| Sehr geehrte/r Frau/Herr ,
Hallo
Herzlich Willkommen zur fünften Ausgabe des Schlangengesangs.
Die Natur ist endgültig aus dem Winterschlaf erwacht und es grünt und
blüht an allen Ecken. Genauso vielfältig wie die Natur präsentiert sich
die Göttin in dieser Ausgabe.
Wir wünschen Euch viel Spaß und freuen uns auf Post von Euch,
Das Schlangengesang-Team
Andrea, ArtemisAthene, Caitlin, Elea, Gwenhwyfar, Hannibal, jana,
Karmindra, Lilia, Markus, Mooncraft, Silver, Temkes, Zauberweib

Inhaltsverzeichnis
Göttin:
- Epona/Rhiannon
- Die unzählige Göttin
Pflanzen:
- Birke
Praktisches:
- "Unkraut" in der Küche
- Unkraut-Salat
- Wiesen-Limonade
- Löwenzahn-Honig
Aufgelesen:
- Buchrezensionen:
Als die Göttin keltisch wurde
Netze weben:
- Reclaiming II - Feencamp
- Kontaktanzeigen
Kalender:
- Feiertage
- Rosalia
- Mounychia - Fest der Göttin Artemis
- Nonae Caprotinae - das Feigenfest
- Plynteria - Reinigung der Statue der Athena
Polias
- Veranstaltungen
Impressum / Schlangengesanginfos / Kontakt / Abmelden
  
Göttin:
Epona, die Pferdegöttin
Epona die gallische Göttin deren Name "große Stute" oder "göttliches
Pferd" bedeutet, wurde in ganz Europa, von Portugal bis Bulgarien über
die britischen Inseln bis nach Unteritalien verehrt. Man fand über 300
Weiheinschriften und Darstellungen ihr zu Ehren. Sie ist die einzige
Göttin welche in ihrer keltischen Form und mit ihrem keltischen Namen
von den Römern übernommen, verehrt und verbreitet wurde.
Das ungewöhnliche an Epona ist, dass man sie anscheinend nicht nur als
Pferde- sondern auch als Muttergöttin ansah. Zumindest schlisst man dies
aus Funden auf denen sie als Dreiheit angesprochen wird, welches ein
charakteristisches Merkmal für eine Muttergöttin ist. Sie ist ebenso
eine Göttin der Fruchtbarkeit, der Gesundheit, des Wachstums und der
Anderswelt und somit Göttin der Totenwelt und der Wiedergeburt.
Oft wird sie als Pferd selbst dargestellt oder als eine hübsche, auf
einem Pferd reitende Frau. Begleitet wird sie von einem Hund oder Vogel,
in ihrer Hand befindet sich manchmal ein Schlüssel der als Zugang zur
Anderswelt verstanden werden kann. Wie es für viele mütterliche
Göttinnen üblich ist trägt auch die ein Füllhorn als Attribut bei sich.
In ihrem Aspekt der Pferdegöttin gilt sie als Schützerin der
Pferdezucht, aller Reit- und Lasttiere, der Krieger und Knechte, Reiter
und Händler.
Doch sie ist auch eine Schützerin der Hunde, Heilquellen und
Ackerfrüchte.
Heute sieht man sie oftmals als kraftvollen weiblichen Archetypen an.
Man sieht also, Epona deckte ein weites Aufgabenfeld ab. Vielleicht ist
dies einer der Gründe warum sie von den Römern akzeptiert und verehrt
wurde. Sie widmeten ihr sogar ein eigenes Fest am 18. Dezember.
War es die Stärke welche sie den Pferden der Römer im Kampf verleihen
sollte welche sie so beliebt bei ihnen machte? Oder war es ihre Nähe zum
einfachen Volk welches sie auszustrahlen schien?
Wir wissen es heute nicht mehr. Doch wir können beobachten das Epona
auch heute noch nicht aus den Köpfen der Menschen verschwunden ist.
Zumindest oder vor allem (!?) eine weitere Göttin, welche sehr enge
Parallelen zur festländischen Epona aufweist, erfreut sich zunehmender
Beliebtheit, die walisische Göttin Rhiannon.
Die beiden Göttinnen zu apostrophieren und somit den ersten und dritten
Zweig des Mabinogion* als ihre Kulturlegende zu lesen wie es einige tun,
halten manche Forscher für zu weitgehend. Doch eine Ähnlichkeit der
beiden ist unverkennbar.
Rhiannon ist ebenfalls eine Pferdegöttin. Ihr Name kommt von Rigantona
was soviel bedeutet wie große göttliche Königin. Sie besitzt ein
Reittier mit dem es der Legende nach kein Pferd der Welt aufnehmen kann.
Auch wird sie ebenfalls oft in Begleitung von Pferden und Vögeln
dargestellt.
Sie ist wie Epona eine Göttin der Anderswelt. Oft wird sie mit dem
Feenvolk in Verbindung gebracht. Sie ist Herrscherin der Unterwelt,
Schützerin der Fruchtbarkeit und gilt als mächtige Zauberin.
* In kymrischer Sprache verfasste Sammlung walisischer Prosaerzählungen
karmindra

Die unzählige Göttin
Es ist immer wieder von "der Göttin" die Rede, und jeder Mensch weiß,
welche damit gemeint ist. Das ist insofern verwunderlich, dass es
unzählige Göttinnen gab und gibt, in allen Pantheons, und mit allen
möglichen Zuständigkeitsbereichen und "Funktionen". Dies ist jedoch nur
scheinbar ein Widerspruch. Ich glaube, dass es nur eine Göttin gibt -
diese aber in unzähligen Formen und Arten. Es ist hier müßig zu fragen,
ob es sich nun um eine Göttin oder um einen Gott handelt. Ich denke, das
Göttliche ist alles. Muss es ja sein, da alles aus ihr entstanden ist.
Erscheinen kann sie uns auf alle nur erdenklichen Arten - natürlich auch
als Gott bzw. Götter.
Doch bleiben wir bei der Göttin. Die wohl bekannteste und verbreitetste
Ein-Teilung ist die Drei-Teilung in Jungfer, Mutter, Alte. Diese
Gruppierung finden wir in der Natur wieder, im Wachstum, Reifen und
Welken, aber auch z.B. in den Mondständen. Neumond würde hier als 4.
Teil, die Todin, stehen. Diese 3-in-1-Gruppierung finden wir übrigens
auch im Christentum wieder.
Den Jungfräulichen Göttinnen sind zumeist die Kriegskünste zugeordnet,
zum Teil auch (damit zusammenhängend) Handel und Verkehr.
Der Zuständigkeitsbereich der Mutter ist weitaus größer; natürlich
spielt hier immer wieder Fruchtbarkeit eine Rolle (wobei dies teilweise
auch der Jungfer-Göttin zugeordnet ist), ebenso die Hüterin des Feuers,
und des Handwerks. Schmiedekunst allerdings findet man meist eher bei
den Jungfer-Göttinen wieder, wegen des Zusammenhangs zum Krieg (vgl.
Athene). Zur Mutter-Göttin gehören die Künste des Spinnens, Webens,
Dichtens, aber auch des Heilens. (vgl. Freya/Frigg, Brigid).
Die Weise Alte ist zuständig für Orakel und Zukunftsschau, auch für
Kräuterwissen, Hexenkunst, Initiationen und Weisheit. (vgl. Cerridwen,
Hekate). Mit Weisheit ist übrigens auch die gewisse Narrenfreiheit
gemeint, die sie gerne nutzt - wer hat ihren manchmal etwas schrägen
Humor noch nicht hautnah erleben dürfen? (vgl. Baubo, Uzume)
Der Vollständigkeit halber sei hier der Vierte Aspekt der Todin noch mit
angegeben. In diesen Bereich fallen, soweit nicht von der Alten
übernommen, auch die Initiation und Schamanisches Reisen. Auch der
Schattenbereich fällt hierein, wird im allgemeinen aber eher als
Gegenpart zur Mutter-Göttin dargestellt. (Morrighan)

