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Herzlich Willkommen zur 29ten Ausgabe des Schlangengesangs.
Diese Themenausgabe ist unserer Namensgeberin, der Schlange, gewidmet.
Wir wünschen Euch wie immer viel Spaß und freuen uns auf Post von Euch,
Das Schlangengesang-Team
Annika, artemisathene, Cailynn, jana, Lilia, MedeaLaLuna, Sassenach
Inhaltsverzeichnis
Göttin:
- Medusa
- Schlangengöttin und göttliche Schlangen
- Die Schlangengöttin von Knossos
Thema: Die Schlange
- Schlangenpriesterin und Stier - die geheimnisvolle Kultur der Minoer
- Das Urbild der Schlange in der Mythologie
- Gute Schlangen, böse Schlangen – von Hausschlangen und Schlangensegen
- Die Schlange (aus dem Kartendeck der Mlle Lenormand)
- Schlangenstein (Serpentin)
- Schlangen in der Medizin
- Kundalini-Yoga
Praktisches:
- Kobra - eine Yogaübung
Pflanzen:
- Der Schlangenknöterich
Buchrezensionen:
- Frauen und Schlangen – Die geheimnisvolle Kultur der Elamer in Alt-Iran
- Yoga für Frauen
- Tarot der Drachen
Netze weben:
- Veranstaltungen
Kalender:
- Der Schlangengesang – Göttinnenkalender
- Feiertage im Mai
- Feiertage im Juni
- Feiertage im Juli
- Impressum / Schlangengesanginfos / Kontakt / Abmelden
Medusa - eine der drei Gorgonen
Medusa war ursprünglich eine wunderschöne Frau, doch Pallas Athene verwandelte sie in die Gestalt, in der sie heute bekannt ist: Eine Frau mit Schlangenhaaren, spitzen Zähnen, schuppiger Haut und einem durchdringendem Blick, der jeden Sterblichen, der ihr in die Augen sah, sofort zu Stein erstarren ließ. Der Grund für Athenes Zorn war, dass sie Medusa und Poseidon dabei erwischte, wie sie in einem ihrer Tempel Unzucht trieben.
Doch damit war Athenes Wut nicht besänftigt. Medusa lebte mit ihren Schwestern Stheno und Euryale zusammen. Sie war die einzig sterbliche der drei Gorgonenschwestern, die allesamt als sehr schrecklich aussehende Geschöpfe beschrieben werden. Sie sind die Töchter der Meeresgottheiten Phorkys und Keto. Medusa galt allerdings als Schrecklichste unter ihnen und war von Poseidon schwanger.
Es kam, dass der Heros Perseus von Polydektes aufgefordert wurde, ihm das Haupt der Medusa zu bringen, in der Hoffnung, dass auch Perseus dieses Vorhaben wie alle anderen vor ihm nicht überleben würde. Als Pallas Athene davon erfuhr, sah sie darin die Chance die Frevlerin Medusa entgültig zu beseitigen. Sie sagte ihm, wie er die Gorgo töten konnte, ohne ihrem tödlichen Blick anheim zu fallen.
Als die Gorgonen schliefen, schlich sich Perseus mithilfe einer Tarnkappe, die er von den Nymphen ausgehändigt bekam, an die schlafenden Schwestern heran. Er schaute Medusa nicht direkt ins Gesicht, sondern blickte in einen verspiegelten Schild, den ihm Athene eigens für diesen Zweck gegeben hatte. So schlug er der Medusa den Kopf ab, ohne sie direkt angesehen zu haben, nahm ihn und suchte schnellstmöglich das Weite, während hinter ihm die Schreie der anderen Schwestern ertönten, die um die verlorene Medusa trauerten.
Dem Körper der enthaupteten Medusa enstprang das geflügelte Pferd Pegasos, da sie von Poseidon geschwängert wurde, als dieser die Gestalt eine Pferdes hatte. Ebenso entsprang ihr der Krieger Chrysaor, der gelegentlich als Pferd dargestellt wird.
Perseus setzte das Haupt der Medusa noch oft als wirkungsvolle Waffe gegen Feinde ein, bevor es seinen endgültigen Platz auf dem Schild der Pallas Athene fand.
Dieser besondere Schutz wurde später als Gorgoneion bekannt. Diese Art von Schreckgesicht mit heraushängender Zunge und spitzen Zähnen lässt sich bis in die phönikische Kunst zurückverfolgen und wurde von griechischen Künstlern nicht vor dem 7. Jhd. v. Chr. übernommen. Das unheilabwehrende Schreckbild wurde allmählich zum Haupt der Gorgo umgebildet und schmückte Waffen, Stadtmauern, Gräber, Amulette etc. Noch heute findet man an einigen Gebäuden das steinerne Haupt der Medusa um Unheil abzuwenden.
Barbara G. Walker vermutet, dass die Perseusgeschichte lediglich erfunden wurde, um eine Erklärung für das Medusenhaupt auf Pallas Athenes Schild zu liefern und das Medusa und Athene ursprünglich lybische Göttinnen waren. Athene soll die Tochter dreier lybischer Königinnen sein, die die dreifältige Göttin darstellten, so wie auch die Gorgonen letztlich eine Trinität sind. Ihr dunkler Aspekt sei der der Metis-Medusa, die Schlangengöttin der Amazonen. Auch meint sie, dass Athene in ihrem Aspekt als Todesgöttin in Lybien als Metis oder Medusa angerufen wurde. Der Perseusmythos solle dies verbergen.
Als Gorgoneion symbolisiere sie die weibliche Weisheit, die der Trägerin Schutz verleiht und die Mysterienkulte der Großen Göttin schützen und bewahren sollte.
Quellen:
Hesiod, Theogonie 270- 283, Reclam 1999
Lurker, Manfred; Lexikon der Götter und Dämonen, Kröner 1989
Ovid; Metamorphosen, Deutscher Taschenbuchverlag 2001
Walker, Barbara G.; Das geheime Wissen der Frauen, Arun 2003
Cailynn
Schlangengöttinnen und göttliche Schlangen
In fast allen Kulturen von der Frühzeit bis in die heutige Zeit hinein, gelten Schlangen als Symbol für göttliche Macht. Die Gabe der Schlange, sich häuten zu können, verschaffte ihr den Nimbus der Unsterblichkeit und der ewigen Jugend. Im Totenkult vieler Völker war sie ein beliebtes Seelentier, eine tierische Gestalt, die die Seele eines Verstorbenen annehmen konnte, um sich den Hinterbliebenen, oder dem Schamanen oder Priester zu nähern. Man gab der Schlange Orakelfunktion und hielt sie in Häusern und Tempeln,. Dort fütterte man die heiligen Schlangen und opferte ihnen, schließlich galten sie als Mittler zwischen den Göttern und den Menschen.
In den Medizinkulten der Antike (z.B. Asklepios und Hygieia) spielten Schlangen eine herausragende Rolle. Sie galten als Hüter der Pforte zum Tod, als die entscheidende Instanz bei der Frage nach Leben oder Tod. In anderen Kulten (z.B. Kundalinikult in Indien) steht die Schlange wiederum für Fruchtbarkeit und die Möglichkeit der Fortpflanzung.
Die Schlange wurde nicht automatisch als ein Symboltier der Göttin (bzw. spezifischer Göttinnen) betrachtet, sie ist häufig auch Symbol männlicher Gottheiten. Männliche Schlangenwesen sind oft Ungeheuer, die Zerstörung und Verderben bringen (Midgardschlange, Nidhögg (germ.), Apophis (ägypt.), Vrtra (hind.)). Die Schlangengötter stehen aber mindestens genauso oft für Weisheit und Licht (Vishnu, Phanes) oder Fruchtbarkeit und Schöpfung (Amun-Kematef (ägypt.), Naga (hind.), Quetzalcoatl (azt.), Manitou (ind.)). Die besondere Bedeutung von Heilgöttern habe ich schon erwähnt: Asklepios, Sabazios, die eherne Schlange im alten Testament, und der sumerische Ningizzida haben die Schlange zum Hauptsymbol. Vielleicht ist im selben Zusammenhang die Symbolik der Schlangen bei Göttern zu sehen, die Schlaf und Träume bringen: Hermes mit seinem Hermesstab um den sich zwei Schlangen winden oder der indische Naga.
Die Rolle der Schlange in den Mythen und Kulten von Göttinnen diverser Kulturen werde ich nun etwas ausführlicher behandeln. Im Folgenden findet ihr die Aufstellung der "Schlangengöttinnen", die ich finden konnte.
Athena: die Schlange ist ein Symboltier der griechischen Göttin Athena, in ihrem Aspekt als Hausgöttin und Beschützerin der Familie. Da die Schlange auch mit Klugheit und Macht über Leben und Tod in Verbindung gesetzt wird, ist ihre Nähe zu Athene mit mehreren Aspekten erklärbar. Die Kriegs- und Siegesgöttin erhält die Herrschaft über Athen und die umgebende Region Attika aus den Händen des Kekrops, eines Sohnes der Erdmutter Gaia. Dieser ist halb Mensch, halb Schlange. Die heiligen Schlangen auf der Akropolis in Athen wurden monatlich mit Honigkuchen gefüttert.
In der trojanischen Sage schickt Athena ihre heiligen Schlangen, um den Priester Laokoon und seine Söhne zu töten, diese hätten beinahe die Wahrheit über das Trojanische Pferd enthüllt.
Minerva, die römische Variante der Athene, hat als Göttin der Weisheit und der Künste natürlich auch die Schlange zum Symboltier.
Amphitrite: griechische Meeresgöttin, die in der Regel von Meeresschlangen begleitet wird.
Brigid: die keltische Göttin, deren Symbol das Feuer ist, soll auch ab und an als Schlange abgebildet worden sein.
Ceres und Demeter: von beiden gibt es Darstellungen, auf denen sie auf einem von Schlangen gezogenen Wagen fahren.
Coatlicue: aztekische Mondgöttin, die einen Rock aus miteinander verwobenen Schlangen trägt.
Echidna: in der griechischen Mythologie ist Echidna ein Mischwesen, halb Schlange, halb Frau. Sie ist chtonischen Ursprungs, d.h. aus der Mutter Erde hervorgegangen. Mit Typhon zusammen zeugt sie eine Reihe von weiteren mythischen Wesen, wie z.B. die Sphinx, die Hydra oder den Cerberos.
Eileithya: griechische Göttin der Geburt, göttliche Hebamme, hatte wie alle medizinisch wirkenden Gottheiten eine Schlange zum heiligen Tier.
Gaia: Erdmutter und Ur-Göttin. Ihre titanischen Kinder werden häufig als Schlangen, Drachen oder Mischwesen dargestellt.
Hera: Muttergöttin, Beschützerin der Ehe und eifersüchtige Gattin des Himmelsgottes Zeus nutzt die tödliche Macht zweier Schlangen um den göttlichen Helden Herakles/Herkules zu beseitigen. Der Sohn des Zeus und der Alkmene überlebt den Anschlag dank seiner übermenschlichen Kräfte.
Ishtar: die Göttin des Abendsterns, wird manchmal von Schlangen begleitet.
Isis: die Muttergöttin wird gelegentlich auch als Schlange dargestellt.
Kundalini: Die Kundalini-Schlange symbolisiert die kosmische Kraft des Menschen. Diese göttliche Kraft, über die der Mensch durch tantrische Übungen verfügen kann, liegt gleich einer zusammengerollten Schlange im Wurzelchakra.
Maat: die Göttin der Gerechtigkeit und des Totengerichts wird bisweilen als Unterweltsschlange abgebildet.
Manasa: Bengalische Schlangengöttin, die bei zur Heilung von Schlangenbissen angerufen wurde. Sie war bekannt als übellaunig und gefährlich, wenn man ihr die Verehrung versagte.
