geht. Ungefähr eine halbe Stunde bei niedriger Temperatur köcheln lassen.
Nach dem Entfernen der Gewürze die Suppe mit einem Stabmixer pürieren, dann die Kokoscreme und die saure Sahne hinzugeben. Mit Zitronensaft, Salz und Pfeffer abschmecken.
Die Konsistenz gleicht der von Kartoffelpüree. So passt es als Beilage zu Fleisch- oder Fischgerichten. Mit etwas mehr Wasser ist es eine Suppe.
Kakao nach Schweizer Art (Rezept für 2 bis 3 Portionen)
100 g Bitterschokolade
100 ml heißes Wasser
½ Liter heiße Milch
1 EL Zucker
1 Eigelb
100 g Sahne, geschlagen
Die Schokolade raspeln und in einer Schüssel im Wasserbad schmelzen. Wenn die Schokolade geschmolzen ist, das heiße (!) Wasser zugeben, dabei gut rühren. Beides zusammen zur heißen Milch geben und unter Rühren zum Kochen bringen. Von der Kochstelle nehmen.
Das Eigelb mit Zucker verquirlen und unter kräftigem Rühren in die heiße, aber nicht mehr kochende Schokolade gießen (am besten mit einem elektrischen Mixer verquirlen).
Mit einem großen Klecks Sahne obenauf sehr heiß servieren.
Lilias Mandel-Kakao (das Getränk, das die Seele streichelt)
200 g gehackte Mandeln
80 g Butter
80 g Zucker
1 Essl. stark entölten Kakao
1 Teel. Zucker
½ l Milch
Die Mandeln in Butter und Zucker rösten, bis die Kerne und der Zucker karamellisieren: unter ständigem Rühren aufkochen und so lange kochen, bis der Zucker trocken und krümelig wird. Dann weiter rühren, bis der Zucker wieder zu schmelzen beginnt und die Mandeln glänzen. Auf ein gefettetes Backblech schütten und abkühlen lassen. Dann klein hacken und so fein wie möglich mörsern – geht mit einem Pürierstab/Stabmixer ganz gut.
Lässt sich gut auf Vorrat machen und in einem Schraubglas kühl aufbewahren (ca. 3 Wochen).
Für den Kakao Milch aufkochen und nach Geschmack Mandelkaramell dazugeben. Kakao mit ein wenig Wasser und etwas weniger Zucker als sonst anrühren und dazu geben. Umrühren - fertig.
Man kann anstatt der Mandeln auch Hasel- oder Walnüsse nehmen. Das Karamellpulver schmeckt auch in Kaffee und Tee sehr lecker.
Lilia
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Keksrezepte
Lilias Lieblingskekse
Grundrezept - Zutaten:
250 g Butter
250 g brauner Zucker
150 g Honig
Prise Salz
Mark einer Vanillestange
3 Eier
650 g Mehl
1 Teel. Backpulver
Zubereitung:
Weiche Butter, Zucker, Honig, Salz, Vanillemark und Eier schaumig rühren. Das Backpulver unters Mehl mischen und mit den anderen Zutaten verkneten.
Dicke Rollen formen, in Folie wickeln und einige Stunden in den Kühlschrank oder das Gefrierfach legen.
Dann in 3 bis 4 mm dicke Scheiben schneiden und im vorgeheizten Backofen bei 200°C ca. 8 Minuten backen.
Abwandlungen:
Anstatt Honig schmecken Zuckerrübensirup, Apfelkraut oder Gerstenmalz sehr gut.
Lebkuchengewürz (1 geh. Teel.) (oder ein Sud vom ayurvedischen Gewürztee) schmecken mit und ohne echten Kakao (2 Essl.) gut.
In den hellen Teig passen auch Orangen- oder Zitronenschale und Orangeat oder Zitronat.
Oder einfach mal schauen, was in der Küche vorhanden ist und experimentieren.
Faule Knusperchen - Lilias schnellste Kekse
Zutaten:
250 g Mehl
200 g Zucker
1 Prise Salz
1 Teel. Zimt
125 g gemahlene Mandeln oder Nüsse
125 g Butter
1 Ei
 1 verquirltes Ei zum Bestreichen
Alle Zutaten in eine Schüssel geben und mit dem Knethaken gut durcharbeiten. Anschließend zu einem großen Klumpen kneten und direkt auf dem Backblech (gefettet oder mit Backpapier) ca. 5 mm dick ausrollen.
Mit einer Gabel ein Streifenmuster eindrücken und mit dem verquirlten Ei bestreichen.
Im vorgeheizten Backofen bei 200°C ca. 20 Minuten backen. Sofort längs und quer in Stücke schneiden und vom Blech nehmen.
Lilia
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Lilias Yultorte - ohne Backen!
für den Boden:
150 g Butter
300 g Gewürz-Spekulatius
Die Butter schmelzen, die Spekulatius zerdrücken und beides zu einer kompakten Masse verkneten. Eine Springform damit auskleiden und dabei am Rand ca. 1 cm hochziehen.
für die Creme:
500 g Mascarpone
500 g Magerquark
150 g Zucker
4 EL Honig
1 TL Zimt
Saft einer Zitrone oder Limette
6 Blatt Gelatine (oder ein Päckchen Gelatinepulver)
Mascarpone, Quark, Zucker, Honig, Zimt und Zitronensaft gut verrühren, bis der Zucker sich vollständig gelöst hat.
Die Gelatine quellen lassen, indem die Gelatineblätter in kaltem Wasser einige Minuten eingeweicht werden, bis sie richtig glibberig sind. Überschüssiges Wasser ausdrücken und dann die Gelatine in einem Topf vorsichtig erwärmen, bis sie sich verflüssigt hat. Nun gibt man ein bis zwei Esslöffel der kalten Creme zur Gelatine und rührt kräftig durch. Es dürfen keine Klumpen entstehen. Die Creme-Gelatine-Masse wird anschließend mit der restlichen Creme vermischt.
