Rundbrief für Göttinnen- Spiritualität

Hallo,


Herzlich Willkommen zur sechsten Ausgabe des Schlangengesangs.
Der Sommer, der keiner war. Alle reden über das schlechte Wetter - wir haben es genutzt, um einen sommerbunten und vielfältigen Newsletter für Dich zusammenzustellen.

Wir wünschen Euch viel Spaß und freuen uns auf Post von Euch,
Das Schlangengesang-Team
Andrea, ArtemisAthene, Caitlin, Elea, Gwenhwyfar, Ash, jana, Karmindra, Lilia, Markus, Mooncraft, Silver, Temkes, Zauberweib

 



Inhaltsverzeichnis

Göttin:
- Die ägyptische Göttin Nephtis
- Peitho - die Göttin der Überzeugung

Pflanzen:
- Mohnblume

Praktisches:
- Johanniskrautblüten-Öl
- Beifuß
- Kräuterbuschen

Zauberspiegel:
- Kunst im Dialog mit der Frau

Erfahrungen:
- Jahreszeitenfeste
- Massenrituale

Buchrezension:
Die zwölf wilden Schwäne

Kalender:
- Feiertage
- Aphrodisia
- Die Panathenaia
- Vara Lakshmi Vrata
- Fest der Asclepigenia

Netze weben:
- Veranstaltungen - Kontaktanzeigen

- Impressum / Schlangengesanginfos / Kontakt / Abmelden


 



Die ägyptische Göttin Nephthys

Viele übersehen Nephthys Rolle beim Osirismythos. Dabei ist gerade ihre Rolle eine mutige und entscheidende. Es sind vier Geschwister: Seth, Nephthys, Isis und Osiris.
Seth und Nephthys heiraten, genauso wie Isis und Osiris. Osiris ist ein sehr mächtiger Gott, während Seth nur für die Wüste zuständig ist und viel weniger verehrt wird. Außerdem ist ihm Nephthys keineswegs treu. Sie und Osiris haben einen gemeinsamen Sohn, Anubis.
Nephthys wird vor allem für Ihre Zauberkünste verehrt. Sie ist die Göttin der Magie. Seth ist sehr eifersüchtig auf seinen Bruder und tötet ihn auf brutale Weise. Nun wechselt Nephthys sozusagen die Seite! Sie, die dunkle Göttin, steht ihrer Schwester hilfreich zur Seite bei der Suche nach den Teilen von Osiris, bei der Zeugung des Horus und bei seiner Geburt. Sie ist die Amme des neugeborenen Rächers und hilft mit ihrer Magie, diesen vor Seth zu beschützen, bis Horus alt genug ist und Seth zum Kampf herausfordert.
(diese Geschichte gibt es in zahlreichen Versionen)

 



Bei der Zuordnung von Eigenschaften ägyptischer Gottheiten besteht eine große Schwierigkeit darin, dass diese oft von einer Gottheit zur anderen wechselten. So übernahm zum Beispiel Osiris einen Gutteil der Aufgaben seines Sohnes Anubis, als er wieder auferstanden war. Die zwei Geschwisterpaare waren sehr beliebt, waren sie doch sowohl für Tod/ Auferstehung als auch für Geburt zuständig. Außerdem auch noch für Liebe / Verrat / Magie. Isis sagt an einer Stelle: " Gemeinsam mit meiner Schwester Nephthys spinne ich die Gewänder der Toten und knote Amulette für die Neugeborenen." Bei einer möglichen Zuordnung steht Osiris für die Sonne, Feuer und Gold, Isis für den Mond, Silber und Wasser, Seth für Saturn, Luft und Quecksilber. Und Nephthys für Venus, Erde und Kupfer.

Sie und Isis haben aber noch zwei andere Schwestern, Neith und Selket. Als gemeinsame Beschützerinnen der Kanopentruhe von Tutenchamun (Tutenchaton) erregen sie die Aufmerksamkeit aller Besucher und Besucherinnen des ägyptischen Museums in Kairo. Isis steht im Westen als Muttergöttin, Neith als Jägerin (vergleichbar mit Athene) im Norden, Selket, die Skorpiongöttin im Süden und Nephthys im Osten.

Viele betrachten nur noch zwei der vier Schwestern, Isis als die gute, helle und Nephthys als die dunkle, böse, sogar satanische, da sie mit Seth verheiratet ist. Diese Polarisierung wäre aber den alten Ägyptern sehr seltsam vorgekommen. Auch Seth blieb nicht immer der Böse, Teuflische.

Nephthys heißt auf ägyptisch "Nebethut" und ihr Zeichen ist das große Haus. Sie lässt sich vergleichen mit Aphrodite (in ihrer gesamten Form!!) und Nike. (Als dunkle, magische Göttin auch mit Hekate!) Sie ist die Herrin des Hauses. (Die Hieroglyphe Het für Haus bedeutet aber viel mehr: Tempel, Pharao, heiliger Ort, Platz der Götter, das ganze Land...)

Sie ist die Beschützerin und Offenbarerin, die magische Helferin und die göttliche Hebamme. Sie ist es auch, die Frieden sucht und bringt.

Ich persönlich bewundere diese Göttin dafür, dass Sie gegen Ihren grausam handelnden Gemahl einsteht, ohne sich für immer von Ihm zu trennen. Auch sie hätte genug Gründe, auf ihre Schwester eifersüchtig zu sein, hilft ihr jedoch in größter Not.

Das Schöne an den ägyptischen Gottheiten ist ja gerade, dass sie so menschlich sind. *zwinker*

Gemeinsam dargestellt mit Isis ist Sie übrigens auf den Mauern des Isistempels auf der Insel Philae bei Assuan.

nepthis

 



Peitho - die Göttin der Überzeugung

Die griechische Göttin Peitho ist eine der vielen Göttinnen, deren Herkunft von der Personifikation von Tugenden hergeleitet wird. Abgeleitet wird ihr Name vom griechischen Substantiv peitho = Überredung, Überzeugung, Zuversicht und dem dazugehörigen Verb peithein = überreden, überzeugen.

Herkunft
Die Genealogie Peithos ist nicht restlos geklärt: Sie gilt als eine der Chariten (Personifikationen des Charmes und der Anmut) oder tritt zumindest mit diesen zusammen auf (Sappho, Hesiod). Laut Aischylos ist sie eine Tochter der Aphrodite, was wohl auch dazu geführt hat, dass Aphrodite des öfteren den Beinamen Peitho bekam. Hesiod wiederum bezeichnet sie als Tochter der Titanen Thetys und Okeanos.
Attribute der Peitho waren Vogel und Rad.

Festtag und Heiligtümer
Peitho wurde gemeinsam mit der griechischen Liebesgöttin Aphrodite verehrt. Sie teilten sich einen gemeinsamen Festtag: die Aphrodisia, am 4. Tag des Mondmonates Hekatombaion (entspricht dem Juli/August). Peitho besaß allerdings einen eigenen kleinen Tempel in Athen, ganz in der Nähe des Aphrodite-Heiligtums am südöstlichen Hang der Akropolis. Der Legende nach wurde dieser Tempel von dem mythologischen Stadtgründer und Helden Theseus gestiftet.
Peitho besaß aber noch mehr Heiligtümer, z.B. in Sicyon an der Agora (Marktplatz) wie Pausanias berichtet.

 



Legende
Einen Beweis für ihre mythologische Stellung liefert Homers Ilias. Am Ende des trojanischen Krieges, als Menelaos als Sieger über die Trojaner in die Stadt eindringt und seine untreue Gattin Helena ermorden will, flüchtet diese sich in das Athene-Heiligtum, den Parthenon-Tempel. Peitho stellt sich Menelaos in den Weg und versucht ihn zur Aufgabe seiner mörderischen Absichten zu überreden. Doch Menelaos ist so blind vor Wut über den Ehebruch Helenas, dass er Peitho nicht anhört. Nur Aphrodite kann Helena retten. Sie stellt sich zwischen die Ehepartner und Menelaos entbrennt erneut in Liebe zu Helena. Er verzeiht ihr und führt sie heim.

Ursprünglich hat Peitho als Gefährtin der Aphrodite die Aufgabe die Überzeugungskraft in den Worten der Liebenden zu fördern. War also im antiken Griechenland jemand unglücklich verliebt und der begehrte Partner zeigte wenig Interesse, so rief der Hilfesuchende Peitho an, in der Hoffnung, dass sein Liebeswerben dann erhört werde. Peitho sollte dem Werber zu den richtigen Worten verhelfen, die nötig waren um ihn oder sie "ins Bett zu bekommen". Liebesgeständnisse, eindeutige Offerten und Heiratsanträge sollten mit Peithos Hilfe besser gelingen.

Später wandelte sich Peithos Einfluss. Sie wurde nicht mehr nur in Liebesfragen konsultiert, sondern auch im politischen Leben wurde ihre Unterstützung erbeten. Sollte ihr Beistand doch einem Redner zur nötigen Überzeugungskraft verhelfen, damit er seine politischen Ziele durchsetzen konnte. Rhetorik und die Kunst der geschickten und vor allem gewaltlosen Staatsführung waren dem Einfluss der Göttin unterworfen. Peitho steht für die Kunst, Worte statt Gewalt eine Schlacht entscheiden zu lassen. Sie ist die Schirmherrin der Diplomatie.