Medusa: Tochter des Phorkys und der Keto. Geflügeltes weibliches Ungeheuer mit Schlangenhaaren. Auch ihre Schwestern, die Gorgonen, haben Schlangenhaare. Ihr versteinernder Blick macht die Medusa für Normalsterbliche unbesiegbar. Perseus hält ihr jedoch, mit Athenes Hilfe, einen Spiegel vor und schlägt sie mit ihren eigenen Waffen. Später ziert das Medusenhaupt die Ägis, den Brustpanzer der Göttin Athene, als Kriegsgöttin. An Türen angebracht soll es apotropäisch (unheilabwendend) wirken.
Minoische Schlangengöttin: Vielleicht Beschützerin der Häuser und Familien, weshalb sie auch im häuslichen Kult verehrt wurde.
Orakel-Heiligtum von Lebadeia: in mykenischer Zeit einer weiblichen Gottheit geweiht, als deren heilige Tiere Schlangen in einer Höhle gehalten wurden. Später wurde der böotische Heros Trophonios dort verehrt.
Nidaba: eine phrygische Korngöttin, trägt Schlangen als Symbol ihrer chtonischen Herkunft am Körper.
Renenutet: ägyptische Göttin des Wohlergehens von Mensch, Tier und Pflanze, aber auch Schicksalsgöttin und Zuteilerin des Lebensloses. Als göttliche Amme des Menschen verleiht sie ihm das Ka (die Seele) und sorgt für das vorbestimmte Schicksal des Kindes. Renen bedeutet Nahrung und so verschmilzt sie mit Ernunet (= Göttin der Ernte) und Utet (= Schlange), die sich im Getreide verbirgt.
Die Griechen nennen sie Thermuthis und stellen sie mit einem Schlangenkörper und einem Frauenkopf dar. Man setzt sie schließlich sogar mit Isis gleich.
Schai: ägyptische Schicksalsgöttin (griechisch: Agathodaimon), die häufig als Haus-Schlange dargestellt wird.
Sesa: Weltenschlange in der indischen Kosmologie. Sie trägt die Welt auf ihrem Kopf und wird von einer Schildkröte getragen deren vier Füße auf vier Weltelefanen stehen, die von der Schale des Welteies gehalten werden.
Shakti: das göttlich-weibliche in der vedischen Mythologie. Sie verkörpert Agni, das Feuer, aber auch das Chaos und die Macht der "wilden" Natur und wird häufig als Schlange dargestellt.
Tiamat: Babylonische (akkadische) Göttin, die auch als Schlange dargestellt wird. Ihr Name bedeutet "Schlange der Finsternis", sie steht für das Chaos, für die sexuelle Energie der Schöpfung, aber auch der Vernichtung.
Wadjet: ägyptische Schlangengöttin (selten auch löwenköpfig) und Tochter des Sonnengottes Re. Sie ist als Uräusschlange eine unterägyptische Kronenschlange, Gemeinsam mit der oberägyptischen Geiergöttin Nechbet bildet sie die Doppelkrone der ägyptischen Herrscher. Als solche umringelt sie die Stirn der göttlichen Pharaonen.
Die Griechen nennen sie Uto.
Bei dieser Aufzählung besteht kein Anspruch auf Ausschließlichkeit. Solltet ihr weitere Göttinnen kennen, die mit Schlangen assoziiert werden, lasst es uns wissen.
Literaturhinweise, Quellen und Links:
Lexikon alte Kulturen,
http://www.sgipt.org/galerie/tier/schlang/schl_kult.htm
artemisathene
Die Schlangengöttin von Knossos
Am 23.März 1900 begann der britische Archäologe Arthur Evans (1851-1941) mit den Ausgrabungen auf seinem Privatgrundstück auf Kreta. Er erwarb dieses Areal, weil er dort die verschütteten Palastanlagen Knossos, den angeblichen Palast des König Minos, vermutete.
Tatsächlich entdeckte er weiträumige, verworrene Palastanlagen und auch die berühmte Figur der Schlangengöttin oder auch Schlangenpriesterin, die eine herausragende Stellung bei der Interpretation minoischer Kultur einnimmt.
Die 29,5 cm große Fayencestatuette zeigt eine Frau mit entblößten Brüsten und starrem Blick, die in den hocherhobenen Händen zwei Schlangen hält. Auf ihrem Kopf befindet sich ein Tier, das mal als Katze, mal als Löwe oder Panther interpretiert wird. Die Entstehungszeit der Figur wird auf ca. 1700 bis 1440 v Chr. geschätzt. Mit ihr zusammen wurde ihre Kultausstattung gefunden: Opfertische, feine Keramikgefäße, Tonnachbildungen von Früchten, Muscheln, Fischen, Krebsen und Gesteinsbrocken. Man kann annehmen, dass diese Beigaben den Herrschaftsbereich der Göttin repräsentieren: Als Gebieterin über Land und Meer.
Die Figur könnte eine Tänzerin und Priesterin darstellen, die die Göttin repräsentiert und dem Land mit ihrem Tanz Segen und Fruchtbarkeit bringen soll. Ihr starrer, duchdringender Blick könnte auf eine Art Trance hindeuten, in der sie sich befindet. Aber auch andere Interpretationen sind denkbar. Schlussendlich gibt die Figur viele Rätsel auf und alles kann nur Spekulation bleiben. Es gibt keine entzifferten, schriftlichen Überlieferungen zum Kult dieser Göttin, so ist uns auch ihr Name nicht bekannt. Am besten beurteilt man sie aus dem kulturellen Kontext heraus, der sie hervor gebracht hat. Der nachfolgende Text soll diesen etwas veranschaulichen.
Die Figur befindet sich heute übrigens im Archäologischen Museum Iraklion auf Kreta.
Cailynn
Schlangenpriesterin und Stier - die geheimnisvolle Kultur der Minoer
Die minoische Kultur Kretas ist bis heute eine der geheimnisvollsten Europas geblieben. Niemand weiß so richtig, wie sie verfasst war, wer sie regierte und wie sie unterging. Nur ihre Symbole sind uns bekannt: Die Doppelaxt der Göttin, das Labyrinth, der Stier, der Krokus, die Schlangenpriesterin. Selbst die alten Griechen kannten die Kultur der Minoer nur noch von den Ruinen her und machten sich ihren eigenen Reim darauf. So entstanden die Mythen und Legenden um König Minos, den genialen Erfinder Dädalus, das Untier Minotaurus und den jungen Helden Theseus, der mit Hilfe Ariadnes schließlich den grausigen Stiermenschen im Labyrinth von Knossos tötete.
Doch abseits all dieser Legenden ist die minoische Kultur schon etwas besonderes. Zum einen ist sie sehr alt, denn die frühesten Paläste datieren schon aus der Zeit um 2100 v.Chr., zum anderen scheint sie nur wenig hierarchische Elemente besessen zu haben. Das heißt jetzt nicht, dass ein kein arm und reich gab – solche Unterschiede gab es wohl, doch fehlt es völlig an monumentalen Tempeln und Palästen, wie sie beispielsweise den Ägyptern zu eigen waren. Vielmehr waren das, was wir als "minoische Paläste" bezeichnen, zwar reich verzierte Gebäude, dabei jedoch regelrecht chaotisch angelegt. Große zentrale Eingangsportale oder Prozessionsstraßen fehlen völlig, alles wirkt sehr verschachtelt und egalitär; von mächtigen Verteidigungsanlagen fehlt ebenso jede Spur. Dennoch waren diese Paläste die Zentren des Landes.
Die Forschung ist sich inzwischen darin einig, dass Kreta eine Theokratie war. Es führte also kein König, sondern ein Priester die Regierung. Auf Kreta scheint sich nun gleich ein ganzes Priesterkolleg die Macht geteilt zu haben – und zwar ein weibliches. Viele Hinweise darauf fanden sich in den Ruinen des Palastes von Knossos und anderer Ausgrabungsstätten. So sieht man auf Freskenresten, auf Siegeln und in Figuren fast ausschließlich die Göttin, aber keinen Gott. Ebenso verhält sich mit den Darstellungen von Priestern – auch hier überwiegen eindeutig die Frauen. Eben diesen Darstellungen kann man auch entnehmen, dass alle religiösen Feste strikt nach Geschlechtern getrennt gefeiert wurden, wobei jedoch oft eine Frau im Mittelpunkt stand. Diese Frau stellte wohl die fleischgewordene Göttin dar. Zelebriert wurden die Vegetations- und Fruchtbarkeitsriten nicht nur in den "Palästen", die über ausgedehnte religiöse Bezirke verfügten, sondern auch in Höhlen und auf Berggipfeln – heiligen Stätten, die von den Ahnen übernommen worden waren. Auch Tauben galten als heilig – scheinbar waren sie neben den Priesterinnen das wichtigste Medium durch das sich die Göttin mitteilte. Dies alles würde auch erklären warum uns die minoische Kultur fast gar keine Götterbildnisse hinterlassen hat – da die Göttin durch lebende Wesen verkörpert wurde, brauche man keine Statuen. Eine Ausnahme gibt es allerdings und eine sehr berühmte noch dazu. Die Rede ist von der "Schlangenpriesterin", einer kleinen Statuette, die im Südflügel des Palastes von Knossos gefunden wurde. Ihre Brüste sind entblößt und sie in den Händen hält sie zwei sich windende Schlangen, während ein Panther auf ihrem Kopf sitzt. Einige der Göttin geweihte Votivgaben verdeutlichen uns ihren Herrschaftsbereich: Tönerne Nachbildungen verschiedenster Meerestiere symbolisieren ihre Herrschaft über die See, einfache Steine die über das Land.
Aus dem bisher geschriebenen geht schon hervor, dass man sich die minoischen Paläste keineswegs als "Herrschersitze" vorstellen darf, wie man das bei einem Palast normalerweise unwillkürlich tut. Sie waren vielmehr Zentren der gesamten Gesellschaft: Hier wohnten die Priesterinnen und Priester, hier wurden alle wichtigen religiösen Feste abgehalten, Vorräte gelagert und mannigfache Güter produziert. Grundriss und Raumaufteilung sind bei allen bekannten Palästen (Knossos, Festos, Malia und Kato Zakros) nahezu identisch. Der Übergang vom Palast zur umgebenden Stadt war fließend.
Weitere Funde aus diesen Palästen verschaffen uns noch mehr Einblick in die Kultur von Kreta: Im sogenannten "Thronraum" von Knossos (von früheren Forschern fälschlicherweise so benannt) bestätigen Wandmalerein, die uns Pflanzen, Berge und Greife (ein Symboltier der Göttin) zeigen, die weibliche Ausrichtung der Gesellschaft. Die Ausmalung des Raumes deckt sich zudem mit gefundenen Tonsiegeln, die die Göttin als "Mutter der Berge", "Herrin der Tiere" und "Göttin des heiligen Baumes" zeigen. Im "Thronsaal" nahm eine Priesterin auf dem noch heute vorhandenen Alabasterthron wohl die Rolle der fleischgewordenen Göttin ein, ein großes Becken im selben Raum diente wohl der rituellen Waschung. Vielleicht hielt die Priesterin hier ja sogar die von der Statuette bekannten Schlangen in ihren Händen? Unentschlüsselt und geheimnisvoll bleiben bis heute die vielen Krokusdarstellungen, die sich nicht nur in Knossos, sondern auch in anderen minoischen Niederlassungen wie zum Beispiel auf der Insel Santorin oder an der ägyptischen Küste finden. Auf den erhaltenen Bildern werden sie oft von Affen gepflückt und anschließend der Priesterin/Göttin gereicht. Was genau es mit diesen Szenen auf sich hat, muss wohl Spekulation bleiben.