Dann streicht man die Creme auf den Spekulatiusboden und stellt die Torte für mindestens 2 Stunden in den Kühlschrank.
für den Abschluss:
200 g Sahne
1 Päckchen Sahnesteif
1 Päckchen Vanillezucker
100 g Baiser
Zum Schluss wird die Sahne mit Sahnesteif und Vanillezucker steif geschlagen und auf die Creme gestrichen. Die Baisers werden zerkrümelt und darauf verteilt. Zum Abschluss wird die Torte noch mit etwas Zimt bestäubt.
Abwandlung:
Anstatt Spekulatius Vollkorn-Butterkekse verwenden, den Zitronensaft durch Ananassaft (Pfirsichsaft) ersetzen und gut abgetropfte Ananasstückchen (Pfirsichstückchen) unter die Creme rühren.
Erbeeren können direkt auf die Keksmasse gelegt werden, in die Creme dann pürierte Erdbeeren einrühren und mit Erdbeeren dekorieren.
Lilia
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Basteltipp: Popcorngirlande
In Amerika ist es Brauch, in der Weihnachtszeit die Zimmer und den Tannenbaum mit Popcorngirlanden zu schmücken. Dies ist eine einfach und preiswerte Bastelarbeit, die auch Kinder schon ausführen können.
Man braucht:
Popcornmais
etwas Öl
festen Faden
eine dicke Nadel - Stopfnadeln sind prima
evtl. einen Fingerhut
evtl. getrocknete Beeren (z.B. Holunder, Preiselbeeren, Kirschen)
evtl. Lebensmittelfarbe
In einem großen Topf 1 Essl. Öl erhitzen bis es dampft. Die Platte ausstellen, 2 Essl. Mais in den Topf geben und den Deckel schließen. Den Topf etwas schütteln und abwarten. Wenn der ganze Mais gepoppt ist, das Popcorn auf ein Backblech schütten und auskühlen lassen.
Wenn das Popcorn gefärbt werden soll:
Gummihandschuhe anziehen, ein paar Tropfen Lebensmittelfarbe auf die Handfläche geben, zwischen den Händen verreiben und damit das noch heiße Popcorn vorsichtig durchkneten. Wenn es dadurch etwas feucht geworden ist, bei 100° C im Backofen trocknen.
Das Popcorn über Nacht offen stehen lassen, dadurch wird es zäh und bröselt beim Auffädeln nicht. Etwa ein Meter lange Fadenstücke auf die Nadel fädeln, in ein Ende einen dicken Knoten machen und das Popcorn auffädeln. Dabei das Fadenende hinter dem Knoten lang lassen, damit mehrere kurze Girlanden zu einer langen zusammengeknotet werden können.
Wer mag, kann zwischendurch immer wieder eine bunte Beere auffädeln.
Nach den Feiertagen werden die Girlanden in den Garten oder auf den Balkon gehängt. Die Vögel freuen sich darüber.
Lilia
Zurück zum Inhaltsverzeichnis

Buchrezension:
Ulrike Engelhardt, Kleines Runenhandbuch: Einführung in praktische Runenarbeit
Das etwas andere Runenbuch
Schon im Ansatz hebt sich dieses Buch wohltuend von vielen anderen Büchern über Runen ab. Die Autorin weist immer wieder darauf hin, dass sie natürlich nur ihre eigene Meinung wiedergeben kann. Allerdings verzichtet sie darauf (und da hebt sie sich positiv von vielen anderen Autoren ab), ihre Meinung als die einzig wahre darzustellen. Diese Herangehensweise ist auf dem esoterisch-magischen Gebiet leider eine Seltenheit und verdient es deshalb, hier extra erwähnt zu werden.
Der Untertitel "Einführung in die praktische Runenarbeit" ist in diesem Buch Programm. Wer hier allerdings feste Anleitungen und Regeln erwartet, wird enttäuscht sein. Dieses Buch ist ein Buch der Anregungen, Vorschlägen und Ideen, die zum Mitmachen einladen. Wenn man sich darauf einlassen möchte, kann man die Runen auf eine ganz eigene Art erfahren und begreifen. Wobei "be-greifen" durchaus wörtlich zu nehmen ist - praktische Runenarbeit heißt auch, mit den eigenen Händen, eigene Runen herzustellen.
Anfänger finden mit Hilfe dieses Buches einfach in die Materie hinein und können auch sofort mit der praktischen Arbeit beginnen. Aber auch Fortgeschrittene werden von der der Fülle der Anregungen profitieren können. Es ist faszinierend zu erfahren, welche Möglichkeiten die Runen fern von allen Dogmen bieten. Wenn die nordischen Runen auf den fernen Osten treffen, entstehen Runenmandalas und Rugie, eine Energiearbeit, die dem Reiki ähnlich ist.
Ulrike Engelhardt beschreibt "nur" ihren Weg, mit den Runen zu arbeiten, macht dadurch aber anderen Menschen Mut, auch ihren eigenen Weg zu finden.
Kleines Runenhandbuch: Einführung in praktische Runenarbeit (Link zu amazon)
ISBN-10: 3833434813
Preis: EUR 9,90
Lilia
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Kürzere Tage
Durchatmen und die Welt
Welt sein lassen,
den kalten Erdboden
an den bloßen Füßen
spüren
sich in sich selbst zu verlieren.
Der kühle Erdboden wärmt
meinen wandernden Geist,
umhüllt mein Wesen
von weißem Atem
vereist
meine Fingerspitzen berühren die Luft.