Ihre Bedeutung für die antike Literatur war groß, da sowohl Liebeslyriker wie auch geschickte Staatsmänner sich gerne auf Peitho beriefen. Von Sappho, der großen Dichterin der Insel Lesbos hat sich eine "Ode an Aphrodite" erhalten, in der sie Bezug auf Peitho nimmt:

 

… Du aber, Selig-Große,
lächelst mit ewigem Antlitz, und du
fragtest, was ich wieder erlitten, was ich
wiederum riefe

und was ich mir wünsche in meines Herzens
wildem Wahnsinn: "Sage mir, Sappho, wen
soll Peitho dir in Liebe gesellen, wer tut
wieder dir Unrecht?

Wenn sie jetzt auch flieht, bald wird sie dir folgen;
Wenn sie jetzt Geschenke verschmäht, bald gibt sie;
Wenn sie jetzt nicht liebt, wird sie rasch doch lieben,
selbst wenn sie nicht will!"



Aphrodite spricht hier zu Sappho, die in lesbischer Liebe unglücklich verliebt ist und sie zeigt deutlich über welche Macht Peitho verfügt. Peithos Überredungskunst ist keine/r gewachsen.

Aus Euripides "Antigone" sind folgende Zeilen erhalten geblieben:

"Die Überzeugung = Peitho kennt kein anderes Heiligtum als das Wort,
und ihr Altar ist in der Natur des Menschen."

Links und Literaturtipps

http://www.roman-eisele.de/rhet/peitho/pages/fakten.html

http://www.klassphil.uni-muenchen.de/~stroh/Sappho.htm

Who´s who in der antiken Mythologie, Gerhard Fink

artemisathene

 



Mohnblumen

Den ganzen Monat habe ich immer morgens, wenn ich mit dem Rad zum Bahnhof gefahren bin, den wunderschönen roten Mohn leuchten sehen. Der Bahnhof ist bei uns erst umgebaut worden und dort, wo im letzten Herbst nur Erdhügel hingeschüttet wurden, stehen jetzt so viele Mohnblumen, einfach schön.

Es gibt verschiedene Arten der Mohngewächse, oder lat. Papaveraceae.

Klatschmohn - Papaver rhoeas

Das ist der leuchtend rote Mohn (früher auch Blutblume genannt), den man auf dem Bahngelände, außerdem auch auf Äckern und Ödland finden kann, denn er liebt nährstoffreiche lehmige Böden. Hier blüht er von April bis August. Klatsch-Mohn ist gering giftig und galt früher als Heilpflanze. Noch heute sind seine Blätter manchmal Bestandteil von Stoffwechseltees. Die Kronblätter wurden zum Färben verwendet, zum Beispiel zur Herstellung von roter Tinte.

 



Schlafmohn- Papaver somniferum

Im Gegensatz zum Klatsch-Mohn ist der giftige Schlafmohn nicht rot, sondern weiß bis rosa oder violett. Den Schlafmohn findet man nur selten verwildert, viel öfter findet man ihn in Gärten. In Europa und Asien wird die Pflanze zur Opiumgewinnung angebaut. Aber auch die Bäcker haben ihren Nutzen am Mohn, denn die ungiftigen Mohnsamen finden hier vielfältige Verwendung. Ursprünglich stammt der Schlaf-Mohn aus dem westlichen Mittelmeergebiet. Im 12. und 13. Jahrhundert v.u.Z. war die berauschende Wirkung der Droge bereits bekannt und im Mittelalter war sie ein weit verbreitetes Schmerzmittel.
Schlaf-Mohn enthält ca. 40 Opiumalkaloide, darunter Morphin und Codein. Sie finden sich vor allem im Milchsaft der Pflanze, deren einziger ungiftiger Teil die schon erwähnten Samen sind.
Morphium wird heute nur noch selten als Schmerzmittel gegeben, Codein findet sich jedoch in einigen Hustensäften. Die Droge generell gehört wegen der Giftigkeit nur in die Hände des Arztes.

Kalifornischer Mohn - Escholtzia californica

Den orange blühenden Kalifornischen Mohn kennt man bei uns hauptsächlich als Gartenpflanze. In Kalifornien wächst er wild und gilt dort fast als Unkraut. Er wirkt beruhigend, schlaffördernd und leicht aufhellend auf die Psyche. Auch er enthält Alkaloide, diese sind allerdings nicht giftig, wirken wesentlich schwächer und erzeugen keine Sucht.
Verwendet wird das gesamte oberirdische Kraut der Pflanze.

Gwenhwyfar

 



Praktisches
Johanniskrautblüten-Öl

In ein wiederverschließbares Glas (Marmeladenglas eignet sich hervorragend dafür) frisch gepflückte Johanniskrautblüten füllen und die Blüten ausdrücken. Am besten mit dem Stößel vom Mörser. Danach die Blüten mit Olivenöl übergießen, bis alle Blüten bedeckt sind, das Glas verschließen und drei Wochen in der Sonne reifen lassen.
Danach abseihen und in einer braunen Flasche kühl aufbewahren. Ich habe für den sofortigen Gebrauch immer eine kleine braune 10 ml Flasche in Zimmertemperatur parat.
Johanniskrautblüten-Öl ist schmerzstillend, entzündungshemmend und generell heilend. Besonders bei Wunden, bei denen Nerven verletzt wurden, hilft es hervorragend.

Caitlin Juni 2004

 



Beifuß

Erholsames Beifuß-Fußbad

1 Teelöffel auf 1 Tasse kochendes Wasser, das Ganze 20 Minuten zugedeckt ziehen lassen. Fürs Fußbad tassenweise je nach Bedarf anfertigen.
Wirkt wahre Wunder bei mir nach einem langen anstrengenden Tag auf den Füssen oder nach einer langen Wanderung.

Beifuß-Räucherstangen

Frischer gepflückter Beifuß am unteren harten Ende zusammenbinden und dann vorsichtig flechten. Das Ganze dann oben nochmals mit Baumwollgarn zusammenbinden, so dass der geflochtene Zopf nicht wieder aufgehen kann.
Zum Trocknen hänge ich es an einem luftigen schattigen Platz auf. Ich benutze diese Beifuß-Zopf-Räucherstange zur Reinigung von zum Beispiel magischen Gegenständen. Dazu halte ich den Beifußzopf in eine Kerzenflamme.

 



Aber vorsichtig! Sehr starke Qualmbildung! Also für empfindliche Nasen nicht unbedingt in einem geschlossenen Raum anwenden. Ich benutzte diesen Beifußzopf zum Räuchern nur draußen.

Caitlin Juni 2004

 



Kräuterbuschen

In vielen Regionen Deutschlands, besonders in Bayern, wo ich herkomme, ist es ein uralter Brauch im sogenannten "Frauendreißiger", also der Zeit zwischen dem 15.August und dem 14. September, Kräuter und Heilpflanzen für die Kräuterbuschen zu sammeln.
So wird zum Beispiel im Kalender des Tegernseer Klosters aus dem 15. Jahrhundert das Sammeln in den 30 Tagen des "Frauendreißigers" erwähnt. Die in diesem Zeitraum gesammelten Pflanzen galten als besonders heilkräftig, schutzmagisch und Fruchtbarkeit steigernd.

Zu bunten und duftenden Kräuterbuschen gebunden und am 15.August, von den Christen Mariä Himmelfahrt genannt, der Göttin geweiht, wurden die Kräuterbuschen zuhause hängend getrocknet und für vielerlei Gebrauch aufbewahrt.

Ein paar Beispiele für die Anwendung des Kräuterbuschens:
- Kranke erhielten Heilkräuter aus dem Buschen als Tee, für Umschläge, Dampfbäder oder Vollbäder und auch dem Vieh wurde davon gefüttert, wenn es krank war.
- Ein übers Bett gehängter Kräuterbuschen sollte Ehepaaren Fruchtbarkeit schenken.
- Bei Gewitter verbrannte man einen Teil des Buschens im Herdfeuer um Blitze abzuwehren.
- Und auch in den Rauhnächten zwischen Wintersonnwend und dem 6.Januar wurde ein Teil des Kräuterbuschens in die Räucherungen für Haus und Stall gestreut.
- Im sogenannten "Herrgottswinkel" alter Bauernhäuser wurde der Kräuterbuschen gerne aufbewahrt. Er sollte das Haus und seine Bewohner vor Unheil und "Behexung" schützen und galt somit als wirksames Apotropäum (Schutzmittel gegen Unheil).

Verfolgt man die Bräuche rund um die Kräuterbuschen in die Zeit vor das Christentum zurück, so werden manche Zusammenhänge deutlich:

In vielen Regionen des Alpenraumes werden neun Kräuter für die Buschen gesammelt. Neunerlei Kräuter sind auch in der Gründonnerstagssuppe und auch fürs Sonnwendfeuer sollten neunerlei Hölzer verwendet werden. Drei mal drei Kräuter dienten als Opfer für die drei Schicksalsgöttinnen. Im germanischen Raum sind es die drei Nornen (Urd, Skuld und Verdandi), in der griechischen Mythologie die drei Moiren (Klotho, Lachesis und Atropos) und in der römischen Götterwelt die drei Parzen (Nona, Decima und Parca).
Vor diesem Hintergrund ist sicherlich der Glaube an die apotropäische Wirkung des Kräuterbuschens zu sehen.