Von den archaischen Kulten der Insel sind uns mehrere überliefert: Zum einen das vielen bekannte Stierspringen, das schon als Fruchtbarkeitskult oder Initiationszeremonie gedeutet wurde. Wie die meisten anderen religiösen Feste spielte es sich wohl in einem der großen Höfe der Palastanlagen ab. Junge Männer und Frauen packen einen Stier bei den Hörnern, während Artisten über seinen Rücken springen – ein nicht ganz ungefährlicher Sport. Dabei wurde das Tier mit großem Respekt behandelt. Zwar gab es auch in Kreta Tieropfer, doch ein Stier scheint nie darunter gewesen zu sein. Das Spiel zwischen Mensch und Tier war also von Gleichberechtigung geprägt – ganz anders als im heutigen Spanien. Eine ganz andere Zeremonie zeigt uns ein in Agia Triada gefundenen Tonmodell. Hier sehen wir eine Priesterin, die zwischen zwei Pfeilern auf einer Schaukel sitz und sich in Trance zu schaukeln scheint. Tauben auf den Pfeilern deuten die nahende Präsenz der Göttin an. Diese musste manchmal auch mit extremen Mitteln besänftigt werden – an mindesten zwei Stellen auf Kreta finden sich eindeutige Hinweise auf Menschenopfer. In einem Gebäude der Palastanlage von Knossos fand man die Skelette mehrere Kinder, denen scheinbar das Fleisch von den Knochen getrennt worden war – als Opfer an die Göttin, die die Insel immer wieder mit Erdbeben heimsuchte.
Ganz im Gegensatz zu diesen Opfern steht die völlige Abwesenheit von Gewaltszenen in der minoischen Kunst. Dies und die herausragende Stellung der Frau haben zur Annahme geführt, dass im minoischen Kreta ein Matriarchat bestanden hätte, dem der männliche Drang nach Krieg und Machtentfaltung fremd gewesen sei.
Doch ganz so einfach ist es nicht. Wenn auch die Göttin von überragender Bedeutung für die minoische Kultur war, so muss es doch einen Gott gegeben haben – ihren Gefährten, der im Herbst starb, um im Frühjahr wiedergeboren zu werden. Viele Forscher nehmen an, dass dieser Gott im Stier zu suchen ist, einem der heiligen Tiere der Minoer. Auch lassen Waffenfunde und die weitverstreuten Niederlassungen der Kreter rund um Ägäis und Mittelmeer Zweifel daran aufkommen, ob die von Priesterinnen regierte Gesellschaft wirklich so friedliebend war, wie oft behauptet. Und warum treten auf ägyptischen Wandgemälden nur Männer als Gesandte Kretas auf? Eins steht fest: Im Gegensatz zu den übrigen Kulturen des Mittelmeerraumes jener Zeit war die Gesellschaft der Minoer doch zumindest von Gleichberechtigung geprägt.
Doch wie das Leben auf Kreta genau aussah, wird wohl noch lange Zeit unklar bleiben, denn um 1450 v.Chr. fand die minoische Kultur samt ihren Palästen ein abruptes Ende. Selbst die Schrift der alten Kreter ist bis heute nicht vollständig entziffert.
Charon
Das Urbild der Schlange in der Mythologie - Eine Auswahl
In vielen Kulturen nahm die Schlange eine gewichtige Rolle in der Mythologie und später im gängigen Sagenschatz ein. Oft ist der Begriff Schlange dabei identisch mit den Begriffen Drache und Ungeheuer.
In den frühen Kulturen war die Schlange ein Fruchtbarkeitssymbol. Sie wurde mit der alles erschaffenden, nährenden Göttin in Verbindung gebracht. Sie galt als weibliches Symbol. So wie sich die Göttin stets wandelt, so wie die Frau ständig den Menstruationszyklus durchläuft und sich dabei erneuert, so erneuert sich die Schlange durch ihre Häutung. Sie kennt Mysterien, die dem Mann verborgen bleiben.
Früher glaubte man, sie sei unsterblich. Die GriechInnen nannten ihre abgelegte Haut geras, "Altersschwäche". So wurde die Schlange auch mit der Unterwelt, dem Schoß der Göttin und dem Tod in Verbindung gebracht. Aber auch mit der Wiedergeburt und so galt sie als Hüterin der Mysterien um Leben und Tod.
In der babylonischen Mythologie ist Tiamat die Urgöttin und Mutter der Welt. Ihr Name wird mit "Meer" oder auch "Salzwasser" übersetzt. Sie wird als Drache oder Ungeheuer bezeichnet, wird schlangenartig dargestellt und ist die Personifikation des Salzwassers und des Chaos. Ihr Gemahl Apzu verkörpert das Prinzip des Süßwassers. Mit ihm hat sie vor Urzeiten die erste Generation von Göttern gezeugt.
Die jungen Götter störten sie und ihren Gemahl in ihrer Ruhe und Apzu versuchte daraufhin seine Kinder und Enkel zu töten, wurde allerdings vom jungen Gott Ea/Enki vernichtet. Tiamat schwört Rache und findet ihr Ende durch die Hand Marduks, des Sohnes von Ea/Enki.
Aus ihrem Körper erschafft er Himmel und Erde, wodurch sie vollkommen zur Mutter Erde wird.
In diesem Mythos spiegelt sich gleichzeitig das Bestreben der jüngeren Generationen wieder, die vorangegangenen Generationen zu überwinden und Entwicklung zu ermöglichen.
Das Orakel von Delphi, ein berühmter Pilgerort mit Orakelstätte im alten Griechenland, steht ebenfalls mit der Schlange in Verbindung. Seine weissagende Hohepriesterin war die Pythia, benannt nach der Python, die aus der Vereinigung der Urmutter Gaia mit dem Schlamm, der nach dem Goldenen Zeitalter von der Welt übrigblieb, entstanden war. Apollon rächte sich für einen einstmals verübten Anschlag auf seine Mutter Leto an Python. Er tötete den Drachen und entriss Delphi (übrigens von griech. delphos- Gebärmutter) der Gaia, um anschließend selbst Schutzherr des Ortes zu werden. Durch das vergossene Blut Pythons übertrugen sich die hellseherischen Kräfte der Schlange auf das Heiligtum.
Wieder steht die Schlange hier mit der Großen Göttin, der Mutter Erde, in direkter Verbindung.
Aber auch ihre Eigenschaft als weises Wesen wird deutlich.
Interessant ist auch die Verbindung der griechischen Göttin Lamia ("Verschlingerin"), die gelegentlich als Schlange gedacht wurde, mit der babylonischen Lamashtu und auch mit Lilith. Hier erfuhr das Bild der Schlange bereits eine deutliche Wandlung zum Negativen Denn wie Lamashtu und Lilith war Lamia eine Göttin des Kindbettfiebers und der Säuglingskrankheiten. Lamia raubt und tötet die Kinder anderer Mütter aus Schmerz über den Verlust ihres eigenen Kindes. Lamashtu galt ebenfalls als Göttin oder Dämonin des Kindbettfiebers und steht wie Lilith für den Kindstod. Letztere wurde von Gott damit gestraft, dass sie für jedem Kind, dem sie zu nahe kommt, den Tod bringt. "Lamia" ist laut Barbara Walker in der lateinischen Bibel (Vulgata) die Übersetzung von Lilith.
Lilith war Adams erste Frau im Paradies. Allerdings erwartete er von ihr, dass sie beim Sex immer unten lag. Denn sie sei die Erde und er der Himmel. Sie floh aus dem Paradies ans Rote Meer und verkehrte dort lieber mit Dämonen, statt sich Adams Willen zu unterwerfen. Jeden Tag gebar sie nun hunderte Kinder. Gott schickte ihr Engel nach, doch sie wollte nicht zu Adam ins Paradies zurückkehren. Er strafte sie damit, dass sie von nun an jedem Kind den Tod bringen müssse und erschuf Adam die zahmere Eva. Laut der Geschichte, wie wir sie kennen, kam der Teufel in Gestalt einer Schlange zu Eva, um sie zu verführen mit Adam vom Baum der Erkenntnis zu naschen. Gerade in feministischen Kreisen ist die weit ältere, jüdische Version beliebter, in der es Lilith ist, die als Schlange zu Eva ins Paradies kommt, um sie aus Adams Unterdrückung zu befreien.
An dieser Stelle wird deutlich, wie sehr die christliche Mythologie von der mesopotamischen Kultur beeinflusst wurde. Denn die sumerisch-babylonische Göttin Lilith, die später zur Dämonin degradiert wurde, ist bedeutend älter als das Christentum. Noch Luther ersetzte den Namen Lilith an einer Stelle der Bibel mit "Kobold".
Im Christentum war die Schlange insgesamt sehr negativ belegt. Während sie in vielen älteren Kulturen als heilig und weise galt, wurde sie hier verteufelt und durch ihre Beteiligung am Sündenfall des Menschen zum Symbol des Bösen schlechthin.
Es gibt verschiedene Versionen der Sündenfallgeschichte und noch mehr Interpretationen. Die bekannteste dürfte die sein, nach der Adam und Eva sich nach dem Genuss der Frucht vom Baum der Erkenntnis sich ihrer Nacktheit zu schämen begannen. Sie entdeckten ihr Geschlecht und ihre Sexualität. Gott verdammte sie daraufhin als unrein aus dem Paradies und bestrafte das Weib, das die Ursünde über die Menschen brachte, indem sie von nun an unter größten Mühen und Schmerzen Kinder gebären müsse.
Eine andere Version der Geschichte besagt, dass Adam und Eva erkannten, dass sie sterblich waren. Neben dem Baum der Erkenntnis befand sich der Baum des Lebens. Gott wollte verhindern, dass die zwei ersten Menschen von dessen Früchten aßen um dem Tod zu entgehen. Er wollte vermeiden, dass sie ihm zu ähnlich wurden, verbannte sie aus dem Paradies und entzog den Baum des Lebens so ihrem Zugriff.
Aus naturreligiöser Sicht entdeckten Adam und Eva in beiden Fällen nichts Negatives, denn Sexualität und Tod sind wichtige Bestandteile des Lebens.
Die Schlange war in älteren Zeiten ob ihrer unergründlichen Weisheit auch mit Heilung assoziiert. Um den Stab des griechischen Gottes der Heilkunde Asklepios winden sie sich. Noch heute benutzen Apotheken und Ärzte dieses Symbol.
Der Gott erlernte die Heilkunde angeblich beim weisen Kentauren Cheiron.
Nach Rom kam der Aeskulap-Kult angeblich, nachdem der Gott wegen einer Pest im Jahre 293 v.Chr. die Stadt in Form einer Schlange besuchte und rettete. In seinen zahlreichen Tempeln, zu denen die Kranken pilgerten, hielt man Äskulapnattern.
In der Hermetik kennt man das Bild des Ouroboros (griech. oura=Schweif; boros=verschlingend): Eine Schlange, die sich in den eigenen Schwanz beißt und ein weit verbreitetes archaisches Motiv darstellt. Sie war auch das alchemistische Symbol der sich wandelnden Materie. (Sicher aufgrund ihrer Fähigkeit zur Häutung.)
Die Schlange bildet einen Kreis, ist also ein Symbol für Unendlichkeit, die ewige Wiederkehr und die Vereinigung von Gegensätzen. Sie versinnbildlicht, dass jedes Ende einen Neuanfang ermöglicht, einen Kreislauf, wie z.B. die Mondphasen, Leben- Sterben- Wiedergeburt und die Jahreszeiten.
Die germanische Mythologie kennt das Prinzip des Ouroboros als Weltenschlange Jörmungandr ("Erdumgürterin"). Dieses Ungeheuer wurde von einer Riesin geboren und von dem Göttergeschlecht der Asen ins Meer geworfen, da sie Übles von dem Kind befürchteten. Dort im Ozean liegt nun die Schlange und beißt sich in den eigenen Schwanz. Dabei umspannt sie die Menschenwelt Midgard, weshalb sie auch Midgardschlange genannt wird. Sie ruht dort und wird am Ende der Zeit ihrem Erzfeind Thor im Kampfe gegenüber treten.