Eine andere mögliche Zuordnung erfolgt über Zuständigkeitsbereiche, wie
sie oben bereits genannt sind: Fruchtbarkeit, Handel/Handwerk/Verkehr,
Künste, Elemente, Heilung, Anderswelten, etc. Bei einem Volk im
Landesinneren wird man vergeblich nach einer Meeresgöttin suchen, und
ein Volk, das abgeschnitten von der Außenwelt lebt, wird keine Göttin
des Handels haben. So ist ersichtlich, dass die Göttin immer in der
Gestalt, mit den Fähigkeiten erscheint, wie sie der jeweiligen Gruppe
sinnvoll und wichtig ist. Mancherorts gab/gibt es eine "Universalgöttin"
wie Isis, Ishtar, Astarte, oder auch Athene, die für ein bestimmtes
Gebiet zuständig ist. So wie es also die "Privatgöttin" einer Stadt oder
eines Volkes gegeben hat, ist es nicht abwegig anzunehmen, dass es auch
welche für den Clan, die Familie gegeben hat. Hierzu kann man durchaus
die Schutzheiligen in Bezug sehen, die im Christentum diese Aufgabe
übernommen haben. Noch heute gibt es gerade in der bairisch-bäuerlichen
Gegend noch immer die "Herrgottswinkel" im Haus. Der Heidnische Altar
ist hier im Prinzip nichts anderes, und es ist müßig zu fragen, wer nun
von wem zuerst abgekuckt hat.
So ist auch verständlich, dass es z.B. bei den Griechischen und
Römischen GöttInnen eine 1:1-Übersetzung gibt. Die Kulturen waren
einander sehr ähnlich, hatten ähnliche Handelsbeziehungen, geografische
Gegebenheiten, etc. Daher halte ich es auch für legitim, wenn wir heute
manche Göttinnen gleichsetzen - wir befinden uns damit in guter
Tradition. Ein Beispiel hierfür findet sich in dieser Ausgabe des
Schlangengesangs mit Epona/Rhiannon/Rigantona.
An welche Göttin soll man sich nun halten? Nun, ich denke, die Antwort
ist bereits gegeben: an die, die man gerade braucht. In einer bestimmten
Situation, oder für einen bestimmten Lebensabschnitt. Es lohnt sich
dabei, ein wenig hellhörig zu sein, denn oftmals meldet sich eine
Göttin, die dir gerade etwas sagen oder beibringen will. Eine gute
Möglichkeit ist es auch, sich für einen vorgegebenen Zeitpunkt (z.B.
einen Mond) eine Göttin auszusuchen. Hilfreich ist hierbei das
Göttinnengeflüster oder vergleichbare Orakeldecks. Ziehe einfach eine
"Monatskarte", wie du es vielleicht als Tageskarte vom Tarot her schon
kennst. Mit der gezogenen Göttin beschäftigst du dich dann für die
nächste Zeit. Versuche, etwas über ihre Geschichte, Mythologie
herauszubekommen, über ihre Aufgaben und Symbole und was sie konkret für
diese Zeit dir sagen oder zeigen will. Wenn du den Eindruck hast, dass
dich eine Göttin einmal länger begleiten möchte, dann folge diesem
Eindruck. Manchmal will sie dich in einer bestimmten Form für eine
längerwährende Aufgabe begleiten. Ist dies erledigt, dann bedanke dich
bei ihr für ihr Geleit.
Es ist übrigens völlig ok, wenn du für dich eine "Hauptgöttin" hast, und
die "Monatsgöttinnen" eher als Lehrerinnen, Begleiterinnen fungieren.
Über einen längern Zeitraum hinweg kann es sich durchaus ergeben, dass
du dir so deinen eigenen Pantheon zusammenbastelst. Ich halte dies für
legitim - schließlich sind alle Göttinnen die Göttin, und sie erscheint
dir immer so, dass du sie verstehen kannst.
Ulrike Zauberweib Engelhardt
  
Birke
(lat. Betula alba)
Der bis 30 m hoch wachsende Baum ist in Europa und Asien weit
verbreitet.
Birken fallen besonders durch ihre weiße Rinde und die hellen Blätter
auf und sind daher leicht zu erkennen. Die Birke ist ein Lichtbaum, in
einem dunklem Wald kann sie nicht gedeihen.
Der Stamm ist in seiner Jugend bräunlich und weiß gepunktet und blättert
erst mit den Jahren in papierdünnen feine Rindenhäutchen ab. Die
rautenförmigen, oft auch dreieckigen Blätter sind mit ästigen Adern
durchzogen, sitzen auf langen Stielen und sind etwas klebrig. Die
Blütenkätzchen entfalten sich im Frühjahr zugleich mit dem Blättern. Der
Saft der Birke und die Blätter haben viele heilende Eigenschaften, die
bereits im Mittelalter genau bekannt waren.
Die Birke singt uns das Lied von der Geburt des Frühlings, des Anfangs
(Torhüterin) und sie bereitet die Erde, wie auch unsere Seele auf den
Neubeginn vor.
Ein Baum der Freude über die Wiedergeburt und der Hochzeit von Himmel
und Erde.
Für die Germanen war die Birke ein heiliger Baum und Frigga, der Göttin
der Liebe und Fruchtbarkeit geweiht. Die Kelten legten das Fest des
Lichtes und der Liebe auf den 24.6., also drei Tage nach der
Sommersonnenwende.
*******************Birkenbild*******************
Das Fest der Birke wird bei uns schon seit uralter Zeit gefeiert, - der
bekannteste Brauch um die Birke ist der Maibaum.
Mit dem Maibaum holten sich die Dorfbewohner einen Teil der neun
erwachten Natur in ihr Dorf und stellten ihn als Pfand auf dem Dorfplatz
auf, damit die Frühlingsgöttin ihre Familien segne. Auch für die
einzelnen Höfe wurden am ersten Mai kleinere Bäumchen gehauen und vor
die Tore und Türen gestellt.
Die Birke hat auch eine stark schützende Funktion gegen negative
Schwingungen und Einflüssen. Der tradionelle Hexenbesen wird aus
Birkenzweigen gemacht. Auch Kinderwiegen wurden aus Birkenholz
gefertigt, um das darinliegende Kind vor allen Negativen zu schützen. Um
das Haus beim "Frühjahrsputz" von negativen Energien und bösen Geistern
zu reinigen, säubert man es tüchtig mit frischen Birkenzweigen.
Für die innere Frühjahrkur eignen sich die Birkenblätter durch ihre
reinigende Wirkung aufs Blut. Die Birkenblätter reinigen und beleben
wenn die Schwere und Müdigkeit des Winters noch in den Gliedern steckt.
Hierzu werden die noch klebrigen Blattknospen im April oder Mai
gesammelt und gleich auf ein Tuch (oder im Backofen bei niedriger
Temperatur) getrocknet. Die Frühlingskur sollte ca. 3 Wochen dauern und
dabei sollten 2- 3 Tassen Birkenblättertee täglich getrunken werden.
( Quellen: "Aus dem grünen Hain" von Simone Neblich-Spang, "Blätter von
Bäumen" von Susanne Fischer-Rizzi und "Die besseren Pillen Band 2")
Caitlin April 2004

Praktisches
"Unkraut" in der Küche
Viele Wald- und Wiesenkräuter sind nicht nur essbar, sondern
ausgesprochen lecker und sogar sehr gesund. So decken z.B. 150 g
Vogelmiere den gesamten Tagesbedarf an Eisen (10 mg / 12,5 mg), Kalium
(1000 mg / 1020 mg) und Vitamin C (75 mg / 170 mg) und liefert
zusätzlich noch Magnesium, Calcium und Provitamin A. Deshalb sollte die
Devise bei "Unkraut" heißen: nicht jäten und wegwerfen, sondern
aufessen!
Frischkäe, Quark, Kartoffelpürree, selbstgemachte Nudeln, Reis,
Pfannkuchen, Brot, Knödel.... viele leckere Sachen lassen sich mit
"Unkräutern" noch schmackhafter machen. Auch gedünstet und mit Butter
oder Sahne verfeinert sind "Unkräuter" eine Delikatesse. Duftende Blüten
und viele Kräuter eignen sich für Gelees und Limonanden. Der
Experimentierfreude sind hier wirklich keine Grenzen gesetzt.
Zum Sammeln sollte man ein Pflanzenbestimmungsbuch mitnehmen, weil es
auch nicht genießbare und/oder giftige Pflanzen gibt. Und natürlich
vorsichtig pflücken/schneiden,
damit die Pflanzen weiterwachsen können.
 