Für die Fruchtbarkeit spendende Wirkung ist wahrscheinlich die germanische Göttin Frigga verantwortlich: Ihr zu Ehren wurden wohl um den Augustvollmond Fruchtbarkeitsfeste abgehalten, wofür auch die Umdeutung des 15. August in einen Feiertag zu Ehren der christlichen Muttergöttin Maria spricht.
Aus der antiken Welt sind Fruchtbarkeitsrituale bekannt, die im Zusammenhang mit einer Rute stehen und unser Kräuterbuschen ist ja schließlich nichts anderes als eine Rute. In diesen alten magischen Praktiken wurden die Feiernden mit sogenannten "Lebensruten" geschlagen; dabei sollte die Fruchtbarkeit der Pflanzen, und damit der Erdgöttin, auf die Menschen übergehen.

Zur Praxis des Sammelns der Kräuterbuschen:

Für mich ist das Sammeln des Kräuterbuschens ein naturmagisches Ritual. Ich stimme mich mit einem Opfer an die Erdgöttin darauf ein. Eine alte, naturmagische Regel ist, die Kräuter nicht mit Metall zu schneiden. D.h. Messer und Schere müssen zuhause bleiben. Wer sich die berühmte goldene Sichel nicht leisten kann, die erlaubt wäre, und keine Blasen an den Händen haben will nach einem langen Pflücktag, kann sich ja ein Keramikmesser zulegen…

Als Zeitpunkt kommt am besten die Zeit des zunehmenden Mondes im August in Frage. Zum Sammeln eines magischen Kräuterbuschens für "Zauberzwecke" kann man auch den Vollmond oder Neumond wählen, je nach gewünschter Wirkung.

Typische und häufig gepflückte Heilpflanzen für die Kräuterbuschen sind: Beifuss, Betonie, Eisenkraut, Königskerze, Schafgarbe, Rainfarn, Ringelblume, Dost, und Goldrute. Im Prinzip lassen sich aber alle gerade in Blüte stehende Pflanzen verwenden.

Für Frauen besonders geeignet und dem Prinzip des Fruchtbarkeit steigernden Kräuterbuschens folgend, könnte man auch einen Buschen aus Beifuss, Frauenmantel, Hafer, Eisenkraut, Labkraut, Schafgarbe, Kamille, Johanniskraut, Dost und Schlafmohn zusammenstellen. Jedes dieser Kräuter hat seinen Platz in der Frauenheilkunde und alle werden schon von Alters her verwendet.

In einen magischen Kräuterbuschen lassen sich natürlich auch entsprechende Pflanzen binden: Tollkirsche, Hexenkraut, Berufskraut, Stechapfel, Bilsenkraut, aber auch leichter verfügbare Gewächse wie Beifuss, Fünffingerkraut und Eisenkraut sind reizvolle magische Pflanzen.

Für mich ist es eine Selbstverständlichkeit nicht nur der Göttin mit einem Opfer zu danken, sondern auch die Pflanzen um ihr Einverständnis zu bitten, bevor ich sie breche.

 



Nun wird der Buschen gebunden. Naturbast eignet sich hervorragend dafür. Dann wird das Gebinde mit ein paar hübschen bunten Schleifen versehen und geweiht. Ich benutze dafür ein eigens für dieses Ereignis gemischtes Räucherwerk und Quellwasser aus einer heiligen Quelle.
So aufgeladen verbringt der Kräuterbuschen, kopfüber aufgehängt einige Tage an einem dunklen, warmen und trockenen Platz bis er vollständig getrocknet ist.

In getrocknetem Zustand schmückt er nun meinen "Göttinnen-Winkel" im Wohnzimmer und kann bei Bedarf geplündert werden. Ist er bis zum folgenden Sommer nicht verbraucht, wird er als Dankopfer an die Sommergötter des vergangenen Sommers ins Sonnwendfeuer geworfen.

 

Die Wurzeln und Kräuter
bete ich mit meinem kostbaren Gebete an,
die da auf diesem Orte erschaffen sind,
zu doktern und zu heilen.


(Auszug aus dem Sinnau-Kräutersegen aus "Volksmedizin und Aberglaube in der Steiermark von Viktor Fossel)

Ich wünsche Euch viel Spaß beim Kräuterbuschen sammeln!

artemisathene

 



Zauberspiegel
Kunst im Dialog mit der Frau

Die Künstlerin Heidi Staab

Ich bin 37 Jahre alt, verheiratet und habe zwei Kinder. Meine weiblichen Wurzeln und die Geschichte der Frau beschäftigen mich seit einger Zeit. In Frauensemirnaren und Frauenritualen, an denen ich regelmäßig teilnehme, sammle ich Erfahrungen und immer wieder neue Eindrücke für meinen Weg.
Vor ca. einem Jahr bekam ich die Idee - vielleicht auch Eingabe – Frauenskulpturen mit urreligiösem Hintergrund zu töpfern. Der Ton mit seiner Erdverbundenheit und die Vielzahl an Möglichkeiten, dieses Material zu be- und verarbeiten, haben mich fasziniert. Jede Figur, die daraus entsteht, hat ihre eigene Symbolik und Kraftausstrahlung. Diese Kraft möchte ich gerne weitergeben, um Frauen zum Aufbau ihrer selbstbestimmenden Weiblichkeit anzuregen.
Meine Replikate bieten die Möglichkeit Erscheinungsformen der Großen Göttin kennzulernen, weibliche Wurzeln und deren geschichtliche Bedeutung zu spüren. Hier versuche ich ganz besonders das Wissen der Publikationen von Maria Gimbutas einzubinden.

 



Frauen-Kreis

Dieser Frauenkreis stellt die Trinität der Göttin dar in ihrer Erscheinungsform als Jungfrau, die Frau in ihrer Fülle und die weise Alte.
Die weiße Frau als Jungfrau, die im Frühling das neue Leben auf die Erde zurückbringt.
Die rote Frau als reife, gebärfähige Frau, die das Blühen, Gedeihen und die reiche Ernte symbolisiert. Rot = Frauenblut
Die schwarze Frau als weise Alte, die alles Wachstum auf der Erde anhält und unter die Erde bringt, damit es Kräfte sammeln kann, um im nächsten Jahr neu zu entstehen. Sie geleitet die Seelen der Toten hilfreich in die andere Welt.
Größe: 26x11x11 cm - Modell-Nr.: 32337

 



Erd-Göttin

Die drei Haarkränze symbolisieren die Trinität der Frauen.
Die liegende Mondsichel, der Dunkelmond, stellt die Verbindung zum großen Unten und dem Blut der Frauen dar.
Die Schlangen auf beiden Armen sind weibliche Zeichen. Sie verkörpern Unsterblichkeit (die Schlange häutet sich), Fruchtbarkeit, Weisheit und weibliche Lebens- und Schöpfungskraft. Ihre Ähnlichkeit mit der Frau, der Schöpferin allen Lebens, die sich wie die Mondin in regelmäßigen, wiederkehrenden Zyklen erneuert, istunübersehbar.
Die Hände ruhen auf dem Uterus und zeigen zur Vulva Der Uterus Symbolisiert die Lebenerneuerung, den Schoß der Göttin, das Grab in Form eines Schoßes und einer Höhle. Die Vulva ist ein Symbol lebensspendender Feuchtigkeit.
Größe: 21x18x15 cm - Modell Nr.: 22325

 



Die drei Matronen

Die weiße Frau als Jungfrau, die im Frühling das neue Leben auf die Erde zurückbringt.
Die rote Frau als reife, gebärfähige Frau, die das Blühen, Gedeihen und die reiche Ernte symbolisiert. Rot - Frauenblut
Die schwarze Frau als weise Alte, die alles Wachstum auf der Erde anhält und unter die Erde bringt, damit es Kräfte sammeln kann, um im nächsten Jahr neu zu entstehen. Sie geleitet die Seelen der Toten hilfreich in die andere Welt.
Größe ca. 32x10x9 cm - Modell Nr.: 33313

 



Diese und andere Skulpturen sind auch zu kaufen - und das zu fairen Preisen.
http://www.kunst-im-dialog.de
Postanschrift:
Kunst im Dialog
Heidi Staab
Johannes-Brahms-Straße 4
63839 Kleinwallstadt
Telefonnummer: 06022/23730

Heidi Staab

 



Erfahrungen

Jahreszeitenfeste - die Feste der Göttin
Ein persönlicher Bericht

Manchmal ist der Zugang zu einer spirituellen Praxis vordergründig gar nicht "spirituell". Das Leben selbst weist uns den Weg inmitten unserer Bedürfnisse und Neigungen. So will ich hier nicht mit esoterischen Begegnungen, Träumen etc. aufwarten. Denn es war ganz simpel meine Vorliebe für Feste, meine Freude am Feiern, die mich zu den Jahreszeitenfesten führte. Und damit zu einer sinnenfreudigen spirituellen Praxis.

Als Teenager liebte ich festliche Kleidung und phantasievoll gestaltete Feste - und war enttäuscht, wenn es wieder mal nur Essen, Trinken, laute Musik (und Drogen) gab. Ich mochte das Zusammenkommen mit Freunden und Freundesfreunden, und natürlich die Möglichkeit zu flirten und zu schmusen. Nur, warum lief das alles sommers wie winters so gleich ab?
Später interessierte ich mich für Brauchtum, für den Hintergrund religiöser Feste. Die hatten anscheinend mit den Jahreszeiten zu tun. Aber was ist der ursprüngliche Sinn von Weihnachten, was bedeuten all die Symbole im Weihnachtsschmuck? Und was hat der Osterhase mit der christlichen Auferstehung zu tun?