Annika
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Starke Frauen:
Niki de Saint Phalle
Niki de Saint Phalle, geboren 1930 in Neuilly-sur-Seine (Frankreich), gilt als eine der bedeutendsten Künstlerinnen des 20. Jahrhunderts. Ihr Verständnis von Weiblichkeit war für mich so faszinierend, dass ich mich entschloss, ihre Werke etwas genauer zu betrachten.
Niki beginnt ihr künstlerisches Schaffen in den 50er/60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Es markiert das Ausbrechen aus ihrem alten Leben, das Verarbeiten ihrer Vergangenheit: sie wurde mit 11 Jahren von ihrem Vater sexuell missbraucht, wurde streng katholisch erzogen, und begann schon früh zu rebellieren, z.B. mit ihrer frühen Heirat (mit 18 Jahren) eines amerikanischen Künstlers, mit dem sie zwei Kinder bekam. Nach ihrem Nervenzusammenbruch 1953 beginnt sie selbsttherapeutisch zu malen und entschließt sich, als bildende Künstlerin tätig zu werden – zunächst noch im Stillen.
Erst zwei Jahre später trifft sie Jean Tinguely, der sie inspiriert und mit ihr arbeitet und sie schließlich 1971 auch heiratet. Ab 1956 tritt Niki in die Öffentlichkeit mit ihren sogenannten Schießbildern. ihrer ersten Aktion („Portrait meines Geliebten“: ein Hemd, über dem als Kopf eine Zielscheibe angebracht wurde, auf die während der Ausstellung Pfeile geworfen werden konnten) erregte sie so viel Aufsehen, dass man sie als einzige Frau in den Kreis der „Nouveaux Réalistes“ (Neue Realisten) aufnahm, die ihre Kunstwerke u.a. mit gefundenen Gegenständen (sog. „objets trouvés“) gestalteten . So „bastelte“ dann auch Niki ihre „tirs“ (Beschießungen) als Abbilder der Wirklichkeit und arbeitete unter die makellose weiße Oberfläche Farbbeutel ein, auf die sie dann in ihrem Hof oder sogar auf der Vernissage mit einem Gewehr schoss. Auf diese Weise konnte sie in die Rolle der Starken schlüpfen und sich aus ihrer Opferrolle befreien, die ihr als von der Gesellschaft zugedacht schien. Oft wurde sie mit der Jagdgöttin Diana verglichen, da sie mit ihrem Gewehr alles zerstört, was die Frau bedroht (Kirche, Staat, Männer, ...) und sie somit schützt. Sie rächt alle Frauen, die sich normalerweise nur vor den Gewehren befinden, aber scheut sich auch nicht davor, die „schweigenden Frauen“, also Frauen, die ihre Opferrolle schweigend hinnehmen, ebenfalls zu beschießen (siehe ergänzend zu diesen Ausführungen auch den schönen Artikel von artemisathene zur Diana in Ausgabe 23).
Das berühmteste ihrer Schießbilder ist sicherlich „La mort du patriarche“ von 1962. Eine Männerfigur mit typischen Attributen aus vorgefundenen Gegenständen, wie Flugzeug, Lenkrad, Gewehr, Auto, Schiff, Tiere, die typischerweise gejagt werden und vieles mehr. Auffallend ist der kleine Kopf und der große, bedrohliche Körper. Das rote Farbblut quillt auf der Herzseite hervor und besiegelt den „Tod des Patriarchen“. Niki schreib selbst dazu:
„Ich schoss auf
Papa
alle Männer
[...]
die Gesellschaft
die Kirche
den Konvent
die Schule
meine Familie
meine Mutter
alle Männer
Papa
mich selbst
[...]
Ich schoss, weil
ich fasziniert war
zu sehen, wie das Gemälde blutet und stirbt.
[...]
es war ein Moment
skorpionischer Wahrheit
weiße Reinheit
[...]
das Gemälde weint
das Gemälde getötet.
Es wird wiedergeboren.
Krieg ohne Opfer.“
(aus Niki de Saint Phalle, Bilder – Figuren – Phantastische Gärten, hg. von Carla Schulz-Hoffmann, München 1987, S. 45, von Ulrich Krempel korrigierte Übersetzung)
Zu Beginn der 60er Jahre gestaltet Niki ihre „Bräute“, die durch ihre entstellten Gesichtszüge fast unheimlich wirken. Damit hinterfragt Niki auch ihre eigene Rolle als verheiratete Frau und überhaupt die „liebende Mutter und Hausfrau“, die zum Kinderkriegen „angestellt“ wird. Besonders erschreckend finde ich ihre Skulptur „Presque mariée“ (Beinahe verheiratet): anstelle ihres Herzens finden wir eine Art Teufelskopf aus dem offenen Brustkorb herausschauen.
Eine andere Gestaltungsform findet Niki in Triptychen, mit denen sie hauptsächlich die Insitution Kirche attackiert. Dazu muss man wissen, dass ein Triptychon ein aus drei Schreibtäfelchen bestehendes Bildwerk ist, bei dem ein festes Bild in der Mitte mit jeweils einem weiteren Bild links und rechts über Scharniere verbunden sind. Diese Form ist besonders verbreitet und typisch für gotische Altarbilder. Ihr Triptychon „Autel des femmes“ (Altar der Frauen) gehört dabei zu ihren berühmtesten Werken. Das Gegensatzpaar aus Braut und gebärender Mutter, wird hier von einem roten Monster bedroht, das aus kleinen Spielzeugsoldaten, Reifen, Totenköpfen, u.ä. geformt wurde.
Ein weiteres Tripytchon ist „Astarte’s Wake“ (Astartes Erwachen), das man kaum mit Worten beschreiben kann. In der Mitte befindet sich eine aus Perlen, Puppen und einer großen Spinne mit Totenkopf gestalteten Frauenfigur ohne Hände und Füße, die rechts von einer roten, tanzenden Stofffrau mit überdimensionalem Krakenhut und links von einer bedrohlich wirkenden Paarszene eingerahmt wird. (Informationen über Astarte finden sich im Artikel von Ulrike Zauberweib Engelhardt in der Schlangengesang-Ausgabe Nr. 10).