Bis dahin bildet sie die äußere Begrenzung der Welt. Jörmungrundr ist auch ein alter poetischer Name für die Erde. Wodurch wieder eine Verbindung zur Urmutter und dem Anbeginn der Zeit gegeben wäre.
Weiters Links, die das Symbol der Schlange näher beleuchten:
http://www.spiritvoices.de/knistern/schlange.html(Das Gynozentrische Knistern, als Erweiterung und Abrundung zu diesem Artikel unbedingt anschauen!)
http://hannelore.org/grossegoettin/schlange.htm (Töchter der Großen Göttin)
http://www.frauenwissen.at/schlange.php
http://www.sgipt.org/galerie/tier/schlang/schl_kult.htm
Literarische Quellen:
Golther, Wolfgang: Handbuch der germanischen Mythologie, Marixverlag 2004
Lurker, Manfred; Lexikon der Götter und Dämonen, Kröner 1989
Simek, Rudolf: Lexikon der germanischen Mythologie, Kröner 1984
Walker, G. Barbara: Das geheime Wissen der Frauen, Arun 2003
Zingsem, Vera: Lilith, Adams erste Frau, Klöpfer und Meyer 2003
Cailynn
Gute Schlangen, böse Schlangen – von Hausschlangen und Schlangensegen
Was assoziieren wir, wenn wir das Wort "Schlange" hören? Ekelt es uns bei dem Gedanken an ein Reptil, das in Wasser und auf dem Land zu Hause ist, im Erdreich verborgen wohnt und scheinbar lautlos und gefährlich nach unserem Leben trachtet? Oder sind wir fasziniert? Verbinden wir die Schlange mit mythischen Wesen wie Drachen und Tatzelwürmern, mit Gorgonenschwestern oder Tempelschlangen? Symbolisiert die Schlange für uns die Macht über Leben und Tod? Oder die Weisheit und Magie der alten Religionen?
Nicht nur heute ist die Symbolik der Schlange ambivalent, vielschichtig und subjektiv. Viele Mythen und Halbwahrheiten, aber auch gesellschaftliche Tabus, fügen sich zu einem undurchsichtigen Gesamtbild. Das ist kein neues Phänomen. Schon seit Anbeginn der schriftlichen Aufzeichnungen und bildlichen Darstellungen gibt es diese Ambivalenz in der Einschätzung der Schlange.
Im deutschen Sprachraum, dem Baltikum und Skandinavien gab es beispielsweise lange Zeit die Sitte, Hausschlangen zu verehren und mit Opfergaben zu beschenken. Den Ursprung hat diese Verehrung sicherlich in antiken, bzw. vorchristlichen Vorstellungen. Im römischen Kulturkreis galten Schlangen, die sich im Haus oder unter der Türschwelle eines Hauses angesiedelt hatten als die Inkarnation der Seelen verstorbener Hausbewohner. Die Schlange galt als "spiritus familiaris" = lat. "Geist der Familie". Auch die Laren, die Hausgötter des römischen Haushaltes, wurden oft als Schlangen dargestellt. Als "genius loci" = lat. "göttliches Seele des Ortes", schützte die Hausschlange das Anwesen und dessen Bewohner vor Unglück, Krankheit und Unwettern.
Als Wächter über das Totenreich und Symbol für die Seele der Verstorbenen, schmückten Schlangendarstelllungen die Gräber der römischen Besatzer, im germanischen und keltischen Siedlungsgebiet, wie auch in der italienischen Heimat.
Hausschlangen wurden gepflegt, man gab ihnen von den eigenen Speisen, vor allem Milch, in der Hoffnung, dass sie den Hausbesitzern Glück und Wohlstand brächten. Sie zu töten war tabu, man glaubte der Tod der Hausschlange bringe den Bewohnern Unglück und verursache Todesfälle in der Familie. Dieser Glaube und die Verehrung der Hausschlange ist aus weiten Teilen des germanischen Siedlungsgebietes nachgewiesen. In Schlesien und im Spreewald glaubte man an die enge Verbindung zwischen Hausschlangenpärchen und dem Ehepaar des Hauses. Starb ein Teil des Schlangenpaares, so war auch dem Hausvater oder der Mutter der Tod prophezeit. Auch aus Skandinavien ist die glückbringende Hausschlange bekannt. Besonders die weiße Schlange wurde in Schweden mit ehrfürchtiger Scheu gepflegt. Aus Altpreußen, Lettland und Litauen ist sogar ein Kult rund um die Hausschlangen überliefert. Angeblich gab es dort die Verehrung von Schlangen in Tempeln und Nahrungsopfer für diese durch das Volk. In Altpreußen sollen die Frauen zu den Schlangen um Kindersegen gebetet haben.
Es gibt sogar diverse Überlieferungen über Zukunftsdeutungen und Orakel mit frei lebenden Schlangen. Traf man beim sogenannten "Angang", dem ersten Fußweg des Tages, auf eine Schlange, hatte diese Begegnung Orakelfunktion. So galten besonders weiße Schlangen als günstig für Reichtum und Wohlstand. Kron(en)-Schlangen nannte man diejenigen, die durch ihre Zeichnung eine Art Krone auf ihrem Kopf erkennen ließen. Auch ihnen sagte man nach, für Wohlstand sorgen zu können. Schlangen galten zudem als Eheverkünderinnen, Fruchtbarkeit fördernd und Geburten anzeigend.
Als ungünstiges Omen galt es einer schwarzen Schlange zu begegnen. Diese konnte, so glaubte man, eine Hungersnot anzeigen, Krankheit, Erdbeben und Hauseinsturz andeuten oder Streit, Verleumdung und Tod bedeuten. Eine aggressive Schlange oder ein nicht angenommenes Opfer an eine Hausschlange, ließ ebenfalls nichts Gutes erhoffen.
Ursächlich für dieses ambivalente Bild der Schlange in unserem Kulturkreis ist die unterschiedliche religiöse Basis. Unsere unchristlichen Vorfahren, Kinder der einheimischen germanischen oder keltischen Bevölkerung mit römischen Einwanderern, kannten die Schlange noch als Glückssymbol, als Garant für Wohlstand, Fruchtbarkeit und Weisheit. Als Begleiter der Götter wurde ihnen Verehrung zu Teil, ihr Verhalten wurde in die tägliche Deutung der Vorzeichen (Auspicii) einbezogen. Diese Vorstellungen hielten sich bis in die Neuzeit hinein, trotz der Versuche der christlichen Kirchen, den Aberglauben zu beseitigen. Im Gegenteil, die schlangenfeindliche Einstellung der christlichen Kirche, bedingt durch die unselige Geschichte von Eva und der Schlange am Baum der Erkenntnis und der noch schlimmeren Vorstellung der "Erbsünde", die durch Evas Drang nach Erkenntnis in die Welt kam, führten zu seltsamen Auswüchsen im Umgang mit Schlangen. Christus, Maria und alle Heiligen mussten fortan helfen, die todbringenden oder doch zumindest Sünde bringenden Tiere durch Schlangensegen auf Abstand zu halten, oder gar ihr Leben zu vernichten. Waren Schlangensegen ursprünglich in der Antike (Ägypten, Griechenland und Rom) nur zur Heilung von Schlangenbissen verwendet worden, wurden die heilbringenden Beschwörungsformeln im Christentum gegen die Tiere direkt verwendet. Schlangensegen sollten die Reptilien von menschlichen Behausungen fern halten oder sie zumindest vom Beißen abhalten.
Die Verteufelung von Schlangen einerseits, ihre kultisch anmutende Verehrung in Häusern aber andererseits, zeugen von dem Widerspruch der durch die Vermischung der religiösen Vorstellungen der antiken Kulturen mit den christlichen Wertvorstellungen entstand. Für Amulette, Schmuckstücke und Hausverzierungen wurde das Motiv der Schlange dennoch weiterhin gerne hergenommen, schließlich wollte man nicht so ganz von der schutzbringenden Wirkung des Reptils lassen.
Quelle und Literatur:
Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens
Sassenach und artemisathene
Die Schlange (aus dem Kartendeck der Mlle Lenormand)
Zu den mystischen Karten der Mlle Lenormand
Marie Anne Adelaide Lenormand wurde am 27. Mai 1772 in Alencon, Frankreich geboren und starb am 25. Juni 1843 in Paris.
Sie hatte einen Salon in Paris, und beriet dort u.a. Napoleons Gattin Josephine. Mlle Lenormand legte viele Jahre mit dem Tarot, bevor sie ihr eigenes Deck kreierte. Ihre Originalkarten sind nie wieder aufgetaucht, allerdings fand man am Seineufer ein Manuskript zur Erstellung von Wahrsagekarten mit einer Anleitung. Mlle Lenormand gab ihr Wissen persönlich an ihre SchülerInnen weiter. Aus ihrem großen Deck sind bis heute nicht alle Symbole entschlüsselt. Sie war eine begnadete Seherin, kannte sich hervorragend in der Nummerologie und Astrologie aus. Nach dem Sturz Napoleons wurde auch sie verfolgt und inhaftiert. In den letzten Jahren wurden die Mlle Lenormandkarten immer beliebter und bekannter. Viele setzen ihre Aussagekraft der des Tarot gleich. Auf den ersten Blick wirken sie etwas niedlich und sehr einfach in der Deutung. Dies ist allerdings ein Trugschluss und zeigt auch an dieser Stelle wieder einmal, wie genial die Lenormand gewesen ist.
Die Karte 7 im Deck der Mlle Lenormand ist die Schlange
Auf dem Bild sehen wir einen Steinhügel auf dem eine leicht aufgerichtete, aufgerollte Schlange thront. Im Hintergrund wird eine Landschaft angedeutet. Das Bild selber ist karg wie die Landschaft. Als Deutungszusatz ist die Kreuz Dame abgebildet. Demnach gilt die 7, die Schlange, im Kartendeck als sogenannte NK (Nebenpersonen Karte).
Grob umrissen wird die Karte der Schlange als intelligent, gerissen gedeutet. Über Umwege zum Ziel, abwartend. Als Personenkarte repräsentiert sie die Mutter, die Oma, die Großmutter, die Schwiegermutter aber auch die Ex oder die Geliebte, je nach Fragestellung und je nach Fragesteller bzw. Fragestellerin. Aufgrund der Personenzuordnung - Schwiegermutter, Ex und Geliebte - wird die Schlange oft fälschlicherweise als "falsch" bzw. "falsche Schlange" gedeutet. In ihrer Grundbedeutung ist sie dies allerdings nicht. Ich denke es liegt eher an der Verknüpfung mit der Zuordnung der Personenkarte. Da die Schlange sich häutet, deutet sie auch die Häutung der Person, bzw. einer Situation an, d.h. nicht, dass es zu einem Neuanfang im üblichen Sinne kommen wird, sondern das die Situation oder die Person sich in dieser Phase befindet, was erst einmal weder positiv noch negativ ist. Schlangen gelten als intelligent und sich windend, schlängelnd, abwartend, sind nicht zu fassen, nicht zu packen. Diese Oberbegriffe lassen sich auch auf die jeweiligen Fragen bzw. Situationen in einer Kartenlegung beziehen. Ist die Fragestellerin z.B. eine noch sehr junge Frau, deutet die Schlange eine ältere Freundin an, die von den Jahren her auch wirklich älter ist. Sprächen wir mit einem Fragesteller, könnte es sich auch um eine ältere Freundin oder Geliebte handeln.