Ich las und kombinierte und deutete anders. Feierte auf neue Weise Weihnachten und Ostern, den Sommer und den Herbst. Und natürlich Geburtstage, Umzüge, Partnerschaft und Abschied.
Doch mein Wissen blieb bruchstückhaft, und meiner Art des Feierns fehlte etwas. Ich suchte nach einem größeren Rahmen, der den tieferen Gehalt der einzelnen Feste zusammenführt, und jedem Fest seinen Platz und Stellenwert zuordnet.
Ich las Mythen, Legenden und ethnologische Berichte. So einiges dämmerte mir, aber es blieben auch viele Ungereimtheiten.

Mittlerweile lebte ich auf dem Land, orientierte mich an Jahreszeiten und Mondphasen. Die Sehnsucht, diese Naturverbundenheit mit anderen zu feiern und die Kräfte der Erde zu ehren wuchs.
Auf einem Geomantieseminar begegnete ich der Matriarchatsforscherin Heide Göttner-Abendroth. Durch ihre Arbeit veränderte sich mein Verständnis der Feste ganz entscheidend: ich erhielt Einblick in die von ihr kreierten Mysterienspiele und durfte in den beiden letzten Jahren unter ihrer Leitung teilnehmen. Diese Festgestaltung, die ich nun erlebte, floss aus dem tiefen Wissen jahrzehntelanger Beschäftigung und künstlerischer Begabung. Auch die Weiterbildung durch Literatur und Gespräche wurde gepflegt.

Es waren und sind wunderbare Feste, nährend und heilend auf der persönlichen wie auf der kollektiven Ebene. Wie jede der anwesenden Frauen hatte ich das Gefühl, jedes der Feste sei genau für mich gemacht. Wir begannen unser Jahr anders einzuteilen: die Wochen vor Mittsommer oder die Zeit um Halloween. Ich begriff, welch wichtige spirituelle Praxis im Feiern dieser Feste liegt. Der Volksmund weiß darum und mahnt," die Feste zu feiern wie sie fallen". In der Mythologie wird das Land unfruchtbar, wenn die heilige Hochzeit (= das Mittsommerfest) nicht gefeiert wird.

Diese Feste bei Heide sind nicht imitierbar, und sie sollen es auch gar nicht sein! Sie leben aus dem Wissen der jeweiligen Festleiterin und der Spontaneität und Kreativität der Teilnehmerinnen. So ist jedes Fest einzigartig! Und die Matriarchalen Mysterienspiele sind einzigartig in ihrer Tiefe und Vielschichtigkeit

Die Zeit bei Heide war viel zu schnell vorbei und Heide übergab die Festleitung an ihre Tochter Solveigh, die sie selbst jahrelang dafür ausgebildet hatte. Nun wäre die Reise zu den Festwochenenden wesentlich länger geworden, und so entschieden wir uns zunächst zu dritt, die Feste in unserer Heimat (südl. München) mit Freundinnen und in unserer Weise weiterzuführen. Die Feste waren mir mittlerweile ein Bedürfnis geworden, sie gaben mir Kraft und ein tieferes Verständnis der Lebensprozesse.

Auch wenn die Feste so lebendig sind wie die mitwirkenden Menschen und den eigenen Wachstumsprozess mitzeichnen, so haben sie doch eine klare Struktur, eine Art Choreographie, und jedes Fest hat seine ganz spezifischen Merkmale. Eine solche Choreographie könnte z.B. folgender Aufbau ein: Kulturhistorisches Vorbereitungsgespräch, Zirkelschließen, Hauptritual, Festessen, Zirkellösen.
Übrigens, ich habe diese Feste bisher nur mit Frauen gefeiert. Nicht, dass die Themen nur weibliche wären (die Natur ist immer männlich und weiblich). Es wäre wunderbar, die Feste im gemischten Kreis zu feiern..., aber das bräuchte genug interessierte Männer, und mindestens einen Mann, der sich in der Vorbereitung engagiert!

Es sind 8 Feste im Jahr, entsprechend den Speichen eines 8-achsigen Rades (oder 8-zackigen Sterns!). 4 davon, die sog. Achsenfeste, entsprechen den astronomischen "Eckdaten" des Sonnenjahres: Wintersonnenwende, Sommersonnenwende, Frühlings- und Herbsttagundnachtgleiche. Die Feste dazwischen werden auch Mondfeste genannt, sie hatten ursprünglich wohl kein festes Datum, sondern wurden durch ein Geschehen in der Natur oder eine Mondphase angezeigt. Wir nannten diese "Zwischenfeste" Lichtfest, Walpurgis/Maifest (Beltane), Schnitterin und Halloween.
Die 8 Feste entsprechen dem Jahresrad, aber auch dem Lebensrad eines einzelnen Menschen. So können Lebensaltersfeste zu den dazu sinnvollen Zeiten gefeiert werden.

Interessant ist, dass diese Feste weltweit überall gefeiert wurden, wo Jahreszeiten bestehen. Bei den Kelten und anderen Völkern Alteuropas ebenso wie bei den Hopi-Indianern Nordamerikas. Da ihr Inhalt das Entstehen, Wachsen und Vergehen in der Natur ist, waren (und sind sie teilweise immer noch!) tief in der bäuerlichen Kultur verwurzelt, und das Christentum brauchte viele Jahrhunderte, um all diese Feste umzubenennen und mit eigenen christlichen Inhalten zu belegen. Viele Symbole und Rituale haben sich als sog. Brauchtum erhalten.
Deshalb macht es Freude und ist es sinnvoll in die Gestaltung auch Elemente anderer Kulturen, z.B. der nordamerikanischen, einzubauen.

Wir feiern die sich wandelnde Energie in der Natur und in uns Menschen.
Das drückt sich aus in einer bestimmten Farbe, bestimmten Symbolen, einem Element, einem astrologischen Zeichen. Jedes Fest hat ein bestimmtes Hauptritual, ein bestimmtes Thema. Im Weg von der Wiedergeburt, über das junge Mädchen, die heilige Hochzeit, dem Gang in die Anderswelt , dem Kontakt mit den Ahninnen und der Schwangerschaft beschreibt die Göttin in der Dynamik mit dem Kind, Geliebten, Gatten auch ein erotisches Thema. Das Wesen der Natur, der Göttin, ist erotisch! Und auch der Schatten darf sein, das Älterwerden und Sterben, so wie auf Frühling und Sommer Herbst und Winter folgen.
Alle großen Lebensthemen, die lichten wie die dunklen, werden so gewürdigt.
So wie jede Jahreszeit ihren Sinn hat, so hat auch jedes Lebensalter seine ganz spezielle Kraft und Schönheit. Was gibt es nun noch für einen Grund mit den Jahren zu mogeln?
Und ebenso sind auch alle Stimmungen richtig und wichtig. Wir finden Lustlosigkeit und geheimnisvolle Verschlossenheit in nebligtrüben Novembertagen, Abschiedsschmerz im Wirbeln des letzten Laubes, Müdigkeit und Erstarrung in langen kalten Winternächten, Hoffnungslosigkeit im Dauerregen.
Was würde passieren, wenn wir den Winterblues nicht durch Sonnenbank, Johanniskrauttees und Fitnessstudio bekämpfen, sondern uns ganz im Gegenteil darauf einlassen?
Natürlich sind die Stimmungen der hellen Jahreszeit angenehmer, die Frühlingsgefühle, die Sommerlust! Die Sä- und Erntefreuden.

Die Feste lehren uns, die ganze Spannbreite unserer Gefühle zuzulassen und zu achten. Und je öfters wir feiern, um so tiefer verstehen wir nicht nur uns selbst, sondern unsere Verbundenheit mit allem was lebt.

Ich möchte alle Frauen (und auch Männer!) ermutigen, diese Feste für sich zu entdecken. Der Kreativität in der Gestaltung sind keine Grenzen gesetzt, auch Musik, Gesang, Pflanzenwissen, tantrische Rituale usw. lassen sich einweben. Aber es braucht auch das Wissen über die Bedeutung der Feste. Und das ist über Bücher nur oberflächlich, tiefer dagegen über Mitfeiern zu erlangen.

Artikeleinsendung von Morgane

 



Mittsommer-Spiraltanz-Ritual mit Starhawk
Eine persönliche Erfahrung bei einem Massenritual

Wer kennt sie nicht - Starhawk. Ihre Bücher haben vielen, besonders Frauen, den Weg zur Göttin gewiesen. Ich weiß es noch ganz genau... ich las ihre Beschreibungen über große und kleine Gemeinschaftsrituale und saß dabei allein in meinem Zimmer und war mehr als ein klein wenig neidisch.

Viele Jahre später nahm ich, gemeinsam mit einigen FreundInnen, an einem internationalen Frauenkongress teil, wo Starhawk nicht nur Gastrednerin war, sondern auch mit allen Menschen gemeinsam ein Spiraltanz-Ritual zu Mittsommer feiern wollte. Für uns (3 Frauen, 2 Männer) war dieses Ritual, diese Begegnung sogar einer der Hauptgründe, warum wir überhaupt dort waren. Als das große Ereignis immer näher rückte, waren zumindest die Frauen aufgeregt und voller Vorfreude. Rituale kannten wir aus dem "stillen Kämmerlein" und aus Büchern - gemeinsam mit anderen und dann auch noch so vielen Menschen, war völlig neu für uns.