Weltweit berühmt wurde Niki aber erst durch ihre Nanas. Durch eine schwangere Freundin inspiriert, schuf sie die lebensfrohen Urmütter, die bald nicht nur als kleine Figuren Ausstellungsräume schmückten, sondern begehbar und bewohnbar waren! Für mich auffallend ist die enge Verwandtschaft mit frühen Venusdarstellungen, z.B. der Venus von Willendorf, nur dass die Nanas farbenfroh und auffällig bemalt sind.
Die größte Nana wurde 1966 im Moderna Museet in Stockholm ausgestellt. Die Nana lag dort auf dem Rücken und konnte durch einen Eingang zwischen ihren Schenkel besichtig werden. Im Inneren waren zwei Etagen eingerichtet. Insgesamt war die Nana 29 m lang, 6 m hoch und 9 m breit. Bald war der Andrang so groß, dass eine Ampel die Besuchermenge steuern musste. Mir gefallen die Nanas mit am besten, denn sie sind kurvenreich, stark, kraftvoll und tanzen oder ruhen in ihren bunten Kleidern mitten im Leben. Wer die Chance hat einmal nach Hannover zu kommen, der sollte unbedingt im Sprengel-Museum Nikis Werke bewundern und sich die von ihr gestalteten Grotten in den Herrenhäuser Gärten ansehen.
Überall auf der Welt kann man heute Werke Nikis finden, aber das beeindruckendste Bauprojekt ist und bleibt für mich der Tarot-Garten in der Toskana. Die 22 entstandenen Figuren basieren auf den Tarotkarten und sind ganz im Niki-Stil gestaltet worden. Es finden sich Nanas, Skinnies (dünne Polyester-Gespinste) und viele andere ihrer Figuren hier wieder. Die meisten Skulpturen kann man besichtigen, manche sogar bewohnte. Niki selbst lebte beispielsweise sieben Jahre lang in der „Herrscherin“, wobei man in der linken Brust kochen und in der rechten Brust schlafen konnte. Es dauerte 20 Jahre, bis alle Bauarbeiten abgeschlossen waren, und der Garten eröffnet werden konnte.
Meine liebste Figur ist die im Tarot als letzte Karte aufgeführte „Welt“. Es stellt für mich die Symbiose aus allerlei Welterschaffungsmythen dar. Da haben wir das Weltenei und die Schlange aus der asiatischen Mythologie, die dicke Nana aus den matriarchalischen Religionen, die mit ihren zwei Blitzbündeln in der Hand an Zeus erinnert oder wenn man sich keine Blitzbündel vorstellt vielleicht an die Siegesgöttin Nike, und so weiter und so fort. Auf diese Weise sind eigentlich alle Figuren gestaltet, sodass man sicherlich Tage bräuchte, um alle kleinen Details, Träume und Ideen wirklich aufnehmen zu können.
Zuletzt lebte Niki in San Diego/Kalifornien, wo sie im Mai 2002 starb. Aber ihre Vision vom Tod hatte sie bereits im Tarotgarten verwirklicht: eine reitende Nana, die einen mit auf die letzte Reise nimmt.
Quellen und Literaturtipps:
Sehr zu empfehlen: "Niki de Saint Phalle – Nanas und Papas", Comic-Biographie von Willi Blöß, bestellbar unter www.kuenstler-biografien.de, Willi Blöß Verlag, Aachen
"Nana Power – die Frauen der Niki de Saint Phalle" zur Ausstellung im Sprengel Museum Hannover, nicolai Verlag
"Niki de Saint Phalle, Bilder – Figuren – Phantastische Gärten", hg. von Carla Schulz-Hoffmann, München 1987
http://de.wikipedia.org/wiki/Niki_de_Saint_Phalle
http://www.fembio.org/biographie.php/frau/biographie/niki-de-saint-phalle
http://www.nikidesaintphalle.com
http://www.italientipps.de/niki/default.asp
Annika
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Ondine Valmore
Über die französische Dichterin Ondine Valmore ist nur sehr wenig bekannt. Zwar soll sie zu Lebzeiten einige Gedichte veröffentlicht haben, gesammelt und herausgegeben wurden diese wohl aber erst nach ihrem Tod ( in „Les Cahiers de Ondine Valmore“, mit einer Einleitung und Notizen von Albert Caplain, publiziert in den 1930er Jahren). Außerdem gibt es eine Quelle von Jaques Boulanger von 1909 mit dem Titel „Ondine Valmore“. Beide Werke sind allerdings schwer zu bekommen.
Geboren wurde Ondine, die eigentlich Hyacinthe hieß, in Lyon im Jahre 1821 und bereits mit 31 Jahren starb sie an Tuberkulose. Sie war schon zu Lebzeiten oft krank und von schwächelnder Gesundheit. Ihre Mutter Marceline Desbordes-Valmore ist auch heute noch als Dichterin bekannt, ihr Vater François-Prosper Lanchantin arbeitete beim Theater unter dem Künstlernamen Valmore.
Ondine kam auch durch ihre Mutter, die als Lehrerin arbeitete und in ihrer Stellung einiges Ansehen genoss, mit feministisch-politischen Zirkeln, die sich vor allem für eine bessere Schulbildung von Frauen einsetzten. Sie wurde 1848 zu einer Kommission in Paris eingeladen, die Hippolyte Carnot, der damaligen Bildungsminister, initiiert hatte. Dort schloss sie wichtige Kontakte und wurde später zu einer der ersten bezahlten Schulaufseherinnen ihrer Zeit. Sie glaubte daran, dass man sich mehr um die Bildung von Frauen kümmern sollte und auch wenn sie nur wenige Mitkämpfer/innen hatte, hielt sie das nicht davon ab, etwas zur Verbesserung der Situation zu unternehmen.