Unkraut-Salat
junge Gierschblätter, Löwenzahn (junge Blätter und Blüten),
Gänseblümchenblüten, Vogelmiere, Taubnessel, Rotklee (Blätter und
Blüten), Wiesenkerbel, Wiesenbärenklau, Wegerichblätter, Ringelblumen,
Kapuzinerkresse, Labkraut, Gundermann, Knoblauchsrauke, Bärlauch
Je nach Geschmack und Lust alle oder einige Kräuter sammeln; wenn die
Menge nicht reicht Kopf- oder Eisbergsalat dazugeben.
Dazu passt am besten eine Essig-Öl-Marinade, die mit Apfelsaft, Senf,
Knoblauch oder Zwiebeln abgeschmeckt werden kann.

Wiesen-Limonade
1 l Apfelsaft
1/2 l Mineralwasser
Zitronensaft
10 Blätter Giersch
1 Ranke Gundermann
1 Stengel Pfefferminze
Die Kräuter zum Strauß binden, in den Apfelsaft hängen, etwas drücken
und mindestens 3 Stunden kühl ziehen lassen. Dann den Kräuterstrauß
herausnehmen, mit Zitronensaft abschmecken und mit Mineralwasser
auffüllen.
Für Waldmeister-Limonade einen (über Nacht angewelkten)
Waldmeisterstrauß in den Apfelsaft hängen.
Für Tannen-Limonade eine gute Handvoll frische, junge Tannen- oder
Fichtenspitzen zum Strauß binden.
  
Löwenzahn-Honig
1 l Löwenzahnblüten
1 l Wasser
Saft von einer Zitrone
1 kg Zucker
Die Blüten mit Wasser bedecken, aufkochen und eine Minute köcheln
lassen. Dann zum Abkühlen beiseite stellen. Dann durch ein Sieb filtern,
auf 1 l mit Wasser auffüllen und Zitronensaft und Zucker zugeben.
Unter Rühren aufkochen und bei mittlerer Hitze so lange köcheln lassen,
bis etwa die Hälfte des Wasser verdunstet ist. Abkühlen lassen. Diesen
Vorgang solange wiederholen, bis der Sirup zähflüssig ist.
Noch heiß in saubere Gläser füllen und dicht verschliessen.
(Quelle für alle Rezepte: "Delikatessen am Wegesrand - Un-Kräuter zum
Genießen" von Brigitte Klemme, Dirk Holtermann)
Lilia
  