Ablauf des Abends

Zuerst hielt Starhawk einen Vortrag über den Sinn und Zweck des Rituals und gab sehr genaue Anweisungen, wie mensch sich verhalten sollte. Leider ging in der Übersetzung vom Englischen ins Deutsche sehr viel verloren. Starhawk erklärte sehr ausführlich, warum ein Kreis gebildet wird, wie ein Kreis gebildet wird und das es sehr wichtig sei, diesen Kreis aufrecht zu halten. Kein hineinrennen, herausrennen und schon gar nicht quer durch den Kreis laufen. Genau diese Punkte wurden von der Übersetzerin leider nur sehr kurz und knapp erwähnt, die Erklärungen fehlten ganz.

Später versammelten sich alle an einem Ort, der aus einer großen, kreisförmigen Betonfläche bestand, die von einer etwa kniehohen Mauer umgeben war. Soweit ich mich erinnere, bestand der Kreis aus ca. 400 Menschen. Starhawk erklärte noch einmal das Wichtigste, die Übersetzung war wieder etwas "dürftig" und dann begann das Ritual mit einer Erdungsübung.

Ralf (einer meiner Freunde) kam, wie so oft an diesem Wochenende, etwas zu spät. Er suchte und fand uns Frauen, blieb aber hinter uns, außerhalb des Kreises stehen. Andere hatten diesen Respekt nicht. Zu diesem Zeitpunkt hätte es eigentlich relativ ruhig sein sollen, der Kreis hätte "stabil" sein sollen. So in nachhinein kann ich nur sagen, es war das reinste Chaos. An vielen Stellen blitzen Kameras auf, Menschen rannten quer durch den Kreis, gingen hinein und wieder hinaus...

Nachdem wir uns geerdet hatten, folgte eine Energieübung. Wir öffneten uns und zogen die Energie von Mutter Erde aus dem Boden herauf (ziemlich schwierig auf dem Beton), zogen die Energie der Mondin auf uns herunter und ließen dann unsere "negativen" Energien los. Starhawk hatte während des einleitenden Vortrags erklärt, dass die losgelassene Energie unbedingt in die Erde oder den Himmel entlassen werden sollte und wies auch an dieser Stelle noch einmal darauf hin. Die Übersetzerin unterschlug diese "unwesentlichen Kleinigkeiten" und sagte nur, dass alle ihre Energie jetzt loslassen sollten.

Für mich brach die Hölle los - anders kann ich es nicht beschreiben. Ich sah hunderte von Energiebällen, die wie Querschläger einer Pistole, kreuz und quer durch den Kreis rasten. Dann spürte ich einen Schlag gegen den Oberkörper in Höhe des Solarplexus und fühlte mich, als ob ich aus dem Kreis herauskatapultiert würde. Ralf, der hinter uns stand, erzählte später es sei fast wie in einem dieser Comics gewesen - ich hätte abgehoben und wäre rückwärts über die Mauer ein paar Meter weit auf das Gras geschleudert worden.

Nachdem ich wieder atmen konnte, schleppte Ralf mich zu dem kleinen Cafe in der Nähe und flößte mir süßen Kakao mit viel Zucker ein. Da saßen wir nun und konnten Teilchen und Fetzen des Rituals zwar hören, aber nichts mehr sehen. Es war, wie in den Tagen und Nächten zuvor, unangenehm drückend und heiß. Wir hörten, dass die Menschen während des Rituals den Wind und den Regen riefen und ich wäre so gern zurück gegangen, um wenigsten zuzusehen, aber mein Körper hing einfach nur da und ich war unfähig mich zu bewegen.

Schlagartig am Ende des Rituals kam der gerufene Wind und brachte die ersehnte Abkühlung. Die anderen kamen zu uns ins Cafe und sahen einfach... anders aus. Ralf besorgte Unmengen von Kakao und Zucker und wir saßen alle nur da und versuchten zu verstehen, was geschehen war. Die Erfahrungen in Worte zu fassen, war für die drei, die am Ritual bis zum Ende teilgenommen hatten, fast unmöglich - zu stark, zu beeindruckend war das Erlebnis gewesen.

Erkenntnisse über Massenrituale

Ich habe einige wichtige Dinge gelernt:
1.
Nie wieder ein solches Massenritual. Besonders dann nicht, wenn so viele "unerfahrene" Menschen daran teilnehmen. Die meisten hatten nicht nur keine Ritualerfahrung, sie hatten auch mit "Magie" vorher nichts zu tun. Auf der einen Seite war es beeindruckend zu erleben, wie viel Energie trotzdem freigesetzt wurde - auf der anderen Seite haben am nächsten Tag viele über "nicht angenehme" Neben-/Nachwirkungen geklagt.
2.
Keine "ungenauen" Übersetzungen vor und während eines Rituals. Selbst wenn es mit Übersetzung doppelt oder dreifach so lang dauert. Eine Stunde Erklärungen reicht für absolut "Unbeleckte" einfach nicht aus - und ungenaue Übersetzungen dürfen einfach nicht sein.
3.
Kein Gemeinschaftsritual ohne EIGENEN Schutzkreis, wenn ich nicht ALLEN TeilnehmerInnen so vertraue, dass ich ihnen auch mein Leben anvertrauen würde. Im Zweifelsfall werde ich lieber ganz auf das Ritual verzichten.

Lilia Seidel

 



Buchrezension

Starhawk & Hilary Valentine: Die zwölf wilden Schwäne
Rituale, Übungen, Anrufungen - eine Reise ins Reich der Magie
ISBN 3-7626-0845-8 Euro 22,50

Ein Buch das hält, was es im Untertitel verspricht. Starhawk ist nur eine von vielzähligen Mitwirkenden, die dieses Buch zusammengetragen haben. Anhand des Märchens "Die zwölf wilden Schwäne" wird eine Initiationsreise ausgearbeitet und dargestellt. Eigentlich sogar drei: Auf dem Elemente-, dem Innen- und dem Außenpfad wird die Leserin begleitet.

Reclaiming nennt sich diese Tradition, in der man u.a. sinnbildlich aufgefordert wird, Keller und Dachboden zu durchforsten und alle Leichen aufzustöbern und zu benennen. Die Grenzen zwischen Magie und Psychologie sind hier sehr fließend, und die Anregungen, Anleitungen und Erklärungen so tiefgehend und umfassend, dass es tatsächlich darauf hinausläuft, das Buch mehrmals durchzuarbeiten.

Viele der vorgestellten Praktiken, wie z.B. der Selbstwert-Anker, lassen sich im alltäglichen Leben anwenden und durchführen. Auch auf diese Weise wird geholfen ein Stück heiler zu werden, da sich die einzelnen Teile immer mehr zu einem Ganzen fügen lassen.

Ein Buch, das mich sehr bewegt und inspiriert hat, und mich wieder einmal eindrucksvoll erinnert hat, wie wichtig es doch ist, auch sich selbst von Zeit zu Zeit mit anderen Augen zu betrachten.

Ulrike Zauberweib Engelhardt

 



Kalender
Der Schlangengesang - Göttinnenkalender

Es existieren schon tausende Kalender für Festtage der Göttin in ihren vielen Aspekten. In unserem Kalender bemühen wir uns nur Daten aufzunehmen, die historisch belegt sind. Das ist nicht so einfach. Es gibt wie gesagt viele Websites und Bücher die Termine verbreiten, aber deren Quellen sind oft zweifelhaft oder überhaupt nicht genannt. Das Auffinden und Auswerten historischer Quellen allerdings ist fast eine Lebensaufgabe.

Deshalb haben wir in unseren Kalender neben den Daten und Bezeichnungen eines Festes auch die Quelle der Daten eingetragen. Sollte jemand einen Fehler entdecken oder noch ein Fest mit einer gesicherten Quelle hinzufügen wollen, so ist sie/er herzlich dazu eingeladen.

artemisathene

 



Feiertage im Juli

Im Griechenland der Antike wurde unser Juli zwischen den Mondmonaten Skirophoion (der Demeter geweiht) und Hekatombaion aufgeteilt. Letzterer erhielt seinen Namen von einem großen, öffentlichen Opfer bei dem wohl ursprünglich 100 Rinder geopfert worden waren.

In Rom wurde dieser Monat nach Julius Caesar benannt, ursprünglich aber hieß er Quinctilius, der 5.Monat ab März.

Im germanischen Kulturkreis hieß der Juli Heuert, nach der Heuernte in diesem Monat. Die in diesem Monat gefeierten Feste waren laut Gardenstone´s germanischer Götterglaube: das Fischfest zur Erneuerung der Verbindung zwischen den göttlichen Wesen des Wassers und den Menschen, das Hausfest, bei dem es um die Wiederherstellung der Häuser vor dem kommenden Herbst und Winter ging und das Heufest am letzten Juli-Wochenende.