Zwei Gedichte Ondines, die besonders gut zu unserer Herbst-Winter-Ausgabe passen, habe ich versucht sinngemäß ins Deutsche zu übertragen: Automne und La voix.
Automne
Vois ce fruit, chaque jour plus tiède et plus vermeil,
Se gonfler doucement aux regards du soleil !
Sa sève, à chaque instant plus riche et plus féconde,
L'emplit, on le dirait, de volupté profonde.
Sous les feux d'un soleil invisible et puissant,
Notre coeur est semblable à ce fruit mûrissant.
De sucs plus abondants chaque jour il enivre,
Et, maintenant mûri, il est heureux de vivre.
L'automne vient : le fruit se vide et va tomber,
Mais sa gaine est vivante et demande à germer.
L'âge arrive, le coeur se referme en silence,
Mais, pour l'été promis, il garde sa semence.
Herbst
Sieh diese Frucht, jeden Tag wärmer und in leuchtenderem Rot,
Sachte schwellend im Blick der Sonne!
Ihr Saft, ständig reicher und fruchtbarer,
Das Volle, möchte man es benennen, von tiefem Genuss.
Unter den Flammen einer unsichtbaren und kraftvollen Sonne,
Ist unser Herz gleich diesen reifen Früchten.
Von reichhaltigerem Saft betrinkt es sich jeden Tag,
Und, nun gereift, ist es glücklich zu leben.
Der Herbst kommt: die Früchte leeren sich und werden fallen,
Aber ihre Hülle ist lebendig und möchte aufkeimen.
Das Alter kommt, das Herz schließt sich wieder leise,
Aber, für den Sommer versprochen, wahrt es seine Samen.
La voix
La neige au loin couvre la terre nue ;
Les bois déserts étendent vers la nue
Leurs grands rameaux qui, noirs et séparés,
D'aucune feuille encor ne sont parés ;
La sève dort et le bourgeon sans force
Est pour longtemps engourdi sous l'écorce ;
L'ouragan souffle en proclamant l'hiver
Qui vient glacer l'horizon découvert.
Mais j'ai frémi sous d'invisibles flammes
Voix du printemps qui remuez les âmes,
Quand tout est froid et mort autour de nous,
Voix du printemps, ô voix, d'où venez-vous ? ...
Die Stimme
Der Schnee in der Ferne bedeckt die wolkige Erde;
Die unbewohnten Wälder strecken sich auf die Wolke zu
Ihre großen Zweige, die, schwarz und getrennt,
Von keinem Blatt mehr geschützt sind;
Der Saft schläft und die Knospe ohne Kraft
Ist für längere Zeit klamm unter der Rinde;
Der Orkan weht den Winter anzukündigen
Der kommt den offenliegenden Horizont zu Eis erstarren zu lassen.
Aber ich bebe unter den unsichtbaren Flammen
Stimme des Frühlings, die die Seele bewegt,
Wenn alles gefroren ist und tot um uns herum,
Stimme des Frühlings, oh Stimme, woher kommst du? ...
Quellen:
http://poesie.webnet.fr/lesgrandsclassiques/poemes/ondine_valmore/ondine_valmore.html
Lucien Descaves: La vie douloureuse de Marceline Desbordes-Valmore, Paris 1910
http://fr.wikipedia.org/wiki/Ondine_Valmore
Christina de Bellaigue: Educating Women. Schooling and Identity in England and France, 1800-1867, Oxford 2007
http://nq.oxfordjournals.org/cgi/issue_pdf/frontmatter_pdf/CLXIII/sep24.pdf
Annika
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Aktuelles
10. Lichtermarkt
Hier in der Region ist das mittlerweile ein Herbst-Highlight und zudem noch einzigartig. Am letzten Freitag im Oktober veranstaltet die Stadt Bergkamen den sog. Lichtermarkt. Lichter, Lichtkunst, Wesen auf Stelzen und rund 80 Händler tummeln sich auf dem Marktplatz, der mit sagenhaften Lichtspielen beleuchtet wird. Immer von anderen Künstlern unter einem anderen Motto.
 
Dieser 10. Markt war unser 9. Ausflug in dieses Lichtermeer. Angeheizt werden die unzähligen (schätzungsweise 20.000) Besucher von der 12-köpfigen-Percussion-Gruppe "Coringa". Innerlich muß ich schmunzeln, wenn die Massen sich davon anheizen lassen und ich frage mich alljährlich, ob sie die wirkliche Bedeutung dieser Trommler, dieses Lichtspektakels wissen. Vor Jahren konnte man wunderbar beobachten, wie sich die Besucher im laufe der Zeit in kleine Zauberer und Hexen verwandelten. Die Händler hatten allerlei Schmückendes zu verkaufen. In den vergangenen Jahren reduzierte sich dies auf Lichtschwerter und leuchtende Ketten. Auch wir gehen die letzten zwei Jahre "unverkleidet" ala Otto-Normal zu dem Fest. Attraktion in diesem Jahr war "Saraph" der Feuerspucker aus der laufenden RTL Staffel "Das Supertalent". Beeindruckend, wie auch der Stadtwald, ein mystischer Zauberwald.
MedeaLaLuna
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Der Schlangengesang - Göttinnenkalender
Feiertage im Dezember
Betrachtet man den attischen Festkalender, so ist dieses Jahr der Dezember mit zwei gleichnamigen Monaten besetzt. Diese haben ihren Namen zu Ehren des Meeresgottes Poseidon. Es gab je nach Bedarf, abhängig von der Übereinstimmung von Mondjahr und Sonnenjahr ein bis zwei Mond-Monate mit Namen Poseideion. Dieses Jahr muss ein 13. Monat eingesetzt werden, um das Mondjahr mit dem Sonnenjahr auszugleichen. Es gibt also Poseideion I und Poseideion II.