Aufgelesen
Buchrezension
Als die Göttin keltisch wurde
Als die Göttin keltisch wurde / Claire French-Wieser
Ursprung und Verfall einer alteuropäischen Mythologie
Zwei Hauptpunkte werden hier beleuchtet: die Göttin in ihren
verschiedenen Erscheinungsformen und das Mabinogion - eine Sammlung
keltischer Sagen.
Es wird die Zeit eines Umbruchs beschrieben, von matriarchaler zu
patriarchaler Kultur. Dieser Umbruch lässt sich in den Mythen und Sagen
ablesen.
Zu Beginn gibt es einige grundsätzlichen Informationen über den
Jahreslauf, keltische Göttinnen und Götter. Das nächste Kapitel befasst
sich mit der keltischen Frau. Danach geht es weiter mit dem Mabinogion:
woher es kommt, wie es zustande kam, und schließlich die einzelnen
Zweige in einzelnen Kapiteln. Dabei werden die Sagen nacherzählt, was es
zunächst sicher leichter lesbar macht, doch zum Teil auch etwas trocken
werden läßt, da die Übergänge zur (Be)Deutung des Erzählen fließend
sind. Die behandelten Göttinnen, Götter und Gestalten sind: Rhiannon,
Pwyll, Branwen Llyrstochter, Manawydan Llyrson, Dana, Culhwch, Olwen,
Helena Elain, Ywein, Parzival, Erec, Cerridwen, Talesien, Gawan und
natürlich immer wieder die Göttin.
Fazit: als Hintergrundinfo eines der besten Bücher, da hier auf 170
Seiten eine Fülle von Informationen auf ansprechende Weise
zusammengetragen sind. Wegen der guten inhaltlichen Gliederung auch zum
Nachschlagen nutzbar. Einzig die Absätze könnten etwas besser gegliedert
sein, um eine optische Trennung von Mythos und Deutung klarer
herauszustellen. Mit 20,50 € sicher kein Buch, das man sich mal eben so
kauft, doch wenn tiefergehendes Interesse am keltischen Hintergrund
vorhanden ist, kommt man mE nicht darum herum. Mein Tipp: schenken
lassen!
Ulrike Zauberweib Engelhardt
Als die Göttin keltisch wurde / Claire French-Wieser
Ursprung und Verfall einer alteuropäischen Mythologie
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****************zierleiste netzmond***********************
Nezte weben
Feencamp - Norddeutsches Reclaiming Witchcamp
Ein Juliabend in Norddeutschland, eine grosse Wiese im Abenddunkel. Etwa
50 Frauen stehen in einem grossen Kreis um eine Ritualmitte, ein Feuer.
Ritualpriesterinnen schlagen Zimbeln, eine Trommel schlägt, alle singen.
Die Stimmung ist gespannt, erwartungsvoll. Aber auch nachdenklich und
sogar ein wenig Furcht spüre ich in mir.
Gleich können die Frauen, die an diesem Camp teilnehmen und sich auf den
täglichen Abendritualen auf eine Märchenreise zur Göttin Hel begeben
haben, in eine Art Begegnung mit dieser Göttin gehen. Wenn sie wollen,
den natürlich ist die Teilnahme am Ritual und den Schritten darin
freiwillig. Ich übrigens wollte. Und erfuhr dabei eine tiefe Begegnung
mit mir selbst.
In diesem Jahr nahm ich zum zweitenmal in Folge am Witchcamp im
norddeutschen Oberlethe, in der Nähe von Osnabrück teil. Neben der Reise
zur Göttin Hel, auf der Suche nach etwas, was ich verloren hatte oder
noch gar nie besessen hatte und doch für ein erfülltes, wahres Leben
brauche, nahm ich am Morgen am sog. Heilungspfad teil. Darin arbeiteten
wir viel mit einer Meditation, die uns in eine erweiterte, vertiefte
Wahrnehmung der Natur bringen sollte. Auch die Arbeit über Rollen in
unserem Leben, und wie diese Rollen unsere Energie und Spiritualität
beeinflussen, war Teil des Pfades.
Das Witchcamp geht zurück auf die sog. Reclaiming-Tradition. Diese wurde
hauptsächlich begründet von Starhawk, einer amerkanischen Ökofeministin
und, wie es in ihren Büchern heisst "wichtigen Stimme der feministischen
Spiritualität". Im Buch "Die zwölf wilden Schwäne", werden anhand des
Märchens die Ritualgrundlagen und Techniken dieser Reclaiming-Tradition
dargelegt.
Im Camp wird mit diesen gearbeitet, aber die Teilnehmerinnen teilen
einzig ihr Interesse an einem spirituellen Weg und der Ritualarbeit. Ich
zähle mich nicht zur Reclaiming-Tradition zugehörig, aber auf dem Camp
bin ich willkommen und gehöre dazu. Es ist ein reines Frauencamp, die
Frauen sind kunterbunt gemischt, was ihre Gründe fürs Kommen und ihre
spirituellen Wege angeht. Allen ist aber die Ritualarbeit wichtig. Das
ist eine wunderbare Gemeinschaft, in der es nicht immer harmonisch
zugeht, aber es gibt viel zu lernen, zu diskutieren und zu lachen.
Die Woche ist voll, frau fährt genährt von Eindrücken zurück. Neben den
beiden klassischen Teilen, dem Pfad (=Kurs) am Morgen, für den man sich
am ersten Morgen entscheidet, und dem täglichen Abendritual, gibt es
viele Einzelangebote von den Lehrerinnen und den Camperinnen.
Die Pfade werden immer von 2 Lehrerinnen begleitet, Frauen die über
jahrelange Erfahrung in Ritualarbeit verfügen. Meist ist pro Pfad auch
eine amerikanische Lehrerin dabei (immer mit Übersetzerin) und bringt
ihre andere Kultur ein.
Am Nachmittag gibt es für jede eine Kleingruppe, in der man aufgehoben
ist und das Erlebte besprechen kann. Auch die Lehrerinnen geben immer
wieder Zeiten, in denen man Fragen zu allem Möglichen, vor allem auch
den Ritualen stellen kann. Diese Mischung aus Teilnehmen und Lernen,
und, wenn man mag, sich auch aktiv einbringen, finde ich toll.
Die Rituale sind lang, voll, wecken Intensität und Lachen, Berührung und
Tränen. Und sie sind voller Lieder.
Bring Dein' Stern ins Leben.
Bring Magie ins Leben.
Bring Deinen Traum ins Leben.
Mach ihn wahr.
Einen Abend gibt es, an dem lache ich wie sonst selten im Jahr, der
Unterhaltungsabend, an dem sich alle einbringen können und ihre Talente
zeigen. Und was für Talente da hervorspringen.
Auf der Rückfahrt klingen die Lieder in mir nach, das Lachen, das viele
Lernen über Rituale und Wahrnehmung. Die Gespräche, die Frauen. Und das
Bild, von der Wiese im Abenddunkel, eine grosse Gruppe Frauen,
beleuchtet von den Sternen und dem Feuer, die singen und die Göttin Hel
begrüssen ...
Das nächste Feencamp findet vom 9.-16.7.2004 statt.
Thema: Dornröschen - Traumzeit und Erwachen zur rechten Zeit.
Der Flyer mit Anmeldetalon erscheint im Dezember 03 und wird auf Anfrage
gerne zugeschickt.
Preise: gesamte Woche inkl. Vollpension, inkl. vollem Kursprogramm je
nach Buchungszeitraum und Unterbringung (Zelten, Doppelzimmer mit oder
ohne eigenes Bad) zwischen 560 Euro und 720 Euro
Donate Pahnke. www.witchcamp.de
STARHAWK ÜBER DAS DEUTSCHE WITCHCAMP
[Vorwort für die deutsche Ausgabe von: Starhawk und Hilary Valentine,
Die zwölf wilden Schwäne: Rituale, Übungen und magische Ausbildung in
der Reclaiming-Tradition, Bauer-Verlag Freiburg 2001]
In den "zwölf wilden Schwänen" spiegeln sich die Erfahrungen wider,die
die Reclaiming-Gemeinschaft in den letzten zwanzig Jahren beim
Unterrichten und Durchführen von Ritualen der Erdverbundenheit
zusammgetragen hat. Zu dieser Gemeinschaft gehören auch verschiedene
Gruppen und wunderbare Lehrerinnen in Deutschland.
Aus der Ökologie lernen wir, dass sich die fruchtbarsten Orte dort
befinden, wo zwei unterschiedliche Systeme aufeinandertreffen, wo der
Wald auf die Wiese trifft oder das Meer auf die Küste. Die Übersetzung
unserer Arbeit in eine andere Sprache hat sich als ein extrem
fruchtbarer Prozess erwiesen: bei der Gestaltung von Ritual und Magie,
beim Unterrichten, bei den Anrufungen, beim Trancleiten und bei dem
Bemühen, eine sich ständig weiterentwickelnde Tradition an die
Erwartungen und Bedürfnisse einer anderen Kultur anzupassen.
Deutsch ist eine viel präzisere Sprache als Englisch, und wenn wir
Übungen und Rituale auf deutsch leiten, stellen wir fest, dass wir viel
genauer wissen müssen, was wir eigentlich meinen. Wenn wir sagen: "Breathe
deep", müssen wir wissen, wer es eigentlich ist, der atmen soll: Ein
Individuum? Eine Gruppe? Ist unsere Beziehung formell oder informell?
Die deutsche Übersetzung kann lauten: "Atme tief", "Atmet tief", "Atmen
Sie tief" oder "Tief atmen"! All diese Unterscheidungen verschwinden im
Englischen.
Gruppen in Deutschland tendieren dazu, sich viel stärker voneinander
abzugrenzen: spirituelle Gruppen sind spirituell, politische Gruppen
politisch, feministische Gruppen nur für Frauen. Wir dagegen bringen aus
den USA eine starke Neigung in den Dialog, sämtliche Unterscheidungen
völlig chaotisch durcheinanderzubringen. Aber Chaos kann ein
schöpferischer Ort sein. In den Vereinigten Staaten ist unsere
politische Kultur viel unbestimmter und offener für das Einbeziehen von
Ideen aus der spirituellen, der künstlerischen und der New Age-Bewegung.
Sowohl Frauen als auch Männer definieren sich selbst als feministisch.
Bei Demonstrationen kann es Rituale, Theater, Riesenpuppen, Lieder,
Kostüme und Trommeln geben. Hexen organisieren Blockaden gegen die
Welthandelsorganisation, und zumindest manche politischen Organisatoren
sind ganz erpicht darauf, ihr taktisches Repertoir um magisches Wissen
zu ergänzen.
Erstmalig unterrichtete ich in den frühen Achtzigern in Deutschland, als
gerade mein erstes Buch "Der Hexenkult als Ur-Religion der Großen
Göttin" erschienen war. Ich kam mehrere Male hierher, um Workshops
oder Rituale anzubieten und traf viele wunderbare Frauen und Männer, die
mit der deutschen Göttinbewegung in Verbindung standen.
In den Vereinigten Staaten waren die frühen Achtziger eine Zeit großer
politischer und spiritueller Kreativität. Im Vorwort dieses Buches
beschreibe ich, wie unser kleiner Freundeskreis sich zusammenfand, um
Spiritualität und Politik miteinander zu verbinden, bei
Anti-Atomblockaden mitzumachen und Rituale zu organisieren. Wir
arbeiteten als Kollektiv in einem feministischen, nichthierarchischen
Rahmen.
Bis zum Ende der achtziger Jahre hatte sich unsere politische Arbeit
mehr in Richtung fortlaufender Gemeinschaftsorganisation und örtlicher
Kampagnen verlagert. Der Ritual- und Magieunterricht hatte sich