14. - 19. Juli
ägyptisches Fest der Nilschwämme (Epagomenen= 5 eingeschaltete Tage um das Mondjahr an das Sonnenjahr anzupassen). Sie wurden repräsentiert durch die Geburtstage der Götter:

17. Juli
Geburtstag der ägyptischen Göttin Isis, Mutter-Göttin und All-Mutter
Quellen: Göttinnen großer Kulturen, Vera Zingsem
http://ancienthistory.about.com/library/bl/bl_julycalendar.htm

18. Juli
Geburtstag der ägyptischen Göttin Nephthys, Toten-, Grab- und Geburts-Göttin, Tochter der Nut und Schwester der Isis (siehe Text zu Nephthys)
Quellen; s.17.Juli

18./19. Juli / 1.Hekatombaion
Fest der Athena Boulaia zusammen mit Zeus Boulaios, zu Ehren der griechischen Göttin in ihrer Funktion als Ratgeberin.
Quelle. http://www.geocities.com/athens/parthenon

19. Juli
ägyptischer Neujahrstag: Hochzeitstag der Isis und des Osiris
Quellen: s.17.Juli

21. Juli
Einweihungsfest des Tempels der Concordia: römische Göttin der Eintracht.
Quellen: www.clubs.psu.edu
home.tiscali.be/mauk.haemers/collegium_religionis/ calendar.htm

21./22. Juli / 4.Hekatombaion
Aphrodisia: Fest der griechischen Göttin Aphrodite (siehe Text)
Quellen:http://www.geocities.com/medusa_iseum/library/griechkreis.htm
http://www.geocities.com/athens/parthenon

25. Juli
Furrinalia: Fest zu Ehren der römischen Erd-Mutter-Göttin Furrina. Sie war auch eine Göttin des Süßwassers und der Quellen. Ihr Partner oder Ehemann war Neptun, der Gott des Meeres. Sie besaß einen Hain mit einem Heiligtum am Ianiculus.
An diesem Tag kehrten die Römer, welche die vorangegangenen Tage der Apollo-Spiele mit Camping in Zelten vor den Toren Roms verbracht hatten, in die Stadt zurück und feierten Furrina mit Festessen, Wein, Quellwasser, Musik und Spielen.
Quellen: der römische Festkalender, Reclam
http://ancienthistory.about.com/library/bl/bl_julycalendar.htm

27. Juli
Geburtstag der ägyptischen Königin-Göttin Hatschepsut
Quellen: www.clubs.psu.edu

28./29. Juli / 12.Hekatombaion
Kronia: Fest zu Ehren der griechischen Göttin Rhea und des Gottes Kronos. Es war ein Erntefest bei dem die Sklaven eingeladen wurden mit ihrem Herrn zu speisen. Mit den Titanen Kronos und Rhea wurde im übertragenen Sinne das "goldene Zeitalter" gefeiert: Gleichberechtigung, Sorglosigkeit, Überfluss an Nahrung und sexuelle Freizügigkeit. In seinem Charakter wird dieses Fest mit den römischen Saturnalien verglichen, bei denen ähnlich ausschweifend gefeiert wurde.
Quellen: http://www.geocities.com/athens/parthenon
http://www.winterscapes.com

31. Juli/1.August (letztes Juli-Wochenende)
Heufest: germanisches Erntefest zur Heuernte.
Quelle: Gardenstone: germanischer Götterglaube

artemisathene

 



Feiertage im August

Im antiken Griechenland hießen die beiden Mondmonate in die der August fällt: Hekatombaion und Metageitnion. Hekatombaion nach einem großen Opferritual mit 100 Rindern, Metageitnion nach einem Fest zu Ehren des Apollon als Freund guter Nachbarschaft.

In Rom hieß dieser Monat ursprünglich sextilis, der sechste Monat nach dem Jahresbeginn im März. Später wurde er zu Ehren des ersten Kaisers Augustus benannt. Diesen Namen trägt er auch heute bei uns. Der August war auch der Göttin Ceres geweiht.

Im germanischen Sprachgebiet hieß dieser Monat Ernting, Aranmanoth, Erntemond Sichelmond, Schnittermond oder auch Ährenmonat. Alle diese Namen deuten darauf hin das es die Zeit der Getreideernte war. Heute erinnern noch Feste wie das Brotfest und die "Sichelhenke" in bäuerlichen Regionen an den Brauch den Beginn der Getreideernte zu feiern.

1. August
Fest der keltischen Göttin Habondias
Quelle: Z.E. Budapest, Das magische Jahr

1./2. August
Synoika: Fest zu Ehren der Athena Polioikos. Gründungsfest der Stadt Athen. Der Zusammenschluss mehrerer Ansiedlungen zu einer achaischen Siedlung durch Theseus ist der Legende nach der Anlass für dieses Fest.
Ebenso wurden Opfer gebracht für Zeus und Eirene, die Friedensgöttin
Quelle: http://www.geocities.com/medusa_iseum/library/griechkreis.html
http://www.geocities.com/athens/parthenon

7./8. August (zweites Augustwochenende)
Brotfest: germanisches Fest zu Beginn der Getreideernte. In England heißt dieses Fest "Loaf-Mass", daraus entwickelte sich dann die Bezeichnung Lammas für dieses Fest. Traditionell werden entweder die ersten oder die letzten Ähren auf einem Feld stehen gelassen als Opfergabe für die Erntegötter. Dann wird aus dem neuen Getreide Brot gebacken, das wiederum als Opfergabe für die Götter dargebracht wird. Auch Kornpuppen oder andere schmückende Gegenstände wie Kränze wurden hergestellt.
Quelle: Gardenstone: germanischer Götterglaube

12. August
Einweihungsfest in Rom für die Tempel der Venus Victrix (Venus als Siegerin), der Virtus (Personifikation der Tugend) und der Felicitas (Personifikation des Glückes).
Quelle: http://www.clubs.psu.edu/up/aegsa/rome

13. August
Fest der Göttin Diana auf dem Aventin in Rom. Als Mondgöttin trägt sie alle Aspekte der jungfräulichen Göttin. Sie ist eine junge, schöne und ungebundene Jägerin.
Quelle: Ovid: Fasti

13. August
Vertumnalia: römisches Fest zu Ehren des Gottes der Jahreszeiten: Vertumnus und der Pomona, Göttin der Gärten
Quelle: Ovid: Fasti
Einweihungsfest des Tempels der Blumengöttin Flora.
Quelle: http://www.clubs.psu.edu/up/aegsa/rome

13./14. August
Ponnykhis: Nachtwache mit Fackelrennen, Tanz der Jungfrauen und Spiele für die Jugend als Auftakt für die am nächsten Tag stattfindenden Panathenaia. Opferhandlungen für den Gott Eros und die Göttin Athene.
Quelle: http://www.geocities.com/medusa_iseum/library/griechkreis.html
http://www.geocities.com/athens/parthenon

14./15. August / 28. Hekatombaion
Kleine Panathenaia: Jährliches Fest zu Ehren der griechischen Göttin Athene. (siehe Text) Geehrt wurden Athene sowie Hygieia, Göttin der Gesundheit und Medizin, Nike, Göttin des Sieges und Pandrosos, der Legende nach die erste Priesterin der Göttin Athene.
Quellen: http://www.geocities.com/medusa_iseum/library/griechkreis.html
http://www.geocities.com/athens/parthenon

19. August
Vinalia Rustica: römisches Fest zum Beginn der Weinernte. Gleichzeitig Tag der Einweihung des Tempels der Venus obsequens (die Erhörende) im Jahr 295 v.u.Z. Dieser Tempel wurde aus den Strafgeldern verheirateter römischer Patrizierinnen gestiftet und erhalten die Ehebruch begangen hatten.
Quelle: http://imperiumromanum.com/religion/antikereligion/venus_01.htm

23. August
Volcanalia: römisches Fest zu Ehren des Schmiede- und Feuer-Gottes Vulcanus und seiner Begleiterinnen: die Göttin Juturna und die Stata Mater. (siehe Text).
Quelle: Mayers Konversationslexikon
http://www.sungaya.de/schwarz/romer/juturna.htm

24. August
Fest des "Mundus Cereris": wörtlich "die Welt der Ceres", ein Erdspalt auf dem Forum Romanum, der als Kultplatz der Göttinnen Ceres und Proserpina an diesem Tag geöffnet wurde. Den Rest des Jahres blieb der Erdspalt verschlossen. Neben einem Fest der Frauen zu Ehren dieser beiden Göttinnen, welches von einigen Autoren mit den eleusinischen Mysterien in Verbindung gebracht wird, gab es auch ein staatliches Opfer für die Göttin Ceres, die ebenso wie der Gott Vulcanus als Bewahrerin vor Bränden und Feuersbrünsten angerufen wurde.
Quelle: www.imperiumromanum.com

25. August
Opiconsivia: Stiftungsfest des Tempels der Göttin Ops (lat. opes = Reichtümer), die den Beinamen consiva = "sie soll die Erde sein" trug. Als Göttin des Reichtums, materiell wie immateriell, war sie seit Gaius J. Caesar auch für den Reichtum des Staates zuständig. In ihrem Tempel auf dem Capitol lagerte der Staatsschatz. Zweiter Festtag: 19. Dezember, Opalia; (siehe Text im Schlangengesang 2/03).
Quelle: der römische Festkalender, Reclam
http://imperiumromanum.com/religion/antikereligion/ops_01.htm

26. August
Fest der finnischen Göttin Ilmatar. Sie wurde als Luft- und Meeresgöttin verehrt. Ihre Legende ist eine Art Schöpfungsmythos.
Quelle für das Datum der Verehrung: leider nur Z.E.Budapest

27. August
Fest der indischen Göttin Lakshmi. Dieses Fest mit Namen "Vara Lakshmi Vrata" fand am Freitag vor dem Vollmond im August/September statt. Gefeiert wurde die Göttin des Glücks, der Schönheit, des Wohlstandes und der Gesundheit mit einem Gelübde der Frauen. (siehe Text)
Quelle: http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Buch/HinduistischeFest/hinduistischefesttage.htm

artemisathene

 



Feiertage im September

Im antiken Griechenland fallen in unseren September die Mondmonate Metageitnion und Boedromion. Boedromion wurde benannt nach dem Gott Apollon als Helfer in der Not. Nach einer Quelle hieß der Monat auch Demetrion nach der Göttin Demeter, deren Fest der Eleusinischen Mysterien in diesem Monat gefeiert wurde.