Im römischen Reich war der Dezember der zehnte Monat (decem = zehn) nach dem März, dem offiziellen Jahresbeginn.
Im germanischen Kulturkreis hieß dieser Monat Julmond. Benannt nach dem, zu dieser Zeit stattfindenden, Julfest. Die Silbe „Jul“ bedeutet wohl soviel wie „dunkel“ und bezeichnet damit die dunkelste Zeit des Jahres, die Zeit vor der Wintersonnenwende.
Alte Namen wie Heilagmanoth, Heiligmond, Heilsmoat, Weihnachtsmonat, Julmanoth/mond/monat zeigen auf das größte germanische Fest, das Julfest. Wolfmonat/mond stehen Symbolisch für die Dunkelheit die das Licht verschlingt.
Quelle: Gardenstone, germanischer Götterglaube
3. Dezember: Zwillinge, abnehmender Mond
Fest der römischen Göttin Bona Dea: Fest der „guten Göttin der Gerechtigkeit“, Göttin der Fruchtbarkeit, der Heilpflanzen, der Heilkunde und evtl. auch der Prophetie. Es war ein reiner Frauenfeiertag, Männer hatten bei den Feierlichkeiten keinen Zutritt.
Quellen: (2), (4)
12. Dezember: Waage, abnehmender Mond
Fest der alten Azteken-Göttin Tonantzin, heute verehrt als „our lady of Guadaloupe“ in Mexiko. Der heutige Marienkult geht ganz eindeutig auf eine frühere Verehrung der Fruchtbarkeitsgöttin Tonantzin zurück.
Quellen: AZTEC RELIGION - (C)1997-99 Thomas H. Frederiksenn
http://en.wikipedia.org/wiki/Our_Lady_of_Guadalupe
13. Dezember: Skorpion, abnehmender Mond
Fest der heiligen Lucia in Schweden: ob sie eine Heilige aus Sizilien im 3. Jahrhundert n.u.Z. war oder doch eher die Christianisierung der Diana Lucifera, der römischen Hekate, sei dahingestellt. Heute tragen die Mädchen in Schweden an diesem Tag als „Lichterköniginnen“ ein weißes Gewand und auf dem Kopf einen Kranz aus Preiselbeerzweigen mit Kerzen darauf. Mit feierlichen Gesängen wird die Rückkehr des Lichtes gefeiert.
Quellen: http://www.sverige.de/lexi/lexi_feie.htm
http://www.schwedenseite.de/kultur_feste_lucia.shtml
17. -23. Dezember: Saturnalien: ausgelassenes Fest im antiken Rom. Die Standesunterschiede waren für diese Tage aufgehoben. Der Sklave konnte vom Herrn bedient werden.
Quelle: http://www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html?id=114235
http://de.wikipedia.org/wiki/Saturnalien
19. Dezember: Steinbock, zunehmender Mond
Opalia: römisches Fest zu Ehren der Göttin Ops Mater/Ops Consiva, Göttin des Erntesegens, des Überflusses und des Reichtums, Schutzgöttin der Neugeborenen, aber auch Kriegsgöttin. (siehe Text im schlangengesang 2/03)
Quellen: (2), (4)
21. Dezember: Wassermann, zunehmender Mond
Angeronalia/Divalia: Fest der römischen Göttin Angerona, Göttin des Schweigens und eine der Schutzgöttinnen Roms, Göttin der Geheimnisse und Todesgöttin, Göttin der Wintersonnenwende, des neuen Jahres und wahrscheinlich auch der Fruchtbarkeit. Befreierin von Ängsten und Kümmernissen, sowie von der Krankheit „angina“
Dieser Tag wird bisweilen auch als Divalia bezeichnet. Damit werden die an diesem Tag stattfindenden Feierlichkeiten zu Ehren der römischen Göttin Angerona gefeiert wurden. Manchmal wird sie mit Voluptia (Göttin der Lust und Freude) gleichgesetzt, in deren Tempel die Statue der Angerona stand und wo auch die Feierlichkeiten stattfanden.
Quelle: (2), http://www.vollmer-mythologie.de/angerona_oder_angeronia/
21. Dezember:
Fest der Göttin Beiwe, Frühlings- und Sonnengöttin der Samen. Sie wird zu Wintersonnwend begrüßt, denn sie bringt das Wachstum der Pflanzen zurück und damit die Ernährungsgrundlage der Rentiere. Außerdem heilt sie die, durch die lange Dunkelheit depressiv gewordenen, Nordländer. Zur Sommersonnenwende dankte man ihr früher für ihren Beistand mit Tieropfern. Ein weiterer Brauch ist das Bestreichen der Türpfosten mit Butter, als Gabe an die Göttin, damit sie ihre Riese im Jahreskreis gestärkt neu beginnen kann.
Quellen: (5), http://www.geocities.com/Athens/Acropolis/5551/prevgodsarc7.htm, http://en.wikipedia.org/wiki/Beiwe
Zwischen dem 21. und 25. Dezember: Jul-Fest: aus dem Altgermanischen bzw. angelsächsischen Sprachraum: „Kinder-Tag“, Mittwinterfest. Wiedergeburt des Gottes Baldur. Dieser Tag bzw. Abend heißt auch Wolfsmond oder Weihemond. Oft wird dieses Fest auch Mittwinter genannt.
Quelle: Gardenstone: germanischer Götterglaube
23. Dezember: Fische, zunehmender Mond
Larentalia: römisches Fest der Acca Larentia, einer Göttin um die sich viele Sagen ranken. Das Fest wurde am Grabe der Larentia auf dem Palatin gefeiert.