In Legungen kann man mit und an der Schlange sehr gut die Familienlinie der Fragestellerin/ des Fragestellers mütterlicherseits ablesen. Oftmals spiegeln sich dort Problematiken ganzer Generationen wieder. In bestimmten Kombinationen, z.B. mit dem Fuchs, allerdings, ist die Schlange in der Tat die "falsche Schlange" oder die Kollegin, die am Arbeitsplatz Mobbing betreibt (gilt nur in der ersten Legung). Es lässt sich leider in den Legungen nicht vermeiden, dass die Verknüpfung "falsche Schlange" immer wieder ein Thema ist. Es zeigt, wie falsch verstanden Schlangen im allgemeinen Sprachgebrauch sind.
Im Bereich "Tierwelt" steht sie natürlich für Reptilien, Schlangen und Würmer. Auf körperlicher Ebene ordnet man sie dem Darm und der Nabelschnur zu.
Persönliche Anmerkung:
Spätestens bei der Deutung der Schlange in einem Kartenbild zeigt sich, wie auch Frauen miteinander umgehen und wie Frauen über andere Frauen denken. Innerlich versetzt mich das oftmals mehr als nur in ein Kopfschütteln. Wenn es beispielsweise um den Fall der Geliebten geht, schießen 80 bis 90% der betroffenen Frauen auf die Geliebte (verbal), nicht auf den Ehemann. Selbige Prozentzahl geht auch davon aus, das die Frau den eigenen Mann "weggenommen" hat. An dieser Stelle frage ich immer: und wo war dein Mann dabei? Hätte er nicht "nein" sagen müssen?
Manchmal denke ich, dass sich bei der Besprechung der Schlange im Kartenbild die allgemeine Meinung in der Gesellschaft wiederspiegelt. Schade, dass es dann auch noch Frauen sind, die so über ihr eigenes Geschlecht sprechen.
MedeaLaLuna
Schlangenstein (Serpentin)
Der Serpentin ist ein basisches Magnesium-Schichtsilikat (monoklin, tertiär). Seine Grundfarbe ist grün. Die Struktur erscheint schuppig, wie die Haut einer Schlange. (Nicht zu verwechseln mit der Jade).
In der Edelstein-Medizin unterscheidet man drei Arten von Serpentinen: der grüne (edel) Serpentin; der Serpentin mit Chromit (dunkelgrüne kubische Einschlüsse) und der Serpentin mit Asbestbelag (Silberauge).
Jedem dieser Steine werden andere Eigenschaften zugeschrieben.
Grüner Serpentin: Auf geistiger/spiritueller Ebene unterstützt er die Fürsorge. Er soll Stress und Anspannungen im seelischen/unterbewußten Bereich lindern und auf Stimmungsschwankungen ausgleichend wirken. Auf mentaler Ebene fördert er die Unterstützung und gegenseitige Hilfe. In körperlicher Hinsicht ist er hilfreich bei Muskelkrämpfen, wirkt unterstützend zur Regulierung der Nierenfunktion, lindert bei Übersäuerung und gilt als hilfreich um Gefäßablagerungen zu vermindern.
Serpentin mit Chromit: Unterstützt die Selbstbestimmung auf geistiger/spiritueller Ebene. Auf seelischer/unterbewußter Ebene ist er hilfreich beim Abschirmen gegen ungewollte Fremdeinflüsse. Auch hilft er auf Verstandesebene/im mentalen Bereich, dabei seine eigenen Interessen besser wahrzunehmen und zu vertreten. Für den Körper ist er hilfreich bei Darmbeschwerden (v. a. wenn sich Durchfall und Verstopfungen abwechseln), aber auch bei Nieren-, Leber- und Magenbeschwerden.
Silberauge: Unterstützt auf geistiger/spiritueller Ebene den Selbstschutz. Im seelischen/unterbewußten Bereich fördert er die Abgrenzung und hilft inneren Frieden zu erlangen. Ebenso hilft er Orgasmusblockaden beim Sex zu lösen. Auf mentaler Ebene vermindert er die Streitlust und macht so kompromissbereiter. Auf den Körper wirkt er ausgleichend, besonders bei Herzrhythmusstörungen, entspannend bei Muskelkrämpfen sowie Menstruationsbeschwerden.
ACHTUNG: Alle Angaben sind ohne Gewähr und ersetzen keinen Besuch beim Arzt. Heilsteine können unterstützend verwendet werden, aber NIEMALS als alleinige medizinische Maßnahme. Im Zweifelsfall gilt das Wort des Mediziners.
Sassenach
Schlangen in der Medizin
Traditionell werden die meisten Göttinnen und Götter, die mit der Heilkunde oder der Geburtshilfe betraut waren, von Schlangen begleitet. Den römischen Heilgott Äskulap, Patron der Ärzte, kennen wir mit dem berühmten Äskulapstab, um den sich eine Schlange windet. Aber auch andere Branchen im Bereich der Medizin nutzen Schlangen für ihre Berufs-Symbole: Heilpraktiker, Hebammen, Apotheker und diverse mehr.
Die Ursache dafür liegt in der ambivalenten Zuordnung der Schlange: einerseits zum Tod, denn durch ihr oftmals tödliches Gift assoziierte man sie mit dem Jenseits, zum anderen aber auch als Heilerin, gab es doch auch Kulte und Sagen, in denen den Schlangen Heilkraft nachgesagt wurde. Im Heilkult des Asklepios/Äskulap und der Hygieia spielten heilige Tempelschlangen eine wichtige Rolle. Ihnen opferte man Milch und Speisen, hegte und pflegte sie, damit sie für die Gesundheit der Tempelbesucher gnädig gestimmt waren. Der Legende nach besaß Asklepios zwei Schalen mit Blut der Medusa (Ungeheuer mit Schlangenhaaren). Das Blut der einen Schale konnte töten, das andere heilen oder gar Tote zum Leben erwecken; eine schöne Metapher für die fließende Grenze zwischen tödlichem Gift und Heilmittel. Im Kult des phrygischen Gottes Sabazios, Herr des Ackerbaus und der Heilkunst, sollte die furchtlose Berührung der heiligen Schlange Heilung bewirken.
Einige Schlangenarten, wie die Vipern (Kreuzotter, Aspisviper), waren als giftig bekannt und man begann schon in der Antike nach Heilmitteln zu forschen. Es gibt kaum eine Heilpflanze, der nicht irgendwie eine Wirkung gegen Schlangenbisse nachgesagt wurde, meistens war das allerdings Wunschdenken. Schlangengifte sind komplexe Eiweiß-Enzym-Gemische, die nicht nur die Lähmung oder den Tod eines Beutetieres bewirken, sondern auch der Vorverdauung dienen.
Man versuchte aber nicht nur Heilmittel gegen Schlangengifte zu finden, sondern nutzte Schlangen auch, um Krankheiten zu heilen. Durch die Fähigkeit sich zu häuten galt die Schlange schließlich als unsterblich oder zumindest ewig jung bleibend, Eigenschaften, die auch die Menschen gerne nutzen wollten. So entwickelte man Jungbrunnen und Lebenselixiere mit Schlangenteilen. Sowohl Hippokrates (ca. 400 v.u.Z.) als auch Galenus (2.Jh.v.u.Z.) werden Rezepte mit zerkleinerten oder ganzen Giftschlangen zugeschrieben. Ein berühmtes mittelalterliches Heilmittel ist der so genannte Theriak. Der Theriak galt als Gegenmittel gegen nahezu alle bekannten Gifte, als Verjüngungselixier und Potenzmittel. Er enthielt mineralische, pflanzliche und tierische Inhaltsstoffe, darunter auch Schlangenteile. Noch heute gibt es in den Alpen und Südosteuropa Menschen, die Heiltränke und Pulver aus Schlangen herstellen. Manchmal wird das tote Tier in eine Flüssigkeit eingelegt, oder es werden Kopf oder Schwanz der Schlangen verwendet; gekocht oder getrocknet und zu Pulver verarbeitet. In der chinesischen Medizin sind Schlangenprodukte nach wie vor sehr beliebt. Zum Glück werden tierische Heilmittel, dank des Artenschutzes, immer seltener.
Im 19. Jahrhundert begann man erneut mit Schlangengiften zu experimentieren. Im Zuge der Entwicklung der Theorien zur Homöopathie Hahnemanns, fanden auch die Schlangengifte einen Weg zurück in die Medizin. So setzt man sie zur Behandlung von Herz-Kreislauferkrankungen, Nervenleiden und Blutanomalien ein. Des Weiteren sagt man ihnen immunstimulierende und revitalisierende Kräfte nach. Heute wird das Reingift zur Herstellung von Antiseren (Gegengifte), als Basis für Blutgerinnungstests und zur Herstellung homöopathischer Arzneien genutzt.
Anwendungsbeispiele für Schlangengifte in der Homöopathie:
Lachesis – (Lachesis muta) die Buschmeisterschlange aus Südamerika: das Gift wirkt hauptsächlich auf Blut und Nerven. Die homöopathische Arznei wird gebraucht bei bakteriellen und viralen Infekten, spastischen Entzündungen, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Blutgerinnungsstörungen, Venenleiden und Schilddrüsenerkrankungen. Die psychische Komponente umfasst: leidenschaftliche, leicht erregbare Menschen mit großem Mitteilungsbedürfnis. Sie können neidisch und eifersüchtig, hasserfüllt und argwöhnisch sein bis hin zu einer Neigung zu Depressionen.
Naja – (Naja tripudians) die Kobra/Brillenschlange aus Indien oder China: das Gift der Brillenschlange wirkt in erster Linie auf den Herzmuskel. Es ist dem Curaregift verwandt und wirkt noch in einer Verdünnung von 1:400 tödlich. Homöopathisch wird es eingesetzt bei Herzrhythmusstörungen, Herzklappenfehlern, Blutdruckschwankungen, Angina Pectoris, Entzündungen des Herzmuskels und der Herzklappen und bei Herzinsuffizienz. Auch bei Herzangst und Herzneurosen, sowie Beklemmungsgefühl in der Brust findet es Verwendung.
Crotalus – (Crotalus horridus) die Klapperschlange aus Nordamerika: Das Gift führt zu Blutgerinnungsstörungen und wird homöopathisch bei Störungen des arteriellen Blutgefäßsystems, bei Blutungen im Magen-Darm-Trakt und auf der Haut bzw. im Unterhautgewebe eingesetzt. Sämtliche hämorrhagischen Prozesse (Blutungen aus jeder beliebigen Körperöffnung) und Netzhautblutungen gehören auch dazu. Außerdem gilt Crotalus als gutes Mittel bei der Rekonvaleszenz nach Infektionserkrankungen, Erschöpfung der Immunabwehr und körperlicher Schwäche.
Elaps corallinus – (Elaps corallinus) die Korallenschlange aus Südamerika: auch dieses Gift wirkt als Blutgift. Es wird homöopathisch bei Problemen des arteriellen Gefäßsystems und bei septischen Erkrankungen eingesetzt. Besonders fiebrige Erkrankungen der Lunge und des Magens, sowie Krämpfe in diesem Bereich werden damit behandelt.
Vipera berus – (Vipera berus) die Kreuzotter aus Europa und Asien: Das Gift wirkt auf das Gefäßsystem, die Nerven und den Eiweißhaushalt des Körpers zerstörerisch. Nach einem Biss kommt es zu Wasseransammlungen im Körper, Blutgerinnungsstörungen und Lähmungen. Die Homöopathie setzt das Gift ein bei Herz- und Kreislaufschwäche, Kollaps, Angina Pectoris und zur Thromboseprophylaxe. Außerdem benutzt man es bei Krampfadern, Venenentzündungen und Unterschenkelgeschwüren.
Die hier angegebenen Einsatzgebiete sind aus der Fachliteratur entnommen und nur beispielhaft. Sie ersetzen im Krankheitsfall nicht den Besuch bei einem Arzt oder Heilpraktiker.