Im römischen Reich hieß dieser Monat September, der siebte Monat nach dem alten Jahresbeginn im März. Er soll dem Gott Vulcan geweiht gewesen sein.

Im germanischen Sprachgebiet hieß der Monat Scheiding, von shei = trennen, scheiden. Er zeigt das "Scheiden" des Sommers an und ist der Monat der Obsternte.

30.August/1.September / 16. Tag des Mondmonats Metageitnion
Opfer zu Ehren der Göttin Artemis Kourotrophos, der Beschützerin und Versorgerin der Kinder und Jugendlichen und zu Ehren der Hekate, der Göttin der Wegkreuzungen, der Unterwelt und der Magie.
Quelle: www.winterscapes.com
http://www.antonineimperium.org/metageitnion.htm

3./4. September / 19. Metageitnion
Opfer für die Heldinnen.
Quelle: http://www.antonineimperium.org/metageitnion.htm

4./5, September / 20. Metageitnion
Opfer für die Göttin Hera Thelchinia / Thelkhinia
Quelle: www.winterscapes.com
http://www.antonineimperium.org/metageitnion.htm

10. September
Fest der Asclepigenia. Philosophin und Zeitgenossin der Hypatia. (Siehe Text)
Quelle: http://www.geocities.com/Paris/Metro/3936/womenphilo3.html
Wilson's Almanac http://www.wilsonsalmanac.com/september.html
http://www.ukans.edu/history/index/europe/ancient_rome/E/Roman/Texts/secondary/BURLAT/11*.html

13. September
Bankett zu Ehren der kapitolinischen Trias in Rom: Juno, Minerva und Zeus)
Quelle: Ovid: Fasti
home.tiscali.be/mauk.haemers/collegium_religionis/ calendar.htm - 101k

artemisathene

 



Aphrodisia

Dieses panhellenistische Fest zu Ehren der griechischen Liebesgöttin wurde am 4. Tag des Mondmonates Hekatombaion gefeiert. Es war ein Festtag für die Göttin Aphrodite in zwei ihrer Erscheinungsformen:

1. als Aphrodite Pandemos, wörtlich: "die vom ganzen Volk verehrte". Platon beschreibt sie als die Göttin der "gemeinen Sittlichkeit", andere Quellen sprechen davon, dass sie die Schutzherrin der Tempelprostitution gewesen sei.

2. als Aphrodite Peitho, wörtlich: "die Überredung". Sie war entweder eine Erscheinungsform Aphrodites oder aber eine der Chariten, "Grazien" im Gefolge der Göttin. Ihr Name spielt auf die Überredungskünste für ein erotisches Abenteuer an. Sie verkörperte somit die süßen Worte, die ein Liebender finden musste, um die Geliebte zum Sex zu überreden.

Zu Anfang des Festes wurde der Tempel der Aphrodite in Athen gereinigt und der Göttin eine Taube geopfert. Der Altar vor ihrem Heiligtum wurde mit wohlriechendem Öl bestrichen. Zu einem späteren Zeitpunkt wurde Aphrodites Statue in einer Prozession durch die Stadt getragen und dann mit Wasser gereinigt und neu geschmückt. Mit diesem Fest waren ein Festmahl, Tänze und athletische Wettkämpfe verbunden. Jeder 4. Tag eines griechischen Mondmonates war übrigens der Aphrodite heilig.

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Die Panathenaia

Dieses Fest war das Geburtstagsfest zu Ehren der griechischen Göttin Athene. Der Legende nach war der Tag der Panathenaia derjenige, an dem Athene dem Kopf ihres Vaters Zeus entsprungen war.

Der Festtag fand am 28. Tag des Mondmonats Hekatombaion statt. Alle vier Jahre jedoch gab es die großen Panathenaia, dann dauerten die Feiern ungefähr 12 Tage. Die Festlichkeiten waren dann prächtiger und es folgten tagelange sportliche Wettkämpfe und Darbietungen. Außerdem erhielt die Statue der Göttin im Parthenon einen neuen Peplos, das heilige gelbe Gewand der Göttin.

Das Fest zu Ehren Athenes begann bei Sonnenuntergang vor dem 28. Hekatombaion mit dem Ponnykhis, einem Fackellauf der jungen Leute, mit Tänzen der jungen Frauen und Wettspielen. Auch wurde das heilige Feuer vom Altar des Gottes Eros aus der Akademie geholt und der Athene und dem Eros ein Opfer gebracht.

Der nächste Tag begann dann bei Sonnenaufgang mit der Prozession zur Akropolis bei der der neue Peplos der Göttin zur Akropolis gebracht wurde. Diese Prozession führten die Kanephoroi genannten, mit Gold geschmückten Mädchen an. Sie trugen die Kana, heilige Opferkörbe, die sie dann auf den Altar stellten. In den Körben waren die heiligen für den Kult bestimmten Gerätschaften, die von Getreidekörnern bedeckt waren. Diese Getreidekörner wurden später über die Opfer gestreut. Den Kanephoroi folgten die Ergastinai, "Werkmeisterinnen", die in den vergangenen neun Monaten den neuen Peplos aus gelber Wolle gewoben und mit Darstellungen der Gigantomachy (= Kampf der Athene und des Zeus gegen die Giganten) bestickt hatten. Diese symbolisierten den Sieg der Zivilisation gegen die unzivilisierte Welt.
Mit den Ergastinai gingen Mädchen mit weiteren heiligen Geräten, Schalen und Krügen sowie Weihrauchgefäßen.

Der Peplos war das Geburtstagsgeschenk der Athener an ihre Göttin. Er wurde auf einem Wagen gefahren, der wie ein Schiff aussah. Der Peplos wurde wie ein Segel am Mast dieses Schiffes angebracht, so dass er für alle gut zu sehen war und die mühevolle Arbeit der Ergastinai gebührend bewundert werden konnte. Der Wagen war mit Girlanden geschmückt und Priesterinnen und Priester der Göttin steuerten ihn. Berittene junge Männer, die Epheboi, begleiteten den Wagen.

Schließlich teilte sich die Prozession: auf dem nördlichen Weg geleitete man eine Kuh als Opfergabe für die Athena Polias, die Begründerin und Beschützerin des Stadtstaates Athen und ein Mutterschaf als Opfer für Pandrosos "die vom Tau feuchte", Tochter des Kekrops, legendärer Gründer und erster König der Stadt. Pandrosos soll die erste Priesterin der Göttin Athene gewesen sein. Kuh und Schaf wurden auf dem Altar eines Tempels geopfert, den sich beide Göttinnen teilten. Im Gegensatz zu den sonst üblichen Opferzeremonien auf einem Altar vor dem Tempel, fand dieses Opfer im Tempelinneren statt. Das heißt für das gemeine Volk nicht zu beobachten. Das geröstete Fleisch der Opfertiere wurde von den Priestern und Priesterinnen sowie ein paar Beamten des Stadtstaates verzehrt. Bei dieser Prozession wurde das für die Opferhandlungen benötigte Wasser von den Siegern des Fackellaufes der vorherigen Nacht getragen. Musiker, wie Flötenspieler und Lyraspieler begleiteten sie.
Der südliche Teil des Prozessionsweges führte zum Parthenon-Tempel auf der Akropolis. Auch bei dieser Prozession wurden Opfertiere mitgeführt und diesmal öffentlich auf dem Altar vor dem Tempel geopfert. Das gebratene Fleisch wurde an die Zuschauer verteilt. Im Parthenon-Tempel wurde Athena als jungfräuliche Göttin verehrt.
In beiden Prozessionen schritten Skaphephoroi = Tablettträger, Männer, die violett gekleidet waren und silberne oder bronzene Tabletts mit Kuchen und Bienenwaben trugen.

Kinder spielten auch eine wichtige Rolle bei den Feierlichkeiten. Sie trugen die Weihrauchkästchen, aus denen die Weihrauchgefäße ständig neu befüllt wurden. Außerdem trugen sie Tische und Stühle, die benutzt wurden die chthonischen (=Erdgottheiten) Göttinnen Pandrosos und Gaia Kourotrophos (= die hegende Erde) zu bewirten. Gaia Kourotrophos war die wichtigere Göttin, ihr gebührte der größere Stuhl und das erste Opfer des Tages: entweder Getreide oder Honigkuchen. Man dankte Gaia für die schönen Kinder und jungen Mädchen der Stadt.