ausgeweitet und umfaßte jetzt auch einwöchige Intensivkurse, die fern
von unserem Zuhause in Nordkalifornien stattfanden. Nach einem dieser "Witchcamps"
lag ich in den grünen Hügeln von Britisch Kolumbien mit dreien meiner
Covenschwestern auf dem Rücken im Gras neben einem unberührten See und
sagte: "Sowas möchte ich nächstes Jahr in Deutschland machen, mit uns
allen."
Und so organisierten 1988 Barbara Gissrau und das Arkuna-Zentrum in
Stuttgart das erste deutsche Witchcamp. Eine Woche lang unterrichteten
Rose, Pandora, Carol und ich in der romantischen alten Burg Stettenfels
in Süddeutschland. In den nachfolgenden Jahren boten Carol, Pandora,
Rose und Cybele Workshops und Intensivkurse an. Die deutschen Frauen
gründeten ihr eigenes Netzwerk "Gespinnst" und begannen mit Ritualen und
Kursen. Verwurzelt in ihrer eigenen Kultur und in ihren eigenen
Traditionen, entwickelten sie ihre eigene fruchtbare Synthese aus Magie
und Feminismus.
Ich kam weiterhin regelmäßig nach Deutschland und arbeitete besonders
mit zwei Gruppen in Süddeutschland: der Kalia-Gemeinschaft in München
und dem Kalkwerk auf der Schwäbischen Alb. Fünf Jahre später sprach
Donate Pahnke mich darauf an, wieder ein Witchcamp zu organisieren. Als
Lehrerin, Autorin und selbständige Priesterin sammelte Donate eine
Gruppe von Frauen um sich, um ein neues Camp in Oberlethe bei Bremen zu
gründen. 1996 kamen Carol, Grove und ich aufs Neue zum Unterrichten,
diesmal in Zusammenarbeit mit Donate und mit anderen wunderbaren
deutschen Hexen: Liz und Moira, einer Schweizerin, Brigitt, und einem
tollen Übersetzerinnen-Team. In späteren Camps kamen noch Hanna, Martina
und Barbara zum Team.
Das Thema, das wir für unser wiedergeborenes Witchcamp wählten, war "Die
zwölf wilden Schwäne". Die Lektionen diese Märchens haben in Deutschland
eine ganz eigene Resonanz. Bei den zwölf wilden Schwänen geht es um eine
junge Frau, die sich dafür entscheidet, ein Übel wiedergutzumachen, das
sie nicht selbst verursacht hat. Sie erbt die Wunden, die aus den
Handlungen ihrer Vorfahren entstanden, und setzt sich dafür ein, sie zu
heilen. Dieses Thema war nur zu schmerzvoll präsent, als wir in
Deutschland mit der Geschichte arbeiteten. Von den Hexenverbrennungen
bis zum Holocaust ist das Leid der Vergangenheit stark und greifbar
gegenwärtig.
Für mich als Hexe und Jüdin war das Unterrichten in Deutschland ein oft
schmerzvoller, herausfordernder, jedoch letzten Endes ein bereichernder
Prozess. Ich erinnere mich, dass ich in jenem allerersten Witchcamp in
einem großen Kreis von neunzig Frauen saß. Plötzlich waren wir von
Schatten umgeben: von den Geistern jener jüdischen Frauen, die hätten
hier sein können, wenn der Holocaust nicht passiert wäre.
Ich begann zu weinen, und dann sprach ich von dem, was ich sah. Bald
weinten viele andere mit mir. Meine Mit-Lehrerinnen leiteten die Gruppe
durch die gemeinsam geteilte Trauer hindurch, die uns über die
unterschiedlichen Kulturen und Ahnenbezüge hinweg verband. Die Frauen
sprachen von dem dumpfen Schmerz, der aus der Unterdrückung der
Geschichte resultiert, von der Abtrennung von den früheren Werten
ihrer Kultur, vom Schmerz, zu erfahren, dass Familienmitglieder die
Nazis unterstützt hatten, von dem ständigen Bedürfnis, dem
Antisemitismus entgegenzutreten. Ich fühlte mich unterstützt durch ihre
Bereitschaft, sich mit diesen schwierigen Themen auseinanderzusetzen,
und tatsächlich verstand ich schließlich, dass sie nach Ritualen und
nach der Sprache hungerten, durch die sie sich all den unausgesprochenen
Geheimnissen stellen konnten und Heilung suchen konnten.
Unsere deutschen Studentinnen und Lehrerinnen gehen mit großer
Intensität und Integrität an die Arbeit, mit der Bereitschaft, tief zu
gehen, sich schmerzhaften Gefühlen zu stellen und jedes Thema zu einem
in sich schlüssigen Abschluß zu bringen. Wie Rose in unserem Märchen
sind sie bereit, "dem Fluß bis an sein Ende zu folgen". Wir hatten in
den USA schon viele Male mit den zwölf wilden Schwänen gearbeitet, bevor
wir es als Thema für das deutsche Witchcamp aussuchten. Aber irgendwie
hatten wir niemals wirklich ein Ritual um
den Teil der Geschichte herum gestaltet, in dem Rose angeklagt wird,
eine Hexe zu sein. In Deutschland jedoch schweben die Schatten von
Frauen um uns her, die unter den Projektionen anderer auf sie gelitten
hatten und starben. Mit welcher Geschichte wir auch immer arbeiten - sie
kommen uns nahe und flüstern uns ins Ohr. Als wir mit der Geschichte der
Baba Jaga arbeiteten, einer russischen Hexengestalt oder dunklen Göttin,
wurde die Baba Jaga von Donate im Ritual aspektiert, und sie weinte und
trauerte um ihre verlorenen
Töchter. "Wir sind hier", konnten wir ihr sagen. "Wir sind deine
Töchter, deine Schwestern". "Wir erinnern uns an dich".
Im Sommer 2000 errichteten wir während eines Heilungsrituals einen Altar
für die Opfer der Hexenverbrennungen und des Holocausts. Es war
ungeheuer berührend für mich zu sehen, mit welcher Ehrfurcht die Frauen
zu diesem Altar gingen und ihre Opfergaben niederlegten. Ich hatte mir
in diesem Frühjahr den Knöchel gebrochen und war in einem Rollstuhl und
mit Krücken unterwegs. Während des Camps fing ich gerade wieder an zu
laufen. Ich saß im Kreis, und plötzlich war es mir, als ob Dutzende
alter Frauen sich um mich drängten und meinen Knöchel anschauten. Es
waren alte Heilerinnen, und ich bedurfte ihrer Fürsorge. Als sie sich
mir zuwandten und an meinem Knöchel herumdrehten, wurde mir klar, dass
sie nicht als Opfer in Erinnerung bleiben wollten, sondern wegen ihrer
Weisheit, ihres Heilungswissens und ihrer Lebensfreude. Ich stand auf
und tanzte um den Kreis herum und war so lange auf den Füßen wie seit
zwei Monaten nicht mehr. Mein Knöchel heilte mit unglaublicher
Geschwindigkeit.
Die deutschen Hexen kennen die Lektion sehr gut, die uns unsere
Geschichte lehrt: Wenn wir dem Schmerz ins Gesicht blicken und der Wut,
der Eifersucht und sogar dem Hass widerstehen, kann Heilung geschehen.
Mit der Heilung kommt das Lachen. Die Baba Jaga ist nicht immer grimmig:
Eines Nachts erschien sie als wilde alte Frau und bestand darauf, mit
jeder einzelnen Frau im Camp zu tanzen, während sie voller Inbrunst ein
altes Lied schmetterte, das meine Großmutter oft zu singen pflegte:
Enjoy yourself, it's later than you think,
Enjoy yourself, while you're still in the pink.
The years go by, as quickly as a wink,
So enjoy yourself, enjoy yourself, it's later than you think!
[Anm.: Wir haben es im Camp wirklich auf englisch gesungen]
Und in unserer Talent-Show, dem geselligen Abend im Camp, kreuzte sie
als Friseuse auf und nestelte Knochen und Stöckchen in unsere Locken.
Die deutschen Frauen haben durch ihre Suche nach Geschichten aus ihrem
eigenen Erbe unsere größere Gemeinschaft stark bereichert. Wir haben mit
der Erzählung von der Regentrude gearbeitet, einer Regenfee, deren
Schlaf Dürre übers Land bringt und die erweckt werden muß, um das Leben
im Land wiederherzustellen. (Wir Amerikanerinnen dachten allerdings,
dass diese Geschichte eigentlich besser ins trockene Texas oder
Kalifornien paßt als nach Norddeutschland, wo es nie einen Mangel ihrer
Gegenwart gibt.) Auch andere Geschichten, Meditationen, Übungen und
Lieder sind zu uns gekommen, nicht zu vergessen der hervorragende
Brauch, jeden Nachmittag Kaffe, Kuchen und eine große Schüssel
Schlagsahne zu servieren! Meine allerschönsten Erinnerungen ans deutsche
Camp aber sind die stillen Momente nach dem Ende der Abendrituale, wenn
ich jede Nacht von den süßen Harmonien der schönsten Schlaflieder in den
Schlaf gesungen wurde.
Mit unseren deutschen Schwestern sind wir der Hoffnung nachgegangen, die
aus unserer Geschichte spricht: dem Versprechen, dass Heilung und
Verwandlung möglich sind. Wenn wir bereit sind, Verantwortung zu
übernehmen, wenn wir uns erlauben, solange in der Wildnis zu wandern,
bis wir unsere wahre Aufgabe finden, können wir uns ans Werk machen, die
Welt wirklich zu verwandeln. Diese Arbeit findet auf vielen Ebenen
statt: in der Magie und in den Ritualen, die wir gestalten, in unserer
ganz persönlichen Heilungsarbeit und in den Handlungen, die wir
durchführen, um die politischen und sozialen Strukturen um uns herum zu
verändern.
Wir leben heute in einer Welt, die kleiner und viel vernetzter ist als
je zuvor. Die allgegenwärtige, abstumpfende globale Konsumkultur droht,
vieles von dem Reichtum örtlicher Traditionen, Perspektiven und
Geschichtsbezüge auszuhöhlen. Seit die Reclaimingtradition in
Deutschland Fuß gefaßt hat, hat sie sich in reicher und vielfältiger
Weise entwickelt. Wir hoffen, dass die Werkzeuge der Ermächtigung, die
wir gemeinsam benutzen, die tiefe Verbindung mit der Erde, die wir im
Ritual herstellen, und die gemeinsame Entwicklung unserer Fähigkeit, zu
heilen und Aktionen durchzuführen, wie eine visionäre Gegenkraft wirken,
wie ein Netz der Inspiration über die Grenzen der Nationen hinweg, in
welchem wir uns gegenseitig im Prozeß des Lernens und Wachsens
unterstützen.
****************zierleiste netzmond***********************
Kontaktanzeigen
Göttinnenzirkel
26.05.04 - 19:00 Uhr
Frauenzirkel Göttinnen
mit Austausch, Wissensvertiefung, Diskussion
mit Dörte Doering, Brigitta Schilk
Ort: AstroCafé, Gleditschstr. 47, Schöneberg; zu erreichen: U 7
Eisenacherstr.
Kontakt: SchumannSybille@aol.com oder http://www.frauenkulturservice.de/termine.html
Hexenfest
Ein großes offenes Hexenfest im Großraum Berlin (im Freien natürlich)
ist für den Zeitraum kurz nach Litha gerade in Planung.
Ziel ist es, Hexen und andere magische arbeitende Menschen aller Coleur
zum Kennenlernen, Feiern und Netzwerken zusammenzubringen.
Mehr Infos bei info@hexenschule.de (Kauna)