Quelle: (2), (4)
24. Dezember: Fische, zunehmender Mond
„Modraniht“: Nacht der Mutter bzw. Mütter: aus dem angelsächsischen Raum bekanntes Fest zur Verehrung der Mütter, das wahrscheinlich den Beginn des neuen Jahres bedeutete. Die Geburt des Sonnengottes durch die Muttergöttin.
Quelle: http://www.englishheathenism.homestead.com/textmothers.html
Ursprünglich der Tag der Juvenalien: Fest der Göttin Juventus, Personifikation der Jugend. Fest der Kinder und jungen Leute im alten Rom. Eingeführt von Nero mit Schauspielen und Gladiatorenkämpfen. Später wurde das Fest auf den ersten Januar verlegt, um die sprichwörtliche Jugend des neuen Sonnenjahres zu feiern.
Quellen: http://www.wilsonsalmanac.com/book/dec24.html
25. Dezember: Widder, zunehmender Mond
Geburtstag des Gottes Mithras bzw. Geburt des Sonnenheros. Fest der unsterblichen Sonne „sol invictus“. Im spätantiken Rom der höchste Feiertag, deshalb wurde er sicher auch später umgedeutet in den Geburtstag von Jesus Christus.
Der Tag der Wintersonnenwende wurde in Rom auch Bruma genannt.
Quelle: http://www.cs.utk.edu/~mclennan/BA/SF/WinSol.html
Festtage mit ungesichertem Datum:
„halkyonische Tage“: Gedenken an die Nymphe/Pleiade Alkyone, die in einen Eisvogel verwandelt wurde. (Siehe Text im Schlangengesang 20/06)
Quelle: Ovid: Metamorphosen, http://de.wikipedia.org/wiki/Alkione, Robert Ranke-Graves: Griechische Mythologie
Festdaten ohne gesicherte Quelle:
Bei meinen Recherchen für die Feste in diesem Monat stieß ich wieder auf eine Liste an Daten, die sich von mir aber nicht durch sichere Quellen belegen ließen. Wenn jemand eine solche Quelle kennt und zitieren kann, wäre ich sehr dankbar:
8.12. Tag der Astrea, 27.12. Fest der Göttin Marimba, 25.12. Fest der Atargatis, 31.12. Fest der Sekhmet
Quellenangaben: (1) Ovid Fasti, (2) der römische Festkalender, Reclam,
(3) www.novaroma.org, (4) www.imperiumromanum.com,
(5) http://www.geocities.com/athens/parthenon/6670/doc/fest.html,
(6) http://www.geocities.com/medusa_iseum/library/griechkreis.html
artemisathene
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
 
Feiertage im Januar
Zum griechischen Januar gehören dieses Jahr die Mondmonate Poseideion II (siehe Erklärung im Dezember) und Gamelion ist benannt nach dem Hochzeitsfest, dem „hieros gamos“ der Göttin Hera mit Göttervater Zeus. Dieses Fest wird oft auch Theogamia genannt. Meist wird es im Januar gefeiert. Dieses Jahr fällt es allerdings in den Februar.
Der römische Monat Januar ist benannt nach dem zweigesichtigen Gott Janus. Er hat ein altes und ein junges Gesicht und blickt somit ins alte wie ins neue Jahr.
Im germanischen Gebiet hieß dieser Monat Hartung, nach dem hart gefrorenen Schnee. Das Wort bedeutet im Althochdeutschen in etwa „sehr“ oder „viel“ (Schnee oder Kälte). Die Wurzel „hart“ ist indoeuropäischen Ursprungs.
1.Januar: Krebs, zunehmender Mond
Eröffnungsfest des Tempels der Göttin Fortuna Omnium in Rom. (mehr dazu siehe Schlangengesang 8/04)
Quelle: (4)
Ebenso am 1.Januar: Fest der japanischen sieben Glücksgottheiten, darunter Benten, die für Musik, bzw. für die Künste im Allgemeinen zuständig ist. Man betet zu ihr aber auch um mehr Geld.
Quelle: http://homepage.univie.ac.at/bernhard.scheid/rel_vo/ikon/7fuku.htm http://www.beyars.com/kunstlexikon/lexikon_8269.html
Tag der Juvenalien: Fest der Göttin Juventus, Personifikation der Jugend. Fest der Kinder und jungen Leute im alten Rom. Eingeführt von Nero mit Schauspielen und Gladiatorenkämpfen. Ab dem Ende des 1. Jahrhunderts nach der Zeitrechnung wurde das Fest auf den ersten Januar verlegt, um die sprichwörtliche Jugend des neuen Sonnenjahres zu feiern.
Quellen: http://www.wilsonsalmanac.com/book/dec24.html
5./6. Januar: Jungfrau, zunehmender Mond
Koreion: Festlichkeiten zu Ehren der Kore-Persephone. Es ist eine Feier zum Beginn des Vegetationsjahres, Kore ist der Jungfrauenaspekt der Erntegöttin, die Kornjungfrau.
Quelle: http://matriarchat.info
6. Januar: Jungfrau, zunehmender Mond
Feste der Göttin Holle, der Perchten, und von La Befana, Epiphania-Tag, Festtag der drei Bethen.
Quelle: Schlangengesang 2/03, 21/07 und 26/07
6./7. Januar: Jungfrau/Waage, zunehmender Mond
Fest der keltischen Göttin Morgane/Morrigan, einer Triadengöttin, die aus den drei Göttinnen des Krieges, der Schlacht und des Todes besteht. Schicksalsgöttin.