Dann wurde der neue Peplos von einem Jungen, einem Mädchen und dem Priesterkönig Arkhon Basileus zusammengefaltet und der Priesterin der Athena Polias überreicht. Der Peplos wurde dann auf die Knie der sitzenden Statue der Athene gelegt und später in die Schatzkammer gebracht. Das neue Gewand wurde ihr erst an dem Plynteria genannten Festtag angezogen, der am 23. des Mondmonats Thargelion stattfand, also beinahe ein Jahr später. (Siehe Schlangengesang3/04)

Nun wurden auch noch Opfer für die Göttinnen Hygieia, Göttin der Heilkunde, und Nike, Göttin des Sieges zelebriert.
Die Tage nach den Opfern wurden mit sportlichen Wettkämpfen, den Agones (Boxen, Ringen, Wettrennen, Pferde- und Wagenrennen), sowie Darbietungen von Musik und Dichtkunst verbracht. Der Siegespreis für die Wettkämpfer war die panathenaische Amphore, die Olivenöl aus dem heiligen Hain der Göttin Athene enthielt. Die geehrten Künstler erhielten eine Krone aus vergoldeten Olivenzweigen sowie eine Geldprämie. Es gab auch Kinderwettbewerbe; die Sieger wurden mit Kränzen aus wilden Olivenbaumzweigen geschmückt.

Ein interessanter Teil der Festlichkeiten scheint der Tanz Pyrrichi gewesen zu sein. Er wurde von nackten Männern getanzt, die nur einen Helm und ein Schild trugen und mit der wilden Darbietung an den Tanz der Göttin Athene erinnern wollten, den sie aufgeführt hatte nach ihrem Sieg über die Giganten.

artemisathene

 



Vara Lakshmi Vrata

Dieses Fest zu Ehren der indischen Göttin Lakshmi wird am Freitag vor dem Vollmond im Monat Sravan (August/September) gefeiert.

Lakshmi ist die Göttin des Glücks, des Wohlstandes, der Schönheit, der Weisheit und der Gesundheit. Das Fest heißt wörtlich Segen (Vara) für das Gelübde (Vrata) an Lakshmi und wurde von verheirateten Frauen zelebriert. Es schloss das Gelübde ein, sowie die Bitte um Gesundheit und ein langes Leben des Ehemannes, sowie um Fruchtbarkeit.

Zum Ablauf des Festes:
Zuerst nimmt die Frau ein reinigendes Bad und zieht ein neues Kleid an. Dann zeichnet sie ein Mandala mit einem Lotus in der Mitte. Ein Gefäß mit frischen Reiskörnern und frischen Mangoblättern, eine Kokosnuss sowie ein Tuch werden auf das Mandala gestellt. Die Frische der Opfergaben symbolisiert Wohlstand und Wachstum. Dann wird die Göttin Lakshmi angerufen. Es folgt eine Anrufung Ganeshas (Elefantengott, sorgt für ein Gelingen der Unternehmung) und des Rakshas (ein heiliges Band). Dieses Band bindet sich die Frau dann um das rechte Handgelenk. Nach der Zeremonie beschenkt man eine andere verheiratete Frau mit bestimmten Gaben die Glück und Wohlstand symbolisieren und bewirtet sie reichlich.

artemisathene

 



Fest der Asclepigenia

Als Tochter von Plutarch dem Jüngeren, der die neo-platonische und aristotelische Philosophieschule in Athen leitete, war Asclepigenia eine Zeitgenossen der Hypatia von Alexandria (siehe Schlangengesang 1/04). Asclepigenia war auch Priesterin der Eleusinischen Mysterien der Demeter. Nach Plutarchs Tod übernahm sie die Leitung der Schule bis zu ihrem Tod 485 n.u.Z. Von ihrer philosophischen Arbeit sind keine Originaltexte erhalten. Aber ihr berühmtester Schüler Proclus (412-485 n.u.Z.) überlieferte die Grundlagen ihrer philosophischen Forschungen.

Im Mittelpunkt ihrer Theorien standen die Grundlagen der Realität. Ihrer Ansicht nach gab es fünf davon: das EINE (Gott/Göttin), die Intelligenz, die Materie, die Seele und die Natur. Sie glaubte, dass es metaphysische Grundlagen gäbe, welche die Welt beeinflussten. Sie glaubte, dass die Zukunft und das Schicksal eines Menschen durch den Einfluss der Götter und durch spezielle Riten und magische Handlungen beeinflusst werden können. Sie lehrte diese magischen Riten in ihrer Philosophieschule. Dazu gehörten: Fasten- und Reinigungsvorschriften vor bestimmten Festen. Diese sollten die "Mysten" in die Lage versetzten in Kontakt mit dem "Übernatürlichen", dem "Einen" zu kommen um die Zukunft und den Willen der Götter erfahren zu können.

In diesen für Heiden schwierigen politischen Zeiten machten sich Asclepigenia und auch ihr Schüler Proclus alles andere als beliebt. Sie galten als Aufrührer die versuchten die alte, heidnische Religion zu neuen Ehren zu bringen, während das Christentum längst etablierte Staatsreligion war.

Bei dem Datum ihres Festtages, des 10. Septembers, dürfte es sich um den Todestag der Asclepigenia handeln. Sie starb 485 n.u.Z. in Athen.

artemisathene

 



Netze weben
Veranstaltungen - Kontaktanzeigen

Veranstaltungen

Stuttgart - 17.07.2004
Hexentreffen

Hallo Gleichgesinnte,
wir planen ein Hexentreffen in Stuttgart. Zum Kennlernen, Kontakte knüpfen und gegenseitigen Austausch.
Eingeladen sind Hexen, Menschen auf dem Pfad der Göttin, Junghexen, freifliegende Hexen, Wicca, Strega und so weiter, auch Anfänger sind erwünscht. Uns ist der naturreligöse Hintergrund wichtig.
Wir möchten im Großraum Stuttgart und Umgebung einfach ein bisschen die Hexengemeinschaft fördern und hoffen natürlich, dass euch auch daran gelegen ist. Wir sind eine buntgemischte Hexengruppe aus der näheren und weiteren Umgebung von Stuttgart und vom Kenntnisstand auch recht unterschiedlich.
Weitere Infos und Anmeldung:
http://www.hexentreffen-stuttgart.de.vu


Berlin - 25.08.2004
Frauenzirkel Göttinnen

Austausch, Wissensvertiefung, Diskussion
Ort: AstroCafé, Gleditschstr. 47, Schöneberg; zu erreichen: U 7 Eisenacherstr.
19:00 Uhr
Kontakt über http://www.frauenkulturservice.de

Berlin - 28.07.2004, 19 Uhr
Frauenzirkel Göttinnen

Frauenzirkel Göttinnen zum Thema Gib Deiner Göttin eine Form
(bitte etwas Leckeres zum Essen mitbringen, Erika hält Ton bereit)
Infos unter 443 587 04 oder zirkel@frauenkulturservice.de
Treffpunkt: Mariendorfer INAZ Landschaftspflegehof Catostr.,
anstelle einer Skizze die Beschreibung: Mariendorf,
also U-Bhf Westphalweg, Bus 383 oder ca 15 Min. ab dort per Fuß die Eisenacher
Straße entlang. Wenn diese die Rixdorfer kreuzt, dann geht es in die Liviusstraße
hinein. Dies macht einen Linksbogen und führt zur Eatagestr.. Von dort aus gibt es
– wie in einer liegenden `8` zwei Schleifen, Catostr. Von der
Liviusstraße aus kommend befindet sich direkt in der Mitte der LINKEN Acht
das Gartentor zu INAZ, Landschaftspflegehof.

Weitere Termine
Berlin - 25.08.2004
Berlin - 22.09.2004
Austausch, Wissensvertiefung, Diskussion
Ort: AstroCafé, Gleditschstr. 47, Schöneberg; zu erreichen: U 7 Eisenacherstr.
19:00 Uhr
Kontakt über http://www.frauenkulturservice.de


Schweiz - 23.10.2004
Malworkshop - Erkenne die Göttin in Dir

Gemeinsam wollen wir nach einer Bildmeditation die Göttin in uns malen. Gib der Göttin in Dir ein Gesicht. Hast Du die Göttin in Dir bereits entdeckt, so bist auch Du eingeladen sie zu malen.
Teilnehmerzahl: höchstens 6 Frauen
Dauer: von 14 – ca. 17 Uhr
Kosten: 60.—Sfr. inkl. Material
Bei Fragen oder näheren Infos melden Sie sich bitte bei:
Frau Ruth Aeberli, Mal- & Kunsttherapeutin
01 271 92 67 oder 076/419 92 67

 



Kontaktanzeigen

Marktplatz der Göttin
Es gibt so viele Menschen mit Göttinnenbezug, die Kunsthandwerk betreiben oder kleine Läden. Der Marktplatz versucht, einen Überblick über all diese wundervollen Angebote zu bieten und ein HändlerInnen- und KünstlerInnen-Netzwerk zu weben. Selbstverständlich ohne Gebühr. Auf dem Markplatz der Göttin können die HändlerInnen und KünstlerInnen der Göttin zusammenkommen und alle MarktbesucherInnen können in der Vielfalt der Göttinnenprodukte stöbern.
 
Schau mal vorbei:
http://www.20six.de/kuenstlerinnen_und_haendlerinnen_der_goettin



Bad Tölz
Suche im Raum südlich München spirituell interessierte Männer und Frauen für gemeinsame Jahreszeitenfeste, Lebenszeitenfeste. Nach 3 Jahren Frauenkreis soll nun ein gemischter Kreis entstehen. Es wäre schön, wenn Du ausser Lebensfreude, Achtung und Liebe zur Natur und Neugierde auch eigenständiges Wissen über Mythen, Götter/Göttinnen, Rituale etc beitragen möchtest.
Email: inanna-myth@gmx.net


Basel / Schweiz
Ich suche Frauen im Raum Basel, die Göttinnenrituale feiern. Wer kennt jemanden?
Email: elke.kreiselmeyer@gmx.ch

 



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