Kalender
Der Schlangengesang – Göttinnenkalender
Es existieren schon tausende Kalender für Festtage der Göttin in ihren
vielen Aspekten. In unserem Kalender bemühen wir uns nur Daten
aufzunehmen, die historisch belegt sind. Das ist nicht so einfach. Es
gibt wie gesagt viele Websites und Bücher die Termine verbreiten, aber
deren Quellen sind oft zweifelhaft oder überhaupt nicht genannt. Das
Auffinden und Auswerten historischer Quellen allerdings ist fast eine
Lebensaufgabe.
Deshalb haben wir in unseren Kalender neben den Daten und Bezeichnungen
eines Festes auch die Quelle der Daten eingetragen. Sollte jemand einen
Fehler entdecken oder noch ein Fest mit einer gesicherten Quelle
hinzufügen wollen, so ist sie/er herzlich dazu eingeladen.
artemisathene
  
Feiertage im Mai
In der antiken griechischen Welt gab es für den April die Namen der
Mondmonate Mounychion und Thargelion. Thargelia, das Geburtstagsfest der
Artemis und des Apollon gab dem Monat seinen Namen.
Im römischen Reich war der Mai der Göttin Maia gewidmet (s.u.)
In der germanischen Welt hieß der Mai "Wonnemond", von "winne" = Weide.
Es war die Zeit in der die Hirten Weiden für ihre Tiere suchten.
9., 11. und 13. Mai: Lemuria: römisches Fest zu Ehren der Totengeister.
Quellen: der römische Festkalender, Reclam
http://www.novaroma.org/calendar/maius2.html.de#lemuria
http://www.imperiumromanum.com/religion/antikereligion/lemures_01.htm
14. Mai: Argeis: uraltes römisches Opferfest
Quellen: www.novaroma.org
15. Mai: Fest der griechischen Göttin Maia in Rom. Sie war
Fruchtbarkeitsgöttin, Erdgöttin und Herrin der Schätze
Quellen: www.imperiumromanum.com
23. Mai: Rosalia: römisches Fest zu Ehren der Venus, deren heilige Blume
die Rose war. (siehe Text)
Quellen: www.imperiumromanum.com
http://www.cronenburg.net/roses.htm
23. /24. Mai (4.Thargelion): Opfer für die griechische Göttin Leto (und
andere Götter) in Erchia. Es besteht wahrscheinlich ein Zusammenhang
zwischen dem Opfer für Leto und dem Fest Thargelia, der Geburt von
Artemis und Apollon, den Zwillingen von Leto und Zeus.
Quelle: www.winterscapes.com
25./26. Mai (6.Thargelion): Thargelia: Beginn des zweitägigen
Geburtsfestes von Artemis und Apollon. Reinigungsriten.(siehe Text)
Quelle: http://www.geocities.com/medusa_iseum/library/griechkreis.html
http://www.geocities.com/athens/parthenon
25./26. Mai: Opfer für Demeter Chloe in Athen, ihr wurde an diesem Tag
auf der Akropolis ein Widder als Opfertier dargebracht. Chloe bedeutet
"das junge Mädchen", "die junge Saat" und war ein Beiname der Demeter.
Quelle: www.winterscapes.com
26./27.Mai (7. Thargelion): zweiter Tag des Festes Thargelia: Tag der
Opfer für Artemis, Apollon aber auch die Horen (Göttinnen der
Jahreszeiten) und Selene (siehe Text).
Quellen: http://www.geocities.com/medusa_iseum/library/griechkreis.html
www.winterscapes.com
31. Mai: Holdatag. Der 50. Tag nach Ostara (Ostern) war der Tag der
germanischen Göttin Holda. Heutzutage feiern die Christen das
Pfingstfest zu diesem Termin. Auf Grund der Verbindung von Holle/Holda
mit dem Brunnen als Symbol für den weiblichen Schoß der Gebärerin wurden
an diesem Tag Quellen und Brunnen besucht und geschmückt.
Quelle: Gardenstone: Germanischer Götterglaube
Ende Mai: Ambarvalia: Fest zu Ehren der römischen Göttin Ceres, mit
Feldumgängen und Opfern um die Acker fruchtbar zu machen und Schaden
fernzuhalten.
Quellen: http://22.1911encyclopedia.org/A/AM/AMBARVALIA.htm
http://www.geocities.com/margali99maincom/TempleofCeres.html
Ende Mai: Fest der ägyptischen Göttin Nut in Nilpferdgestalt im
Chonstempel in Theben. Sie wurde als Mutter aller Götter verehrt.
Quelle: http://www.land-der-pharaonen.de/Wissenschaften/body_wissenschaften.html
artemisathene
  