Literatur:
Heilmittel der Sonne, Madejsky und Rippe, Homöopathisches Repetitorium, DHU
artemisathene
Kundalini-Yoga
"Und was für Yoga machst du?" So oder so ähnlich beginnen oft Gespräche, wenn sich zwei Praktizierende über ihre Übungen unterhalten. Tatsächlich scheint eine solche Frage gerechtfertig zu sein, da es die unterschiedlichsten Ausrichtungen in der Yoga-Praxis gibt: Hatha-Yoga, Vinyasa Yoga, Power Yoga, Yoga Flow – um nur einige zu nennen.
Anlässlich der Themenausgabe zur Feier der Schlange möchte ich gerne eine besondere Yoga-Richtung vorstellen, die hier in Deutschland neben dem Hatha-Yoga zu den häufigsten Richtung gehört: das Kundalini-Yoga.
Heutzutage kennt man Kundalini-Yoga vor allem in der Verbindung mit dem berühmten Yogi Bhajan, der euch als Entwickler der Yogi Tee – Rezepte bekannt sein dürfte. Ende der 60er Jahre brachte er die Lehre der Kundalini nach Europa und seither gibt es laut 3HO* etwa 400 praktizierende Kundalini-Yoga LehrerInnen in Deutschland.
Der Kern dieser Yoga-Lehre ist die Idee der Kundalini, der Lebensenergie. Die häufige Bezeichnung "Schlangenkraft-Yoga" macht klar, wie man sich diese Kraft vorstellt: sie ruht als schlafende, aufgerollte Schlange am unteren Ende des Rückenmarks. Sie ist zusammengerollt, da wir unsere Lebensenergie oftmals nicht genügend nutzen bzw. aktivieren. Bei den Übungen und Meditationen des Kundalini-Yoga wird darum versucht, die Schlange zu erwecken, damit sie sich an den verschiedenen Chakren emporschlängeln und schließlich an der Lotusblüte am Kopf eine Öffnung zur Erleuchtung beißen kann. Gopi Krischna beschreibt beispielsweise eine solche Erfahrung: "Ich war jetzt reines Bewußtsein, ohne Grenze, ohne Körperlichkeit, [...] in Licht gebadet und in einem Zustand der Verzückung und Glückseligkeit, der unmöglich zu beschreiben ist." (Pandit Gopi Krischna, Kundalini, Erweckung der geistigen Kraft im Menschen, in: Jürgen Linnewedel, Mystik, Meditation, Joga. Zen. Stuttgart 1978, S.71).
Typischerweise gibt es gut fünfzig Basishaltungen wie etwa die Kobra, Bogenschütze, Kamel, Bogen, etc., aber beispielsweise keinen Kopfstand. Eine besondere Übung stellt der Feueratem dar, welchen ich in der folgenden Feuerausgabe vorstellen möchte.
Kundalini-Yoga lässt sich darüber hinaus zu den tantrischen Lehren zählen, da vor allem auch sexuelle Energien und Kräfte entdeckt und aktiviert werden sollen. Har Darshan Kaur beschreibt beispielsweise, dass Frauen wissen sollten, "dass ihre Aura nachhaltig von intimen, sexuellen Beziehungen geprägt wird. Diese hinterlassen eine Art Abdruck in der Aura, der dort für immer verbleibt. Das ist beim Mann nicht der Fall." (Yoga für Frauen, Zusammengestellt und übersetzt von Har Darshan Kaur, Yogi Press 2006).
Mir persönlich hat das Kundalini-Yoga, das ich einige Wochen ausprobieren durfte, sehr gut gefallen, da man sich sehr auf den Atem konzentriert und die Übungen dennoch nicht steif und bewegungslos sind, sondern sehr dynamisch und fließend.
Da ich jedoch keine ausgebildete Kundalini-Yoga-Lehrerin bin, bitte ich um Nachsicht, falls sich in meine Beschreibungen grobe Verständnisfehler eingeschlichen haben. Über Korrektur und Aufklärung derselben würde ich mich dann sehr freuen.
* 3HO: Health, Happy, Holy Organization (siehe Quellen)
Quellen:
Klapptext auf der YogiTee-Packung "Serving Your Spirit"
Yoga für Frauen, Zusammengestellt und übersetzt von Har Darshan Kaur, Yogi Press 2006
www.yogipress.de
www.3ho.de
Annika
Kobra - eine Yogaübung
Die Stellung der "Kobra" ist nicht nur sehr förderlich für die Rückenmuskulatur, sondern sie wirkt auch beruhigend und lindert schmerzhafte Menstruationsbeschwerden, da die Nerven und Muskeln des Herzens, des unteren Rückenbereichs und vor allem des Beckens angeregt werden. Sie ist also ideal für uns Frauen. Hier möchte ich eine Variation dieser Asana aufzeigen, wie sie im Kundalini-Yoga praktiziert wird.
Auf dem Bauch liegend stellst du deine Hände neben deinen Schultern auf dem Boden auf. Die Ellenbogen befinden sich dicht am Körper und die Füße sind so weit wie möglich geschlossen beieinander.
Nun hebst du langsam deinen Körper empor, aber achte darauf, die Hüften nicht mit hochzuheben.
Wenn möglich sind die Arme nun komplett gestreckt. Sollte das noch nicht gehen, können die Unterarme auch gerade auf dem Boden abgelegt werden.
Der Kopf fällt nun leicht in den Nacken und der Blick ist zur Decke gerichtet.
Die Schultern bleiben in dieser Position entspannt.
Mit tiefen, gleichmäßigen Atemzügen solltest du in diese Stellung für etwa 3 Minuten verweilen und beispielsweise bei Menstruationsprobleme so lange wiederholen, bis du dich besser fühlst.
Annika
Der Schlangenknöterich
Ihren Namen hat diese unauffällige Wiesen- und Weidepflanze von ihrer Wurzel. Diese biegt sich häufig s-förmig gewunden im Erdreich. Innen ist der flache, quergeringelte Wurzelstock rotbraun gefärbt. So dass man beim Ausgraben der Pflanze durchaus glauben könnte eine Schlange vor sich zu haben. In der Volksmedizin heißt dieser Knöterich auch Natternkraut, Schlangenwurz, Kalbszunge oder Wiesenknöterich. Die lateinische Bezeichnung ist Polygonum bistorta (bis = lat. für zweimal, tortus = lat. gedreht; will heißen: zweimal gedreht).
Aus dem markanten Wurzelstock entspringen oberflächlich dunkelgrüne, an der Unterseite bläulich-grüne zungenförmige Blätter. Von Mai bis Juni entwickeln sich an den 30 -120 cm langen Stängeln, rundbürstenartige rosa Blüten.
Die Pflanze liebt feuchte Standorte: Bachläufe, Wiesensenken und Waldränder.
Wie der Name schon andeutet, hat man den Knöterich in der Volksmedizin, der Signaturenlehre zufolge, seinem Aussehen nach (wie eine Schlange), gegen Schlangenbisse verwendet. Die medizinisch verwendete Wurzel ist reich an Gerbstoffen, weshalb man sie bei Entzündungen der Haut, zur Wundbehandlung und bei Durchfall einsetzen kann. Beliebt war in der Volksmedizin auch der Einsatz als Gurgelmittel bei Halsschmerzen und Rachenentzündungen, sowie bei Wunden und Entzündungen im Mundraum. Die Gerbstoffe wirken entzündungshemmend und blutgerinnungsfördernd. Heute wird der Schlangenknöterich kaum noch eingesetzt. Andere gerbstoffhaltige Pflanzen wie Eichenrinde oder Tormentill (Blutwurz) haben ihm den Rang abgelaufen.
Innerlich wie äußerlich wird der Tee aus der Wurzel des Knöterichs verwendet. Dieser Tee wird aus 2 gehäuften TL Schlangenknöterichwurzel mit ¼ Liter warmem Wasser, am besten über Nacht, angesetzt. Dann kann der Auszug abgeseiht und getrunken werden, oder als Umschlag oder Zusatz zu einem Teilbad verwendet werden. Die pulverisierte Wurzel kann messerspitzenweise eingenommen werden.
Nebenwirkungen sind keine zu erwarten. Wer einen empfindlichen Magen hat, sollte den Tee nicht zu oft trinken.
Die frischen Sprossen und die ersten jungen Blätter sind wunderbar als Gemüse oder Salat zum Essen geeignet. Kühe mögen die frische Pflanze nicht, sie meiden sie. Wenn sie allerdings im Heu geschnitten und getrocknet ist, scheint sie schmackhafter zu werden und wird auch vom Weidevieh verzehrt.
artemisathene
Frauen und Schlangen
Die geheimnisvolle Kultur der Elamer in Alt-Iran
Heidemarie Koch ist Expertin auf dem Gebiet der elamischen Kultur und hat dieses hoch informative Buch zu einem fast unbekannten Volk, das in vorchristlicher Zeit östlich des Gebietes von Euphrat und Tigris lebte, verfasst. Das Buch ist reich an Zeichnungen und wunderbaren farbigen Bildern der archäologischen Funde.
Wer allerdings, vom Titel des Buches angezogen, ausführlich über das Leben der Frauen, ihre Stellung in der elamischen Gesellschaft und die Bedeutung der Schlange im Kult dieses Volkes unterrichtet werden will, muss Geduld mitbringen. Der größte Teil des Buches widmet sich der chronologischen Aufarbeitung der Ausgrabungsergebnisse, dabei wird versucht eine Ahnentafel der elamischen Herrscher aufzustellen und ihre politischen sowie kulturellen Verflechtungen mit den umliegenden Völkern (Sumerer, Akkader/Babylonier, Meder und Perser) zu beleuchten. Ein Hauptaugenmerk wird auf die Entwicklung der elamischen Sprache und Schrift gelegt, die einzigartig ist für die Völker dieser Zeit.
Erst gegen Ende des ca. 180 Seiten starken Buches, erfahren wir in einem sehr kurzen Kapitel, die wenigen Erkenntnisse zur Stellung der Frau, zum Einfluss weiblicher Gottheiten im elamischen Pantheon und zum Bild der Schlange im Kult des Volkes. So gibt es eine Reihe von Funden, die nahe legen, dass der Göttin Pinengir Schlangen heilig waren. Ihr wurden Amulette und Keramiken als Weihegaben dargebracht, die Schlangenmotive trugen. Pinengar trug Züge einer Fruchtbarkeitsgöttin, sie war wohl für Liebe, Eros und Fortpflanzung zuständig. Ein Großteil der elamischen Göttinnen hatte den Nimbus einer Muttergöttin, auch wenn sie zusätzlich oft kriegerische Attribute in ihrem Kult vereinten. Die Namen der elamischen Göttinnen sind u.a. Manzat, Narunde, Siyaschum und Kiririscha. Sie werden in Inschriften oft mit "große Herrin", "Herrin des Himmels" oder "Mutter der Götter" bezeichnet.
Sehr gut gelungen ist ein fiktives Kapitel mit dem Titel: "Wie es gewesen sein könnte: ein Tag aus dem Leben des Priesters Schutruru". Heidemarie Koch läßt in diesem Kapitel die Zeit der Elamer lebendig werden, sie beschreibt einen Tag des Festes der "Großen Mutter", einer uralten Fruchtbarkeitsgöttin. Deren Fest wurde im Herbst, dem Neujahrsbeginn, neun Tagelang gefeiert. Dabei gelingt es der Autorin sehr gut, die vorher sehr dröge präsentierten, wissenschaftlichen Erkenntnisse mit Leben zu füllen, so dass der Leser eine guten Eindruck des Lebens und Kultes des elamischen Volkes bekommt.
Zusammenfassend kann man sagen, dass Heidemarie Kochs Buch "Frauen und Schlangen" den historisch und archäologisch Interessierten die nahezu unbekannte Kultur des alten Iran, der Elamer und ihrer Nachbarvölker, anschaulich nahe bringt. Wer sich allerdings tiefergreifende Informationen zu den im Titel genannten Themen, Frauen und Schlagen, erwartet, wird enttäuscht sein. Frauen spielen sowohl in diesem Buch aus dem Philipp von Zabern-Verlag, als auch in den schriftlichen Quellen der elamischen Kultur nur eine Nebenrolle.