Quelle: die keltische Zauberin, Edain McCoy
07.Januar: Waage, zunehmender Mond
St.Distaff´s Day: Wohl das Fest der Göttin Frigga als „Spinnerin“. Die stellare Konstellation des Orion in dieser Zeit ist auch bekannt als „Frigga´s Distaff“. An diesem Tag nahmen die Frauen nach der Pause der Raunächte / Weihnachtszeit das Spinnen wieder auf. Dazu gab es verschiedene Bräuche. (siehe Text im Anhang)
Quelle: momentan keine Quelle auffindbar…
09. Januar: Skorpion, zunehmender Mond
Agonalia: römisches Opferfest: zu diesem Fest wird wohl nicht nur eine Gottheit geehrt, sondern den meisten Göttern des römischen Pantheon „ihr“ Opfertier dargebracht: Schwein für Ceres, Hirschkuh für Diana, ein Hahn für die Göttin der Nacht (Selene, Nyx oder Hekate?)
Quelle: (1)
11. und 15. Carmentalia:
2-tägiges Fest der Göttin Carmentis oder Carmenta: etruskischer Herkunft: Göttin der „Carmina“ = der Lieder, Prophetin und Geburtsgöttin, verantwortlich für die Ortsbestimmung der Gründung Roms (laut Sage), Quellgöttin
Ebenso Festtag der römischen Quellgöttin Juturna.
Quelle: (1), (2)
11./12.Januar = 26. Poseideon; Schütze, zunehmender Mond
Haloa: griechisches Fest zu Ehren der Göttinnen Demeter und Persephone sowie des Gottes Dionysos (evtl. identisch mit dem Koreion-Fest).
Quelle: (5), (6)
16.Januar: Wassermann, abnehmender Mond
Festtag der römischen Göttin Concordia: Personifikation der Eintracht.
Quelle: (1)
20. Januar: Fische, abnehmender Mond:
Vasanta Panchami bzw. Sarasvati Puja – Fest der indischen Göttin der Weisheit Sarasvati. Das Fest markiert das Ende des Winters und den Frühlingsanfang. Manchmal wird der Tag als Geburtstag der Göttin beschrieben oder aber als der Tag als sie zusammen mit Durga auf die Erde kam.
Quelle: http://www.hinduism.co.za/hindu.htm#Hindu%20Festivals2008
Quellenangaben: (1) Ovid Fasti, (2) der römische Festkalender, Reclam,
(3) www.novaroma.org, (4) www.imperiumromanum.com,
(5) http://www.geocities.com/athens/parthenon/6670/doc/fest.html,
(6) http://www.numachi.com/%7Eccount/hmepa/calendars/696.4.Gamelion.html
artemisathene
Zurück zum Inhaltsverzeichnis
Veranstaltungen
In dieser Ausgabe gibt es leider keine Veranstalungstipps.
Impressum
Schlangengesang – der Rundbrief für Göttinnenspiritualität wird von keiner Organisation herausgegeben, sondern von Privatpersonen, die sich zu diesem Zweck zusammenfanden.
V.i.S.d.P.: Nora Bugdoll, Holzkircher Str. 12, 13086 Berlin
Bilder:
Schlangengesanglogo von Distelfliege
Zierelemente von Caitlin, Lilia, Marion
Fotos: artemisathene, Lilia, MedeaLaLuna
Fotos 38_niki_1.jpg und 38_niki_3.jpg von Endlosfaden
Foto 38_niki_2.jpg von Pär Henning, Sweden
Foto 38_niki_4.jpg von amanleian
Dieser Rundbrief darf nur als Ganzes und unverändert in der vorliegenden Form weiter verbreitet werden. Eine Weiterverbreitung als Ganzes ist erwünscht.
Das Copyright des vorliegenden Materials (Bilder, Texte, Grafiken, Dateien u.ä.) liegt bei den jeweiligen AutorInnen, KünstlerInnen, die im Einzelnen der Redaktion namentlich bekannt sind. Jegliche Weiterverwendung des Materials ist nur mit Genehmigung des jeweiligen Autoren, der jeweiligen Autorin, erlaubt.
Schlangengesanginfos
Schlangengesang ist ein offener Rundbrief für alle Menschen, die sich mit der Göttin beschäftigen.
Schlangengesang erscheint alle zwei Monate. Über das Internet als HTML-Email ist Schlangengesang kostenlos abonnierbar. Die Printversion und ist jetzt auch abonnierbar.
Schlangengesang offline Abo: Gegen einen Unkostenbeitrag (in bar) von 2,04 Euro Euro ist Schlangengesang auch auf Papier abonnierbar unter der Postkontaktadresse.
Wenn Dir der Rundbrief gefällt, verteile ihn bitte weiter - sei es als Email oder als Ausdruck (z.B. im Frauenzentrum, Esoladen etc). Zum Ausdrucken findest Du hier eine geeignete PDF-Datei: http://www.schlangengesang/archiv/.
Schlangengesang ist ein Rundbrief zum Mitmachen: Bitte schicke uns Deine LeserInnenbriefe, Beiträge, Buchrezensionen, Kleinanzeigen oder was immer Du im Schlangengesang veröffentlichen möchtest.
Kontakt
Bitte schickt LeserInnenbriefe, Kleinanzeigen und Artikel an:
kontakt@schlangengesang.de
oder
Schlangengesang, PF 87 03 52, 13162 Berlin
Infos zu Schlangengesang, Abomöglichkeit und Archiv:
http://www.schlangengesang.de
Diesen Newsletter haben Sie erhalten, weil Ihre E-Mailadresse in unsere Mailingliste eingetragen wurde.
Falls dies ohne Ihr Einverständnis erfolgt ist oder wenn Sie keine weiteren Newsletter erhalten möchten,
klicken Sie bitte auf folgenden Link, um Ihre E-Mailadresse aus unserer Mailingliste auszutragen:
Emailadresse austragen |