Feiertage im Juni
Im antiken Griechenland waren unserem Juni die Mondmonate Thargelion und
Skirophorion zugeordnet. Skirophorion erhält seinen Namen von dem der
Göttin Demeter geweihtem Fest am 12. Tag des Monats.
Im römischen Reich war dieser Monat der Göttin Juno heilig.
Im germanischen Gebiet gab es wohl mehrere Bezeichnungen für diesen
Monat; eine davon ist: "Brachet", benannt nach der Zeit des Umbrechens
der "Brache" (=der unbestellte Acker). In alter Zeit wurde nach der
ersten Ernte das Feld für die Wintersaat beackert. Eine weitere
Bezeichnung ist Rosenmond, weil nun die Rosen blühen. Es gibt aber auch
den Namen "Grasmond", wahrscheinlich weil nun das Gras sehr schnell
wächst.
1. Juni: Carnaria: Fest der römischen Göttin Carna, Beschützerin der
wichtigsten inneren Organe und ihrer Funktionen. Von Ovid gleichgesetzt
mit der Göttin Carda oder Cardea, Göttin der Türangeln. (siehe Text)
Quellen: www.imperiumromanum.com
http://www.gottwein.de/Cap/Mythologie.
Fest zu Ehren der römischen Wettergötter, der Tempestates.
Quelle: www.novaroma.org
Festtag der Juno Moneta: Aspekt der Juno als Göttin der Ermahnungen und
Ratschläge aber auch des Geldwesens.
Quellen: http://www.klassphil.uni-muenchen.de/~waiblinger/moneta.htm
http://www.imperiumromanum.com
3.Juni: Fest der Göttin Bellona im Rom. Als ursprünglich römische
Kriegsgöttin verschmolz Bellona später mit der kleinasiatischen Göttin
Ma zu Ma-Bellona.
Quellen: Hans Kloft: Mysterienkult der Antike
E.O. James: der Kult der großen Göttin
http://www.gottwein.de/Cap/Mythologie
www.novaroma.org
7. -15. Juni: Vestalia: Fest der römischen Göttin Vesta. Göttin des
Herdfeuers und der Bäckergilde, aber auch des "Heils" der Menschen und
des Staates. (siehe Text)
Quellen: www.imperiumromanum.com
Der römische Festkalender, Reclam
8. Juni: Fest der Göttin Mens: römische Göttin der Vernunft, des
Verstandes und der Geisteskraft.
Quellen: www.novaroma.org
www.imperiumromanum.com
11. Juni: Fest der Fortuna Redux: die Göttin der glücklichen Heimkehr.
Damit ist sowohl die Heimkehr nach einer Reise wie auch besonders nach
einem Krieg gemeint. Deshalb wird sie auch oft wie eine Amazone
dargestellt: mit Helm und entblößter Brust.
Quellen: www.imperiumromanum.com
www.novaroma.org
11. Juni: Matralia: Fest der Mater Matuta: römische Göttin der
Fruchtbarkeit, der Geburt, der Kindererziehung, aber auch des
Sonnenaufgangs und des frühen Tageslichts. (Siehe Text)
Quellen: www.gottwein.de
Der römische Festkalender, Reclam
www.imperiumromanum.com
13. Juni: Quinquatrus Minusculae: Fest der Tibicines (der Flötenspieler)
zu Ehren der römischen Göttin Minerva. Sie durften an diesem Tag auf dem
Capitol speisen. Außerdem war es ein Feiertag der Lehrer und ab dem
4.Jhd n.u.Z. dann auch ein Tag für Schulfeste.
Quellen: der römische Festkalender, Reclam
13. Juni: Laut Zsuzsanna E. Budapest: des magische Jahr: Festtag der
keltischen Göttin Epona, Göttin der Pferde, Esel und Fuhrleute. Leider
war dieses Datum in keiner seriösen Quelle zu finden. Ich habe es nur
deshalb aufgenommen, weil wir uns in diesem Monat mit Epona/Rhiannon
beschäftigen.
13./14. Juni = 25.Tag des Mondmonats Thargelion: Plynteria: Fest in
Athen zu Ehren der Athena Polias, der Schutzgöttin der Stadt. (siehe
Text)
Quellen: www.geocities.com/medusa-iseum/library/griechkeis.html
http://www.geocities.com/athens
20./21. Juni = 3. Tag des Mondmonates Skirophorion: Arrephoria: Fest zu
Ehren der Göttin Athene in Athen, Wahl der neuen Priesterinnen (siehe
Text)
Quellen: http://www.geocities.com/athens/parthenon
http://www.geocities.com/medusa_iseum/library/griechkreis.html
21. Juni: Fest der Göttin Beiwe, der Sonnengöttin der Lappländer. Sie
wird zu Sommersonnwend mit dem Frühling zusammen begrüßt.
Quellen: http://www.geocities.com/athens/parthenon
http://www.paranormal.de/hexen/forum
21. Juni: Fest der keltischen Göttin Aine: Diese Göttin des Feuers, der
Quellen und Seen und des Viehs wird zur Sommersonnenwende mit einer
Lichterprozession gefeiert.
Quellen: die keltische Zauberin, Edain Mccoy
http://www.werbeka.com/bibliote/500tal/510bcd.htm http://www.beepworld.de/members24/aine/goettinnen.htm
21. Juni: Fest der germanischen Sonnengöttin Sunna. Feier mit dem
Sonnwendfeuer und dem Brauch das Vieh durch den Rauch des Feuers zu
treiben, um damit die Gesunderhaltung der Tiere zu fördern.
Quelle: Gardenstone, Germanischer Götterglaube
24. Juni: Fest der Fors Fortuna bzw. Fata. Die römische Schicksalsgöttin
war sowohl für Glück als auch Unglück zuständig, hatte aber auch einen
starken Muttergöttin-Aspekt. Sie stammt wahrscheinlich aus matriarchaler
Zeit (siehe Text).
Quellen: www.imperiumromanum.com
http://www.geocities.com/Paris/Arc/3860/goddess/fortuna.html
29./30. Juni = 12. Tag des griechischen Mondmonates Skirophorion: Skira:
Fest der griechischen Frauen zu Ehren der Göttinnen Athene, Demeter,
Persephone und der Götter Poseidon, Zeus und Helios. Den Göttern wurden
Opfer gebrach,t um die Felder der Bauern vor der sengenden Sommerhitze
zu bewahren.
Quelle: www.winterscapes.com/dionysus/calendar
http://www.geocities.com/medusa_iseum/library/griechkreis.html
http://www.geocities.com/athens/parthenon
artemisathene
  
Feiertage im Juli
Im Griechenland der Antike wurde unser Juli zwischen den Mondmonaten
Skirophoion (der Demeter geweiht) und Hekatombaion aufgeteilt. Letzterer
erhielt seinen Namen von einem großen, öffentlichen Opfer bei dem wohl
ursprünglich 100 Rinder geopfert worden waren.
In Rom wurde dieser Monat nach Julius Caesar benannt, ursprünglich aber
hieß er Quinctilius, der 5.Monat ab März.
Im germanischen Kulturkreis hieß der Juli Heuert, nach der Heuernte in
diesem Monat.
1. Juli: Fest der Göttin Felicitas: römische Personifikation des Glücks.
Sie wird auch mit Juno gleichgesetzt. Der 1. Juli war der Einweihungstag
des Tempels der Felicitas in Rom.
Quellen: home.tiscali.be/mauk.haemers/collegium_religionis/ calendar.htm
www.clubs.psu.edu
5. - 7.Juli: Nonae Caprotinae: Fest der Göttin Juno. Auch bekannt als
das "Feigen-Fest", was auf Junos Rolle als Fruchtbarkeitsgöttin weist.
(Siehe Text im Anhang)
Quellen: der römische Festkalender, Reclam
home.tiscali.be/mauk.haemers/collegium_religionis/ calendar.htm
8.Juli: Vitulatio: Festtag einer römischen Göttin mit Namen Vitula.
Woher ihr Name kommt ist nicht geklärt, es gibt mehrere Ansätze: 1. sie
sei eine Siegesgöttin, 2. sie sei eine Göttin des Lebens (lat: vita =
Leben) und 3. der Name käme von vitula (lateinisch für: das Kalb),
welches für eine gute Ernte geopfert worden sein soll.
Quellen: www.novaroma.org
www.clubs.psu.edu
artemisathene

Rosalia
Dieses Fest wurde am 23. Mai in Rom begangen, aber wohl auch zu diversen
anderen Zeitpunkten an anderen Orten des Reiches; je nach dem Beginn der
Rosenblüte. Es war ein Fest zu Ehren der Göttin Venus, deren heilige
Blume die Rose war. Ursprünglich war es allerdings ein Totenfest,
wahrscheinlich erst ab dem 1. Jahrhundert nach unserer Zeitrechnung
eingeführt. Später verwandelte es sich in ein eher orgiastisches Fest
bei dem die Rose im Mittelpunkt stand. Es gibt Berichte wonach bei
diesem Fest Rosenwasser aus den öffentlichen Brunnen der Stadt geflossen
sei und Rosenblüten die Straßen bedeckt haben sollen.
In Rom war es aber auch üblich, dass man "sub rosae" unter einem Zweig
weißer Rosen das gesamte Jahr über frei sprechen durfte. Das Gesagte
durfte sonst niemand erfahren. Wurde gegen dieses Gesetz verstoßen so
ahndete man den Verstoß sehr streng.
artemisathene