Frauen und Schlangen – die geheimnisvolle Kultur der Elamer in Alt-Iran
Heidemarie Koch
Philipp von Zabern Verlag
ISBN: 978-3-8053-3737-3
188 Seiten, Hardcover
Preis: 39,90 €
artemisathene
Yoga Übungen, Yogi Tipps & Inspirationen für Frauen
Dieses kleine Büchlein (es handelt sich um ein Pocket-Format von etwa 10 x 15 cm) beschäftigt sich mit vielen Aspekten die zum Frausein dazu gehören und bringt sie mit den Lehren des Kundalini-Yoga zusammen, wie es von Yogi Bhajan gelehrt wurde. Was mich besonders gefreut hat, ist die praktische Art dieses Büchleins, da es beispielsweise die Tipps für die Menstruationszeit im Kapitel "Die Mondfrau" schön übersichtlich zusammenfasst. Anregungen wie die Joghurtdusche oder Yogaübungen zum emotionalen Ausgleich laden zum Ausprobieren ein. Die ganzen Lehre des Yogi kommen darüber hinaus sehr leicht daher. Immer wieder finden sich Zitate aus seinen Schriften und affirmative Texte über das Frausein und Spiritualität. Auch sind die Übungen durchgehend mit sehr ansprechenden Zeichnungen versehen, deren Stil man beispielsweise im PDF der 3HO unter www.3ho.de/center/download/anfaengerinfos.pdf einsehen kann. Mir persönlich hat außerdem gefallen, dass die Mantras und Gesänge genau erklärt wurden, da es mir immer schwer fällt etwas in einer Sprache zu sagen, die ich nicht verstehe.
Neben den Yogaübungen und allgemeinen praktischen Lebenstipps finden sich auch viele Hinweise zur Ernährung, da Yogi Bhajan auch das Prinzip der ayurvedischen Ernährung als ein Konzept mit einschließt. Dabei wird aber auf die Einteilung in die berühmten Typen verzichtet, sondern es heißt bloß:"Du merkst, im Yoga und Ayurveda dreht sich vieles um die Fähigkeit, deine Nahrung auch wirklich verdauen zu können."
Allerdings sind mir trotz all dieser positiven Aspekte auch einige Dinge aufgefallen, die mir nicht so gut gefallen. Es fehlt zum Beispiel eine kleine theoretische Einleitung, was Kundalini-Yoga überhaupt ist. Mehr als der Text auf der Yogi-Tee-Packung ist nicht zu finden. Das finde ich etwas schade, denn so reduziert man meiner Meinung nach doch die Yogapositionen auf effektive Streching-Übungen, anstatt sie im Kontext verstehen zu können. Bedenklich finde ich außerdem einen Abschnitt mit Tipps und Übungen mit denen man angeblich Brustkrebs vorbeugen kann. Es finden sich zwar sehr viele und sinnvolle Hinweise zur Vorbeugung von Brustkrebs (z.B. Strahlenbelastungen zu vermeiden, den Körper regelmäßig zu entgiften, naturbelassene Nahrungsmittel zu sich zu nehmen, usw.), aber nirgends findet sich der Hinweis regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung beim Frauenarzt zu gehen, um so früh wie möglich auf eine eventuelle Erkrankung reagieren zu können. Dies mag nicht Bestandteil der Kundalini-Lehre des Yogi Bhajan gehören, aber ich finde, dies gehört in jedem Fall in einer Aufstellung dazu. Denn sonst würde der Eindruck erweckt, wenn man all diese Tipps befolge, können kein Brustkrebs entstehen. Eine eventuelle Erblichkeit wird nicht in Betracht gezogen.
Zusammenfassend möchte ich sagen, dass ich dieses kleine Buch sehr inspirierend finde, denn es enthält doch einige für mich neue Aspekte und Anregungen. Mit einem Preis von 4,95 Euro (über www.yogi-press.de) für 102 Seiten kann man sich leicht selbst ein Urteil über dieses Buch machen.
Yoga für Frauen: Yoga Übungen, Yogi Tipps & Inspirationen für Frauen
von Har D Neubauer (Autor), Sat H Stülpnagel (Autor),
Sat Nam Versand,
ISBN: 978-3980503945
Annika
Das Drachentarot
Wie die meisten Tarotdecks hat auch das Drachentarot 78 Karten - 22 Karten im großen und 56 Karten im kleinen Arkanum. Aber damit endet die Ähnlichkeit auch schon fast. Zwar wurden die Namen der großen Arkana beibehalten, die "Untertitel" stehen damit allerdings kaum im Zusammenhang. Auch die Interpretation der einzelnen Karten weicht nicht unerheblich von dem Standard des Rider-Waite Decks ab.
Optisch macht das Drachentarot seinem Namen alle Ehre. Jede Karte zeigt eine Drachenszene, auch das kleine Arkanum ist durchgehend bebildert. Wenn man sich an die Interpretationen einmal gewöhnt hat, bieten die Bilder eine gute Deutungshilfe, weil sie sehr einprägsam sind. Die Zeichnungen sind bunt und zum größten Teil recht fotorealistisch.
Die Themen der Drachenszenen stammen aus allen Mythologiekreisen der Welt, in denen Drachen ein Rolle gespielt haben. So trägt z.B. der Drachenjäger (Narr) Waffen und Wappen aller Kontinente mit sich. Die Hohepriesterin wird als die Urschlucht bezeichnet und stellt die mesopotamische Drachin Kur dar - die Karte steht aber gleichzeitig auch für Azhi Dahamaka, den urtümlichen Drachenkönig der Perser.
Beim kleinen Arkanum werden die Schwerter von europäischen Drachen und ihren Geschichten dargestellt, orientalische Drachen repräsentieren die Kelche. Die Stäbe zeigen irdische Drachen des afrikanischen Kontinents, während die Münzen Szenen und gefiederte Schlangen aus Südamerika zeigen.
Für Drachenliebhaber ist dieses Deck sicher ein absolutes Muss, für alle anderen eine schön gezeichnete Alternative zum Tarot. Um damit arbeiten zu können, sollte man allerdings nicht an den hergebrachten Interpretationen der Karten festhalten, sondern dieses Deck unabhängig betrachten und sich in die ihm eigenen Interpretationen einarbeiten.
Drachentarot - Manfredi Toraldo, Severino Baraldi (künstlerische Gestaltung)
Verlag Königs Furt
ISBN 389875668-8
Lilia
Netze weben:
Veranstaltungen
1.Doula Frauen *Kraft* Wochenende
Vom 27.06.2008 bis 29.06.2008
Auf der Berghütte am Goldeck
Wir laden Euch recht herzlich auf unser 1. Frauen Kraft Wochenende nach Goldeck in Kärnten ein. Und freuen uns auf ein erholsames, kräftesammelndes Zusammensein im "Doula-Geiste". Wir haben für Euch ein buntes und informatives Programm zusammengestellt, das für unser Frauen - Dasein nicht nur interessant sondern auch heilsam sein soll.
Unser Programm:
Dich erwarten Lagerfeuerromantik, und gemeinsame Kesselkochkünste, mit sommerlichen Genüssen. Möglichkeit für Supervisionsgespräche und Beratung rund um das Thema Doula-Arbeit, Natur genießen mit Kindern und die eigenen Kräfte wieder aufladen, Trommelsession und Doula- Lieder – mit live CD Aufnahme, Entspannungsübungen für die gestresste Frau und Mutter
Wir haben verschiedene Referentinnen zu folgenden Themen für dich eingeladen:
Göttinnen töpfern und Weiberzauber von P. Horni- Dereani
Muttergottheiten: Archetypen und Muttersein von A. Kleemann
Windelfrei und Wassergeburt, Trageberatung
Wissenswertes über Naturheilmittel für
die Schwangerschaft, Geburt und das Wochenbett
uvm.
Kostenbeitrag 65€ inkl. Nächtigung und Verpflegung
Begrenzte Teilnehmerzahl
Kinder sind Willkommen
Nähere Informationen auf Anfrage und Anmeldung bei
Petra Horni- Dereani 0650/8066800 oder
mail an: Petra@spiritual-doula.at
Der Schlangengesang – Göttinnenkalender
Es existieren schon tausende Kalender für Festtage der Göttin in ihren vielen Aspekten. In unserem Kalender bemühen wir uns nur Daten aufzunehmen, die historisch belegt sind. Das ist nicht so einfach. Es gibt wie gesagt viele Websites und Bücher die Termine verbreiten, aber deren Quellen sind oft zweifelhaft oder überhaupt nicht genannt. Das Auffinden und Auswerten historischer Quellen allerdings ist fast eine Lebensaufgabe.
Deshalb haben wir in unseren Kalender neben den Daten und Bezeichnungen eines Festes auch die Quelle der Daten eingetragen. Sollte jemand einen Fehler entdecken oder noch ein Fest mit einer gesicherten Quelle hinzufügen wollen, so ist sie/er herzlich dazu eingeladen.
artemisathene
Feiertage im Mai
Dieser Mai wird bestimmt von den antiken Mondmonaten Mounychion und Thargelion. Mounychion hatte seinen Namen von dem Fest Mounychia, bei dem Artemis als Mondgöttin und Herrin der Tiere geehrt wurde. Thargelia, das Geburtstagsfest der Artemis und des Apollon, gab dem Monat Thargelion seinen Namen.
Die Herkunft des römischen Monatsnamens Mai ist nicht restlos geklärt. Ovid gibt in seinen "Fasti" 3 Möglichkeiten für die Herkunft an: 1. von Maiestas = die Hoheit, 2. von maiores = die Älteren (bezogen auf die Senatsmitglieder) oder von Maia (Göttin, eine der Pleiaden).
In der germanischen Welt hieß der Mai "Wonnemond", von "winne" = Weide. Es war die Zeit in der die Hirten Weiden für ihre Tiere suchten.
15. Mai: Fische, abnehmender Mond:
Fest der griechischen Göttin Maia in Rom. Maia ist Fruchtbarkeitsgöttin, Erdgöttin und Herrin der Schätze. (Text: schlangengesang 2/04)
Quellen: (4),
23. Mai: Steinbock, abnehmender Mond:
Rosalia: römisches Fest zu Ehren der Venus, deren heilige Blume die Rose war. (siehe schlangengesang (3/04)
Quellen: (4), http://www.cronenburg.net/roses.htm
25. Mai: Steinbock, abnehmender Mond:
Tempelgründungstag der Göttin Fortuna Publica in Rom.
Quelle: (1)
30./31. Mai = 25.Tag des Mondmonats Thargelion, Widder, abnehmender Mond:
Plynteria: Fest in Athen zu Ehren der Athena Polias, der Schutzgöttin der Stadt. (schlangengesang 3/04)
Quellen: (5), (6),
Ende Mai: Ambarvalia: Fest zu Ehren der römischen Göttin Ceres, mit Feldumgängen und Opfern, um die Äcker fruchtbar zu machen und Schaden von ihnen fernzuhalten.
Quellen: http://www.geocities.com/margali99maincom/TempleofCeres.html
Ende Mai: Fest der ägyptischen Göttin Nut in Nilpferdgestalt im Chonstempel in Theben. Sie wurde als Mutter aller Götter verehrt.