Mounychia - Fest der Göttin Artemis
Am 16. des Mondmonats Mounychion fand das Fest der Göttin Artemis statt
welches dem gesamten Monat den Namen gab. Artemis wurde bei diesem Fest
als Mondgöttin und Herrin der Tiere verehrt.
Es gab eine Prozession zum Tempel der Artemis und ihres Bruders Apoll.
Die Menschen, besonders die jungen Mädchen trugen runde Kuchen die mit
Lichtern geschmückt waren, so genannte Amphiphon, es hatte die Bedeutung
"wenn zwei Lichter scheinen" und wird so interpretiert, dass sie Sonne
und Mond gleichzeitig ehren sollten (Artemis und Apoll). Dazu wurde
folgendes Gebet gesprochen:
"Artemis, liebste Herrin, zu dir trage ich, liebliche Dame,
diese Amphiphon, die dir wohlgefällig sind."
Der Göttin wurde dann auf dem Altar vor dem Tempel eine weiße, weibliche
Zeige geopfert, sowie andere Opfergaben.
Es folgten die Tänze der Arktoi, der "Bärinnen" genannten jungen
Mädchen, die der Artemis geweihte Priesterinnen waren. Dieser Arkteia
"Spiel der Bärin" genannte Tanz wurde von den 5-10 Jahre alten in gelbe
Gewänder gekleideten Jungfrauen getanzt. Sie trugen Blätterkronen und
Fackeln.
artemisathene

Nonae Caprotinae - das Feigenfest
Dieses römische Fest zu Ehren der Juno Caprotina, der
"Ziegenfellbekleideten" fand an den Nonae des Juli statt (= 9 Tage vor
den Iden des Monats).
Bei diesem Fest wurden die Frauen geehrt und unter ihnen speziell die
Sklavinnen. Das hat historische Gründe. Der Legende nach wurden die
Frauen Roms zu Heldinnen als Rom von den Galliern umzingelt war. Eine
römische Sklavin namens Philotis hatte sich eine waghalsige List
ausgedacht: alle Sklavinnen verkleideten sich als "Matronen"
(verheiratete Patrizierinnen) und ließen sich dem Feind ausliefern. Als
die feindlichen Kämpfer nachts schliefen, entwaffneten die Frauen sie,
Philotis entzündete eine Fackel aus einem wilden Feigenbaum und gab so
den römischen Männern ein Zeichen für den Angriff.
Die List war erfolgreich, die Römer besiegten die Gallier. Zu Ehren der
"Jungfrauen" wurde nun ein Fest gefeiert.
In der Frühzeit wurde dieses Fest von freien Frauen und Sklavinnen
gemeinsam gefeiert, später verkleideten sich die Sklavinnen als
"Matronen" (verheiratete Patrizierinnen) und gingen durch die Stadt. Sie
schlugen die Passanten mit Zweigen des Feigenbaumes, verspotteten sie
mit obszönen Begriffen und forderten Gaben. Sie warfen wohl auch mit
Steinen.
Die Feige spielte eine herausgehobene Rolle bei diesem Fest, denn die
Hauptfestlichkeiten fanden unter einem wilden Feigenbaum (caprificus)
statt und das Opfer bestand aus der Milch des Feigenbaumes.
Allgemein wird die Feige (fica) als Fruchtbarkeitssymbol verstanden. Sie
war ein Symbol für die weiblichen Geschlechtsteile. Dies lässt ebenso
wie das Schlagen mit den Zweigen und die Spottreden auf einen alten
Fruchtbarkeitsritus Rückschlüsse zu. Die Legende wird dazugedichtet
worden sein als die ursprüngliche Bedeutung des Festes bereits in
Vergessenheit geraten war.
artemisathene
  
Plynteria - Reinigung der Statue der Athena Polias
An diesem Tag wurde in Athen die Statue das Athena Polias (Schutzgöttin
der Stadt Athen) gereinigt.
Dazu wurden zuerst Opfer gebracht: dem Zeus, der Gäa und den Moiren
(Schicksalsgöttinnen).
Für die Reinigungszeremonie wurde die Statue der Göttin von den
Loutrides (=Badende) genannten Priesterinnen entkleidet, d.h. ihr Peplos
genanntes rituelles Gewand und ihr Schmuck wurden entfernt und dann
wurde sie in ein Stück Stoff gewickelt und mit einer berittenen Eskorte
in einer Prozession zum Waschplatz gebracht. Priesterinnen mit Feigen
und Feigengebäck in Körben führten die Prozession an. Die Feige war ein
altes Fruchtbarkeitssymbol.
Am Strand wurden der Göttin die Feigen und das Gebäck geopfert. Zwei
Loutrides reinigten die Statue mit fließendem Salzwasser während andere
das Peplos reinigten.
Abends wurde die Statue der Göttin mit einer Fackelprozession zum Tempel
zurückgebracht und wieder bekleidet und geschmückt. Nur den Loutrides
war es erlaubt die Göttin unverhüllt zu sehen.
Die Statue der Athene war aus Olivenholz, dem heiligen Baum der Athene
geschnitzt und hatte menschliche Größe. Die trug eine hohe goldene Krone
und wahrscheinlich ein Medusenhaupt (Ägis) auf der Brust. Möglicherweise
war sie sonst unbewaffnet.
artemisathene

Veranstaltungen
Mythen und Kultplätze im Drei-Seen-Land
Mittwoch, 12. Mai 2004, 19.30 h - 21.00 h
Vortrag von Dr. Kurt Derungs
Organisation: Volkshochschule Biel (Schweiz)
Information: http://www.vhsbiel.ch/kontakt.html
Email: info@vhsbiel.ch
Schwarze Madonna in Einsiedeln
Samstag, 15. Mai 2004
Die Kultlandschaft zwischen Ufenau/Rapperswil, Etzel und Einsiedeln. Die
heiligen Tiere der Schwarzen Frau. Der Klosterplatz als vorchristlicher
Kultort. Die sakrale Geographie von Einsiedeln. Maria als Steinahnin
und Kaba der Innerschweiz. Die dunklen Gestalten der Fasnacht.
CHF 165.-
http://www.amalia.ch/mytholog.htm
Der inneren Göttin auf der Spur
Seminar 28.5. - 29.5.2004
Fr. 19.30-22.00 Uhr und Sa 10.00-18.00 Uhr
Jede Frau trägt die Schöpfung in sich. Sie ist einzigartig und dadurch
göttlich.
Dies ist eine Einladung zu einer Reise in die Welt der Weiblichkeit. Du
findest den Genuss an der ureigensten Bewegung deiner Göttin, die sich
in jedem Moment neue erschafft. Das gibt dir Sicherheit,
Selbstbewußtsein und Vertrauen ins Leben.
Wir tauchen ein in Gefühle und Empfindungen. Erfahren miteinander
Stärke, Weibilichkeit, Schönheit und Sinnlichkeit. Wir führen
Gesprächsrunden. Wir nehmen unsere Kraft und unsere Befindlichkeit wahr.
Gemeinsam bewegen, genießen,feiern und erleben wir unser Frausein.
Workshop-Leitung:
Manju Waltraud Pöllmann, Leiterin der Biodanzaschule Österreich
Kosten: € 150.-, 19:30 - 22:00
Zentrum Panta Rhei
8054 Graz-Seiersberg, Premstätterstr. 3b
Frauenidole der Nacheiszeit
15. 1. - 27. 6. 2004
Ausstellung
Museum Burghalde Lenzburg (Schweiz)
Museum Burghalde
Erdgöttin Workshop
für Frauen und Männer
7.08.04, ca. von 10— 20.00 Uhr
Wir möchten mit Euch ein Band zur Erdgöttin und allen Erdwesen knüpfen.
Dies
wird innerhalb eines Erdrituals in einer Höhle im Hönnetal geschehen.
Ziel ist es, durch den Kontakt zu unserem Ursprung, zur "Urfrau-Urmann"
neue Wege, Sichtweisen und Inspirationen zu bekommen. Neue, "Alte"
Kräfte zu aktivieren.
Treffpunkt und Wegbeschreibung wird auf unserer Info Veranstaltung am
12. Juni
um 16.00 Uhr bekannt gegeben. Anmeldungen dann möglich!
Kosten: 100 Euro pro Person
Informations Adresse:
Minervas Hexenlädchen
Kneebuschstr.11
44269 Dortmund
Tel: 0231 9932223
Email: trudimonia@web.de
  
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keiner Organisation herausgegeben, sondern von Privatpersonen, die sich
zu diesem Zweck zusammen fanden.
V.i.S.d.P.: Nora Bugdoll, Florastraße 57b, 13187 Berlin
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Form weiter verbreitet werden. Eine Weiterverbreitung als Ganzes ist
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