Quelle: http://www.land-der-pharaonen.de/Wissenschaften/body_wissenschaften.html
Festdaten ohne gesicherte Quelle:
Bei meinen Recherchen für die Feste in diesem Monat stieß ich wieder auf eine Liste an Daten, die sich von mir aber nicht durch sichere Quellen belegen ließen. Wenn jemand eine solche Quelle kennt und zitieren kann wäre ich sehr dankbar: 1. Mai, Rauni (Finnland), 4.5.oder 13.5. Sheila Na Gig (Irland), 21.5. Tefnut (Ägypten), 30.5. Frigg
Quellenangaben: (1) Ovid Fasti, (2) der römische Festkalender, Reclam,
(3) www.novaroma.org, (4) www.imperiumromanum.com,
(5) http://www.geocities.com/athens/parthenon/6670/doc/fest.html,
(6) www.geocities.com/medusa-iseum/library/griechkeis.html
artemisathene
Feiertage im Juni
Im antiken Griechenland waren unserem Juni die Mondmonate Thargelion und Skirophorion zugeordnet. Thargelia, das Geburtstagsfest der Artemis und des Apollon gab dem Monat Thargelion seinen Namen. Skirophorion erhielt seinen Namen von dem der Göttin Demeter geweihten Fest am 12. Tag des Monats.
Im römischen Reich war dieser Monat der Göttin Juno heilig. Aber auch die Göttin Hebe-Juventus, die personifizierte Jugend, beansprucht den Monat für sich.
Im germanischen Gebiet gab es wohl mehrere Bezeichnungen für diesen Monat; eine davon ist: "Brachet", benannt nach der Zeit des Umbrechens der "Brache" (= der unbestellte Acker). In alter Zeit wurde, nach der ersten Ernte, das Feld für die Wintersaat beackert. Eine weitere Bezeichnung ist Rosenmond, weil nun die Rosen blühen. Es gibt aber auch den Namen "Grasmond", wahrscheinlich weil nun das Gras sehr schnell wächst.
1.Juni: Stier, abnehmender Mond:
Carnaria: Fest der römischen Göttin Carna, Beschützerin der wichtigsten inneren Organe und ihrer Funktionen. Von Ovid gleichgesetzt mit der Göttin Carda oder Cardea, der Göttin der Türangeln.
Quellen. (1), (4)
Fest zu Ehren der römischen Wettergötter, der Tempestates.
Quelle: (1),(3)
Festtag der Juno Moneta: Aspekt der Juno als Göttin der Ermahnungen und Ratschläge, aber auch des Geldwesens.
Quellen: (1), (4), http://www.klassphil.uni-muenchen.de/~waiblinger/moneta.htm
3.Juni: Zwillinge, Schwarzmond: Fest der Göttin Bellona im Rom. Als ursprünglich römische Kriegsgöttin verschmolz Bellona später mit der kleinasiatischen Göttin Ma zu Ma-Bellona. (Siehe schlangengesang 11/05)
Quellen: (1), (3), Hans Kloft: Mysterienkult der Antike
E.O. James: der Kult der großen Göttin
6./7. Juni = 3. Tag des Mondmonates Skirophorio, Krebs, Löwe, zunehmender Mond: Arrephoria: Fest zu Ehren der Göttin Athene in Athen, Wahl der neuen Priesterinnen
Quellen: (5), (6), (7)
7. -15. Juni: Vestalia: Fest der römischen Göttin Vesta. Göttin des Herdfeuers und der Bäckergilde, aber auch des "Heils" der Menschen und des Staates.
Quellen: (1), (2), (4)
8. Juni: Löwe, zunehmender Mond:
Fest der Göttin Mens: römische Göttin der Vernunft, des Verstandes und der Geisteskraft.
Quellen: (1), (3), (4)
11. Juni: Jungfrau, zunehmender Mond:
Matralia: Fest der Mater Matuta: römische Göttin der Fruchtbarkeit, der Geburt, der Kindererziehung, aber auch des Sonnenaufgangs und des frühen Tageslichts.
Quellen: (1), (2), (4)
Fest der römischen Göttin Fortuna Redux: die Göttin der glücklichen Heimkehr. Damit ist sowohl die Heimkehr nach einer Reise wie auch besonders nach einem Krieg gemeint. Deshalb wird sie auch oft wie eine Amazone dargestellt: mit Helm und entblößter Brust.
Quellen: (3), (4)
Festtag der Fortuna Virgo: ihre hölzerne Statue im Tempel war vollständig verhüllt.
Quelle: (1)
Tempelgründungstag der römischen Göttin Concordia: Göttin der Eintracht.
Quelle: (1)
13. Juni: Waage, zunehmender Mond:
Quinquatrus Minusculae: Fest der Tibicines (der Flötenspieler) zu Ehren der römischen Göttin Minerva. Sie durften an diesem Tag auf dem Capitol speisen. Außerdem war es ein Feiertag der Lehrer und ab dem 4.Jhd n.u.Z. dann auch ein Tag für Schulfeste.
Quellen: (1), (2)
Festtag der Göttin Epona/Rhiannon/Macha: keltische Göttin der Pferde, Reiter und Stallbesitzer. Artikel zu Epona im Schlangengasang 3/04
Quellen: Z.E.Budapest: das magische Jahr
15./16. Juni = 12. Tag des griechischen Mondmonates Skirophorion, Skorpion, zunehmender Mond: Skira: Fest der griechischen Frauen zu Ehren der Göttinnen Athene, Demeter, Persephone und der Götter Poseidon, Zeus und Helios. Den Göttern wurden Opfer gebracht, um die Felder der Bauern vor der sengenden Sommerhitze zu bewahren.
Quelle: (5), (6), (7), http://winterscapes.com/kharis/calendar.htm
19. Juni: Steinbock, abnehmender Mond: Gründungstag des Minervatempels auf dem Aventin in Rom.
Quelle: (1)
21. Juni: Steinbock, abnehmender Mond:
Fest der Göttin Beiwe, Frühlings- und Sonnengöttin der Samen. Sie wird zu Sommersonnwend begrüßt, denn sie brachte das Wachstum der Pflanzen zurück und damit die Ernährungsgrundlage der Rentiere. Außerdem heilte sie die, durch die lange Dunkelheit depressiv gewordenen, Nordländer.
Quellen: (5), http://www.geocities.com/Athens/Acropolis/5551/prevgodsarc7.htm, http://en.wikipedia.org/wiki/Beiwe
Fest der keltischen Göttin Aine: Diese Göttin des Feuers, der Quellen und Seen und des Viehs wird zur Sommersonnenwende mit einer Lichterprozession gefeiert.
Quellen: die keltische Zauberin, Edain Mccoy
http://www.werbeka.com/bibliote/500tal/510bcd.htm http://www.beepworld.de/members24/aine/goettinnen.htm
Fest der germanischen Sonnengöttin Sunna. Feier mit dem Sonnwendfeuer und dem Brauch das Vieh durch den Rauch des Feuers zu treiben, um damit die Gesunderhaltung der Tiere zu fördern.
Quelle: Gardenstone, Germanischer Götterglaube
Neuheidnisches Fest Litha: Herkunft unbekannt. Wahrscheinliche Theorie: aus dem englischen Sprachraum, denn die angelsächsischen Monatsnamen zeigen eine gewisse Übereinstimmung, da heißt der Juni Ærra Liða = Earlier Litha und der Juli Æfterra Liða = Later Litha. Ein Göttinnenbezug besteht scheinbar nicht.
Quelle: http://www.gadarg.org.uk/essays/e007.htm
24. Juni: Fische, abnehmender Mond:
Fest der Fors Fortuna bzw. Fata. Die römische Schicksalsgöttin war sowohl für Glück als auch Unglück zuständig, hatte aber auch einen starken Muttergöttin-Aspekt.
Quelle: (1), (4)
Festdaten ohne gesicherte Quelle:
Bei meinen Recherchen für die Feste in diesem Monat stieß ich wieder auf eine Liste an Daten, die sich von mir nicht durch sichere Quellen belegen ließen. Wenn jemand eine solche Quelle kennt und zitieren kann, wäre ich sehr dankbar: 4.6. Sheila Na Gig, 14.6. Geburtstag der Musen, 20.6. Ix Chel, Cerridwen
Quellenangaben: (1) Ovid Fasti, (2) der römische Festkalender, Reclam,
(3) www.novaroma.org, (4) www.imperiumromanum.com,
(5) http://www.geocities.com/athens/parthenon/6670/doc/fest.html,
(6) http://www.geocities.com/medusa_iseum/library/griechkreis.html
(7) http://www.numachi.com/%7Eccount/hmepa/calendars/696.html
artemisathene
Feiertage im Juli
Nach dem griechischen Mondkalender wäre dieser Juli zwischen den Mondmonaten Skirophorion und Hekatombaion aufgeteilt. Skirophorion erhält seinen Namen von dem, der Göttin Demeter geweihten, Fest am 12. Tag des Monats. Hekatombaion erhielt seinen Namen von einem großen, öffentlichen Opfer bei dem wohl ursprünglich 100 Rinder (eine Hekatombe) geopfert worden waren.
In Rom wurde dieser Monat nach Julius Caesar benannt, ursprünglich aber hieß er Quinctilius, der 5.Monat ab März.
Im germanischen Kulturkreis hieß der Juli Heuert, nach der Heuernte in diesem Monat. Die in diesem Monat gefeierten Feste waren laut Gardenstone´s germanischer Götterglaube: das Fischfest zur Erneuerung der Verbindung zwischen den göttlichen Wesen des Wassers und den Menschen, das Hausfest, bei dem es um die Wiederherstellung der Häuser vor dem kommenden Herbst und Winter ging und das Heufest am letzten Juli-Wochenende.
1.Juli: Zwillinge, abnehmender Mond:
Fest der Göttin Felicitas: römische Personifikation des Glücks. Sie wird auch mit Juno gleichgesetzt. Der 1. Juli war der Einweihungstag des Tempels der Felicitas in Rom.
Quellen: (7)
3./4. Juli = 1.Hekatombaion, Löwe, zunehmender Mond: Eiseteria: Fest für die griechische Göttin Athena Boulaia, bzw. Zeus Boulaios, Athena in ihrer Funktion als Ratgeberin.
Quelle: (5)
5. Juli – 7.Juli: Nonae Caprotinae: Fest der Göttin Juno. Auch bekannt als das "Feigen-Fest", es weist auf Junos Rolle als Fruchtbarkeitsgöttin hin. (Siehe schlangengesang 3/04)
Quellen: (2)
6./7. Juli = 4.Hekatombaion, Jungfrau, zunehmender Mond: Aphrodisia: Fest der griechischen Göttin Aphrodite Pandemos und Aphrodite Peitho. (siehe Text schlangengesang 4/04)
Quellen: (5), (6)
8.Juli: Jungfrau, zunehmender Mond:
Vitulatio: Festtag einer römischen Göttin mit Namen Vitula. (mehr dazu siehe schlangengesang 03/04)
Quellen: (3), (7)
14. – 19. Juli: ägyptisches Fest der Nilschwämme (Epagomenen= 5 eingeschaltete Tage um das Mondjahr an das Sonnenjahr anzupassen). Sie wurden repräsentiert durch die Geburtstage der Götter: Osiris, Horus, Seth, Isis und Nephtys, den fünf Kindern der Göttin Nut.
Quelle: http://www.harfners.de/fest1.htm
14./15. Juli = 12.Hekatombaion: Schütze/Steinbock, zunehmender Mond
Kronia: Fest zu Ehren der griechischen Göttin Rhea und des Gottes Kronos. (mehr dazu schlangengesang 4/04)
Quellen: (5), www.winterscapes.com
15. Juli: Schütze, zunehmender Mond: Fest der Voodoo-Göttin Erzuli in Port Au Prince, Hawai. Sie ist eine Göttin der Liebe, der Leidenschaft und des Wohlstandes.
Quelle: http://people.tribe.net/michaelmanion/blog/7316ba66-7f0f-4b86-8c94-f226c46cf4a1
17. Juli: Steinbock, zunehmender Mond:
Geburtstag der ägyptischen Göttin Isis, Mutter-Göttin und All-Mutter
Quellen: Göttinnen großer Kulturen, Vera Zingsem
artemisathene
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